Benjamin de Rohan-Soubise

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Benjamin de Rohan

Benjamin de Rohan-Soubise (* 1583; † 9. Oktober 1642 in London), kurz „von Soubise“ genannt, war ab 1626 erster Herzog von Frontenay und ein französischer Hugenottenführer, Pair von Frankreich.

Familie[Bearbeiten]

Benjamin de Rohan war ein jüngerer Sohn von René II. de Rohan und dessen Frau Catherine de Parthenay, der einzigen Tochter und Erbin des Hugenottengenerals Jean V. de Parthenay-l’Archévêque, Seigneur de Soubise. Sein älterer Bruder war Henri II. de Rohan, der 1603 von Heinrich IV. zum Herzog und Pair von Frankreich erhoben wurde. Benjamin de Rohan war somit ein Spross des französischen Hochadels und als Erbe seiner Mutter Herr von Soubise.

Leben[Bearbeiten]

Er kämpfte unter Moritz von Oranien in den niederländischen Feldzügen und schloss sich 1615 der Partei des Henri II. de Bourbon, prince de Condé an. In den Religionskriegen, die unter Ludwig XIII. 1621 wieder begannen, führte er das Kommando über die Hugenotten in den Provinzen Poitou, Bretagne und Anjou mit Umsicht und bewies besondere Tapferkeit bei der Verteidigung von St.-Jean d’Angely, musste aber 1622 vor der feindlichen Übermacht nach La Rochelle zurückweichen.

Soubise bemächtigte sich daraufhin Anfang 1625 der Inseln und Oléron sowie im Hafen Blavet an der bretonischen Küste der königlichen, aus 15 großen Schiffen bestehenden Flotte. Seine Expedition ins Médoc misslang dagegen. Am 15. September 1625 schlug ihn der Herzog Henri II. de Montmorency auf der Höhe der Insel Ré und vertrieb ihn aus Oléron. Soubise unternahm daraufhin eine zweite Reise nach England, wo er den englischen König Karl I. bewog, nacheinander drei Flotten dem bedrängten La Rochelle zu Hilfe zu schicken. Trotzdem fiel dieses letzte Bollwerk der Hugenotten 1628.

Obwohl er in den Frieden vom 29. Juni 1629 eingeschlossen war, blieb Soubise in England, um von hier aus die Sache der Protestanten zu fördern. Er starb am 9. Oktober 1642 kinderlos in London. Seine Güter und Titel erbte einem seiner entfernten Verwandten, François de Rohan (1630–1712). Ein Nachkomme dieses Letzteren war Charles de Rohan, prince de Soubise, Pair und Marschall von Frankreich.

Literatur[Bearbeiten]