Benediktbeuern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Benediktbeuern
Benediktbeuern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Benediktbeuern hervorgehoben
47.70666666666711.411666666667617Koordinaten: 47° 42′ N, 11° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Benediktbeuern
Höhe: 617 m ü. NHN
Fläche: 37,86 km²
Einwohner: 3500 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83671
Vorwahl: 08857
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 113
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Prälatenstr. 7
83671 Benediktbeuern
Webpräsenz: www.benediktbeuern.de
Bürgermeister: Johann Kiefersauer
Lage der Gemeinde Benediktbeuern im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
Starnberger See Ammersee Österreich Landkreis Ebersberg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Miesbach Landkreis München Landkreis Rosenheim Landkreis Starnberg Landkreis Weilheim-Schongau Wolfratshauser Forst Pupplinger Au Pupplinger Au Bad Heilbrunn Bad Tölz Benediktbeuern Bichl Dietramszell Egling Eurasburg (Oberbayern) Gaißach Geretsried Greiling Icking Jachenau Kochel am See Königsdorf (Bayern) Lenggries Münsing Reichersbeuern Sachsenkam Schlehdorf Wackersberg WolfratshausenKarte
Über dieses Bild
Benediktbeuern von Westen aus der Luft

Benediktbeuern ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen im Alpenvorland am Fuße der 1801 Meter hohen Benediktenwand. Die Gemeinde ist Mitglied der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kloster Buron/Benediktbeuern ist sehr wahrscheinlich bereits 725/728 von Karl Martell während zweier Feldzüge nach Bayern als weltlicher Stützpunkt und als Wach- und Kontrollstation vor dem Kesselberg an taktisch günstiger Stelle gegründet worden. Karl Martell setzte dabei den hochadeligen Alemannen Lantfrid, ein Mitglied der Huosi, als seinen verlässlichen Vasallen ein [2]. Um 739/740 wurde das St. Jakob und St. Benedikt geweihte Kloster als Benediktinerabtei begründet. Erzbischof Bonifatius führte Lantfrid als Benediktinerabt ein und weihte die erste Klosterkirche. Einige Jahre später überbrachte Karl der Große die Reliquie vom rechten Arm des hl. Benedikt. Daraufhin wurde das bisher als „Buron“ bekannte Kloster in „Benedictoburanum“ umbenannt. Nach Fertigstellung des Klosterbaus wurde auch bereits die erste Klosterschule gegründet. Das im 8. Jahrhundert in Kochel am See begründete Frauenkloster verlegte um 800 in das Kloster Benediktbeuern, wo es bis ins 14. Jahrhundert seinen Sitz auf der Nordseite des Männerklosters hatte[3]. Daher rührt auch der doppelte Abtstab (Abt und Äbtissin) im Wappen des Klosters Benediktbeuern. Die erste Fronleichnamsprozession in Bayern fand in diesem Ort im Jahr 1273 statt. Benediktbeuern war vor 1800 Sitz des Oberen und Unteren Gerichts des Klosters Benediktbeuern. 1803 wurde es im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Das Gebiet der Gemeinde Benediktbeuern wurde 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern eine selbstständige politische Gemeinde. Die Gemeinde hieß damals noch Laingruben und trägt erst seit dem 30. November 1865 den Namen des Klosters.[4] Das alte Dorf befindet sich zu beiden Seiten der Dorfstraße sowie des Mariabrunnwegs. Die Besiedlung ist hier am dichtesten und trägt ausgesprochen bäuerlichen Charakter. 1930 erwarben die Salesianer Don Boscos die Klosteranlage und renovierten die Gebäude. Rund 50 Ordensleute leben heute dort. Die Klosteranlage beherbergt auch eine Hochschule (nach Schließung der philosophisch theologischen Hochschule zum WS 13/14), die Jugendbildungsstätte Aktionszentrum, das Zentrum für Umwelt und Kultur, den örtlichen Jugendtreff sowie die Don-Bosco-Jugendherberge mit den meisten Übernachtungen in Deutschland pro Jahr. Im Maierhof des Klosters sind außerdem das Trachteninformationszentrum und die Fachberatung für Heimatpflege des Bezirks Oberbayern untergebracht.

Politik[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,6 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

Gemeinderat
CSU/Benediktbeurer Mitte     7 Sitze  (45,2 %)
SPD 3 Sitze (20,0 %)
Benediktbeurer Bürgervereinigung 3 Sitze (17,2 %)
Freie Wählergemeinschaft 3 Sitze (17,6 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot zwei schräg gekreuzte goldene Abtstäbe, aufgelegt eine senkrecht gestellte silberne Kielfeder. Die Abtstäbe stehen hier symbolisch für das ehemals berühmte Benediktinerkloster mit einst je einem Frauen und einem Männerkonvent im bayerischen Alpenvorland. Die Feder soll an die einst bedeutsame Buchmalerei und Schreibschule des Stifts erinnern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Benediktbeuern

Kloster Benediktbeuern

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Benediktbeurer Konzerte finden jedes Jahr im Sommer/September in der Kirche und im Barocksaal des Klosters Benediktbeuern statt.
  • Die Leonhardifahrt findet in Benediktbeuern jedes Jahr an dem Sonntag statt, der dem 6. November, dem Tag des heiligen Leonhard, am nächsten liegt. Rund 50 Kutschen und schön geschmückte, von ebenso schön geschmückten Pferden gezogene Wagen mit betenden Bäuerinnen und Bauern in Tracht, Kindern, Gemeinderatsmitgliedern, Gebirgsschützen und Musikkapellen aus den umliegenden Ortschaften fahren vom Dorfplatz zum Kloster. Im Arkadenhof werden Menschen und Tiere gesegnet. In der Basilika findet ein Gottesdienst statt. Anschließend verlassen die Gespanne das Kloster wieder. Abends gibt es im Gasthof zur Post den Leonhardi-Tanz. Jedes Jahr kommen zehn- bis zwanzigtausend Besucher zur Benediktbeurer Leonhardifahrt, die sich durch ihren feierlichen Charakter auszeichnet.

Tourismus[Bearbeiten]

  • Die Don-Bosco-Jugendherberge im Kloster Benediktbeuern ist eine der meistbesuchten Jugendherbergen Deutschlands. Die Jugendherberge hat sich auf Schullandheimaufenthalte und Abschlussfahrten spezialisiert und bietet ein erlebnispädagogisches Acht-Tage-Programm an, das in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) durchgeführt wird. Jedes Jahr kommen dort ca. 300 Schulklassen mit insgesamt fast 10.000 Schülern im Alter zwischen 12 und 17 Jahren für jeweils acht Tage zu Besuch.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter

Personen mit Bezug zum Ort

  • Karl Meichelbeck (1669–1734), Benediktinerpater, Historiker, Verfasser des Chronicon Benedictoburanum
  • Joseph von Fraunhofer (1787–1826), deutscher Optiker und Physiker, begründete den wissenschaftlichen Fernrohrbau, er arbeitete von 1807–1819 im Mathematisch-Mechanischen Institut von Reichenbach, Utzschneider und Liebherr in Benediktbeuern

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Jugendtreff Don-Bosco-Club

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Benediktbeuern ist Station der Kochelseebahn, die Verbindungen an das Fernverkehrsnetz und nach München über Bichl und Tutzing ermöglicht. Die Bundesstraße 11 führt durch den Ort, bei Sindelsdorf ist der Anschluss zur Auffahrt auf die Bundesautobahn 95 gewährleistet.

Bildung[Bearbeiten]

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

  • Alpenwarmbad: beheiztes Freibad
  • Sportanlagen am Alpenwarmbad: Fußball, Tennis, Eisstock, Basketball
  • in der Wintersaison: Loipe
  • zahlreiche Rad- und Wanderwege in Moor und Bergen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Benediktbeuern – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Benediktbeuern – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Weber, Leo,SDB, Kloster Benediktbeuern, Regensburg 2003, S. 4, ISBN 3-7954-1412-1
  3. Weber, Leo,SDB, Kloster Benediktbeuern, Regensburg 2003, S. 10, ISBN 3-7954-1412-1
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 428