Ben E. King

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Ben E. King 2007 in New York

Ben E. King (* 28. September 1938 als Benjamin Earl Nelson in Henderson/North Carolina) ist ein US-amerikanischer Rhythm & Blues- und Soulsänger, der als Leadtenor der Vokalgruppe Drifters im Jahr 1959 bekannt wurde und danach seine Karriere als Solist fortsetzte.

Werdegang[Bearbeiten]

Ben E. King begann als Sänger bei den Five Crowns Ende des Jahres 1955, als diese Vokalgruppe bereits seit Oktober 1952 Platten herausbrachte. Als King für James Clark zur Gruppe stieß, wurde Ende 1955 I Can’t Pretend aufgenommen. Zu hören ist Ben E. King auch bei der nächsten Single Kiss And Make Up (RnB #6901), die im Februar 1958 erschienen war und die Gruppe lediglich als Crowns aufführt. Das RnB-Label vom Erfolgskomponisten Doc Pomus hatte übrigens lediglich diese eine Single veröffentlicht, bevor es liquidiert wurde[1]. Diese solide Aufnahme aus der Feder von Pomus brachte den Crowns einen Auftritt im Apollo-Theater in New York ein, wo sie ab 30. Mai 1958 im Vorprogramm der Drifters auftreten durften. Deren Manager George Treadwell, unzufrieden über die abnehmende Erfolgskurve seiner Drifters, war derart begeistert vom Auftritt der Crowns, dass er seine Drifters kurzerhand feuerte. Da Treadwell der Name Drifters gehörte, wurden die Crowns in Drifters umbenannt und damit King der Leadsänger der Drifters.

Seine erste Aufnahmesession unter dem neuen Namen fand am 6. März 1959 statt, als There Goes My Baby / Oh My Love und zwei weitere Titel eingespielt wurden. Mit dem von Leiber/Stoller produzierten There Goes My Baby feierten die Drifters ein erfolgreiches Comeback mit einem ersten Rang in den R&B-Charts und einem zweiten Platz in der Pophitparade. Zusammen mit ihm sangen noch Charlie Thomas (Tenor), Doc Green (Bariton) und Elsbeary Hobbs (Bass), allesamt aus den Crowns hervorgegangen. In der zweiten Session vom 9. Juli 1959 entstanden die Titel Dance With Me / True Love, True Love, die mit einem Rang zwei in der R&B-Hitparade ebenfalls gut rezeptiert wurden.

Solokarriere[Bearbeiten]

Ben E. King - Spanish Harlem

Nach weniger als einem Jahr verließ Ben E. King die Drifters zugunsten einer Solokarriere. Bereits am 17. Dezember 1959 stand er als Solist vor dem Mikrofon und sang die Otis Blackwell-Komposition Brace Yourself, die jedoch nach Veröffentlichung im Mai 1960 die Charts verfehlte. Kurz danach nahm er am 23. Dezember 1959 noch einmal drei Titel mit den Drifters auf, darunter This Magic Moment, das einen Rang vier in den R&B-Charts erreichte. Am 19. Mai 1960 war er mit den Drifters bei den Aufnahmen zu Save The Last Dance For Me / Nobody But Me am Mikrofon, mit jeweils dem ersten Platz in beiden Hitparaden dem größten Hit der Gruppe. Auch dieser Millionenseller konnte King nicht von seinen Soloplänen abbringen. Sein endgültige Trennung im September 1960 verschärfte die Besetzungsprobleme der ohnehin durch starke personelle Fluktuationen getroffenen Gruppe. Durch die kurze Verweildauer war King lediglich auf 11 der 124 Drifters-Titel als Leadsänger zu hören, das sind knapp 9 % der veröffentlichten Titel der Drifters[2].

Die für den 27. Oktober 1960 anberaumte Aufnahmesession listet Ben E. King nunmehr endgültig als Solisten, begleitet durch das Orchester des Atlantic-Arrangeurs Stan Applebaum. Es entstanden Spanish Harlem / First Taste of Love, der Young Boy Blues und Stand By Me. Zuerst wurde Spanish Harlem veröffentlicht, das in der Pophitparade einen Rang zehn belegte. Größter Hit für King als Solist war das aus der gleichen Session stammende Stand By Me, das in den R&B-Charts für vier Wochen den ersten Rang belegte. Bis zum Ende der 1960er Jahre feierte er etliche weitere Hits. Nach einer Hitpause von rund fünf Jahren gelang ihm 1975 mit Supernatural ein Comeback (USA Platz 5, R&B Platz 1). Bis 1980 folgten weitere kleinere Single-Erfolge in den R&B-Charts, doch Kings große Zeit war vorbei.[3]

Coverversionen[Bearbeiten]

Der Song Stand by Me wurde in dem gleichnamigen Film Stand by Me 1986 benutzt und 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung erneut ein Hit.

Von Stand by Me gibt es zahlreiche Coverversionen, darunter von 4 the Cause, dem deutschen Musikprojekt Lemon Ice (Geeno & JayLow), John Lennon, Otis Redding, Willy DeVille, der Punk-Rock-Band NOFX und Pennywise. Auch sein I (Who Have Nothing) wurde oft, u. a. von Tom Jones, John Lennon und Shirley Bassey gecovert.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Brace Yourself / Show Me the Way (Mai 1960)
  • Spanish Harlem / First Taste of Love (Dezember 1960)
  • Stand by Me / On the Horizon (April 1961)
  • Amor / Souvenir of Mexico (Juli 1961)
  • Young Boy Blues / Here Comes the Night (September 1961)
  • Ecstasy / Yes (Februar 1962)
  • Don’t Play That Song / The Hermit of Misty Mountain (März 1962)
  • Too Bad / My Heart Cries For You (1962)
  • How Can I Forget / Gloria Gloria (Februar 1963)
  • I (Who Have Nothing) / The Beginning of Time (Juni 1963)
  • I Could Have Danced All Night / Gypsy (November 1963)
  • That’s When It Hurts (April 1964)
  • It’s All Over / Let The Water Run Down (September 1964)
  • Seven Letters / River of Tears (Dezember 1964)
  • Goodnight My Love / I Can't Break the News To Myself (März 1966)
  • So Much Love / Don't Drive Me Away (Mai 1966)
  • Tears Tears Tears / A Man Without A Dream (April 1967)
  • Supernatural Thing Part I / Supernatural Thing Part II (Dezember 1974)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jay Warner, American Singing Groups, 2006, S. 180 f.
  2. Bill Millar, The Drifters: The Rise And Fall of The Black Vocal Group, 1971, S. 110
  3. Joel Whitburn: Top R&B Singles 1942-1995, 1996, Seite 247, ISBN 0-89820-115-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ben E. King – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien