Ben Becker

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Ben Becker liest aus der Bibel beim Katholikentag 2008 in Osnabrück

Ben Becker (* 19. Dezember 1964 in Bremen) ist ein deutscher Schauspieler und Sänger.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Ben Becker ist der Sohn der Schauspielerin Monika Hansen und des Schauspielers Rolf Becker. Er hat eine Schwester, Meret Becker. Der Schauspieler Otto Sander ist sein Stiefvater. Seine Großmutter war die Komikerin Claire Schlichting, sein Onkel der Komiker Jonny Buchardt.

Becker wirkte bereits als Kind in Hörspielen mit und übernahm kleine Filmrollen. Er betätigte sich als Bühnenarbeiter bei der Berliner Schaubühne und erhielt von 1985 bis 1987 Schauspielunterricht. Danach erhielt er sein erstes Engagement am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg. Anschließend ging er an das Staatstheater Stuttgart, wo er 1991/92 Ferdinand in Schillers Kabale und Liebe verkörperte, dann an das Schauspielhaus Düsseldorf, während er 1993/94 in der Rolle des Tybalt in Shakespeares Romeo und Julia am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg agierte.

Im Kino fiel Ben Becker erstmals 1991 in dem Reisefilm Das serbische Mädchen auf. Er verkörperte darin den arroganten deutschen Freund der schwangeren serbischen Titelheldin. Über den Sex-Pistols-Bassisten Sid Vicious schrieb und inszenierte Ben Becker 1995 das Theaterstück Sid & Nancy, wobei seine Schwester Meret in der tragischen Liebesgeschichte die Rolle der manischen Nancy Spungen übernahm. Die Theaterproduktion verlief extrem chaotisch, musste mehrfach unterbrochen werden und stand mehrfach auf der Kippe, bis es endlich in der damaligen Szene-Kneipe Ex&Pop aufgeführt werden konnte[1]. Die Proben wurden vom Regisseur Uli M Schueppel mit der Kamera begleitet, der aus dem Material den 1996 erschienenen Dokumentarfilm Sid&Nancy/Ex&Pop machte.

Im gleichen Jahr übernahm er die Rolle des in den Protagonisten verliebten Peter in Joseph Vilsmaiers Film Schlafes Bruder. In der Filmbiografie Comedian Harmonists (1997) verkörperte er den Sänger Robert Biberti.

Becker wandte sich unterdessen wieder verstärkt der Bühne zu. Eine seiner Theaterrollen war 1999 die Hauptrolle in der Dramatisierung von Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. 1999/2000 spielte Becker in dem Film Planet Alex der von jungen Menschen und ihren Geschichten rund um den Berliner Alexanderplatz handelt. Regie führte wieder Uli M Schueppel.

An den Hamburger Kammerspielen stellte Ben Becker 2001 einen Kindsmörder in Neil LaButes Bash: Stücke der letzten Tage dar, der alleine auf einem Stuhl sitzend über seine Tat erzählt. Regie führte in diesem Stück Peter Zadek. Spiegel Online nannte die Inszenierung damals „grausam gut“.[2]

2005 spielte in dem Kunst-Trashfilm Santos – Heldentaten die keiner braucht, in welchem sein Freund und Kameramann Peppi Streich ihn dabei filmte, wie er in einem Wrestler-Kostüm auf den Berliner Straßen und Kneipen skurrile Aktionen vollführe. Wieder führte Uli M Schueppel Regie. 2006 spielte Becker in der Kinofassung des Monologstücks Ein ganz gewöhnlicher Jude.

Für Oktober 2008 war eine Lesereihe angesetzt, in der Ben Becker aus der Bibel las, musikalisch begleitet von der Zero Tolerance Band und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg unter der Leitung des Dirigenten Peter Christian Feigel, nachdem das Programm ein Jahr zuvor im Berliner Tempodrom seine Premiere gefeiert hatte. Neben dem Rezitieren von alt- und neutestamentlichen Texten brachte Becker Lieder von Johnny Cash, Elvis Presley und Dolly Parton zu Gehör, aber auch klassische Werke wie von Gustav Mahler.[3] Zu dieser Darbietung Die Bibel – Eine gesprochene Symphonie gibt es ein Doppel-CD-Hörbuch.

2009 spielte und sprach Ben Becker den Erzähler in der Arena-Theater-Produktion Ben Hur Live im deutschsprachigen Raum.[4] Seit 2009 gibt Becker bei den Salzburger Festspielen den „Tod“ im „Jedermann“.

Im Herbst 2011 erschien Beckers Autobiographie Na und, ich tanze[5].

2012 tritt Becker in den Konzert-Inszenierungen Eines langen Tages Reise in die Nacht und Den See im Hamburger St. Pauli Theater auf und interpretierte verschiedene Lieder, von ihm und seinem musikalischen Leiter, dem Komponisten Yoyo Röhm geschrieben wurden[6][7].

Sonstige kreative Aktivitäten [Bearbeiten]

Wie seine Schwester Meret ist auch Ben Becker als Musiker aktiv. Dabei reicht seine Bandbreite von melancholischem Sprechgesang bis zu Punk. Außerdem eröffnete er im Jahr 2000 gemeinsam mit Dimitri Hegemann die Kneipe „Trompete“ am Lützowplatz in Berlin-Tiergarten. Seit 2002 ist Ben Becker Werbeträger für die Eichbaum-Brauereien. Er veröffentlichte inzwischen auch schon drei Kinderbücher über „Bruno – der Junge mit den grünen Haaren“.

Kontroversen [Bearbeiten]

Ben Becker sympathisiert nach eigener Aussage mit den Hells Angels, so sang er sowohl einen Song und sprach auch in einer Video-Botschaft, die durch den Club veröffentlicht wurde. Er schreibt in seiner Biografie über ihre „Unnahbarkeit und Gefahr“, die eine „Schönheit“ für ihn besitze, und schreibt weiter, ihn interessiere dabei nicht, „was sie angeblich sonst so treiben“.[8][9][10]

Privat [Bearbeiten]

Mit seiner Ehefrau Anne Seidel hat er eine Tochter (* 2000)[11][12].

Auszeichnungen [Bearbeiten]

Filmografie [Bearbeiten]

Diskografie [Bearbeiten]

  • 1997: Und lautlos fliegt der Kopf weg (zusammen mit Ulrik Spies und Jacki Engelken unter dem Namen Ben Becker & The Zero Tolerance Band) (der Song Brian Jones erschien auf mehreren Auskopplungen)
  • 2000: Kooperation mit Xavier Naidoo auf dem Sampler Rilke-Projekt, der das Werk des großen deutschen Dichters musikalisch untermalt.
  • 2001: Soundtrack Frau 2 sucht Happy End (Song „Engel wie wir“)
  • 2001: Wir heben ab
  • 2001: Fieber – Tagebuch Eines Aussätzigen Becker liest Kinski-Gedichte (Musik: Alexander Hacke)
  • 2005: Ben Becker spricht Jack LondonDer Seewolf
  • 2005: Große Freiheit: Lieder & Geschichten aus St. Pauli
  • 2006: Bertolt Brecht vorgestellt von Ben Becker (Serie „Spuren: Menschen, die uns bewegen“; 9)
  • 2006: Bertolt Brecht: Auszüge aus dem Arbeitsjournal 1948–1954; gelesen von Ben Becker
  • 2007: Tour und Hörbuch zu Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz
  • 2007: Die Bibel – Eine gesprochene Symphonie (mit der Zero Tolerance Band und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg)
  • 2008: Sehnsucht von Schiller / Christopher von Deylen (Songs „Nacht“ und „Vor der Zeit“)
  • 2010: Bruno – Der Junge mit den grünen Haaren und Brunos Weihnachten …und Halali (mit Ben Becker als Erzähler und seiner Tochter Lilith Maria Dörthe Becker als Bruno)

Literatur [Bearbeiten]

Werke [Bearbeiten]

  • Bruno. Der Junge mit den grünen Haaren von Ben Becker von rororo (Taschenbuch – 1. Oktober 2009)
  • Brunos Weihnachten von Ben Becker von rororo (Taschenbuch – 1. November 2010)
  • Na und, ich tanze. Ben Beckers Lebensgeschichte von Ben Becker und Fred Sellin. Droemer Verlag, 2011 ISBN 978-3-426-27536-8.
  • Geschichten vom Bruno mit den grünen Haaren - Mit Illustrationen von Annette Swoboda - Ravensburger Buchverlag 2013 - ISBN 978-3-473-36854-9.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Ben Becker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9208129.html
  2. spiegel.de
  3. „Best of Bibel“ mit Ben Becker. In: Eßlinger Zeitung, 11. September 2008
  4. benhurlive.de
  5. [1]. In: Die Welt, 26. Oktober 2011
  6. http://www.welt.de/regionales/hamburg/article106241270/Ben-Becker-und-die-Abgruende-der-Gefuehle.html
  7. http://www.benbecker.de/home.html
  8. Verharmlosung: Medienstrategie der Hells Angels, ab Minute 4:40
  9. NDR 45 Minuten, Sendedatum 10. Oktober 2011
  10. BZ, Artikel „Ben Becker: Reklame für Hells-Angels-Film“
  11. Hamburger Abendblatt, 28. August 2007
  12. Ben Becker mit Lebensgefährtin und Tochter im Stern