Bente Kahan

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Bente Kahan

Bente Kahan (* 1958 in Oslo) ist eine norwegisch-jüdische Schauspielerin und Musikerin. Sie stammt aus einer chassidischen Familie, deren Mitglieder die Jiddische Musik förderten.

Leben[Bearbeiten]

Ihre Karriere als Musikerin und Schauspielerin begann in Tel Aviv und New York. Bald spielte sie auf bedeutenden Bühnen, wie denen der Nationaltheater von Israel und Norwegen. Um ihre Schauspielfähigkeiten zu entwickeln, begann sie eine Zusammenarbeit mit der norwegischen Theaterregisseurin Ellen Foyn Bruun. Im Jahr 1990 bekam Bente Kahan einen Preis des norwegischen Kulturministeriums, welchen sie zur Stiftung des Teater Dybbuk - Oslo (TDO) nutzte. Das Ziel des TDO ist der Erhalt respektive die Fortführung der jüdisch-europäischen Kultur. 2006 gründete sie in Breslau (Wrocław) die Stiftung Fundacja Bente Kahan (FBK), die sich um den Wiederaufbau der alten Breslauer Synagoge Weißer Storch bemühte. Das Gebäude, das während der Novemberpogrome 1938 nicht zerstört wurde, angesichts des Exodus polnischer Juden nach 1968 aber zunehmend verfiel, dient seit 2010 wieder als Gebetshaus und beherbergt ein internationales Zentrum für jüdische Kultur und Erziehung sowie ein Museum der schlesischen Juden. Für ihren Einsatz zum Wiederaufbau der Synagoge erhielt sie 2010 den Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen. Zu ihren Schülerinnen gehörte u.a. die bei Christoph Hagel, Dany Bober, Daniel Kempin, Armin Gröpler, Helmut Eisel, und Giora Feidman ausgebildete deutsch-tschechische[1] Jiddisch-Sängerin Anna Werliková[2] (Berlin/ Jerusalem)[3] (bürgerlicher Name Solveig Kristin Hammer-Schenk geb. Kratzer[4]) - Nichte des Synagogenforschers Peter Fassl, seit 2006 Ehefrau[5] des Synagogenforschers Harold Hammer-Schenk und literarische Inspiration der Charaktere der drei Marková-Frauen in Benjamin Steins Roman Das Alphabet des Juda Liva.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1991: Yiddishkayt
  • 1992: Farewell Cracow
  • 1996: Stemmer fra Theresienstadt (Norwegisch)
  • 1996: Stimmen aus Theresienstadt (Deutsch)
  • 1997: Voices from Theresienstadt (Englisch)
  • 1998: Di Gojim (Klezmer-Musik)
  • 2000: Home
  • 2005: Sing with us in Yiddish

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bente Kahan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktion Zivilcourage e.V.: Deutsch-tschechische Grenzgeschichten. Projekt zur Kultur der deutsch-tschechischen Grenzregion
  2. ANNA WERLIKOVÁ & DAS KLEZMER MUSIC ENSEMBLE
  3. LANGE NACHT DER WISSENSCHAFTEN BERLIN-POTSDAM 2006: 72. Kulturelle, literarische und religiöse Grenzbeziehungen zwischen Juden und Christen sowie Juden und Moslems/ Institut für Judaistik der FU BERLIN
  4. "SoHaR" ;-) Solveig oo Univ.-Prof.Dr. Harold HAMMER-SCHENK geb. Solveig Kristin KRATZER, Berlin/ D
  5. Sofia Shteingold: Eine Jiddisch-Sängerin in Berlin - Leute aus aller Welt erzählen über sich. In: Inlaender - Zeitung für Verständigung & Integration, Nr. 19, Juni 2008, S. 14