Benutzer:Dribblers Jungfischbecken/Machluto

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Machluto (General Smbat) mit Andranik
Grabstein in der St.-Gajane-Kirche

Machluto (armenisch Մախլուտո, * 1875 als Սմբատ Բորոյան Smbat Borojan in Muş, Vilâyet Bitlis, Osmanisches Reich, gest. 1956 in Jerewan, Armenische SSR, Sowjetunion), auch bekannt als General Smbat, war ein armenischer Fedai-Kommandeur[1] der Armenischen Revolutinären Föderation.[2] Er war maßgeblich am Widerstand gegen den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich und zuvor an der Konstitutionellen Revolution in Persien beteiligt. Bekannt war er als Weggefährte von General Andranik Ozanian Pascha.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Smbat war als Kind von seinen Eltern in das Sankt-Garabed-Kloster von Muş gesandt, um eine geregelte Bildung zu erhalten. Während seiner Bildungszeit im Kloster missbrauchten die Lehrer zahlreiche Studenten, darunter auch Smbat. In dieser Zeit wurde er auch mit der „Armenierfrage“ konfrontiert. Er wurde von den Geschichten inspiriert, welche er über die armenischen Guerilleros (Fedajin) hörte, die sich bewaffneten, um ihr Heimatland zu verteidigen. Mitte der 1880er Jahre entschied sich Smbat zusammen mit seinem Freund Levon, die Schule abzubrechen, um den Fedajin beizutreten. Er trat mit 15 Jahren der Vardanantz-Gruppe bei.[3] Als er eintrat, war es einer seiner ersten Aufgaben, die Waffen und Gewehre abzulegen, da sie ihm keine Schusswaffe zutrauten.

Revolutionäre Aktivitäten[Bearbeiten]

Machluto war bei den meisten Hauptkämpfen, die in den 1890er Jahren in der Region Van-Taron stattfanden, anwesend. Er kämpfte zusammen mit anderen Fedajin wie Kevork Tschausch, Andranik Pascha, Keri und Murad von Sebasteia. Während der Hamidianischen Massaker an den Armeniern 1894-1896 stand Machluto Andranik Pascha bei der Verteidigung der verfolgten Armenier vor bewaffneten Gebirgsattacken der osmanischen Armee und kurdischen Aufständischen bei. Machluto war auch bei der Verteidigung im Sason-Widerstand 1904 dabei. Nach dem Widerstand von Sason gingen Andranik Paşa, Kevork Çavuş, Sivaslı Murad und Machluto mit weiteren 200 Verteidigern nach Van. Die Fedajin nhmen Stellung auf der Insel Akhtamar. Die Türken entdeckten ihren Verbleib und sandten mehrere schwer bewaffnete Schiffe, um die Verteidiger zu schnappen und zu töten. Sie konnten die türkischen Angriffe erfolgreich abwehren. Im Nachhinein entschieden sich die Fedajin, sich aufzuteilen. Eine Gruppe ging mit Kevork Tschausch nach Sason, und die andere Gruppe ging mit Andranik Pascha über die persische Grenze in den Kaukasus. 1907 war Machluto bei der Schlacht von Suluch dabei, wo Kevork Cavus getötet wurde. 1908 war er mit Yeprem Khan in die Konstitutionelle Revolution in Persien involviert. 1914 wurde Machluto am Rande des Ersten Weltkrieges General Andraniks Fedajin-Kommandeur in der Kaukasuskampagne.

Völkermord an den Armeniern[Bearbeiten]

Während des Völkermordes an den Armeniern war Machluto einer von General Andraniks Stellvertretenden Kommandeuren.[4] Von 1915-1916 waren Machluto und Andranik in die Kämpfen um Van involviert. 1916 weiteten Machluto und Andranik die armenische Grenze aus und nahmen an der Schlacht von Bitlis gegen Mustafa Kemal und an der Schlacht von Dilman teil.[5] Machluto wurde verwundet und nach Tiflis transferiert. Seine Ehefrau wurde von den Türken umgebracht.[6] 1917 führte die Bolschewistische Revolution zum Rückzug der russischen Soldaten von der armenischen Front. Die Armenier begannen, ihre eigenen Selbstverteidigungsmilizen zum Schutz bei der aufgegebenen Front zu bilden. Die Situation verschlechterte sich mit der Offensive der türkischen Truppen im Armenischen Hochland. Andranik und Machluto wurden gezwungen, sich aus den Musch-Sasun-Ebenen zurückzuziehen, wo sie Verteidigungspositionen aufgestellt hatten. Mitte 1917 wurde Machluto zum Kommandeur der Chanus-Manaskert-Region. Im Spätjahr 1917 und Frühjahr 1918 drängte die neue türkische Offensive die armenischen Soldaten hinter die Festungen und die Front zurück. Andranik und Machluto wechselten die Militärstrategien und verlegten die meisten ihrer Soldaten, um die Erzurum-Linie zu halten.

Erste Republik Armenien[Bearbeiten]

Als Ergebnis der türkischen Invasion in Armenien 1918 wurden Machluto und seine Soldaten gezwungen, sich nach Sartarapad (Serdarabat) zurückzuziehen. An der Seite von General Andranik wurde Machluto damit beauftragt, zur Verteidigung der armenischen Grenze Menschen zu mobilisieren. Während dieser Periode waren ihre Milizen in ständiger Uneinigkeit mit der neu ausgerufenen armenischen Regierung, welches einen Friedensvertrag mit den Türken auszuhandeln versuchte. Machluto und Andranik lehnten diesen Vertrag ab, da es armenische Ansprüche auf Westarmenien für null und nichtig erklären würde. Während des Zweiten Kongresses der Westarmenier 1919 wurde Machluto zum Mitglied der Exekutivkörperschaft gewählt, das bis zur Bildung einer gemeinsamen Regierung des Vereinigten Armenien handeln sollte.[7] Nachdem die armenische Regierung den Vertrag von Batumi unterzeichnete, gingen Machluto und Andranik nach Sangesur, um gegen die aserbeidschanischen Milizen zu kämpfen, welche die neu gebildete Regierung ablehnten und gegen sie rebellierten. 1920 leiteten türkische Revolutionäre unter Kâzım Karabekir eine zweite Invasion in Armenien ein. Machluto rerhielt den militärischen Rang eines Generals[8] und wurde am 22. September 1920 schwer verwundet. Der Einmarsch und die Eroberung des größten Teils von Armenien führte zum Rücktritt der Regierung und die Akzeptierung der Sowjetisierung der Republik Armenien. Die neu ernannte kommunistische Regierung begann eine erfolgreiche Säuberung gegen ehemalige Daschnak-Nationalisten, Politiker und Militärs. Viele wurden festgenommen und hingerichtet. Am 13. Februar 1921 ging Machluto - immer noch verwundet - in die Region Aragaz-Talin und hatte erfolg bei einer Revolte gegen das kommunistische Regime in Armenien. Am 17. Februar besetzten Machluto und seine Armee Jerewan, führten einen Putsch durch und setzten Simon Wrazjan als Ministerpräsident ein. Die schafften es, viele verfolgte Opfer des kommunistischen Regimes freizulassen. Es stellte sich heraus, dass im Jerewaner Gefängnis über 75 politische Gefangene von den Bolschewiki mit Äxten und Mascheten getötet wurden. Unter den Toten waren die berühmten armenischen Freiwilligenkommandeure Hamazasp und Gabriel Korganyan. Die erfolgreiche sowjetische Besetzung des benachbarten Georgien führte zu einer Furcht vor einer Einnahme Armeniens durch die Roten Armee. Die Vorläufige Regierung und die Bolschewisten kamen zu einer Einigung, dass es keine politischen Verfolgungen geben würde, wenn sie ihre Putsch-Aktivitäten einstellen wurden und eine Sowjetisierung der neu gebildeten armenischen Nation erlauben würden. Die Vorläufige Regierung entband sich von zahlreichen ihrer Putschisten-Mitglieder, die in andere Länder flohen. So nahmen die Kommunisten am 2. April 1921 wieder Jerewan ein.

Späteres Leben[Bearbeiten]

Nachdem die kommunisten die Kontrolle über Jerewan wiedererlangten, floh Machluto nach Sjunik, um schließlich über die Grenze in das Kaiserreich Persien einzuwandern. Von Persien wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, wo er in Fresno, Kalifornien residierte. In den USA traf er seine ehemaligen Kameraden, darunter General Andranik. 1946 kehrte Machluto über Frankreich wieder nach Sowjetarmenien zurück, wo er zeitweise lebte. Seine verbleibenden zehn Lebensjahre verbrachte er friedlich in Jerewan, wo er als Haushälter im Komitas-Park arbeitete. Während dieser Zeit traf er sich mit seinen Freunden aus den ehemaligen Freiwilligenverbänden, sowie mit denjenigen, mit denen er im Ausland lebte. Machluto starb 1956 in seinem Haus aus natürlichen gründen. Er wurde nahe der St.-Gajane-Kirche in Etschmiadsin begraben.

Seine Memoiren wurden zur Hauptidee von Chatschik Daschtenzs Roman Rantschparneri Kantsche („Der Ruf der Pflüger“).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Armenia, the survival of a nation, von Christopher J. Walker, Croom Helm, 1980, S. 417
  2. Армянский вопрос: Энциклопедия, ред. Константин Худавердян, Гл. ред. Арм. энциклопедии, 1991, S. 84
  3. Armenia, the survival of a nation, von Christopher J. Walker, Croom Helm, 1980, S. 417
  4. Dro (Drastamat Kanayan): Armenia's First Defense Minister of the Modern Era, von Antranig Chalabian, 2010, S. 146
  5. Zoravar Smbat, ARFD history
  6. Armenia, the survival of a nation, von Christopher J. Walker, Croom Helm, 1980, S. 417
  7. The Republic of Armenia: The first year, 1918-1919, von Richard G. Hovannisian, S. 454
  8. Zoravar Smbat, ARFD history

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