Bennigsen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bennigsen (Begriffsklärung) aufgeführt.

52.2388888888899.672222222222285Koordinaten: 52° 14′ 20″ N, 9° 40′ 20″ O

Bennigsen
Stadt Springe
Wappen von Bennigsen
Höhe: 80–100 m
Einwohner: 4069 (1. Jun. 2011)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31832
Vorwahl: 05045
Bennigsen (Niedersachsen)
Bennigsen

Lage von Bennigsen in Niedersachsen

Bennigsen ist eine Ortschaft in der Stadt Springe in Niedersachsen.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Bennigsen liegt im Nordosten des Stadtgebietes von Springe, am Südhang des Süllbergs, einem östlichen Ausläufer des Deisters. Von dort bietet sich ein Ausblick auf die östliche Calenberger Ebene. Der Ort liegt in der historischen Landschaft des Calenberger Landes und innerhalb der Calenberger Lössbörde mit fruchtbaren Ackerböden.

Geschichte[Bearbeiten]

Südlich des heutigen Ortes liegt die Wüstung Medefeld, die älter ist als der Ort Bennigsen. Bennigsen selbst wurde vermutlich im frühen Mittelalter gegründet.

Am 1. März 1974 wurde Bennigsen in die Stadt Springe eingegliedert.[1]

Politik[Bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Hartmut Rieck (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt im waagerecht geteilten Schild oben einen braunen, rechts gewendeten, leicht steigenden Armbrustspanner auf weißem Grund und unten eine weiße, auf der Spitze stehende, mit drei grünen Blättern besetzte Zuckerrübe auf blauem Grund. Der Armbrustspanner entstammt dem Wappen der Familie von Bennigsen. Die Zuckerrübe hat im 19. Jahrhundert zur wirtschaftlichen Entwicklung des Ortes beigetragen.

Das Wappen ist am Westgiebel des Bahnhofsgebäudes über dem Rudolf-von-Bennigsen-Platz aufgemalt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bennigsen hat eine Grundschule, die Süllberg-Sporthalle, ein Lehrschwimmbecken und ein beheiztes Freibad mit 50m-Becken. Mehrere Einkaufsmärkte, Einzelhandelsgeschäfte und eine Tankstelle sind im Ort vorhanden. Das Angebot an Gaststätten ist vielfältig. In einer wird ein örtliches Bier, das „Bennexer“ gebraut. Die Sportvereine decken ein breites Spektrum ab, die von der Mitgliederzahl größten sind der Wassersportverein und der FC. Der Club Bennigsen Beavers war 2004 bis 2005 in der Baseball-Bundesliga.

In der Region Hannover beliebt ist der jährlich auf der kopfsteingepflasterten Straße „Am Gut“ in Höhe der ev. St.-Martin-Kirche am zweiten Adventswochenende stattfindende Weihnachtsmarkt der örtlichen Vereine.

Seit 1995 veranstaltet der momentane Gutsherr und Cellist Roderic von Bennigsen auf seinem Gut allsommerlich eine Konzertreihe mit renommierten internationalen Künstlern.

Die durch die Ortschaft verlaufende Landesstraße 460 ist westlich des Bahnhofes als Halballee japanischer Schnurbäume ausgebaut.

Auch gibt es verschiedene Baudenkmäler.

Im Deister, nahe dem Orte, liegen außerdem die Reste der Bennigser Burg.

Kirchen[Bearbeiten]

In Bennigsen befinden sich zwei Kirchen:

Die evangelisch-lutherische Kirche St. Martin von 1907 befindet sich am Gut, sie wurde erbaut weil 1905 ihre Vorgängerkirche als Folge eines Blitzeinschlags niederbrannte. Ihre Kirchengemeinde Bennigsen-Lüdersen gehört zum Kirchenkreis Laatzen-Springe.

Die katholische Kirche Maria von der Immerwährenden Hilfe von 1961 befindet sich am Thomaskircher Weg, sie gehört heute zur Pfarrgemeinde Christ König in Springe. Zuvor fand katholischer Gottesdienst in der in einem Gasthaussaal eingerichteten Notkapelle statt.

Verkehr[Bearbeiten]

Bennigsen ist seit 1872 Bahnstation an der Bahnstrecke Hannover–Altenbeken, heute zu erreichen von Hannover(-Flughafen) und Paderborn mit der S 5 der S-Bahn Hannover. Der Bahnhof liegt für eine Ortschaft dieser Größe ungewöhnlich zentral. Der Ort ist auch mit der Stadtbahn Hannover, Linien 3, 7 und 17 bis Wallensteinstraße und dann mit dem Bus 360 zu erreichen.

An der mehrspurig ausgebauten B217 liegt zwischen Wennigsen-Holtensen und Völksen die Ausfahrt nach Bennigsen. Die Landesstraße 460 führt weiter nach Hildesheim.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tobias Gärtner und Martin Posselt: Zur Besiedlung der Calenberger Börde in der römischen Kaiserzeit und im frühen Mittelalter. In: NNU Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte, Bd. 77, S. 91–123, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2008.
  • Tobias Gärtner: Siedlungsspuren der römischen Kaiserzeit zwischen Eldagsen und Bennigsen. In: Springer Jahrbuch 2009 für die Stadt und den Altkreis Springe. Herausgeber: Förderverein für die Stadtgeschichte von Springe e.V., Springe 2009. S. 10–25.
  • Hans-Christian Rohde: Wir sind Deutsche mit jüdischer Religion. Geschichte der Juden in Eldagsen und Springe, Bennigsen, Gestorf, Völksen. Hallermunter Schriften 2. Museum auf dem Burghof e.V., Springe 1999.
  • Joachim Oesterle: Rittergut Bennigsen. In: Springer Jahrbuch 2011 für die Stadt und den Altkreis Springe. Förderverein für die Stadtgeschichte von Springe e.V., Springe 2011, S. 30–35 : Ill., Farbtaf. auf S. 214–215.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 203.

Weblinks[Bearbeiten]