Benjamin Wegner

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Benjamin Wegner

Jacob Benjamin Wegner (* 21. Februar 1795 in Königsberg, Ostpreußen; † 22. Mai 1864 in Christiania, Norwegen) war ein norwegischer Industrieller und Gutsbesitzer deutscher Herkunft.

Leben[Bearbeiten]

Der gebürtige Ostpreuße war einer der zwei Besitzer des Modum Blaufarbenwerks und leitete das Unternehmen von 1822 bis 1848 als Generaldirektor. Das Werk war das größte Industrieunternehmen Norwegens, und er galt als ein wichtiger Sozialreformator. Außerdem war er einer der Besitzer der Hassel Eisenhütte und des Hafslund Guts, mit großen Waldbesitzungen in Norwegen. 1836 kaufte er das Gut Frogner (mit Frognerseteren und dem heutigen Frognerpark) in Aker bei Christiania, wo er bis 1849 wohnte. Er war außerdem Generalkonsul der Hansestädte Hamburg (wo seine Schwiegerfamilie im Senat saßen), Lübeck und Bremen sowie des Königreiches Portugal.

Henriette Seyler (1822), Mitglied der hanseatischen Bankiersfamilie Berenberg/Goßler/Seyler

Er wurde 1824 in Hamburg mit Henriette Seyler (1805–1875) verheiratet. Sie war die Tochter des Hamburger Bankiers Ludwig Erdwin Seyler (Chef und Mitinhaber der Berenberg Bank) und der Anna Henriette Goßler, und die Enkeltochter des Bankiers Johann Hinrich Gossler und der Elisabeth Berenberg, sowie des Theaterdirektors Abel Seyler. Henriette Seyler war u.a. eine Cousine des Hamburger Ersten Bürgermeisters Hermann Goßler.

Gut Frogner, 1842 für Benjamin Wegner von Johan Christian Clausen Dahl gemalt

Bevor er nach Norwegen übersiedelte, war er als Geschäftsmann in der preußischen Hauptstadt Berlin tätig, hauptsächlich beim Großexport von Holz und Getreide aus dem Ostseeraum nach England, und arbeitete u.a. mit das englische Handelshaus Isaac Solly and Sons eng zusammen. Er war Freund und Agent des englischen Kunstsammlers Edward Solly und spielte eine Rolle bei der Gründung der Berliner Gemäldegalerie. Sein wichtigster Geschäftspartner in Deutschland und Norwegen war Wilhelm Christian Benecke von Gröditzberg, ab 1822 der Mehrheitsbesitzer des Modum Blaufarbenwerks.

Seine Kinder, die alle in Norwegen geboren wurden, waren mit Mitglieder von verschiedenen prominenten Familien in Norwegen verheiratet (le Normand de Bretteville, Vibe, Paus und Nørregaard). Sein Sohn Johann Ludwig Wegner (* 1830) war Richter in Norwegen und mit Blanca Bretteville, Tochter des norwegischen Premierministers Christian Zetlitz Bretteville, verheiratet, und war Schwiegervater des Präsidenten des Obersten Gerichtshofes Karenus Kristofer Thinn. Sein zweiter Sohn Heinrich Benjamin Wegner (* 1833) war Holzhändler und der jüngste Sohn George Wegner (* 1847) war Rechtsanwalt am Obersten Gerichtshof. Benjamin Wegner war Großvater des international bekannten Kriegsberichterstatters und Arbeitsministers in der Provisorischen Regierung in China Benjamin Wegner Nørregaard, des Präsidenten des Norwegischen Roten Kreuzes Nikolai Nissen Paus, des Direktors des Norwegischen Arbeitsgeberverbandes George Wegner Paus, des Präsidenten der norwegischen Anwaltskammer Harald Nørregaard und des Weinhändlers und Konsuls in Tarragona Ludvig Paul Rudolf Nørregaard. Seine Nachkommen leben u.a. in Norwegen und Spanien. Er gilt als Stammvater der norwegischen Familie Wegner, der mehrere prominente Mitglieder zählt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf B. Wegner: Familien Wegner. Oslo 1967.
  • Tone Sinding Steinsvik: Die Kobaltgruben und das Königsblau aus Norwegen – ein Teil der großen Welt. Modum/Norwegen 2000. ISBN 82-90734-23-9.
  • Lars Roede: Industriherren Benjamin Wegner på Frogner, in Lars Roede. Frogner hovedgård: Bondegård, herskapsgård, byens gård (S. 148–161), Pax forlag 2012, ISBN 9788253034966: