Benešov nad Ploučnicí

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Benešov nad Ploučnicí
Wappen von Benešov nad Ploučnicí
Benešov nad Ploučnicí (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Děčín
Fläche: 977,1932[1] ha
Geographische Lage: 50° 44′ N, 14° 19′ O50.74111111111114.309444444444210Koordinaten: 50° 44′ 28″ N, 14° 18′ 34″ O
Höhe: 210 m n.m.
Einwohner: 3.832 (1. Jan. 2014) [2]
Postleitzahl: 407 22
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Bahnanschluss: Děčín–Jedlová
Benešov–Česká Lípa
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Dagmar Tesarčíková (Stand: 2014)
Adresse: Náměstí Míru 1
407 22 Benešov nad Ploučnicí
Gemeindenummer: 562351
Website: www.benesovnpl.cz
Lageplan
Lage von Benešov nad Ploučnicí im Bezirk Děčín
Karte

Benešov nad Ploučnicí (deutsch Bensen) ist eine Kleinstadt im nordböhmischen Okres Děčín, Ústecký kraj, Tschechien.

Geschichte[Bearbeiten]

Benešov wurde wahrscheinlich um 1230 an einer von Prag über das Elbtal nach der Lausitz führenden Handelsstraße an der Mündung des Bachs Bystrá in die Ploučnice (deutsch Polzen) angelegt. Der Ort wurde 1283 erstmals erwähnt. 1392 erfolgte die Verleihung des Stadtrechts. 1426 zerstörten die Hussiten einen Großteil der Stadt und ermordeten die Hälfte der Einwohner.

1515 ging die Stadt aus dem Besitz der Trčka von Lípa an die aus der Mark Meißen stammende Familie von Salhausen über. Damit begann die Blütezeit der Stadtentwicklung. Die neuen Stadtherren ließen u. a. zwei Schlösser errichten: das Obere Schloss in den Jahren 1522–1524, das Untere Schloss zwischen 1540–1544. Beide gelten als besonders wertvolle Renaissance-Denkmäler.

Seit 1562 gehörte die Stadt anteilig zu den Herrschaften Bensen und Binsdorf. Den Bensener Anteil erwarben 1631 die Grafen von Thun-Hohenstein und den Binsdorfer Teil erhielt 1634 Johann von Aldringen. Unter den Erben von Aldringens erfolgte eine weitere Teilung, so dass Bensen 1654 vier unterschiedlichen Besitzern gehörte. Der Ausbau des Straßennetzes steigerte um 1820/30 die Bedeutung Benešovs als Handelsort und begünstigte ab 1828 die Ansiedlung der Textilindustrie. 1869 erhielt die Stadt Bahnanschluss durch die Böhmische Nordbahn. Die Stadt entwickelte sich in der Folge zu einem Industriestandort. Bis 1945/46 war die Stadt überwiegend deutsch besiedelt. Heute leben in der Stadt 4.000 Einwohner.

Südlich der Stadt befindet sich der Berg Kohout (Hahnbusch), der aus Terezínské Údolí über einen Wanderweg erreichbar ist.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Benešov nad Ploučnicí besteht aus den Ortsteilen Benešov nad Ploučnicí (Bensen) und Ovesná (Habendorf) [3], die zugleich auch Katastralbezirke bilden.[4] Grundsiedlungseinheiten sind Benešov nad Ploučnicí-střed, Českolipská, Ovesná, Pod Ovesnou, Sad Míru, Sídliště, Táborský vrch, Terezínské Údolí (Theresienthal), U hřbitova, U koupaliště, U nádraží, U nové školy, U parku und U rozhledny.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Unteres Schloss in Bensen
  • Bensener Schlosskomplex
    • Oberes Schloss – 1522-1524 von Benedikt von Saalhausen erbaut
    • Unteres Schloss bestehend aus 3 Gebäuden:
      • oberer Bau – Johann- bzw. Anton-Schloss (Janův palác / Antonínův palác) - 1540-1544 von Friedrich von Saalhausen für seinen Sohn Johann von Saalhausen erbaut, später im Besitz von Anton von Saalhausen
      • mittlerer Bau – Wolf-Schloss (Wolfův palác) – 1570-1576 von Johann von Saalhausen für seinen Sohn Wolf erbaut, später im Besitz von Anton von Saalhausen
      • unterer Bau – Černín-Morzin-Schloss (Černínský palác / Morzinovský palác) – 1878 für Gräfin Aloisia Czernin umgebaut
    • Herrenhäuser, östlich des Oberen Schlosses
      • Starschedel-Haus (Starschedelovský dům) – urspr. Wirtschaftsgebäude (Hospodářská budova), 1583 Umbau zum Herrenhaus unter Marie Starschedel
      • Schönfeld-Haus (Schönfeldovský dům oder Ballamský dům) – erbaut im 16. Jahrhundert, 1615 Umbau im Renaissancestil
      • Konojedsky-Haus (Konojedovský dům) – erbaut 1552 von Valentin Hirsch aus Annaberg, später benannt nach der Herrschaft Konojed
  • Kirche Mariä Geburt
  • Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit
  • Museum und Galerie zum Heiligen Hubert (Kostelní ul. 270)
  • Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk
  • Statue des Heiligen Adalbert
  • Statuen am Kalvarienberg (an der Straße nach Böhmisch Leipa / Česká Lípa)
  • Mariensäule
  • Linde von Bensen – ein Naturdenkmal (hinter der Kirche an der Straße nach Ovesná (Habendorf), Stammumfang von 315-345 cm)

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Theodor Grohmann (1844–1919), österreichischer Großindustrieller, Großgrundbesitzer, Handelskammerrat und Mäzen.
  • Karl Hossinger (1904–1986), deutscher Verwaltungsjurist und Politiker (KPD, SED)
  • Fritz Möser (1932–2013), deutscher Künstler
  • Roland Ducke (1934–2005), deutscher Fußballspieler
  • Peter Ducke (* 1941), deutscher Fußballspieler
  • Frieder Wagner (* 1942), deutscher Filmproduzent und mehrfacher Träger des Grimme-Preises in Gold und Silber.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bensen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/562351/Benesov-nad-Ploucnici
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/562351/Obec-Benesov-nad-Ploucnici
  4. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/562351/Obec-Benesov-nad-Ploucnici
  5. http://www.uir.cz/zsj-obec/562351/Obec-Benesov-nad-Ploucnici