Ben Assai

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Schim'on ben Assai, meist nur Ben Assai genannt (hebr. בן עזאי bzw. בן עזיי, Namensvarianten: Simon Ben Asaj, Simeon ben Azzai, Ben Azzai usw. - Abkürzung aus Azarja), war ein jüdischer Gelehrter des Altertums und gehörte zur jüngeren Gruppe der so genannten zweiten Generation der Tannaiten (zweites nachchristliches Jahrhundert).

Trotz größter Gelehrsamkeit wurde er nicht ordiniert und blieb Talmid, hinsichtlich der Gelehrsamkeit aber als leuchtendes Musterbeispiel herausgestellt (bKidd. 49b). Er stand in naher Beziehung zu den Leitern der Gelehrtenschule von Jabne. Er schloss den Bibelkanon mit Aufnahme von Schir ha-Schirim und Kohelet.

Ben Assai war Schüler des Jehoschua ben Chananja, tradierte auch in dessen Namen gegen Rabbi Akiba (Jeb. 4,13, Joma 2,3), als dessen Schüler und Freund er sich ansonsten sah (er hatte auch Akibas Tochter geheiratet, widmete sich aber bald ausschließlich dem Torastudium).

Ben Assai studierte mit solchem Fleiß und Ausdauer, dass es, als er starb, hieß: "Mit dem Tode Ben Assais hörte die Beharrlichkeit im Studium auf" (Sota 9,15). Er wird als Sinnbild der Frömmigkeit geschildert und zählte zu den scharfsinnigsten Gelehrten. Er beschäftigte sich auch mit mystischen Fragestellungen ("hat den Pardess betreten"), was ihm einen vorzeitigen Tod bereitet haben soll (bChag. 14 b, 15 b): Er gehörte zu den "zehn Märtyrern" (Echa Rabbati II, 2). Sein Ruhm stieg später so hoch, dass sowohl Jochanan bar Nappacha, der größte Amoräer Palästinas, als auch Raw, der größte Amoräer Babyloniens, um ihre Lehrautorität zu untermauern, ausgerufen haben sollen: "Hier bin ich Ben Assai!" (jBikk. II, 65a; bPea VI, 19c).

Ben Assai hielt am überlieferten Judentum fest und argumentierte gegen das von Paulus propagierte Christentum (Echa R. I, 1).

In Aboth sind von ihm folgende Aussprüche überliefert (IV, 2-3):

"Sei eilend zum leichtesten Gebot und fliehe vor jeder Sünde, denn ein Gebot zieht das andere nach sich, und eine Sünde zieht die andere nach sich; denn der Lohn eines Gebotes ist ein Gebot, und der Lohn einer Sünde ist eine Sünde ...
Verachte keinen Menschen, und halte keine Sache für zu fern liegend, denn es gibt keinen Menschen, der nicht eine Stunde, und es gibt keine Sache, die nicht einen Ort hat."

Literatur[Bearbeiten]