Będzin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bendzin)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Będzin
Wappen von Będzin
Będzin (Polen)
Będzin
Będzin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Landkreis: Będzin
Fläche: 37,20 km²
Geographische Lage: 50° 19′ N, 19° 8′ O50.31666666666719.133333333333Koordinaten: 50° 19′ 0″ N, 19° 8′ 0″ O
Einwohner: 58.297
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 42-500
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SBE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: KatowiceWarschau
BreslauKrakau
Schienenweg: Dąbrowa Górnicza-Katowice
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 37,20 km²
Einwohner: 58.297
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1567 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2401011
Verwaltung (Stand: 2015)
Stadtpräsident: Łukasz Komoniewski[2]
Adresse: ul. 11 Listopada 20
42-500 Będzin
Webpräsenz: www.bedzin.pl



Burg in Będzin

Będzin [ˈbɛɲʥin], (deutsch Bendzin) ist eine Stadt an der Schwarzen Przemsa in Polen in der Woiwodschaft Schlesien.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Będzin liegt etwa 65 km nordwestlich von Krakau und 10 km nordöstlich von Katowice im nordöstlichen Teil des Oberschlesischen Industriegebiets.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Będzin besteht aus folgenden Stadtteilen:

  • Śródmieście; die Innenstadt von Będzin
  • Małobądz; Stadtteil seit 1915
  • Gzichów; seit 1915
  • Warpie
  • Ksawera; seit 1923
  • Łagisza; seit 1973
  • Grodziec; seit 1975

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Ansiedlungen gab es an der Stelle des heutigen Będzin bereits im 9. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde auf einem Hügel eine Burg errichtet, in deren Schutz eine Siedlung entstand. Der Ort samt Burg wurde 1241 (evtl. auch erst 1259) von den Tataren zerstört. Spätestens im Jahr 1349 erhielt der Ort das Stadtrecht nach polnischem Recht. Am 5. August 1358 erhielt die Stadt von König Kasimir III. dem Großen das Stadtrecht nach Magdeburger Recht. Im selben Jahr begann der Bau einer steinernen Burg.

Infolge der Dritten Teilung Polens wurde Będzin Teil Preußens, die Burg und die Güter der Stadt wurden Eigentum der Hohenzollern. 1807 wurde der Ort Teil des Herzogtums Warschau und 1815 durch die Bestimmungen des Wiener Kongresses Stadt im Königreich Polen, dessen König der jeweilige Zar Russlands war.

Ende des 18. Jahrhunderts bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde in der Gegend um Będzin Steinkohle entdeckt. Damit änderte sich das Bild der Stadt und wurde nun vom Bergbau geprägt. Die Zugverbindung WarschauWien bescherte dem Ort 1859 Anschluss an das Schienennetz. Es gibt zwei Haltestellen, Będzin und Nowy-Będzin. Um 1860 wurde die erste öffentliche Schule eingeweiht. Sieben Jahre später entstand der Powiat Będziński und Będzin wurde Kreisstadt.

Am 4. September 1939 wurde Będzin im Polenfeldzug von der deutschen Wehrmacht besetzt und in das Deutsche Reich eingegliedert. Es wurde Sitz eines deutschen Landrates und wenig später in Bendsburg umbenannt.

1956 wurde der Wiederaufbau des zerstörten Schlosses abgeschlossen.

Będzin gehörte historisch gesehen dem Gebiet Kleinpolen an, nach der Verwaltungsreform im modernen Polen 1999 wurde es Teil der Województwo śląskie (Woiwodschaft Schlesien). Um kleinpolnische Gebiete des Oberschlesischen Industriegebiets von schlesischen zu unterscheiden, wird die Gegend um Będzin gelegentlich auch als Zagłębie Dąbrowskie bezeichnet.

Zum 1. Januar 1973 wurde die Stadt Łagisza Będzin angegliedert.[3] Von 1975 - 1998 gehörte die Stadt zur Woiwodschaft Katowice.[4]

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Stadtansicht von Będzin zu Beginn des 20. Jahrhunderts, im Vordergrund rechts die jüdische Synagoge

Die Stadt hatte damals eine der größten jüdischen Gemeinden Kleinpolens mit (1940) 24.495 Mitgliedern[5]. Am 8. September 1939 wurden zahlreiche jüdische Bewohner der Stadt durch eine SS/SD-Einsatzgruppe in die Große Stadtsynagoge getrieben, die dann mit ihnen in Brand gesteckt wurde. Dabei starben über 40 Menschen. Von Juli bis August 1943 wurde das Ghetto durch die deutschen Besatzer geräumt und die jüdischen Bewohner ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert[6]. Dort waren später in der Vorbereitung und Durchführung des Aufstandes des Sonderkommandos gegen die SS-Bewacher auch die Bewohner Będzins wie Rózia Robota, Ala Gertner, Regina Safirsztajn, Ester Wajcblum und mindestens sieben weitere namentlich bekannte Männer beteiligt.[7]

Siehe auch: Jüdischer Friedhof (Będzin)

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt hat drei Haltestellen an der Bahnstrecke Warszawa–Katowice. Im ÖPNV besteht eine Anbindung an das Netz der Oberschlesischen Straßenbahn.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Będzin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 30. Dezember 2014.
  2. Website der Stadt, Prezydent Miasta, abgerufen am 24. Februar 2015
  3. Dz.U. 1972 nr 50 poz. 325 Rozporządzenie Rady Ministrów z dnia 30 listopada 1972 r. w sprawie zmiany granic niektórych miast stanowiących powiaty. (polnisch, abgerufen am 23. Februar 2015)
  4. Dz.U. 1975 nr 17 poz. 92 (polnisch) (PDF; 802 kB)
  5. Auschwitz-Jahrbuch 1996 zu Geschichte und Wirkung des Holocaust; Frankfurt/Main, New York, Campus, 1996, ISBN 3-593-35441-1; Seite 287
  6. Mary Fulbrook: A small town near Auschwitz. Ordinary Nazis and the Holocaust. Oxford University Press 2012, ISBN 978-0-19-960330-5, S. 236 ff.
  7. www.jewishgen.org/Yizkor/bedzin (engl.)