Benigne Faszikulation

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Der Begriff benigne Faszikulation (Abk. BNF) bezeichnet das Auftreten von unwillkürlichen, in manchen Fällen auch durch die Haut hindurch sichtbaren Zuckungen der Muskulatur (Faszikulation). Die angelsächsische Literatur verwendet den Begriff benign fasciculation (syndrome) synonym. Der BNF kommt per se kein Krankheitswert zu.

Klassifikation nach ICD-10
R25.3 Faszikulation
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Die BNF kommt häufig auch bei Gesunden vor, kann aber auch infolge einer Erkrankung der Motoneuronen (MND) auftreten. Dann stellt es eine wichtige Differentialdiagnose beispielsweise zur amyotrophen Lateralsklerose dar.[1] Typischerweise geht die BNF weder mit Atrophie noch mit Schwäche der Muskelatur, noch mit abnormen Erregungsabläufen in den Motoneuronen (MUP) einher und tritt nur nach körperlicher Belastung auf.[2][3] Es gibt Hinweise darauf, dass spontan benigne Faszikulationen bei einem großen Teil der „gesunden“ Bevölkerung insbesondere an der Muskulatur von Händen und Füßen auftreten können.[4] Das BNF ist also letztlich eine Ausschlussdiagnose, ohne eigenständigen Krankheitswert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hardiman O., e. a.: Neurodegenerative Disorders: A Clinical Guide, Springer, 2011, S.154, ISBN 1849960100, hier online
  2. Larner A. J.: A Dictionary of Neurological Signs, Springer, 2010, S. 139, ISBN 1441970940, hier online
  3. Daube J. R., e. a.: Clinical Neurophysiology, Oxford University Press, 2009, S.431, ISBN 019538511X, hier online
  4. Mitsikostas D. D., e. a.: Fasciculation potentials in healthy people. In: Muscle Nerve. 1998 Apr;21(4):533-5., PMID 9533790.