Belote

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Dieser Artikel behandelt das Kartenspiel. Für Namensträger siehe Belote (Begriffsklärung).

Belote ist der Name eines bekannten und beliebten französischen Kartenspiels. In den Niederlanden ist dieses Spiel bekannt als Klaverjassen.

Zur Geschichte[Bearbeiten]

Belote ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Frankreich entstanden; eine Reihe von Spielen im europäischen Ausland sind dem früher auch als Belotte bezeichneten Kartenspiel sehr ähnlich, darunter Jass aus der Schweiz, Klammern aus Deutschland und Klaberjass aus den Niederlanden. Zusammen mit (franz.) Tarot zählt Belote zu den beliebtesten Kartenspielen Frankreichs und Bulgariens.

Belote leitet sich möglicherweise vom Namen des F. Belot ab, der dieses Spiel niederländischer Herkunft perfektioniert haben soll. Eine andere Theorie führt es auf den Ausdruck bel atout (schöner Trumpf) zurück.

Karten[Bearbeiten]

Farben des französischen Blattes
Kreuz Pik Herz Karo
SuitClubs.svg SuitSpades.svg SuitHearts.svg SuitDiamonds.svg

Für Belote werden 32 Karten mit französischem Bild verwendet. Als Kartenwerte kommen vor: Ass, 10, König (Roi), Dame, Bube (Valet), 9, 8 und 7 jeweils in den bekannten vier Farben Kreuz (trèfle), Pik (pique), Herz (cœur), Karo (carreau) (Reihenfolge der Farben in absteigender Reihenfolge).

Anzahl der Spieler, Ziel des Spiels[Bearbeiten]

Im Regelfall – Abweichungen sind möglich! – wird Belote zu viert gespielt, nämlich in 2 Teams zu je 2 Spielern. Ziel ist es, eine vorher festgelegte Punktzahl (üblicherweise 501, ev. auch 301) zu erreichen; wer dies zuerst geschafft hat, hat gewonnen.

Punktwerte[Bearbeiten]

Trumpffarbe
Bube 9 Ass 10 König Dame 8, 7
20 14 11 10 4 3 0

Bemerkung: Bei der Trumpffarbe ist also der Bube die höchste Karte und die 9 die zweithöchste!

Sonstige Farben
Ass 10 König Dame Bube 9, 8, 7
11 10 4 3 2 0

Spielablauf[Bearbeiten]

Beginn des Spiels[Bearbeiten]

Zunächst erhält jeder Spieler fünf Karten. Dann wird vom Reststapel die oberste Karte umgedreht. Der Reihe nach müssen nun die Spieler entscheiden, ob sie diese aufgedeckte Karte annehmen; falls jemand dies tut, wird er zum Spielführer (preneur), und die Farbe der angenommenen Karte wird Trumpf (atout). Die restlichen Karten werden dann noch ausgegeben, dabei eine weniger an den Nehmer. Lehnen alle Spieler die Karte ab, so dürfen sie in einem zweiten Durchgang bestimmen, ob sie Spielführer sein wollen und, wenn ja, welche Farbe Trumpf sein soll. Falls sich auch hierbei kein Spielführer herauskristallisiert (nulle donne), wird eine neue Spielrunde begonnen.

Fortgang des Spiels[Bearbeiten]

Meldungen im Spiel

Hat ein Spieler drei Karten einer Farbe hintereinander (7, 8, 9 - 8, 9, 10 - 9, 10, B - 10, B, D - B, D, K - D, K, A), so kann er eine Terz melden. Hat ein Spieler vier Karten einer Farbe in einer Reihe (7, 8, 9, 10 - 8, 9, 10, B - 9, 10, B, D - ...), so kann er eine Fünfzig, oder auch so genannte fünf-Ziegen melden. Bei 5 Karten in einer Reihe (7, 8, 9, 10, B - 8, 9, 10, B, D - 9, 10, B, D, K - 10, B, D, K, A) meldet der betreffende Spieler eine Hundert.

Des Weiteren gibt es noch carrés:

  • 4 x Bube = 200 Punkte
  • 4 x 9 = 150 Punkte
  • 4 x 10 = 100 Punkte
  • 4 x Dame = 100 Punkte
  • 4 x König = 100 Punkte
  • 4 x Ass = 100 Punkte
  • 4 x 8 = nichts
  • 4 x 7 = nichts

Einer der Spieler spielt eine Karte aus. Danach müssen nun die anderen Spieler nach bewährter Manier eine Karte derselben Farbe ausspielen. Falls eine solche nicht vorhanden ist, muss (falls vorhanden) eine Trumpfkarte gespielt werden, oder eine beliebige Karte, falls keine Trumpfkarte vorhanden ist.

Wurde ein Trumpf ausgespielt, so ist stets ein höherer Trumpf auszuspielen. Als Ausnahme gilt: Wenn das Spielerpaar den Stich bekommen hat, so ist auch eine niedrige Karte zur Ausspielung möglich, sofern ein solcher vorhanden ist. Es gilt also Trumpfzwang in allen Farben und Stichzwang in der Trumpffarbe.

Der Spieler, der sowohl König als auch Dame der Trumpffarbe im Besitz hat, kann beim Ausspielen der ersten dieser beiden Karten belote ansagen, bei der zweiten rebelote.

Die vier ausgespielten Karten fallen demjenigen zu, der die höchste Karte gelegt hat.

Die nächste Runde beginnt: Der Spieler, der den letzten Stich erhalten hat, spielt eine Karte aus, dann folgen die anderen usw. Dies wird so lange wiederholt, bis alle Karten ausgespielt sind.

Punktabrechnung[Bearbeiten]

Nach der obigen Tabelle werden am Ende einer Runde alle Punkte zusammengezählt.

Unter einigen Umständen erhalten die Parteien zusätzlich Punkte:

  • Der letzte Stich bringt der Partei, die ihn gemacht hat, 10 Punkte ein (dix de der).
  • Hat eine Partei alle Stiche gemacht, gibt es einen Bonus von 100 Punkten (capot).
  • Ein belote-rebelote beschert der jeweiligen Partei 20 Punkte.

Wertung der erzielten Punkte[Bearbeiten]

Bis zu diesem Zeitpunkt haben sich zwar auf beiden Konten Punkte angesammelt, diese werden jedoch nur unter bestimmten Umständen gewertet, in anderen Fällen geht eine der Parteien leer aus. Folgende Fälle sind zu unterscheiden:

  • Die Partei des Spielführers hat mehr Punkte erzielt als die gegnerische Partei (le preneur FAIT son contrat): Die Punkte beider Parteien werden auf dem jeweiligen Konto gewertet.
  • Die Partei des Spielführers hat weniger Punkte erzielt als die gegnerische Partei (le preneur est DEDANS): Bei der gegnerischen Partei werden nicht nur die eigenen Punkte gewertet; dazu kommen vielmehr zusätzlich die Punkte der Spielführer-Partei.
  • Beide Parteien haben gleich viele Punkte (le preneur est mis en LITIGE): Bei der gegnerischen Partei werden die eigenen Punkte gewertet; die Punkte der Spielführer-Partei werden "eingefroren" und in der nächsten Runde beim Gewinner der Runde gewertet.

Schlussbemerkungen[Bearbeiten]

Das Spiel wurde hier in der Art vorgestellt, wie es in Turnieren gespielt wird. Normalerweise können nämlich außer dem Trumpfpärchen weitere Meldungen abgegeben werden, ähnlich dem Spiel Jass, jedoch ergibt sich dabei ein größeres Glücksmoment. Die unten genannten Links geben Hinweise auf einige der zahlreichen Varianten, die zu Belote existieren.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]