Benelli TreK 1130

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Benelli
TreK 1130
Hersteller: Benelli
Verkaufsbezeichnung TreK 1130
Produktionszeitraum ab 2007
Klasse Motorrad
Bauart Reiseenduro
Motordaten
Reihenmotor mit drei Zylindern
Hubraum (cm³) 1131
Leistung (kW/PS) 92/125 bei 9000 min-1
Drehmoment (N m) 112 bei 5000 min-1
Höchstgeschwin-
digkeit
 (km/h)
245
Getriebe 6
Antrieb O-Ring-Kette
Bremsen vorn Ø 320 mm Doppelscheibenbremsen
hinten Ø 240 mm Scheibenbremse
Radstand (mm) 1493
Maße (L × B × H, mm): 2168 × 875 × 1255
Sitzhöhe (cm) 85
Leergewicht (kg) 230

Die Benelli TreK 1130 ist ein Motorrad des italienischen Zweiradherstellers Benelli. Die Reiseenduro ist konstruktiv von der Tornado Naked Tre (TnT) abgeleitet und wird von dem gleichen Reihendreizylindermotor angetrieben.

Technische Daten[Bearbeiten]

Antrieb[Bearbeiten]

Der flüssigkeitsgekühlte Dreizylindermotor erzeugt aus 1131 cm³ Hubraum eine Nennleistung von 92 kW (125 PS) und ein maximales Drehmoment von 112 Nm bei einer Drehzahl von 5000 min-1. Die drei Zylinder des quer montierten Reihenmotors haben eine Bohrung von 88 mm Durchmesser, die Kolben einen Hub von 62 mm bei einem Verdichtungsverhältnis von 11,6:1. Der Zylinderkopf hat zwei kettengetriebene, obenliegende Nockenwellen, welche über Kipphebel je Zylinder zwei Einlass- und zwei Auslassventile ansteuert. Der Viertaktmotor beschleunigt das Motorrad in 3,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h.[1]

Fahrwerk[Bearbeiten]

Das Fahrwerk baut auf einem Verbund-Brückenrahmen aus Stahlrohr und Aluminium-Gussteilen auf und hat hinten eine Gitterrohrschwinge mit einem Zentralfederbein von Sachs. Das Vorderrad wird von einer UpsideDown-Teleskopgabel von Marzocchi mit Ø 50 mm Standrohrdurchmesser geführt. Am Vorderreifen verzögert eine Doppelscheibenbremse mit Vier-Kolben-Bremssätteln, hinten eine Scheibenbremse mit Zwei-Kolben-Bremssattel. Die Bremsanlage verzögert mit durchschnittlich 9,96 m/s².

Kraftübertragung[Bearbeiten]

Der Primärtrieb erfolgt über Zahnräder. Die Krafttrennung erfolgt durch eine mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, die Drehmomentumwandlung durch ein Getriebe mit sechs Gängen. Der Sekundärantrieb erfolgt über einen Kettenantrieb.

Elektrische Anlage[Bearbeiten]

Die Starterbatterie hat eine Kapazität von 12 Ah und versorgt den elektrischen Anlasser. Die Lichtmaschine erzeugt eine elektrische Leistung von 550 Watt. Das Cockpit hat einen analogen Drehzahlmesser, einen Bordcomputer und eine Kühlflüssigkeitsanzeige sowie Druckknopf zur Anwahl von zwei unterschiedlichen Kennfeldern.

Kraftstoffversorgung und -verbrauch[Bearbeiten]

Die Gemischbildung erfolgt durch eine elektronisch gesteuerte Kraftstoffeinspritzung mit Ø 53 mm Drosselklappen. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch beträgt 7,3 Liter auf 100 km bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h.[1] Der Kraftstofftank hat ein Volumen von 22 Liter, davon sind 4 Liter Reserve. Der Hersteller empfiehlt die Verwendung von bleifreiem Motorenbenzin mit einer Klopffestigkeit von mindestens 95 Oktan, die theoretische Reichweite beträgt 272 km an.[1] Die Abgasnachbehandlung erfolgt durch einen geregelten Katalysator und unterschreitet die Schadstoffgrenzwerte der Abgasnorm Euro-3. Die 3-in-1-Auspuffanlage mündet unter der Sitzbank in einen Endschalldämpfer.

Marktsituation[Bearbeiten]

Die TreK ist in der Klasse der Reiseenduros mit über einem Liter Hubraum durchschnittlich motorisiert.

Hersteller Name Motor Hubraum kW PS Nm
KTM 1190 Adventure V2 1195 110 150 125
Ducati Multistrada 1200 V2 1198 110 150 119
Triumph Tiger Explorer R3 1215 101 137 121
Honda VFR 1200 X Crosstourer V4 1237 95 129 126
Aprilia ETV 1200 Caponord V2 1197 94 128 116
Benelli TreK 1130 R3 1131 92 125 112
BMW R 1200 GS (K50) B2 1170 92 125 125
Kawasaki Versys 1000 R4 1043 87 118 102
Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré R2 1199 81 110 114
BMW R 1200 GS Adventure (K51) B2 1170 92 125 125
Moto Guzzi Stelvio 1200 V2 1151 77 105 113

Kritiken[Bearbeiten]

„Wer unbedarft ab 3000 Touren den Gasgriff umlegt, bekommt das derzeit wohl aufregendste Ansauggeräusch aktueller Serienmotorräder geboten. Diese imposante Geräuschkulisse verklärt allerdings ein wenig den Blick für die Realität, denn der tatsächlich messbare Vortrieb wird dem phonetischen Anspruch nicht zwingend gerecht.“

Till Kohlmey: tourenfahrer.de[2]

„So empfiehlt sich die Benelli Trek all denjenigen, deren Motorrad nicht perfekt bis in letzte Detail sein muß, die aber dennoch auf eine gediegen gute Verarbeitung, ein wohlwollend gelungenes Design und Emotion gesteigerten Wert legen. Denn wenn die Übersetzung erst mal paßt, wird die Trek zum wilden Tier, rockt es richtig, dröhnt der Dreizylinder schaurig-schön in den Gehörgängen.“

Jens Möller: bma[3]

„Die TreK ist ein Schluckspecht vor dem Herrn, kippt sich auf der Landstraße fast acht Liter Super hinter die Binde. Wohlgemerkt bei Spazierfahrt, wenn andere Big Bikes sich mit sechs Litern und weniger zufriedengeben. Gelegentliche kurze Aussetzer beim Beschleunigen und der Geruch nach ungereinigtem Abgas nähren obendrein den Verdacht, dass den Italienern die saubere Abstimmung des Dreizylinders noch nicht geglückt ist.“

Norbert Kappes: Motorrad[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Benelli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c MOTORRAD-Messungen. In: Motorrad, Ausgabe 05/2007. 13. Februar 2007, abgerufen am 4. Juni 2013.
  2. Till Kohlmey: Im Dreivierteltakt. In: Tourenfahrer, Ausgabe 02/2008. Abgerufen am 4. Juni 2013.
  3. Jens Möller: Benelli Trek. In: bma, Ausgabe 05/2008. Abgerufen am 4. Juni 2013.
  4. Norbert Kappes: Drei satt. In: Motorrad, Ausgabe 05/2008. 13. Februar 2007, abgerufen am 4. Juni 2013.