Benoîte Groult

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Benoîte Groult

Benoîte Groult (* 31. Januar 1920 in Paris) ist eine französische Schriftstellerin und Journalistin.

Leben[Bearbeiten]

Benoîte Groult − Tochter einer in Frankreich berühmten Modedesignerin und des Innenarchitekten André Groult − wuchs in der Pariser Oberschicht auf. Das Studium der Literaturwissenschaften beendete sie 1943 mit dem professeur de lettres. Danach arbeitete sie bis 1953 als Journalistin beim RTF.[1] Von 1962 bis 1968 verfasste sie drei Werke zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Flora Groult (1924–2001). Benoîte Groults erster Roman La part des choses erschien 1972.

In ihrer ersten Ehe war Benoîte Groult seit 1943 mit Albert Landon († Mai 1944). Sie heiratete 1945 den Medizinstudenten Pierre Heuyer − er starb ein paar Monate nach der Heirat. In dritter Ehe war Benoîte Groult mit dem französischen Journalisten Georges de Caunes (1919–2004) verheiratet. Der Ehe entstammen die Töchter Blandine und Lison. 1952 heiratete sie in ihrer vierten Ehe den Schriftsteller Paul Guimard (1921–2004), von dem ihre dritte Tochter Constance stammt.

Rezeption[Bearbeiten]

Vorrangig schrieb Benoîte Groult sozialpsychologisch und historisch fundiert aufbereitete und in essayistischer Form gestaltete Texte zur Geschichte des Feminismus, zur Diskriminierung von Frauen und über die Abneigung von Männern gegenüber Frauen (Misogynie).

In Frankreich galt Groult wegen ihres freizügigen Romans Salz auf unserer Haut (1988) lange als pornographische Skandalautorin, bevor sie schließlich in Europa als bedeutende Feministin anerkannt wurde. In Deutschland wurde ihr Roman Salz auf unserer Haut − die Geschichte einer ungewöhnlichen Leidenschaft zwischen einer Pariser Intellektuellen und einem bodenständigen bretonischen Fischer − mit mehr als drei Millionen verkauften Exemplaren ein Bestseller. Der Roman, der zahlreiche autobiografische Inhalte zeigt, wurde 1992 unter demselben Titel Salz auf unserer Haut. und trägt, wie viele ihrer Romane,

Werke[Bearbeiten]

Alleinautorin[Bearbeiten]

  • La part des choses. Grasset, Paris 1972.
    • Deutsche Ausgabe: Die Dinge, wie sie sind. Roman. Aus dem Französischen übersetzt von Mauki Venjakob. Zsolnay, Wien 1979; Knaur, München 1999, ISBN 3-426-62031-6.
  • Ainsi soit-elle. Grasset, Paris 1975.
    • Deutsche Ausgabe: Ödipus Schwester. Zorniges zur Macht der Männer über Frauen. Aus dem Französischen übersetzt von Marita Heinz. Knaur, München 1985, ISBN 3-426-08020-6.
  • Le féminisme au masculin. 1977.
    • Deutsche Ausgabe: Gleiche unter Gleichen. Männer zur Frauenfrage. Knaur, München 1995, ISBN 3-426-65046-0.
  • La moitié de la terre. 1981.
    • Deutsche Ausgabe: Die Hälfte der Erde. Aufsätze zur Frauenfrage. Aus dem Französischen übersetzt von Gabriele Krüger-Wirrer. Knaur, München 1994, ISBN 3-426-65024-X.
  • Les trois quarts du temps. 1983.
    • Deutsche Ausgabe: Leben will ich. Roman. Aus dem Französischen übersetzt von Irene Kuhn. Knaur, München 1983, ISBN 3-426-71107-9.
  • Les vaisseaux du cœur. 1988.
  • Pauline Roland ou Comment la liberté vint aux femmes. 1991.
    • Deutsche Ausgabe: Wie die Freiheit zu den Frauen kam. Das Leben der Pauline Roland. Aus dem Französischen übersetzt von Kirsten Ruhland-Stephan. Knaur, München 1992, ISBN 3-426-61473-1.
  • Cette mâle assurance. 1993.
    • Deutsche Ausgabe: Ein Tier mit langen Haaren. Frauenbilder, Männersprüche. Knaur, München 1996, ISBN 3-426-65064-9.
  • mit Josyane Savigneau: Histoire d’une évasion. 1997.
    • Deutsche Ausgabe: Leben heißt frei sein. Aus dem Französischen übersetzt von Irene Kuhn. Knaur, München 1998, ISBN 3-426-61455-3.
  • La touche étoile. 2006.
    • Deutsche Ausgabe: Salz des Lebens. Roman. Aus dem Französischen übersetzt von Barbara Scriba-Sethe. Berlin Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-8333-0539-9.
  • Mon évasion. Grasset, Paris 2008.

Koautorin mit Flora Groult[Bearbeiten]

  • 1962: Journal à quatre mains. Denoel, Paris
    • Deutsche Ausgabe: Tagebuch vierhändig. Eine Chronique intime (übersetzt von Ruth Uecker-Lutz und Brigitte Kahr). List, München 1965; Droemer Knaur 2997, München 1991, ISBN 3-426-02997-9.
  • 1965: Le Féminin pluriel. Denoel, Paris
    • Deutsche Ausgabe: Juliette und Marianne. Zwei Tagebücher einer Liebe (Übersetzt von Karin Reese), Desch, München 1966; Droemer Knaur-TD 60082, München 1992, ISBN 3-426-60082-X (zusammen mit Das Haus auf dem Lande. von Fay Weldon und übersetzt von Sybille Koch-Grünberg).
  • 1968: Il était deux fois. Denoel, Paris
    • Deutsche Ausgabe: Es war zweimal (übersetzt von Gabriele Krüger-Wirrer). Droemer Knaur, München 1994, ISBN 3-426-65034-7.

Hörbücher[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Gronau: Benoite Groult. Die Autorin des Welterfolgs. Heyne, München 1994, ISBN 3-453-07909-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Benoîte Groult – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Benoîte Groult: Salz auf unserer Haut. Droemer Knaur, München 1989, 2. Umschlagseite.