Benutzer:Kreuzwunder/Kreuzwunder 1501-1503

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Der „Mennel-Meister“ zeichnete im Wunderzeichenbuch von 1503 auch das Mädchen, auf dessen Körper (angeblich) die Leidenswerkzeuge Christi und andere Zeichen zu sehen waren
Abbildung der „Kreuze“ in einer Flugschrift von 1503

Kreuzwunder waren eine Reihe von mysteriösen Erscheinungen am Anfang des 16. Jahrhunderts, die sich überwiegend in den Jahren 1501 bis 1503 im deutschsprachigen Raum (einschließlich der Niederlande) zutrugen und Ängste auslösten: Auf Textilien und der Haut von Menschen zeigten sich kreuzähnliche Zeichen und andere Gegenstände in verschiedenen Farben. Da sie nach den Beobachtungen von Augenzeugen vom Himmel fielen, spricht man auch von Kreuzregen oder Kreuzfällen.[1] Die Bezeichnung Kreuzwunder geht auf Eberhard Gothein zurück, der 1878 die bislang einzige umfangreichere wissenschaftliche Bearbeitung des Themas vorlegte.

Die von vielen Chroniken berichteten außergewöhnlichen Phänomene – Albrecht Dürer sprach vom größten Wunder, das er zeitlebens gesehen habe – erschreckten die Zeitgenossen. Sie riefen eine Reihe von kürzeren Schriften hervor, die fast alle gedruckt wurden und sich auf Lateinisch oder Deutsch der Deutung der „Kreuzwunder“ annahmen. Obrigkeiten sahen diese als Botschaft Gottes, die zur Umkehr aufrief, und ordneten Buß-Prozessionen an. König Maximilian I., der die Wunderzeichen als Aufforderung verstand, gegen die Türken zu kämpfen, propagierte diese Deutung in seinen Manifesten. Vereinzelt versuchten Betrüger, die auf ihrem Körper solche Zeichen anbrachten, damit persönlichen Profit zu machen. Bemerkenswert ist, dass es damals nicht wenige Versuche gegeben haben muss, die Kreuze und die sie angeblich begleitenden Leidenswerkzeuge Christi (Arma Christi) bildlich festzuhalten. Erhalten ist davon nur wenig: neben Druckgraphik einige Handzeichnungen.

Bereits zeitgenössische Deutungen zogen eine natürliche Erklärung in Betracht. Obwohl eine Reihe von Theorien (z.B. Vulkan- und Passatstaub als „Wunderregen“) geäußert wurden, existiert keine belastbare naturwissenschaftliche Erklärung. Angesichts der Schwierigkeiten, die Quellen auf empirische Befunde zu beziehen, dürfte auch eine gründliche Auswertung der Überlieferungen aus naturwissenschaftlicher Sicht, die noch aussteht, kaum über mehr oder minder plausible Hypothesen hinauskommen. Freilich würde eine Erklärung, die nur darauf abheben würde, was sich aus modern-aufgeklärter Sicht „wirklich“ hinter den geheimnisvollen Erscheinungen verbirgt, der komplexen historischen Bedeutung des Ereignisses, die von den Deutungen und Debatten der Zeitgenossen nicht absehen kann, keineswegs gerecht.

Inhaltsverzeichnis

„Das grösst Wunderwerk, das ich all mein Tag gesehen hab, ist geschehen im 1503 Johr, als auf viel Leut Kreuz gefallen sind“ (Albrecht Dürer)[Bearbeiten]

Wie aus einem modernen Horrorschocker liest sich, was im Benediktinerkloster Niederaltaich zum Jahr 1503 aufgezeichnet wurde: „Es fielen Zeichen in Kreuzesgestalt auf die Gewänder der Menschen, von Citronenfarbe, einige auch blutfarben; einigen Menschen fielen sie auch auf den bloßen Körper. Diese wurden verbrannt, wie wenn eine glühende Kohle auf den bloßen Körper gelegt wird. Einige starben auch davon. Und diejenigen, welche diese Zeichen verehrten, empfingen keine Verletzung, diejenigen aber, welche dieselben ohne Ehrfurcht behandelten, wurden bestraft. Es erschienen auch Zeichen in Schlangengestalt auf den Nacken der Menschen, und einige dieser Schlangenzeichen waren bei einigen lebendig und bedurften sogar der Nahrung.“[2]

Wer die bayerischen Mönche einer frommen Erfindung (nach dem aufklärerischen Schlagwort vom „Pfaffenbetrug“) verdächtigt, könnte natürlich recht haben, was den besonders gruseligen letzten Satz mit den lebendigen Schlangenwesen angeht. Er ist in anderen Quellen ohne Parallele, soweit bekannt, wenngleich eine Augsburger Chronik sagt, denjenigen, die bei den Kreuz-Zeichen Ungeduld gezeigt und sie aus ihren Kleidern geschnitten hätten, sei eine Schlange an den Hals gesprungen und habe sie nach einigen Tagen erwürgt[3] Aber in ganz Deutschland gab es solche Kreuzerscheinungen. Albrecht Dürer, ein genauer Beobachter, sah sie nach Auskunft seines Gedenkbuchs mit eigenen Augen im Jahr 1503: „Daz grost wunderwerck, daz jch all mein dag gesehen hab, ist geschehen jm 1503 jor, als awff vil lewt krewcz gefallen sind“.[4] Die Kreuze seien mehr auf Kinder als auf andere Leute gefallen. Unter den Kreuzen sah er eines, das er abzeichnete und das einer Kreuzigungsdarstellung ähnelte. Es war auf das Leinenhemd einer Nürnberger Magd (Eyrers Magd in Pirckheimers Hinterhaus) gefallen, die außer sich war, weinte und klagte, weil sie befürchtete, sie müsse deshalb sterben.

Wie auch immer man die geheimnisvollen Kreuz-Erscheinungen erklären mag – fest steht, dass es sich weder um reine Einbildung noch um inszenierten „faulen Zauber“ gehandelt haben kann, wenngleich es einzelne Betrüger gegeben hat, die Kreuzzeichen fälschten.

Die Quellen: nur wenige mit konkreten Angaben[Bearbeiten]

Zu den Kreuzwundern sind eine Vielzahl von Primärquellen aus dem 16. Jahrhundert vorhanden, doch nur ganz wenige enthalten hinreichend konkrete Angaben. Die hauptsächlichen Quellengattungen sind:

  • Chroniken: Für die sehr vielen, in der Regel aber nur knappen Chronikeinträge können exemplarisch die Villinger Chronik des Heinrich Hug[5] und die Berner Chronik des aus Rottweil gebürtigen Valerius Anshelm[6] (beide mit Schwerpunkt auf den Ereignissen am oberen Neckar) stehen. Überregional in den Blick nahmen die Kreuzwunder vor allem die lateinischen Geschichtswerke des Abts Johannes Trithemius[7] und des Hofer Pfarrers Johannes Lindner (Linturius), der eine Fortsetzung zu Werner Rolevincks Fasciculus temporum schrieb.[8] Wichtig ist die bebilderte Berichterstattung im von Wilhelm von Bernkastel angelegten lateinischen Mirakelbuch des Augustinerchorherrenstifts Eberhardsklausen in der Eifel (leider 1988 nicht vollständig gedruckt).[9]
  • Korrespondenzen und Erlasse: Alle wichtigen Dokumente aus dem Umkreis des Hofs Maximilians I. einschließlich der Manifeste sind in den „Regesta Imperii“ zusammengestellt.[10] Von den Erlassen anderer Obrigkeiten wurde zeitgenössisch gedruckt die Anordnung von Prozessionen und Andachten durch den Straßburger Bischofs Albrecht von Bayern am 21. Juni 1503 (Einblattdruck in den Archives départementales du Bas Rhin in Straßburg, G 1404).[11] In reichen städtischen Korrespondenzbeständen („Missiven“) wie im Staatsarchiv Basel oder im Stadtarchiv Nördlingen könnten sich noch unbekannte Berichte verbergen.
  • Flugschriften und Abhandlungen (sie werden unten einzeln vorgestellt)
  • Bildquellen (auch zu ihnen siehe unten)

Teilweise liegen die Quellen in schwer erreichbaren alten Drucken vor.[12] Allerdings werden auch diese durch die Retrodigitalisierung zunehmend besser zugänglich.

Zeitlicher Ablauf: Schwerpunkt 1501–1503 mit einem wahrscheinlichen Vorspiel 1500[Bearbeiten]

Die meisten Belege liegen zum Jahr 1503 vor. Die ersten Erscheinungen sind für den Herbst 1500 anzusetzen, auch wenn die Anfänge undeutlich bleiben. 1504 scheint es keine nennenswerten Beobachtungen mehr gegeben zu haben.

Die ersten einigermaßen genau datierbaren Zeugnisse beziehen sich auf die Zeit nach Ostern (11. April) 1501. Am 18. Mai 1501 schrieb der Bischof von Lüttich an den König, in Orten seiner Diözese seien seit Ostern Kreuzzeichen erschienen.[13]

Johannes Trithemius berichtet in seiner Sponheimer Chronik für das Nahetal die Kreuzwunder bereits zum Jahr 1500. Gothein hat ihm vorgehalten, er habe dieses frühere Datum gewählt, um seiner eigenen Region den Ruhm der Priorität zu sichern.[14] Es gibt aber noch andere Zeugnisse, entgegnete bereits Heinrich Ulmann, die für 1500 sprechen.[15] Der Metzer Chronist Vigneulles berichtet schon für das Ende des Jahrs 1500, dass Nachrichten vom Rhein über die Kreuzerscheinungen in Metz eingetroffen seien.[16]

Äußerst pessimistisch klingt, was der Nürnberger Kaufmann Sebald Schreyer in einem vom 18. Oktober 1500 datierten Brief an Konrad Celtis schrieb: „Die christliche Tugend ist ausgelöscht. Das Laster, je schlimmer es jemand treibt, ist angesehen, die Tugend wird verachtet. Daher ist nur gerecht, wenn uns Gott mit Katastrophen, Kriegen, Hungersnöten, Teuerung, Pest und neuartigen Krankheiten schlägt, wie sie in Italien und Frankreich zu wüten beginnen. Es entstehen auf dem Körper dreifärbige, dunkle oder blaue Kreuze, an denen die Leute gewöhnlich innerhalb von zwei Tagen sterben; die nicht sterben werden von Depressionen heimgesucht, so daß man sie nach ihrem Benehmen für geisteskrank hält. Auch an den Kleidern zeigen sich diese Kreuze. Es ist eine Mahnung Gottes, das Leben zu ändern.“[17] Zwar war der 18. Oktober 1500 anders als angegeben kein Montag (wohl aber der 18. Oktober 1501), aber der sonstige Inhalt des lateinischen Briefs passt besser zu 1500 als 1501. Da zuvor von Italien und Frankreich die Rede ist, kann man das Zeugnis nicht mit Sicherheit für Deutschland vereinnahmen.

Fazit: Wahrscheinlich gab es den Kreuzregen in Deutschland schon Ende 1500, aber eigentliche historische Dynamik entfaltete er, ausgehend vom Bistum Lüttich, erst ab Ostern 1501.

Geographische Verbreitung: Mitteleuropa[Bearbeiten]

Aus allen Regionen des Reichs von den Niederlanden bis zum Trentino und von der Schweiz bis nach Pommern liegen Bezeugungen der Kreuzwunder vor. Die folgende Zusammenstellung – sie enthält überwiegend Nachweise aus (nicht nur zeitgenössischen) Chroniken der frühen Neuzeit – führt sicher nur einen Teil der vorhandenen Quellen auf.

Allerdings ist bei der Auswertung der Quellen zu beachten, dass bei der gedruckten Chronikliteratur der frühen Neuzeit sehr leicht allgemeine Angaben zur Anreicherung der eigenen Ausführungen übernommen werden konnten. Nur bei einem Teil der Notizen wird ausdrücklich gesagt, dass die Kreuze in dem jeweiligen Ort gefallen sind. Wer etwa aus den Göttinger Annalen des Franciscus Lubecus schließen wollte, die Kreuze seien in Göttingen beobachtet worden, dürfte sich täuschen. Lubecus scheint – ebenso wie Andreas Angelus – direkt oder indirekt das erstmals 1584 publizierte Geschichtswerk von Heinrich Bünting[64] benutzt zu haben.[65]

„Im Jahre 1504 sind Kreutze von verschiedenen Farben den Leuten vom Himmel herab auf die Kleider gefallen, und wenn dieselben auch verschlossen gewesen, hat man doch dergleichen Zeichen auf ihnen gefunden.“ So der Sagenschatz Sachsens von Johann Georg Theodor Grässe zu Freiberg in Sachsen.[66] Als Quelle wird Andreas Möllers Chronik angegeben, wo die Nachricht aber zu 1503 steht.[67] Möller bezieht sich auf die lateinische Zeitzer Chronik des Bosauer Benediktiners Paul Lang, der aber nur allgemein etwas zu Deutschland schreibt, also noch nicht einmal für den Raum Zeitz selbst in Anspruch genommen werden kann.[68]

Die meisten dieser Chroniknotizen sind eher kurz und unkonkret. Nur ganz wenige enthalten beispielsweise genaue Tagesdaten oder Namen von Opfern wie die nicht mehr vorhandenen Aufzeichnungen Simon Lamparters über seine Beobachtungen in Herrenberg, die, niedergelegt in einem deutschsprachigen Büchlein, am Ende des Jahrhunderts Martin Crusius noch vorlagen.[69]

Mehr Frauen als Männer betroffen[Bearbeiten]

Die Quellen heben einerseits betroffene Gruppen (zum Beispiel Geistliche) exemplarisch hervor, enthalten andererseits aber auch Aussagen, eine bestimmte Gruppe von Menschen sei mehr als andere von den Kreuzen in Mitleidenschaft gezogen worden. Dass auf Kinder mehr als auf andere Kreuze gefallen seien, gibt nur Dürer in seiner Aufzeichnung an.

Alle Berichterstatter erwähnen, sagt Gothein, dass „das an sich phantasievollere und auch im frommen Betrug harmlosere weibliche Geschlecht am häufigsten von den Wundern begnadigt wurde.“[70] Das "alle" ist weit übertrieben, aber es trifft zu, dass sehr häufig Frauen als Opfer genannt werden. Wenn eine Begründung angegeben wird, nennt man das weibliche Laster der Hoffart, bezog sich also auf das Luxusbedürfnis der Frauen, das sich vor allem im Kleiderluxus ausdrückte. In einer Stettiner Quelle heißt es: „vielleicht die Hoffart, Vppigkeit vnd Pracht, damit das weibliche Geschlechte am meisten behafftet, bedeutend“.[71] Schon im Schreiben des Bischofs von Lüttich an König Maximilian vom 18. Mai 1501 war erwähnt worden, dass die schwarzen und roten Kreuze häufiger auf der Kopftracht der Frauen und Mädchen als bei Männern erschienen waren.[72]

Eine mögliche „natürliche“ Erklärung könnte sein, dass die ausladenden Kopfbedeckungen der Frauen, etwa die Burgunderhauben mit ihren Schleiern, bei dem niederschlagartigen Herabfallen von Partikeln eine größere Fläche boten. Die „Kreuze“ konnten so viel besser „aufgefangen“ werden als bei Männern, auf deren in der Regel dunkleren Hüten und Kappen die Zeichen längst nicht so auffielen wie bei den hellen Kopfbedeckungen der Frauen. Verheiratete Frauen waren verpflichtet, Hauben zu tragen, doch waren modische Kopfbedeckungen auch bei unverheirateten Mädchen und Frauen beliebt.

Zeitgenössische Deutungen: Umgang mit der kollektiven Angst[Bearbeiten]

Die Kreuzwunder, also Phänomene, die man überwiegend als Wunderzeichen begriff, waren zuallererst ein kommunikatives Ereignis. Individuelle Erfahrungen gingen in kollektive Wahrnehmungen ein und wurden wiederum von diesen beeinflusst. Menschen, die Augenzeugen der geheimnisvollen und erschreckenden Phänomene geworden waren, erzählten es weiter, tauschten sich mit anderen aus. Gerüchte schwirrten, Übertreibungen wie etwa in der eingangs zitierten Quelle aus Niederaltaich blieben nicht aus (nach dem Muster der Stillen Post). Druckschriften, aber auch Briefe verbreiteten nicht nur die Kunde von den Ereignissen (über mündliche Erzählungen auch an Analphabeten), sondern auch Deutungen und Interpretationen. Diese lenkten auch das, was man sah bzw. zu sehen glaubte, nämlich die Form der Kreuze und der sie begleitenden Zeichen, die man ebenfalls als christliche Symbole auffasste.

Sieht man von den Bildern ab, so kann nur das, was verschriftlicht wurde, Auskunft über die Kreuzwunder geben. Die zeitgenössischen Quellen waren aber selbstverständlich eingebunden in diese kommunikativen Prozesse. Sie sind keine objektiven Berichte, sondern immer durchsetzt mit Wertungen und Interpretationen. Wer Chroniken schrieb, konnte und wollte sich in der Regel nicht von der Vorstellung lösen, dass die göttliche Vorsehung den Lauf der Geschichte bestimmte. Daher ließen Chronisten, die ohnehin meist nur knappe Notizen zu den Kreuzwundern verfassten, kritische Stimmen, die in den Phänomenen keine göttlichen Wunder (oder Teufelswerk) sahen, kaum zu Wort kommen.

Von den Chronisten äußerte sich am deutlichsten ablehnend der Augsburger Kaufmann Wilhelm Rem (1462–1529), der schon in der Überschrift seines Eintrags klar seine Ablehnung der Interpretation als Wunder zum Ausdruck bringt: „Wie man sagt, daß kreutz hie vielend, ich hielt aber nichtz darvon“.[73] 1502 sei ein "geschrai" (allgemeine Rede) in der Stadt aufgekommen, dass Kreuze aufs Hemd und auf die Schleier der Frauen fielen. Die Niederschläge, die der Chronist selbst sah, sahen nach Schmalz oder Kot aus. Während die einen sagten es seien Kreuze, verwiesen die anderen darauf, dass, wenn etwas aus Schmalz auf ein Leinentuch fällt, es dem „faden nach kreutzweis“ fließt. Dieser Deutung neigte offenbar der nüchterne Kaufmann Rem zu, der nochmals betont, er habe nichts davon gehalten.

Neben diesem Zeugnis vertreten fast nur die gelehrten Traktate, in denen teilweise auch natürliche Ursachen diskutiert wurden, die Seite der Skepsis. Es erscheint aber plausibel, dass auch in der Bevölkerung die Meinungen gespalten waren. Das holzschnittartige Bild einer fanatisch-wundersüchtigen Masse, wie es gern die ältere protestantische Forschung zeichnete, trifft sicher nicht zu. Viele dürften weder vollständig skeptisch noch kritiklos wundergläubig gestimmt gewesen sein. Möglicherweise hat die Mehrheit eine vorsichtig abwartende Position eingenommen.

Deutungen und Reaktionen auf die Wunderzeichen zeigen, wie man mit kollektiven Ängsten[74] umgehen konnte. Die Befürchtungen waren groß, denn die Kreuzfälle entsetzten die Menschen: „Das was der welt gar herschrocklich“, sagt eine Chronik.[75] Wer berufen war oder sich berufen fühlte, zu den Erscheinungen öffentlich etwas zu sagen (die Obrigkeiten, die Geistlichen auf den Kanzeln, die Gelehrten und Publizisten, Laienprediger), trug eine hohe Verantwortung. Eine Massenpanik musste vermieden werden. Eine verantwortungsbewusste Botschaft an die Bevölkerung konnte daher nur lauten: Es hat keinen Sinn, wenn ihr euch verrückt macht. Wir können nicht wissen, was Gott mit uns vorhat. Wenn ihr Buße tut und christlicher als bisher lebt, braucht ihr keine Angst zu haben.

Trotzdem gab es Interpretationsspielräume, unterschiedliche theologische Positionen. Der Allmächtige konnte sowohl als der zornige Gott, der die Kreuze als strenge Warnung sendet, als auch als der liebende und gnädige Gott, der sein Volk nicht fallen lässt, gedacht werden. Ebenso kontrovers sein konnte die Rolle des Teufels (und seiner Verbündeten, der Hexen).

Mit zunehmendem zeitlichen Abstand war es dann einfach, spätere Ereignisse auf die Kreuzfälle zu beziehen. Häufig wurden die Erscheinungen von 1501 als Vordeutung der gravierenden Pest von 1502 und die von 1503 als Vorzeichen des 1504 beginnenden Landshuter Erbfolgekriegs betrachtet.[76]

Deutungen der Laienfrömmigkeit[Bearbeiten]

Eine klare Grenze zwischen den kirchlich akzeptierten Glaubens- und Frömmigkeitsformen der Volks- und Elitekultur und dem sogenannten „Aberglauben“ lässt sich für die Zeit um 1500 nicht ziehen. Es empfiehlt sich daher, neutraler von „Laienfrömmigkeit“ zu sprechen.

Bereits die oben zitierten Quellen aus Niederaltaich und Augsburg, die von einer Bestrafung von Menschen berichten, die sich gegen die Zeichen wehrten, legen den Schluss nahe, dass es für die Opfer am erträglichsten war, wenn sie die Kreuze nicht entfernten, sondern als göttliche Prüfung erduldeten. Von einer Art Reinigungsritual weiß die Villinger Chronik Heinrich Hugs: Wenn ein Kreuz jemandem aufs Hemd fiel, behielt er es neun Tage und neun Nächte an und betete 15 Paternoster (Vaterunser) und 15 Ave Maria zum Lobe Gottes und des heiligen Kreuzes.[77]

Verbreitet war die Annahme, die Kreuze seien Todesvorzeichen. Todesfälle, die es bei den Opfern der Kreuzregen anscheinend tatsächlich gegeben hat, konnten diesen „Volksglauben“, von dem ja auch Dürer berichtet, bestätigen. In abgemilderter, auf Todesfälle in der Verwandtschaft bezogener Form wurde er noch im 19. Jahrhundert in Oberbayern angetroffen: „Als ich in Vogtareuth (Rosenheim) im Dienst war, zeigten sich auf den Aermeln meines Hemdes ohne erklärbare Ursachen mehrere schwarze Kreuze; meine Tante erklärte aus Erfahrung, daß innerhalb eines Monats jemand aus unserer Familie sterben werde; in 14 Tagen starb ein Geschwisterkind. Etliche Jahre darauf erblickten wir in Aibling auf dem frischgewaschenen Tischtuch 3 schwarze Kreuze von 3 cm Durchmesser; waren selbst bei wiederholtem Waschen nicht herauszubringen. Wieder folgte ein Todesfall in der Verwandtschaft."[78] Von diesen volkstümlichen Todesvorzeichen gab es allerdings eine so große Zahl, dass Ludwig Strackerjan spöttisch bemerkte, der Abergläubische müsste sich eigentlich wundern, dass „überhaupt noch ein Mensch am Leben ist“.[79]

Ein spezifisches Wissen über frühere Kreuzfälle, das die Gelehrten selbstverständlich aus Geschichtswerken abrufen konnten, braucht man im „Volk“ nicht vorauszusetzen, wenn man davon ausgeht, dass auch kreuzförmige Flecken auf der Kleidung als Todesvorzeichen betrachtet werden konnten, wie das im 19. Jahrhundert der Fall war. Solche Flecken konnten ja – etwa beim Waschen – auf verschiedenste Weise „natürlich“ entstehen. Um so mehr musste es entsetzen, wenn die Kreuze aus dem Himmel auf die Kleider fielen.

Wie man die Kreuze und sie begleitenden Muster auf den Textilien oder der Haut als Leidenswerkzeuge Christi interpretiert hat, soll im folgenden gezeigt werden.

Wappen und Waffen des Erlösers: Verehrung der Leidenswerkzeuge („Arma Christi“)[Bearbeiten]

In der Zeit um 1500 war die Passionsfrömmigkeit, die religiöse Praxis, sich mit dem Leiden Christi auseinanderzusetzen, besonders ausgeprägt. Bei dem Versuch, die einzelnen Stationen nachzuvollziehen, spielten die Leidenswerkzeuge (Kreuz, Dornenkrone, Lanze usw.) eine große Rolle. Sie galten als Waffen (arma) Christi, mit denen er den Erlösungs-Sieg über den Tod errungen hat, aber auch als heraldische Zeichen, die für den Heiland standen, also als seine Wappen. Wollte man sich meditativ in sein Leiden versenken, waren die Arma Christi „ein ideales mnemotechnisches Andachtsbild für die Passionsfrömmigkeit“.[80] Bilder der Arma Christi waren allgegenwärtig, sie waren damals wohl jedem bekannt.

Häufig berichten die Quellen, dass neben Kreuzen auch Darstellungen der anderen Marterwerkzeuge Christi auf den Textilien und Körpern, die vom „Kreuzregen“ betroffen waren, zu sehen waren.[81] Wenn ein ölartiger Niederschlag auf Textilien verläuft, entstehen Formen, die man – gemäß den zeitgenössischen Seh-Konventionen – als bildliche Darstellungen bekannter Objekte interpretieren konnte (vergleichbar den Klecksographieen des Rorschach-Tests). Wenn man in den Kreuzen das christliche Symbol sah, lag es nahe, in einem langen Strich die Lanze und in einem ausgefaserten Kreis die Dornenkrone zu erkennen. Auseinanderstrebende Striche konnten eine Geißel sein. Auf dem linken Schenkel des Hirten von Haiterbach wollte man sogar eine Figur mit einem Säckel am Hals erkennen: „sagt der gemain es wer ain figur als Judass“.[82] Man deutete dieses Bild also allgemein als den Verräter Judas.

Die Annahme erscheint plausibel, dass die Deutungen der 1501–1503 sichtbaren Zeichen auf den Kleidern und Leibern der Menschen als Arma Christi der ohnehin schon weit verbreiteten Verehrung der Leidenswerkzeuge weiteren Aufschwung verliehen. Bedenken gegen diese Frömmigkeitspraxis formulierte der Kölner Gelehrte Gerhard von Harderwijk in seiner lateinischen Abhandlung Quaestio de crucibus über die Kreuzerscheinungen: „Viele verehrten sie, als wenn ihnen etwas Göttliches innewohnte, während sie doch nur wie alle Bilder auf das Dargestellte an sich [...] hinweisen sollten“.[83] Während die meisten in den Kreuzen und Leidenswerkzeugen eine Aufforderung sahen, Kreuz und Arma Christi stärker zu verehren, vertrat Harderwijk das Gegenteil: Gott lasse diese Wunder als Warnung vor der überflüssigen Verehrung der Arma Christi zu.

Gelehrte lateinische Deutungen[Bearbeiten]

Die gelehrten lateinischen Abhandlungen sollten Orientierung für die lateinkundige Elite bieten, also vor allem für die akademische Welt an den Universitäten, die Geistlichen in den Pfarreien und Klöstern und die juristisch gebildeten Beamten. Anders als die meisten deutschsprachigen Texte legten sie viel Wert auf eine historische Einordnung. Die Kreuzwunder waren in dieser Sicht nur der jüngste Fall einer langen Reihe von Wunderzeichen seit biblischer Zeit und der Antike.

Der Umkreis des Königs[Bearbeiten]

Maximilian umgab sich nicht nur gern mit Gelehrten, er war für die Verwirklichung seiner ambitionierten Pläne auf sie angewiesen. So arbeiteten in einer Art historischem Sonderforschungsbereich Historiker daran, die habsburgische Genealogie zu erforschen. Dies war Teil eines übergreifenden „Ruhmeswerks“, das unter dem Leitbegriff Gedechtnus stand.[84] Nicht alle dieser Hofgelehrten waren Humanisten im eigentlichen Sinn, für die die Wiedergeburt der Antike im Mittelpunkt stand.

Ansichten und Interessen des Königs und seiner gelehrten Berater waren nicht deckungsgleich, sie gingen aber in die gleiche Richtung. Die Humanisten verehrten Maximilian und verbreiteten seinen Ruhm in ihren Dichtungen, sie hofften auf einen patriotischen Aufbruch mit dem Herrscher. Es gab einen lebhaften Austausch zwischen Maximilian und den Gelehrten, aber natürlich auch zwischen den Gelehrten untereinander (obwohl diese Konkurrenten um die Gunst des Königs waren).

Am 15. Mai 1501 sandte Johann von Horn, Bischof von Lüttich an Maximilian einen langen lateinischen Bericht über die neuerdings aufgetretenen Kreuzwunder. Der Bischof hat sie sorgfältig geprüft und ist sich sicher, dass kein Betrug vorliegt. Er erinnert den König an die Gespräche über den Türkenkrieg und ruft ihn nun dazu auf, das Kreuz zu nehmen und die Türken zu vertreiben. Angeschlossen werden eine Reihe historischer Beispiele, die ebenso zum Vertrauen wie zur Vorsicht mahnen.[85] Das war das, was der König lesen wollte, der darauf brannte, einen Kreuzzug gegen die Türken zu führen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Gelehrte am Königshof auf das Lütticher Schreiben, das eine kleine Abhandlung darstellt, eingewirkt haben.

Wie der Austausch zwischen dem König und einem theologischen Berater ablief, geht aus den Quellen zum Füssener Aufenthalt des Straßburger Predigers Johann Geiler von Kaysersberg im Juli 1503 hervor. Der König wollte, so eine Füssener Aufzeichnung, wissen, was die Kreuze, die allenthalben vom Himmel fielen, zu bedeuten haben und beorderte den Straßburger Theologen nach Füssen. Über die Gespräche wurde strenges Stillschweigen vereinbart, aber Geiler berichtete seinem Freund Jakob Wimpfeling etwas über die Art und Weise der Konversation. Nach einem ungezwungenen Gespräch sei der Dialog schriftlich weitergeführt worden (offenbar auf Latein). Der König habe seine Meinung formuliert und Kaysersberg jeweils Satz für Satz Stellung nehmen müssen.[86]

Im gleichen Jahr 1503 empfahl sich der Freiburger Jurist Jakob Mennel dem König mit einer lateinischen Abhandlung – datiert Freiburg, 25. August 1503 – über Wunderzeichen (De signis, portentis atque prodigiis tam antiquis quam novis cum eorundem typis et figuris). Die Handschriften (Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 4417* und Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, HB XI 3) sind mit kolorierten Federzeichnungen des sogenannten Mennel-Meisters geschmückt.[87] Der Text behandelt Vorzeichen und Wunder von der Sintflut bis zur Gegenwart und geht auch auf die Kreuzwunder ein. Abgebildet ist unter anderem das Mädchen aus Leidringen (siehe unten), auf dessen Körper Kreuze und viele andere Zeichen zu sehen waren.[88]

Schon am 25. Dezember 1501 hatte Joseph Grünpeck, den man als zumindest zeitweiligen Hofastrologen Maximilians betrachten kann, dem königlichen Sekretär Blasius Hoelzel in Linz eine lateinische handschriftliche Abhandlung über Wunderzeichen gewidmet (Prodigiorum, potentorum, ostentorum et monstrorum interpretatio), in der er die aus der antiken und neueren Geschichte bekannten Zeichen vor dem Hintergrund der aristotelischen Naturphilosophie und der Theologie zu erklären versuchte.[89] Das Autograph befindet sich in der Universitätsbibliothek Innsbruck (Cod. 314).[90] Eine der Federzeichnungen zeigt Grünpeck und Hoelzel vor einem Himmel voller Kreuze und anderer Leidenswerkzeuge Christi.

Gedruckt wurden zwei weitere Werke des Humanisten, die auf die Kreuzwunder Bezug nehmen. Die Neue Auslegung der seltsamen Wunderzeichen[91] ist ein im Anschluss an den Reichstag von Konstanz 1507 entstandener offener Brief an die Fürsten, die ihre Uneinigkeit aufgeben und Maximilian bei seinem Rom- und Türken-Kreuzzug unterstützen sollen. Die jüngsten Wunderzeichen seien Vorzeichen eines nahen Unglücks, wenn die Fürsten bei ihrer Uneinigkeit blieben.[92]. Die Überlegungen werden fortgeführt in Grünpecks Hauptwerk, dem lateinisch und deutsch 1508 erschienenen Speculum naturalis, coelestis et propheticae visionis/Ein spiegel der naturlichen himlischen vnd prophetischen sehungen aller trübsalen, angst, vnd not.[93]

Für Grünpeck war eine natürliche Erklärung der außergewöhnlichen Vorkommnisse nicht ausgeschlossen. Er „betonte aber zugleich, daß in solchen Fällen die Natur nicht nach einer autonomen, zwangsläufig sich ergebenden Gesetzlichkeit operiere, sondern lediglich die Wirkung und Vorsehung Gottes unterstütze“.[94] Bei dem Niederschlag, der zu den Kreuzen führt, schlug Grünpeck im Spiegel ein Wetter-Phänomen als Erklärung vor: Ihre Materie komme von einem trockenen heißen Dunst, der in die oberste Luftschicht aufsteige und in der Mitte Feuchtigkeit aufnehme. Das Ausfließen der Figuren der Kreuze und Leidenswerkzeuge geschehe natürlich.[95]

Der italienische Humanist Giovanni Francesco Pico della Mirandola verfasste 1505 ein langes lateinisches Gedicht Staurostichon über die Kreuzwunder.[96] Die Inspiration dafür führt er auf ein Gespräch mit Maximilian zurück. Pico unterstützt Maximilians Deutung der Wunderzeichen als Mahnung zum Türkenkrieg. Die Erstausgabe im Rahmen einer Werkausgabe Picos erschien in Straßburg 1506/07.[97] Der Jurist Jakob Spiegel schrieb dazu einen pedantischen Kommentar in Prosa, gedruckt in Tübingen 1512.[98]

Zu den Hofgelehrten Maximilians zählte auch der Benediktinerabt Johannes Trithemius, der bereits als Verfasser wichtiger Chronikeinträge zu den Kreuzwundern erwähnt wurde. Allerdings gab nicht Maximilian, sondern der „Gegenspieler“ des Königs auf der Seite der Stände, der Mainzer Erzbischof Berthold von Henneberg, bei Trithemius eine verlorene lateinische Schrift über die Kreuzwunder in Auftrag.[99]

Welche politischen Konsequenzen Maximilian aus den Diskussionen über die Kreuzwunder zog, wird unten darzustellen sein.

Der Umkreis des päpstlichen Legaten Peraudi[Bearbeiten]

Rastlos durchquerte der Kardinal-Legat Raimund Peraudi ab 1501 Deutschland, um als päpstlicher Kommissar für den Jubiläumsablass (für das Heilige Jahr 1500) zu werben, dessen Einnahmen für den Türkenkrieg vorgesehen waren. Dabei geriet er in Konflikt mit Maximilian, der diese beträchtlichen „Kruziatgelder“ (Kreuzzugsgelder) für seine eigenen Pläne verwenden wollte und dies letztlich auch durchsetzen konnte.[100]

Für Peraudi als Prediger war die Klärung der naheliegenden Frage, ob die Kreuzfälle als göttliche Botschaft mit dem geplanten Kreuzzug zusammenhingen, von besonderer Bedeutung. Durch das Mirakelbuch von Eberhardsklausen wird dieses Interesse Peraudis an den Wunderzeichen schlüssig belegt.[101] Peraudi wurden nach Aussage dieser Quelle Bilder von den Ereignissen in der Konstanzer Diözese (Leidringen und Haiterbach) zugesandt. Der Kardinallegat hatte zudem bei der Kölner Universität angefragt, welche Ursachen die Kreuze hätten. Nur die Theologenfakultät antwortete, die anderen Fakultäten hatten sich für nicht zuständig erklärt. Sie kam – wenig überraschend – zu dem Schluss, die Erscheinungen seien als göttliche Warnung zur Umkehr zu verstehen.

Die kurze 1503 in Köln gedruckte Determinatio des französischen Dominikaners Jean Capet, die die Kreuzwunder erläutert, wurde nach Angabe der Titelseite von Peraudi selbst veranlasst. Sie stimme, heißt es dort weiter, mit der Meinung der Kölner theologischen Fakultät überein. [102].

Indirekt steht der Baseler Druck (ca. 1503) der Collectio de crucibus des niederländischen Franziskaners Libertus von Broeckem mit Peraudi in Verbindung. Hieronymus Emser, der als Herausgeber fungierte und damit sein erstes literarisches Werk ablieferte, war nämlich Sekretär Peraudis.[103] Auf dem Titelblatt gab Emser ein kurzes lateinisches Gedicht bei. Die ersten beiden Verse lauten in Übersetzung[104]:

Wen die blut'gen Mirakel des Kreuzes in Schrecken versetzen,
Der beweine gebeugt, was er in Sünden verlebt.

Die Auslegung der Wunderzeichen durch Libertus fasst Rudolf Berliner zusammen: „Sie seien Zeichen des Zornes Christi über die geringe Verehrung, die seinem Kreuze zuteil wurde [...], über die rückfälligen Sünder und über die Verkürzung der priesterlichen Rechte und Immunitäten. Sie sollten den Übermut der Frauen warnen und die Fürsten zum Kreuzzug aufrufen“.[105]

Auf die Quaestio de crucibus (1501)[106] des Kölner Professors Gerhard von Harderwijk ist bei der Besprechung der Arma Christi bereits hingewiesen worden. Sie wurde 1508 nochmals als Teil einer Ausgabe der Swidbert-Legende abgedruckt[107] und im Eberhardsklausener Mirakelbuch abgeschrieben. In einer Handschrift aus dem Jahr 1507 wurde sie ebenfalls kopiert (eine Druckabschrift).[108]

Der Tübinger Universitätskanzler Johannes Nauclerus sandte Peraudi, sagt das genannte Mirakelbuch, die Abbildung des Haiterbacher Schäfers.[109] Seine (1516 postum in Tübingen 1516 erschienene) Weltchronik schloss er 1501 pessimistisch mit einem ausführlichen Bericht über die Kreuzwunder 1501, wobei er den Brief des Lütticher Bischofs an Maximilian verwerten konnte.[110] Ebenfalls in Tübingen lehrte der Humanist Heinrich Bebel, der in seinem 1502 begonnenen ständekritischen lateinischen Epos Triumphus Veneris die Wunderkreuze kurz anspricht als Mahnung Gottes, zu den Tugenden zurückzukehren.[111] Professor in Tübingen war zeitweilig auch Bebels Schüler Michael Köchlin. Von einem verlorenen lateinischen Dialog Köchlins erfährt man, dass das erste Buch über Aufstieg und Niedergang der Reiche seinen Ausgang von den Kreuzregen 1503 nahm.[112]

Für Peraudi war das Sammeln der Ablassgelder primär ein religiöses Anliegen. Aus der ablassfeindlichen Sicht der Reformation kommentiert der Berner Chronist Anshelm, die Bußgesinnung angesichts der Kreuzwunder habe nicht lange angehalten, aber „so ward im schrecken der Römsch ablassmarkt treffenlich gefürdret und besseret.“[113] Peraudi wird als frommer, persönlich integrer Mann beschrieben, aber er war dem machtpolitischen Poker mit dem König und den deutschen Fürsten offenbar nicht gewachsen. Maximilian ließ die Ablasstruhen aufsprengen und verwendete das Geld insbesondere für den 1504 ausgebrochenen bayerischen Erbfolgekrieg. Einen Kreuzzug hat er nie geführt.[114]

Deutschsprachige Publizistik: Druckschriften verbreiteten die Wunder im Land[Bearbeiten]

Deutschsprachige gedruckte Flugschriften wandten sich an ein überwiegend gebildetes Publikum, das Latein nicht oder nur schlecht beherrschte und sich von ihnen Information und Orientierung erhoffte. Über Erzählungen im Familien- und Bekanntenkreis konnten die Inhalte auch an Menschen gelangen, die selbst nicht lesen konnten.

Der berühmte Nürnberger Briefmaler Georg Glockendon der Ältere († 1514) brachte 1501 einen Einblattdruck heraus, der sich auf Vorkommnisse vom Mai 1501 bei Maastricht (Mastryer vnnder Ach) bezieht. Ein Exemplar wurde in eine Dresdener Handschrift eingeklebt. [115] Die im oberen Teil des Blatts abgebildeten Zeichen (verschiedene Kreuzformen) seien am 13. Mai 1501 auf den Schleier eines jungen Mädchens gefallen, das sie auswusch. Acht Tage später seien die Zeichen des unteren Teils (sie sind den Arma Christi erkennbar nachgebildet) erneut auf sie gefallen. Nachrichten davon seien nach Nürnberg gelangt (Nürnberg erweist sich einmal mehr als wichtiges Nachrichtenzentrum). Die knappe Erläuterung schließt: Wie der Allmächtige es angesichts solcher wunderbarer und erschreckender Figuren und Gestalten mit den armen Sündern („vns armen sundern“) halten wolle, sei der göttlichen Gnade überlassen. Ein davon verschiedener Einblattdruck blieb eingeklebt im Nürnberger Geschlechterbuch des Lazarus Holzschuher erhalten.[116]

Das größte Aufsehen erregte zwei Jahre später der Fall der 14jährigen Margaretha Bruch in Leidringen (zwischen Oberndorf am Neckar und Balingen)[117]. Mit Ausnahme des linken Beins war der Körper der jungen Frau mit Kreuzen und den Marterwerkzeugen Christi übersät. Freimütig zeigte sie sich nackt, nur ihre Scham blieb bedeckt, berichtet der Villinger Chronist Heinrich Hug[118]. Von weit her kam man, um sie zu besichtigen. Dass die Zeichen der „hübschen tochter“ von einem Schäfer aufgemalt worden seien und nachträglich sich als falsch herausstellten, behauptet nur der Berner Chronist Valerius Anshelm.[119] Da er aus protestantischer Sicht solche Wunder ablehnte, ist seine Nachricht aber alles andere als unparteiisch. Vermutlich auf Margaretha Bruch bezieht sich ein Bericht des venezianischen Gesandten Sanuto vom 30. Juli 1503, der angibt, das Mädchen (ein Bild legte er bei) habe sich zeitweilig am Königshof aufgehalten und sei an den Zeichen verstorben.[120] Als man 1949 bei Grabungen in der evangelischen Leidringer Kirche in der Nähe des Altars einen Schädel und zwei gut erhaltene dunkelblonde Zöpfe auffand, die nach Untersuchung durch einen Zahnarzt einer jungen weiblichen Person gehörten, wollte man darin die sterblichen Überreste der Margaretha Bruch sehen, die man vor Ort als Fall einer Stigmatisation betrachtete. Der Schädel befindet sich im Osteologischen Seminar der Universität Tübingen, die Zöpfe verwahrt die Kirchengemeinde Leidringen.[121]

Frieder Schanze stellte 1992 auf einen bei Matthias Hupfuff in Straßburg erschienenen Einblattdruck – ein beschnittenes Exemplar verwahrt die Universitätsbibliothek Tübingen – und seinen Nürnberger Nachdruck vor.[122] Er überliefert ein Gedicht, als dessen Verfasser sich am Ende ein Galienus Endringer (vermutlich aus dem Elsass) nennt.

Schanze blieb unbekannt, dass Paul Schmid in der Lokalliteratur des Oberen Neckars und in den Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichte 1930[123] auf ein Exemplar des Straßburger Druckes, das er in einem Sammelband des Speyerer Notars Johannes Jochgrim in der Pariser Nationalbibliothek entdeckt hatte, aufmerksam gemacht hatte. Für Schmid war das Blatt die Quelle des kurzen lateinischen Eintrags zum Leidringer Fall in den Melker Annalen[124]

Die Reimpaardichtung des Galienus Endringer, 1847 von Johann Scheible modernisiert abgedruckt[125], datiert das Leidringer Ereignis auf den 8. Juni 1503. Ob es von Gott, dem Teufel oder der Natur stammt, solle man nicht zu sehr erkunden. Wer von den Kreuzen betroffen sei, rät Endringer, solle sich nicht zu sehr erschrecken, sondern Gott dankbar sein und sich an seine Gebote halten. Er solle fünf Vaterunser und fünf Ave Maria beten. Endringer wendet sich gegen blasphemische Schwüre und lässt eine Ständekritik in Form einer kurzen Prophetie folgen. Er benützt also das Leidringer „Wunder“, um die Mißstände der Zeit anzusprechen und die Menschen zur Einkehr und Buße aufzurufen.

Ein weiterer, von den bisher genannten verschiedener (nachträglich kolorierter) Holzschnitt mit der Darstellung der Margaretha Bruch findet sich eingeklebt in der Chronik der Stadt Hall in Tirol von Franz Schweyger.[126]

Wohl ebenfalls ins Jahr 1503 gehört ein weiterer Einblattdruck mit einem weiteren Gedicht Endringers. „Allen Bibliographen unbekanntes, sehr seltenes und kurioses Flugblatt“, pries der Katalog 92 des Antiquariats Jacques Rosenthal 1931 das Stück an. Es ist heute verschollen. Daher muss man sich mit der knappen Beschreibung und der Abbildung des Holzschnitts von 1931 begnügen[127] Als Drucker wurde mit Vorbehalt Matthias Hupfuff bestimmt. Zu Heyterbach in würtenbergischem [lant vff] Ulrich schäfer sindt gefallen dis zeichen allesant dürfte die Überschrift sein. Das Gedicht von 103 Versen beginnt:

Mensch sich an die erschrecklich vnd seltzam figur
Betracht vnßern schöpffer vnd din schnöd creatur[128]

Das Gedicht sei größtenteils eine Ermahnung zur Buße. Erst am Ende wird erzählt, dass die abgebildeten Zeichen auf den Schäfer Ulrich von Haiterbach gefallen seien. Der Rat von Haiterbach verwahre die Abbildung unter dem Stadtsiegel (sie wurde also amtlich beglaubigt). In Hugs Villinger Chronik wird als Datum der 29. Juni 1503 angegeben. [129]

Von der oben erwähnten gedruckten lateinischen Schrift des Libertus gab es auch eine deutsche Übersetzung Uslegung, und betütnus der crutz, so yetzo fallen, auf deren Titel die Kreuze abgebildet waren.[130]

Anders als die bisher genannten Schriften blieb die Ständesatire Das Windschiff aus Schlaraffenland bis zu ihrer Erstausgabe durch Erich Kleinschmidt im Jahr 1977 ungedruckt. Das nur in einer Donaueschinger Handschrift (heute Badische Landesbibliothek Karlsruhe, Cod. A III 2) überlieferte Werk wurde von einem nicht identifizierbaren Medizinstudenten der Universität Mainz aus Stuttgart wohl im Jahr 1504 verfasst. Im Kapitel Von den crützern (Verse 1012–1147) sagt der Autor zunächst, dass er die „grusenliche[]“ Dinge mit eigenen Augen gesehen habe: „von crutzen wachsen in den hemden“ (Vers 1017). Er verweist auf die (aus der Weltchronik Schedels bezogene) Nachricht eines Kreuzfalls bereits im Jahr 962 und geht schließlich unvermittelt auf den Schwabenkrieg 1499 über.[131]

Nur eine kurze Anspielung auf die Kreuzwunder enthält die nur in einer einzigen Colmarer Handschrift überlieferte Reformschrift (1498/1510) des sogenannten Oberrheinischen Revolutionärs. Wir haben uns nicht gebessert, meint er, als die Blattern (gemeint ist die Syphilis) kamen und noch viel weniger, als „die crutz fielen vff die menschen vnd sy verbranten“.[132]

Bemerkenswerte Bilddokumentation[Bearbeiten]

Zu den zeitgenössischen Zeugnissen für die Wahrnehmung und Deutung der Kreuzwunder zählen auch die gedruckten und handschriftlich überlieferten Bilder, die damals von den Kreuzen und weiteren Zeichen angefertigt wurden. Bereits behandelt wurden die Illustrationen gedruckter Flugblätter und Schriften sowie die handschriftlichen Werke Mennels und Grünpecks. Auf dem Titelblatt einer 1502 gedruckten astrologischen Prophezeiung des Straßburger Astrologen Hans Schrotbank[133], die selbst nicht Bezug auf die Kreuze nimmt, ist eine Art Kreuzregen zu sehen – möglicherweise nicht die einzige druckgraphische Darstellung außerhalb des Kreises thematisch einschlägiger Werke.

Dürers Handzeichnung einer Kreuzigungsdarstellung, die auf dem Hemd einer Nürnberger Magd sichtbar war, steht nicht allein. In eine Handschrift des Klosters Tegernsee wurden rote Kreuze und Zeichen eingezeichnet, die nach der Beischrift von der Hand des Klosterbibliothekars Konrad Sartori 1501 in Mastrier bei Aachen gefallen seien – vielleicht wurden sie vermittelt durch das Flugblatt Glockendons, das ebenfalls diese Ortsangabe enthält.[134] Acht kleine Kreuzlein sind – wohl nach der handschriftlichen Vorlage von Clemens Jäger – in die 1668 gedruckte Bearbeitung des Fuggerischen Ehrenspiegels aus der Mitte des 16. Jahrhunderts durch Sigmund von Birken aufgenommen worden.[135] Auch die Chronik eines Bürgers aus Beek bei Maastricht enthält solche Kreuzzeichnungen[136]

In einer Kopie der Zürcher Chronik des Gerold Edlibach sind die Gestalten der Margaretha Bruch zu Leidringen (nur als Jungfrau aus einem Dorf bei Rottweil bezeichnet) und des (als Betrüger verbrannten) Mathis Furtmüller abgezeichnet. Daneben stehen vergrößert nochmals die Zeichen auf dem Körper des Mannes.[137] Im Mirakelbuch von Eberhardsklausen wurden die wunderbaren Zeichen ebenfalls abgezeichnet. Anscheinend handelt es sich um sechs Abbildungen, wobei weder die Jungfrau aus Leidringen noch der Schäfer aus Haiterbach fehlen. Glaubt man dieser Quelle, gab es einen Kölner Druck zum Fall Leidringen. Zum Bild aus Haiterbach erfährt man, dass es von Johannes Naukler 1503 an Peraudi geschickt wurde. [138]

Nicht erhalten sind Kritzeleien eines Regensburger Steuerschreibers, der die Kreuze, begleitet von einer entsprechenden chronikalischen Notiz, in seine Steuerrechnung malte[139], und eine farbige Abbildung, die Marcus Welser in Augsburg um 1600 dem Jesuiten Jakob Gretser zeigte[140]. Von dem Haiterbacher Schäfer erfährt man, er habe die Zeichen auf seiner Haut von den Malern aus Rottenburg am Neckar und allen, die es wollten, „abkutterfiren“ (abzeichnen) lassen.[141] Der venezianische Sekretär Sanuto legte ein Bild des Mädchens (wohl die Leidringer Margaretha Bruch), das auf seiner Haut in roter Farbe alle geheimnisvollen Zeichen des Leidens Christi trug und daran verstorben ist, seinem Bericht vom 30. Juli 1503 bei[142] – womöglich ist es im Staatsarchiv Venedig noch erhalten.

Sowohl die Druckgrafik als auch die erhaltenen oder bezeugten Handzeichnungen lassen erkennen, dass man um 1500 eine reine Beschreibung mit Worten ungenügend fand. Man darf dies ohne weiteres mit einer „Konjunktur“ der Bilder in der Renaissance-Kunst und ihrem Bemühen, die Natur getreuer wiederzugeben als bisher, zusammenbringen. Zugleich waren die Kreuzzeichen so etwas wie ein Bilder-Rätsel, ein Geheimnis, dem man womöglich bei ausdauernder Betrachtung auf die Spur kommen konnte. Und sie waren Andachtsbilder, da sie das Kreuz Christi (in den verschiedensten Variationen) und seine „Waffen“ abbildeten und somit Gegenstand frommer Versenkung werden konnten.

Reaktionen[Bearbeiten]

Mit den angsteinflößenden Wunderzeichen konfrontiert, mussten sich die Menschen Gedanken machen, ob sie Konsequenzen für ihr Verhalten ziehen wollten. Sicher haben viele Menschen mit verstärkter Frömmigkeit, mit Gebeten und Besuch der Kirchen oder auch dem Kauf von Ablässen auf die Erscheinungen reagiert. Heinrich Ulmann war überzeugt, dass „die religiöse Stimmung durch die Schauer des Geheimnisses erhöhten Schwung erhielt“.[143]

Womöglich hat die Erschütterung durch die Zeichen in einigen Fällen zu dauerhaften Stiftungen (etwa von Messen) geführt. Man könnte auch an die Stiftung von Altären und Kunstwerken denken, doch ist bislang nichts dergleichen bekannt geworden. Gut bezeugt ist nur die zeitweilige Abhaltung von Prozessionen als Reaktion auf die Kreuzwunder.

Zur gleichen Zeit befanden sich italienischsprachige Pilger, meist Weltgeistliche, auf mehrjähriger Wallfahrt, die nördlich der Alpen durch ihre ungewöhnliche Askese und besondere Andachtsübungen auffielen. Sie führten ein kleines Holzkreuz mit sich. Pico della Mirandola sagt in seinem lateinischen Gedicht über die Kreuzwunder, sie hätten die Innsbrucker zum gleichen frommen Eifer, also zum Wallfahren, entzündet.[144] Auch aus anderen Quellen scheint hervorzugehen, dass sich viele diesen Pilgern anschlossen.[145] Dass dies aufgrund direkter Erfahrung der Kreuze geschah, ist bislang allerdings in keinem Fall nachweisbar. Es erscheint jedoch plausibel, dass Pilger- und Wallfahrtaktivitäten in den Jahren nach 1500 auch durch die Kreuzregen beeinflusst wurden. In den Niederlanden machte sich ein Zug von Pilgern auf, die als Kreuzfahrer gegen die Türken kämpfen wollten und die das mit kleinen roten Kreuzen bedeckte Hemd eines Mädchens wie eine Fahne mit sich führten. Sie konnten ein Empfehlungsschreiben des Bischofs von Lüttich vorweisen.[146]

Die Laienfrömmigkeit der Zeit um 1500 war zwar ein „Nährboden für religiös-soziale Bewegungen und Revolten“[147], aber ein Zusammenhang ist zumindest bei den Kreuzwundern nicht sicher zu belegen. Dies betrifft auch den Untergrombacher Bundschuh-Aufstand im Hochstift Speyer, den man mit ihnen in Verbindung brachte.[148]

Prozessionen und Gebete[Bearbeiten]

Prozessionen zur Krisenbewältigung abzuhalten, war in den spätmittelalterlichen deutschen Städten ein eingespieltes Ritual.[149] Mit den gemeinschaftlichen „Kreuzgängen“ wollte man die Gnade Gottes erflehen, wenn die Pest, eine Hungersnot, Kriegsereignisse oder andere Katastrophen das Gemeinwesen erschütterten. Von den oben aufgelisteten Orten hat man nach Aussage der jeweils angegebenen Quelle mindestens in Augsburg, Hall in Tirol, Konstanz, Memmingen, Regensburg, Straßburg, Utrecht, Weißenhorn und Zurzach Prozessionen veranstaltet.

Doch nicht nur die Städte, auch der König und die Diözesanbischöfe veranlassten Prozessionen[150]. In Straßburg befahlen im Juni 1503 sowohl der Bischof als auch die Stadt je eine Prozession, wobei, wie erwähnt, das Mandat des Bischofs in gedruckter Form verbreitet wurde.[151] Selbst in Metz in Lothringen ordnete man eine Prozession an, wobei man vor dem Kruzifix den lateinischen liturgischen Gesang O crux gloriosa anstimmte. Ob die Kreuze in Metz selbst gesehen wurden oder ob man die Prozession nur auf die Nachrichten vom Rhein Ende 1500 hin anberaumte, geht aus der Quelle nicht deutlich hervor.[152]

Je länger die Erscheinungen andauerten, um so weniger Ängste lösten sie vermutlich aus. Ein Gewöhnungseffekt trat ein. So ist es wohl zu erklären, dass 1503 in Memmingen zwar die erste Prozession, an der sich viele Jungfrauen beteiligten, großen Zulauf hatte, die zwei folgenden jedoch weniger.[153]

Hexenverfolgung: nur in Rosenfeld?[Bearbeiten]

Für die Zeitgenossen war klar, dass die Möglichkeit bestand, dass die Kreuzwunder nicht göttlichen Ursprungs waren. Es konnte ja auch der Teufel die Hände im Spiel haben. Als Verbündete des Teufels galten die Hexen. Soweit bekannt, bezeugt aber nur der Berner Chronist Valerius Anshelm, dessen Chronik erst aus der Zeit nach der Reformation stammt, dass etliche Hexen bekannt hätten, sie hätten die Kreuze ausgesät. Zwei Hexen seien in Rosenfeld verbrannt worden.[154] Anhand anderer Quellen ist diese Nachricht nicht überprüfbar. Weitere Hexenprozesse aus Anlass der Kreuzwunder wurden bislang nicht aufgefunden.

Politische Instrumentalisierung durch Maximilian I.[Bearbeiten]

König Maximilian ging im umfangreichen Gründungsmanifest der St.-Georgen-Gesellschaft vom 12. November 1503 – sie sollte eine Sammlungsbewegung vor allem der Herrschaftsträger für den geplanten Türkenkrieg werden – einleitend außergewöhnlich detailliert auf verschiedene Wunderzeichen ein, die in seiner Regierungszeit bisher vorgefallen waren.[155] Er begann mit dem Ensisheimer Donnerstein von 1492 (einem Meteoriten) und würdigte auch die Sichtungen der Kreuze seit 1501. Alle diese Mahnungen Gottes seien trotz Maximilians eindringlichen Hinweisen darauf nicht beachtet worden. Die Regesta Imperii formulieren die Punkte 4 und 5 der Stiftungsurkunde so: „(4) Um die christliche Welt und die Deutsche Nation zu bekehren, läßt Gott jetzt abermals die Kreuz- und anderen Zeichen seines heiligen Leidens, meist rot- und blutfarbig, an Leib, Kleidern und anderen Stellen von Männern, Frauen und Kindern in den hochdeutschen Ländern, vor allem in Schwaben und Franken, erscheinen, was viele glaubwürdige Augenzeugen berichten und auch KM [Königliche Majestät] selbst gesehen hat. – (5) Weil diese Zeichen mehr bei den Unschuldigen als bei den Schuldigen auftreten, glaubt KM, daß sie sich nicht allein wegen der Sünden der Deutschen Nation ereignen, sondern damit diese als mächtigste und vor allen anderen dazu berufene den Anfang im Kampf gegen die Ungläubigen macht, die Kreuzzugsfahne aufwirft und dadurch die anderen christlichen Nationen mitreißt.“[156] Auch in etlichen weiteren Verlautbarungen Maximilians begegnet der Hinweis auf den Kreuzregen.[157] Dass Maximilian Prozessionen aus Anlass der Kreuzwunder veranstalten ließ, wurde bereits erwähnt. Selbst an die Schweizer Eidgenossen wandte er sich im Dezember 1503 um sie aufzufordern, sich angesichts der zunehmenden Wunderzeichen und Plagen seinen Maßnahmen (Bestrafung von Gotteslästerern und anderer öffentlicher Sünder sowie Prozessionen) anzuschließen.[158]

Maximilian legitimierte mit den Kreuzwundern seine Kreuzzugspläne, er nutzte sie also zu machtpolitischen Zwecken. „Der König spielte die Rolle eines Vollziehers des durch die Wunder offenbarten göttlichen Willens bis aufs Aeusserste“, formulierte Eberhard Gothein.[159] Die Finanzierung des Türkenkriegs sollte durch die Ablassgelder sichergestellt werden, die der päpstliche Gesandte Peraudi eifrig einsammelte. In äußerster finanzieller Bedrängnis vereinnahmte Maximilian ab Ende 1502 die frommen Spenden; der Papst schwieg dazu, die Opposition der Stände nahm es hin. Ein Kreuzzug kam nicht zustande, aber die Gelder halfen Maximilian, den bayerischen Erbfolgekrieg zu finanzieren.

Der Umgang des Herrschers mit den Wundern muss differenziert betrachtet werden. Es kann natürlich keine Rede davon sein, dass der Habsburger alle Kreuzwunder selber inszeniert hat, wie ein englischer Autor im Jahr 1807 mutmaßte.[160] Maximilian war aufgeschlossen für die Astrologie und die Magie, er liebte das Wunderbare und Geheimnisvolle.[161] Und er suchte den Kontakt zu Gelehrten, die ihm bei seinem Streben nach Erkenntnis auf diesem Gebiet helfen konnten (siehe oben). Von Trithemius erhoffte er beispielsweise Aufschlüsse über die gelehrte Magie. Maximilians „Wunderpolitik“ wurde von den Hofgelehrten mitgetragen, indem sie die Deutungen und Ziele des Königs publizistisch verbreiteten. Der elsässische Humanist Sebastian Brant interpretierte nicht nur den Ensisheimer Donnerstein, sondern eine ganze Reihe anderer „Wunder“ in Flugschriften, um den König propagandistisch zu unterstützen.

Maximilian hat die Wunder politisch für seine Kreuzzugspläne instrumentalisiert. Aber es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass er sie wider besseres Wissen als göttliche Wunder ausgegeben hat. Maximilian war – anachronistisch gesprochen – Esoteriker, zugleich aber auch berechnender Machtpolitiker. Sein fester Glaube an die Kreuzwunder als Ausdruck des göttlichen Auftrags, die Deutschen als Feldherr gegen die Türken zu führen, und sein nüchternes Kalkül erscheinen nur aus heutiger Sicht als Widerspruch.

Die Ausnahmen: Betrügerische Trittbrettfahrer[Bearbeiten]

Dass betrügerische Bettler – wie sie etwa der Liber Vagatorum (1510) vorstellte[162] – die (religiöse) Leichtgläubigkeit ihrer Mitmenschen ausnutzten, kam immer wieder vor.[163] In Einzelfällen hat es solchen Betrug auch bei den Wunderzeichen 1501–1503 gegeben. Die Existenz der Betrüger legt die Schlussfolgerung nahe, dass es genügend nüchterne Beobachter der Phänomene gegeben haben muss.

Ein Müller Mathis Furtmüller bei Biberach, der auf seinem Körper Kreuze und Marterwerkzeuge angebracht und sich auf himmlische Stimmen berufen hatte, bezahlte seinen Betrug mit dem Leben. Graf Andreas von Sonnenberg ließ ihn verbrennen.[164]

Aus Konstanz berichtet die Chronik (Cosmographia) des Notars Beatus Widmer, in der nachösterlichen Zeit 1501 seien schwarze Kreuze vom Himmel gefallen und die Menschen über die „wunderzaichen“ tief erschrocken. Man habe Prozessionen zum Kloster Petershausen und zu anderen Klöstern abgehalten. Ein Schuster habe sich in Arme und Beine Kreuzeszeichen und Martersymbole eingeätzt. So setzte er sich vor Kirchen und „huob vil gelts uff“ (verdiente damit viel Geld).[165]

In Augsburg veranlasste die charismatische religiöse Führerin Anna Laminit (sie aß angeblich nichts), später als Betrügerin enttarnt und 1518 hingerichtet, dass man im Juni 1503 als Reaktion auf die Kreuzerscheinungen eine riesige Prozession (mit angeblich 60.000 Teilnehmern, was aber sicher weit übertrieben ist) unter Beteiligung der Königin Bianca Maria veranstaltete. Schon 1502 sah man die Laminit nach dem ersten Kreuzfall in Augsburg mit einem blutigen Kreuz auf dem Schleier. Darauf angesprochen, tat sie so, als ob sie nichts davon wisse.[166]. Auf der Folter in Freiburg im Üechtland gestand sie später, sie habe das als großes Wunderzeichen angesehene blutige Tüchlein, das auf sie herabgefallen sei, und die blutigen Kreuze auf ihrem Hemd selbst hergestellt.[167] Der Laminit ging es nicht ums Geld, sondern um ihr religiöses Prestige. Sie setzte die falschen Kreuze ein, um die Menschen zur Frömmigkeit anzuhalten.

Aus nachreformatorischer Sicht, die allen „papistischen“ Wunder-Betrug strikt ablehnte, war es nachvollziehbar, die Erscheinungen alle als „erlogen vnd erdachte ding“ zu erklären, wie es die Zürcher Chronik Gerold Edlibachs tat.[168] Es kann aber kein Zweifel daran bestehen, dass betrügerische Machenschaften allenfalls einen kleinen Teil der beobachteten Kreuzfälle erklären können, selbst wenn mit einer Dunkelziffer unentdeckter Betrügereien zu rechnen ist.

Naturwissenschaftliche Erklärungen[Bearbeiten]

Wer an Außerirdische glaubt, für den stellt die eingangs zitierte Passage aus den Niederaltaicher Aufzeichnungen über die gruseligen lebenden Schlangenzeichen womöglich kein Problem dar. Für alle anderen schon.

Bei der Auswertung der historischen Quellen, um eine naturwissenschaftliche Erklärung zu finden, besteht das methodische Problem darin, alles offenkundig Unglaubwürdige wegzustreichen oder so umzuinterpretieren, dass es mit naturwissenschaftlichen Prämissen vereinbar ist. Dieses Verfahren kann leicht zu einem Zirkelschluss verführen, wenn eine vorgefasste Annahme die Auswahl der „glaubwürdigen“ Nachrichten und die Umdeutung der unglaubwürdigen Details bestimmt.

Zuverlässige Aussagen können nur dann erwartet werden, wenn verschiedenste Möglichkeiten unvoreingenommen anhand des gesamten verfügbaren Quellenbestandes geprüft werden. Da eine solche Untersuchung bisher nicht existiert, liegen auch keine belastbaren Angaben zu möglichen natürlichen Ursachen der Kreuzwunder vor. Was bisher vorliegt, sind eine Reihe beiläufiger Bemerkungen, aber keine modernen wissenschaftlichen Kriterien genügende Studie.

Wenn man die Kreuzregen einreiht in die bunte Fülle früherer und späterer Beobachtungen zu ähnlichen Phänomenen, wie dies Studien des 19. Jahrhunderts praktiziert haben[169], läuft man Gefahr, den mitunter sehr unterschiedlichen Berichten eine einzige Ursache zuzuschreiben.

Als vollgültige Erklärung scheiden alle Hypothesen aus, die sich nur auf einen Aspekt der Wunderzeichen-Beobachtungen konzentrieren. Deutungen, die auf den „Blutregen“, also die rote Farbe der Kreuzzeichen abheben[170], können nicht die schwarzen und andersfarbigen Niederschläge, von denen die Quellen sehr häufig sprechen, erklären.

Ebenso ist ernst zu nehmen, dass nicht selten von glühend heißen Niederschlägen die Rede ist. Selbst wenn man die eher abwegige Ansicht, Schwammspinner hätten mit rötlichen Ausscheidungen die Kreuze verursacht (Johann Carl Wilhelm Moehsen im 18. Jahrhundert[171]), ernsthaft in Erwägung ziehen wollte, würden dadurch weder andersfarbige Kreuze noch die Beobachtung über die Temperatur der herabregnenden Partikel erklärt.

Bei der Besprechung des Eintrags in Dürers Gedenkbuch bemerkte Erwin Panofsky, der Blutregen werde durch eine harmlose Alge palmella prodigiosa verursacht.[172] Heinrich Theodor Musper erkundigte sich daraufhin bei einem Botaniker, der diese Ansicht zurückwies, „weil solche Algen zwar an feuchten Mauern oder Baumstämmen grüne Überzüge bilden können, jedoch niemals in abgelöster Form vom Wind in großen Mengen verweht werden“.[173]

Ein Arzt dachte an die Petechien des Fleckfiebers[174], aber diese Deutung ignoriert den Umstand, dass Niederschläge wahrgenommen wurden.

Am schlüssigsten kann die Erscheinung als „Wunderregen“ – Meyers Konversations-Lexikon definiert in seinem instruktiven gleichnamigen Artikel aus dem Jahr 1909: „regenartiger Fall von organischen und unorganischen Substanzen“[175] – eingeordnet werden. Dabei werden die herabfallenden Partikel an anderer Stelle der Erde durch aufsteigende Luft (insbesondere durch Wirbelstürme) hochgetragen. Dies kann vulkanischer Ascheregen oder Passatstaub afrikanischer Herkunft sein, den Christian Gottfried Ehrenberg in einer heute noch zitierten klassischen Studie Passat-Staub und Blut-Regen (1849) untersuchte.[176]

Diese Hypothese sieht aber von den durch die Quellen ja bezeugten Todesfällen ab, und sie erklärt auch nicht die heiße Temperatur der Niederschläge. Bei der Auswertung der Quellen müssen, folgt man dieser Ansicht, alle Zeugnisse als unglaubwürdig weggestrichen werden, in denen es die Rede davon ist, dass Textilien auch in verschlossenen Schränken und Truhen von den Kreuzen befallen wurden.

Für den Medizinhistoriker Justus Friedrich Karl Hecker war 1834 ausgemacht, dass ein Schimmelpilz verantwortlich war.[177] Ein solcher Befall könnte erklären, dass die kreuzförmigen Erscheinungen zunächst unsichtbar wuchsen, bevor sie dann farbenprächtig sichtbar blühten. Auch die Kreuze auf Tüchern in verschlossenen Behältern wären mit dieser Hypothese vereinbar. Ob es möglich ist, dass ein solcher Schimmelpilz plötzlich sichtbar wird, könnten möglicherweise experimentelle Untersuchungen klären. Ein Experiment könnte zusätzlich anhand nachgewebter Leinenstoffe aus der Zeit um 1500 herauszufinden versuchen, ob Gewebe-Eigenschaften, wie von dem Kaufmann Rem vermutet, bei einem solchen Befall (oder auch zu simulierenden Niederschlägen) eine entscheidende Rolle für das Auftauchen von kreuzartigen Mustern spielen können. Unvereinbar mit der Schimmel-Theorie sind aber die Temperatur-Beobachtungen. Angesichts moderner Befunde bei bestimmten Schimmelpilzarten ist es dagegen nicht auszuschließen, dass der Schimmelpilz tödlich sein konnte.

Sollte tatsächlich eine Infektion (womit auch immer) vorgelegen haben, wäre es ohne weiteres denkbar, dass die Verbreitung durch Ansteckung erfolgte. Ebenso ist es möglich, dass bei ohnehin durch Seuchenzüge und Krankheiten geschwächtem Allgemeinzustand Menschen, die an sich die Kreuze (als Todesvorzeichen) wahrnahmen, durch eine Art Traumatisierung zusätzlich belastet wurden. Sie konnten dann leichter Opfer der Pest oder einer anderen Krankheit werden. In einer Familienchronik des 16. Jahrhunderts heißt es zu 1502: Die Franzosenkrankheit (Syphilis) habe danach ein Jahr oder vier geherrscht, es seien viele Menschen an einem plötzlichen Tod gestorben. Auch habe die „hauptkranckheitt“ (Gehirnentzündung?) geherrscht, viele Leute hätten Kreuze in verschiedenen Farben an ihre Kleider bekommen. Außerdem gab es eine Krankheit genannt die schwarze Sucht, die sich in schwarzen Flecken äußerte.[178] Vor diesem Hintergrund einer allgemein schlechten Gesundsheitslage sind Todesfälle aufgrund der Kreuzwunder – sei es durch die große psychische Belastung, sei es durch Krankheitserreger – ohne weiteres vorstellbar.

Alle als entscheidend aus den Quellen entnommenen, d.h. als glaubwürdig und für eine allgemeine Erklärung als relevant eingeschätzten Fakten (es waren Niederschläge, sie waren mehrfarbig und glühend heiß, Zeichen erschienen auch in geschlossenen Behältern, es gab Todesfälle) sind mit den vorgestellten Theorien nicht gleichzeitig zu erklären. Dieser unerfreuliche Befund lädt zur Spekulation ein. Man könnte daran denken, dass durch außergewöhnliche Witterungsverhältnisse Luftmassen über Mitteleuropa ankamen, in denen sich Schimmelsporen und todbringende Krankheitserreger befanden. Da es aber nicht um das Schreiben von Science Fiction geht, muss es mit der Feststellung sein Bewenden haben, dass eine naturwissenschaftliche Erklärung noch aussteht. Angesichts der problematischen Quellenlage - ausführlichere Berichte sind ja nur wenige vorhanden - erscheint es jedoch zweifelhaft, dass es dabei gelingen wird, eine klare und überzeugende Erklärung zu finden.

Rezeption[Bearbeiten]

Gelehrte Erörterungen und populäre Erzählstoffe tragen die Kenntnis der Ereignisse in der Frühen Neuzeit weiter[Bearbeiten]

Über gedruckte Geschichtswerke des 16. Jahrhunderts – vergleichsweise ausführlich unterrichtete die mehrfach gedruckte Chronik Johannes Nauklers – blieben die Kreuzwunder in der gelehrten Literatur der frühen Neuzeit, in historischen oder theologischen lateinischen Werken, am Rande präsent. Einige Seiten widmete ihnen beispielsweise der Jesuitentheologe Jakob Gretser in einem umfangreichen Werk über das Kreuz Christi 1605.[179] Er gab sogar zwei Abbildungen bei, eines Mannes mit den Zeichen auf dem Oberkörper und einer Frau (offenbar Margaretha Bruch). Sie sind erneut – allerdings neu gestochen – im Buch des Cornelius Curtius über die Passion (Erstausgabe München 1622) zu sehen.[180]

Vermittelt über die Chronikliteratur gelangte die Kunde vom Kreuzregen in die frühneuzeitliche Erzählliteratur[181], also die Kompilationen, aus denen sich Protestanten und Katholiken bedienten, wenn sie eingängige Beispielgeschichten (Exempla) suchten. Der katholische Barock-Prediger Abraham a Sancta Clara verwendete die Kreuzwunder mehrfach. In seinem Hauptwerk Judas der Ertzschelm dient die kuriose Geschichte offensichtlich als eine Art Auflockerung oder Teaser, denn der Bezug zum Thema des Abschnitts, dem Ehestand, ist eher lose: „Anno 1503 hat man, zu Regensburg, Nürnberg, Landshut und andern Orten auf den Kleidern der Leut' röthlichte Kreuz gefunden, welche vom Himmel gefallen, und durch kein Waschen konnten ausgebracht werden, bis sie endlich den neunten Tag selbst verschwunden. Aber in dem Ehestand regnet es nicht nur im Jahr einmal Kreuz, sondern wohl alle Monate, ja alle Wochen, auch oft alle Tag' und Stund'.“[182]

In die – überwiegend von lutherischen Autoren bestimmte – Prodigienliteratur[183] kamen die Kreuzwunder über das einflussreiche Werk des Konrad Lycosthenes (es erschien erstmals lateinisch und deutsch 1557)[184] Von hier aus fanden sie den Weg in eine 2009 in San Francisco erschienene unterhaltsame Trivia-Sammlung Almanac of the Infamous, the Incredible, and the Ignored (samt Bild, nach dem „Kreuzfänger“ bei Lycosthenes gestaltet).[185]

Sehr selten trifft man den Kreuzwunder-Stoff, vermittelt über die frühneuzeitliche Chronikliteratur, in Sagensammlungen an.[186] „Schauerromantisch“ behandelte der elsässische Literat Georg Zetter einen von ihm nicht datierten Kreuzfall, der einer Hochzeitsgesellschaft das Leben kostete. Das Gedicht Der Kreuzregen, nachzulesen im Abschnitt zu Mülhausen in August Stöbers Oberrheinischem Sagenbuch 1842[187], schließt:

Das war ein schlimmer Abend im schönen Alsaland,
Als glühend roth am Himmel ein dunkles Nordlicht stand,
Und als sich drauf die Wolke, die riesige, erschloß
Und aus dem finstern Schooße viel Kreuze niedergoß!

Forschungsgeschichte: Nach Gothein 1878 nur wenige Fortschritte[Bearbeiten]

Kürzere gelehrte Erörterungen der Kreuzwunder gab es, wie erwähnt, schon in der frühen Neuzeit. Ausführlich behandelt wurden sie aber erst von Eberhard Gothein 1878. Obwohl seither viele Quellen erschlossen wurden, die Gothein unbekannt geblieben sind, gibt es keine modernen Ansprüchen genügende Darstellung.

Eberhard Gotheins Habilitationsschrift: Politische und religiöse Volksbewegungen vor der Reformation (1878)[Bearbeiten]

Die 1878 erschienene Monographie des später vor allem als Wirtschaftshistoriker bekannt gewordenen Gelehrten Eberhard Gothein (er war damals gerade einmal 25 Jahre alt), an der Universität Breslau als Habilitationsschrift angenommen, kann man als frühe Studie im Bereich der Mentalitätsgeschichte (lange bevor dieses Konzept entwickelt wurde) bezeichnen. [188] Gothein, der sein Buch als „wesentlich culturgeschichtlich“ sah[189], verband die politische Geschichte mit der Kulturgeschichte und der Frömmigkeitsgeschichte, als er die „geistigen Epidemien“ 1475/76 und 1501–1503 untersuchte. Das Volk habe mit diesen „Zuckungen“[190] auf politische Enttäuschungen reagiert. Auf die nationale Erregung der Burgunderkriege folgte für Gothein die Kinderwallfahrt nach Wilsnack 1475 und der Auftritt des 1476 hingerichteten Paukers von Niklashausen. Der Hauptteil des Buches gilt der Reichsreform um 1500. Sowohl die Reichsreformer um Berthold von Henneberg als auch Maximilian hätten sich, so Gothein, nicht angemessen auf das Volk eingelassen. In heutiger Formulierung: Die Politiker haben nicht gut mit der Öffentlichkeit kommuniziert.

Die Kreuzwunder (so die Überschrift des vierten Kapitels) und ihre “politische Benutzung“ stehen im Mittelpunkt der recht selbstbewusst wertenden Arbeit, die wohlwollend, aber nicht unkritisch aufgenommen wurde. Gothein habe die Wichtigkeit dieser Epidemien zu hoch veranschlagt, meinte Wilhelm Bernhardi in der Jenaer Literaturzeitung 1879.[191] Auch Friedrich von Bezold, damals einer der führenden Kulturhistoriker, fand, dass die „sehr anregende Schrift“ die politische Ausbeutung der „Kreuzpanik“, die unter den „zahlreichen Erregungen der Massen [...] keinen sehr hervorragenden Platz“ einnehme, überschätze.[192]

Als anregend kann Gotheins Buch heute noch gelten, auch wenn die zentrale These, dass die Kreuzwunder auf eine politische Entwicklung zurückgehen, nicht haltbar ist.

„Kreuzwunder-Exzitation“ (Thomas Mann) – Interpretation im Kontext der Vorreformation[Bearbeiten]

Gelegentlich erwähnte die protestantische Historiographie die Kreuzwunder als anschauliches Detail, um die vorreformatorischen gesellschaftlichen und religiösen Zustände zu charakterisieren, die Luthers[193] Einschreiten erforderlich gemacht hätten. So widmete Theodor Kolde, Rezensent der Studie Gotheins, der „Wunderepidemie“ in seiner Luther-Monographie einige Zeilen. Für ihn war es eine „wunderbare, düstere, von Gegensätzen zerrissene Zeit, in der es allenthalben gärt“[194] Auch ein anderer Gothein-Rezensent, Friedrich von Bezold, ließ sich die „erregte Wundersucht“ und „exaltirte Stimmung“, die sich in dem Phänomen zeigte, nicht entgehen.[195] Für Kurt Kaser waren es „Vorspiegelungen einer kranken Phantasie“ und „Zeugnisse einer schweren Seelennot, die sich auch durch peinlichste Befolgung der kirchlichen Vorschriften nicht beschwichtigen ließ“.[196] Und Max Lenz sah in den Kreuzwundern die „wüsteste“ der geistigen Epidemieen in Luthers Jugendzeit.[197]

Im Erfolgsbuch „Deutschland vor der Reformation. Eine Zeitenwende“ von Willy Andreas (Erstausgabe 1932, sieben Auflagen bis 1972) wird dem Kreuzregen fast eine ganze Seite gewidmet.[198] Die Wundersucht habe sich in der „immer schwüleren Atmosphäre des sinkenden Mittelalters wie eine ansteckende Krankheit“ ausgebreitet[199]. Der Kreuzregen habe auf die Menschen „mit der Kraft einer Psychose“ eingewirkt, „weil ihre Seelenlage bereits aufs bedenklichste ins Schwanken geraten war. So erschienen selbst die absonderlichsten Annahmen nicht mehr unglaubhaft“.[200]

Thomas Mann gab in seiner 1945 gehaltenen Rede Deutschland und die Deutschen zu erkennen, dass ihm die auf Gothein zurückgehende Interpretation – vermittelt über das Buch „Dürer und seine Zeit“ von Wilhelm Waetzoldt (1935) – vertraut war. Nach der vielzitierten Charakteristik seiner Heimatstadt Lübeck (fast wörtlich übernommen im Doktor Faustus für den fiktiven Ort Kaisersaschern) [201] sei in der Atmosphäre Lübeck etwas hängengeblieben von der „Hysterie des ausgehenden Mittelalters, etwas von latenter seelischer Epidemie“. Dem Schriftsteller schien es vorstellbar, „dass plötzlich hier eine Kinderzug-Bewegung, ein Sankt–Veits-Tanz, eine Kreuzwunder-Exzitation mit mystischem Herumziehen des Volkes oder dergleichen ausbräche“.

Kaum neuere Studien[Bearbeiten]

Seit Gothein 1878 hat sich nicht viel getan. Der Kunsthistoriker Rudolf Berliner wollte bei der Behandlung der Arma Christi 1955 an den Kreuzwunder-Schriften nicht vorübergehen und in der Maximilian-Monographie des Historikers Hermann Wiesflecker durften sie ebenfalls nicht fehlen (ohne Erwähnung Berliners). In den von ihm betreuten Regesta Imperii Maximilians sammelte Wiesflecker Quellenzeugnisse dazu. Die grundlegende bibliographische Arbeit von Gustav Hellmann über meteorologische Flugschriften (1921) blieb Wiesflecker freilich ebenso unbekannt wie Frieder Schanze, der 1992 zwei Drucke zum Leidringer Casus der Margaretha Bruch besprach. Schanze kannte auch nicht die auf Paul Schmid zurückgehende heimatgeschichtliche Literatur zur Leidringer Jungfrau.

Erst in den letzten Jahren zeichnet sich ab, dass die Kreuzwunder wissenschaftlich stärker Beachtung finden. 2007 veröffentlichte die Heidelberger Kunsthistorikerin Anja Eisenbeiß in der Ruperto Carola einen kurzen Beitrag über die Kreuzregen. [202] Nach einem Blick auf die Werke Grünpecks wirft sie einen näheren Blick auf Mennels Wunderzeichenbuch. Die Art und Weise der Visualisierung unheilvoller Phänomene und Wunderzeichen eröffne dem Kunsthistoriker ein weites Forschungsfeld: „Die wechselnden Versuche, dem Unvorstellbaren in unterschiedlichen Medien Gestalt zu verleihen, es so der eigenen Vorstellungswelt anzuverwandeln, einzuverleiben oder dezidiert auszugrenzen, führen ins Zentrum der Debatte um die visuelle Kommunikation und der durch Bilder geleisteten Wissensvermittlung.“ [203] 2008 veranstaltete Eisenbeiß eine Tagung in Heidelberg über Unheilsahnung im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit, auf der sich ein Vortrag des Trierer Historiker Gerd Mentgen den Kreuzregen widmete. Er „richtete sein Augenmerk“, so der Tagungsbericht[204], „auf die zeitgenössische Überlieferung und den Kontext, in dem über derartige Erscheinungen berichtet wurde. [...] Nun versuchten zwar zeitgenössische Theologen wie der Kölner Professor Gerardus von Harderwijck das Phänomen zu deuten, indem sie von einer dämonischen Urheberschaft oder dem Werk von Engeln ausgingen, die auf diese Weise vor bevorstehenden Katastrophen warnen wollten. In mehreren Fällen konnte aber auch Betrug nachgewiesen werden. Die Faktizität unheilverkündender Zeichen war den Zeitgenossen mithin keine unverrückbare Größe, wussten sie doch sehr wohl um die Möglichkeit der Instrumentalisierung derartiger Überlieferungen zu unterschiedlichen Zwecken.“ Bedeutsam ist der Hinweis Mentgens auf das 1988 edierte Eberhardsklausener Mirakelbuch.

Zusammenfassung[Bearbeiten]

Die Kreuzwunder in den Jahren 1501 bis 1503 sind ein vernachlässigtes und auf den ersten Blick obskures Thema. Ergebnisse verschiedener Disziplinen müssen zusammengetragen (oder erst erarbeitet) werden, um zu einem möglichst vollständigen Bild zu gelangen. Neben den naturwissenschaftlichen Fächern, die für die natürliche Erklärung des Phänomens zuständig sind, und der Wissenschaftsgeschichte (sie erforscht die historischen Deutungen vergleichbarer Erscheinungen) ist zwar an erster Stelle die Geschichtswissenschaft zu nennen, doch werden wichtige Aspekte von weiteren geisteswissenschaftlichen Fächern abgedeckt: Die zahlreichen bildlichen Darstellungen sind Gegenstand der Kunstgeschichte, während die zeitgenössischen Schriften von der mittellateinischen bzw. neulateinischen Philologie, was die lateinischen Texte betrifft, oder der Germanistik (für die deutschen) behandelt werden. Die Volkskunde ist traditionell mit der Erforschung der „Volksreligiosität“ und der Erzählforschung befasst. Dagegen widmet sich die Kirchen- und Theologiegeschichte überwiegend den gelehrten lateinischen Ausarbeitungen.

Auch wenn aufgrund fehlender Vorarbeiten erhebliche Lücken des Wissens hinsichtlich der Erforschung der Kreuzwunder bestehen bleiben, kann das hier entfaltete Dossier doch eine Reihe von Einsichten vermitteln:

  • Bei der naturwissenschaftlichen Erklärung der Niederschläge, die den Zeitgenossen „Kreuzwunder“ waren, ist größte methodische Vorsicht angebracht. Dass selbst eine kritische und gründliche Analyse der Quellen, die noch aussteht, ein gesichertes Resultat erbringen wird, darf bezweifelt werden.
  • Vor allem für König Maximilian I. waren die Kreuzwunder Teil einer „Wunderpolitik“. Der Herrscher, einerseits gefangen in „abergläubischen“ Vorstellungen, wusste sie andererseits machtpolitisch zu nutzen, um seine Kreuzzugspläne damit zu legitimieren. Unterstützt wurde er von seinen Hofgelehrten, mit denen er in regem Austausch stand. Aber auch der päpstliche Gesandte Peraudi war an den Kreuzwundern höchst interessiert, zumal sie für seine Ablasskampagne von Nutzen sein konnten.
  • Literarische, obrigkeitliche und individuelle Reaktionen auf die furchteinflößenden Ereignisse dokumentieren die unterschiedlichen Formen, wie man um 1500 mit kollektiven Ängsten umgehen konnte.
  • Das Klischee vom allgemeinen Wunderglauben in der Zeit vor der Reformation darf verabschiedet werden: Es gab auch skeptische Positionen und sogar Betrüger (wenn auch nur vereinzelt), die den Wunderglauben anderer ausnutzten.
  • Bedeutsam ist der mediengeschichtliche Befund: Kürzere und etwas längere Schriften über die Kreuzwunder wurden über das vergleichsweise junge Medium des Buchdrucks verbreitet. Die für ein volkssprachliches Publikum bestimmten illustrierten Einblattdrucke dürften viele Menschen erreicht haben.
  • Erstaunlich viele Bilder der Kreuze und der auf Textilien oder der Haut sichtbaren „Symbole“ (allen voran die Leidenswerkzeuge: Arma Christi) sind überliefert oder in Schriftquellen bezeugt. Sie verweisen auf ein starkes Interesse an „naturgetreuen“ Abbildungen und stehen mit der Konjunktur der bildenden Künste in der Renaissance-Zeit in Verbindung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marcel Angres: Triumpus Veneris. Ein allegorisches Epos von Heinrich Bebel. Münster/Hamburg/London 2003
  • Rudolf Berliner: Arma Christi. In: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst, 3. Folge, Band 6 (1955), S. 35–152. Wieder in: Rudolf Berliner: „The Freedom of Medieval Art“ und andere Studien zum christlichen Bild. Hrsg. von Robert Suckale. Berlin 2003, S. 97–191
  • Eberhard Gothein: Politische und religiöse Volksbewegungen vor der Reformation. Breslau 1878. Online: http://www.archive.org/details/PolitreligvolksbewvorDerReformation
  • Gustav Hellmann: Die Meteorologie in den deutschen Flugschriften und Flugblättern des XVI. Jahrhunderts. Berlin 1921. Online: http://www.archive.org/details/DieMeteorologieInDenDeutschenFlugschriftenUndFlugblaettern
  • Christian Rohr: Extreme Naturereignisse im Ostalpenraum. Köln/Weimar/Wien 2007
  • Friedrich Roth: Die geistliche Betrügerin Anna Laminit von Augsburg (ca. 1480–1518). In: Zeitschrift für Kirchengeschichte 43 (1924) S. 355–417
  • Stevan Rowan/Gerhold Scholz-Williams: Jacob Spiegel on Gianfrancesco Pico and Reuchlin: Poetry, Scholarship, and Politics in Germany in 1512. In: Bibliothèque d'Humanisme et Renaissance 44 (1982), S. 291–305
  • Frieder Schanze: Zu drei Nürnberger Einblattdrucken des frühen 16. Jahrhunderts. In: Gutenberg-Jahrbuch 67 (1992), S. 134–145
  • Paul Schmid: Schlußwort zum Leidringer Stigmatisationsfall. In: Heimat-Blätter vom oberen Neckar 1928, Nr. 46, S. 647–651. Online: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schlu%C3%9Fwort_zum_Leidringer_Stigmatisationsfall.pdf
  • Das Windschiff aus Schlaraffenland. Hrsg. von Erich Kleinschmidt. Bern/München 1977
  • Hermann Wiesflecker: Kaiser Maximilian I. Das Reich, Österreich und Europa an der Wende zur Neuzeit. 5 Bände, Wien und München 1971–1986

Weblinks[Bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Kreuzwunder, Kreuzregen und Kreuzfälle werden hier synonym und neutral gebraucht, ohne sich auf eine bestimmte Deutung festzulegen.
  2. Übersetzung nach Ludwig Weiland: Die Werke des Abtes Hermann von Altaich. Berlin 1871, S. 115. Online: http://books.google.com/books?id=BToRAAAAYAAJ&pg=RA2-PA115. Lateinische Fassung: Notae Altahenses. In: Monumenta Germaniae Scriptores (in folio) Bd. 17, 1861, S. 425. Online: http://www.mgh.de/dmgh/resolving/MGH_SS_17_S._425.
  3. Friedrich Roth: Die geistliche Betrügerin Anna Laminit von Augsburg (ca. 1480–1518). In: Zeitschrift für Kirchengeschichte 43 (1924) S. 355–417, hier S. 383 nach der Handschrift in der Staatsbibliothek München, Cgm 5800, Bl. 147.
  4. Dürer Schriftlicher Nachlass. Hrsg. von Hans Rupprich. Bd. 1, Berlin 1956, S. 36. Die Seite online: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Duerer_gedenkbuch_1.jpg. In der Abschnittsüberschrift aus Gründen der Lesbarkeit nach älterer modernisierter Wiedergabe zitiert.
  5. Heinrich Hugs Villinger Chronik von 1495 bis 1533. Hrsg. von Heinrich Roder. Tübingen 1883, S. 20–22. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=1osEAAAAQAAJ&pg=PA20 (US-Proxy).
  6. Die Berner-Chronik des Valerius Anshelm. Bd. 2, Bern 1886, S. 321f. Online: http://www.digibern.ch/chronik_anshelm/buchabschnitte/band_2/chronik_v_anshelm_2_teil_4.pdf.
  7. Johannes Trithemius: Annales Hirsaugienses. Bd. 2, St. Gallen 1690, S. 580, 588. Online: http://books.google.com/books?id=3whCAAAAcAAJ&pg=PA580 und Sponheimer Chronik.
  8. Mehrere Ausgaben, hier zitiert nach: Germanicorum scriptorum [...] tomus alter. Hrsg. von Johannes Pistorius. Frankfurt am Main 1584, S. 110f. (separate Seitenzählung). Online: http://books.google.com/books?id=aNo9AAAAcAAJ&pg=PR268. Zum Autor und zur Überlieferung: Jakob Wimpfeling Briefwechsel. Hrsg. von Otto Herding/Dieter Mertens. Bd. 1, München 1990, S. 173 Anm. 6. Bislang ist der gesuchte deutsche Druck der Rolevinck-Fortsetzung nicht ans Licht gekommen; der Pariser Druck von ca. 1525, der sie enthält, ist anscheinend nur in der British Library London und der Bibliothek der Cornell University nachgewiesen.
  9. Die Mirakelbücher des Klosters Eberhardsklausen. Hrsg. von Paul Hoffmann/Peter Dohms. Düsseldorf 1988, S. 112–115. Die Handschrift liegt in der Stadtbibliothek Trier: Hs. 1684/337 4°.
  10. Online-Version: http://www.regesta-imperii.de.
  11. Lucian Pfleger: Die Stadt- und Ratsgottesdienste im Strassburger Münster. In: Archiv für elsässische Kirchengeschichte 12 (1937), S. 1–55, hier S. 38f.
  12. Marcel Angres: Triumpus Veneris. Ein allegorisches Epos von Heinrich Bebel. Münster/Hamburg/London 2003, S. 347–351 druckte daher lateinische „Testimonia zu den Kreuzeszeichen“ ab: Auszüge aus Nauclerus, Pico, Hedio, Crusius und Wolfius (letzterer auf Linturius/Lindner zurückgehend).
  13. Regesta Imperii XIV Nr. 15362. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1501-05-18_1_0_14_3_2_2634_15362. Zu Ostern 1501 reiht auch der burgundische Historiograph Molinet das Phänomen ein, ebenda Nr. 15200. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1501-04-11_2_0_14_3_2_2470_15200.
  14. Gothein, S. 88.
  15. Heinrich Ulmann: Kaiser Maximilian I.. Bd. 2, Stuttgart 1891, S. 67 Anm. 2. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=DIFDAAAAYAAJ&pg=PA67 (US-Proxy).
  16. Gedenkbuch des Metzer Bürgers Philippe von Vigneulles aus den Jahren 1471 bis 1522. Hrsg. von Heinrich Michelant. Stuttgart 1852, S. 138. Online: http://books.google.com/books?id=wq0LAAAAIAAJ&pg=PA138. Siehe auch den unten zitierten Beleg aus der Frankfurter Chronik des Dominikaners Herp.
  17. So die Zusammenfassung Regesta Imperii XIV Nr. 14514. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1500-10-18_1_0_14_3_2_1779_14514.
  18. Gerold Edlibach's Chronik. Hrsg. von Johann Martin Usteri. Zürich 1847, S. 234. Online: http://books.google.com/books?id=Z1JBAAAAcAAJ&pg=PA234 zu 1503. Aufzeichnungen des Werner Steiner. In: Helvetia 7, Aarau 1832, S. 228. Online: http://books.google.com/books?id=GywvAAAAYAAJ&&pg=PA228 zu 1503. Hans Heinrich Bluntschli: Memorabilia Tigurina [...]. 3. Auflage, Zürich 1742, S. 554. Online: http://books.google.com/books?id=4UEPAAAAQAAJ&pg=PA554 zu 1501.
  19. Chronik des Adelberg Meyer. In: Basler Chroniken. Bd. 6, Leipzig 1902, S. 360. Online: http://www.archive.org/stream/baslerchroniken04basegoog#page/n377/mode/2up zu 1501.
  20. Adolf Reinle: Die heilige Verena von Zurzach. Basel 1948, S. 81–83.
  21. Chronik des Anton Tegerfeld in: Theodor von Liebenau: Die Stadt Mellingen. Ortsgeschichte, Urkunden und Chronik. In: Argovia 14 (1883), S. 218. Online: http://retro.seals.ch/digbib/view?rid=arg-001:1883:14::238 zu 1503 mit ausführlichen Nachweisen zu weiteren Quellen.
  22. St. Galler Abtsverzeichnis eines Mönchs. In: Kleine Toggenburger Chroniken. Hrsg. von Gustav Scherer. St. Gallen 1874, S. 66. Online: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:De_Scherrer_Toggenburg_Chronik_066.png zu 1503. Fridolin Sichers Chronik. Hrsg. von Ernst Götzinger. St. Gallen 1885, S. 34. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=_acEAAAAQAAJ&pg=PA34 (US-Proxy) zu 1503.
  23. Heinrich Forers Chronik. In: Kleine Toggenburger Chroniken. Hrsg. von Gustav Scherer. St. Gallen 1874, S. 64. Online: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:De_Scherrer_Toggenburg_Chronik_064.png zu 1503
  24. Die Chronik des Laurencius Bosshart von Winterthur 1185–1532. Hrsg. von Kaspar Hauser. Basel 1905, S. 72. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=G3cSAAAAYAAJ&pg=PA72 (US-Proxy) zu 1503.
  25. Franz Haffner: Der klein Solothurner allgemeine Schaw-Platz [...]. Solothurn 1666, S. 411. Online: http://212.101.26.250/pub/haffner/haffner1.php?Datei=443 zu 1501.
  26. Belege stellte zusammen Lucian Pfleger: Die Stadt- und Ratsgottesdienste im Strassburger Münster. In: Archiv für elsässische Kirchengeschichte 12 (1937), S. 1–55, hier S. 39 Anm. 1.
  27. Sebastian Brant: Annalen. In: Bulletin de la Société pour la conservation des monuments historiques d'Alsace. 2. Folge Bd. 15, Straßburg 1892, S. 224. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=fL4KAAAAIAAJ&pg=PA224 (US-Proxy) zu 1503 und die zitierte Arbeit von Pfleger.
  28. August Stöber: Die Sagen des Elsasses [...]. St. Gallen 1852, S. 18. Online: http://books.google.com/books?id=bhoWAAAAYAAJ&pg=PA18 zu 1501.
  29. Xaver Mossmann: Chronique des Dominicains de Guebwiller. Gebweiler u.a. 1844, S. 97. Online: http://books.google.com/books?id=KZEDAAAAcAAJ&pg=PA97 zu 1503.
  30. Malachias Tschamser: Annales oder Jahrs-Geschichten der Baarfüseren [...]. Bd. 1, Colmar 1864, S. 697, 704. Online: http://books.google.com/books?id=NME8AAAAYAAJ&pg=PA697 zu 1501, 1503.
  31. Narcissus Schwelin: Würtembergische kleine Chronica [...]. Stuttgart 1660, S. 118. Online: http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/content/pageview/1078704 zu 1503.
  32. Martin Crusius: Annales Suevici [...]. Bd. 3. Frankfurt am Main 1596, S. 518. Online: http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/content/pageview/1222724 zu 1501. Deutsche Übersetzung von Johann Jakob Moser: Schwäbische Chronick. Bd. 2, Frankfurt am Main 1733, S. 156. Online: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:De_Schw%C3%A4bische_Chronick_2_162.jpg.
  33. Zusammenstellung der Quellen mit Zitaten aus ungedruckten Chroniken bei Friedrich Roth: Die geistliche Betrügerin Anna Laminit von Augsburg (ca. 1480–1518). In: Zeitschrift für Kirchengeschichte 43 (1924) S. 355–417, hier S. 382f. und Chroniken der deutschen Städte Bd. 23, Leipzig 1894, S. 100. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=wLayJFUkv6IC&pg=PA100 (US-Proxy).
  34. Cosmographia des Beatus Widmer, zitiert von Peter Johannes Schuler: Das Anniversar. In: Die Familie als sozialer und historischer Verband. Hrsg. von Demselben. Sigmaringen 1987, S. 67–117, hier S. 94, 96 nach der Handschrift Landesbibliothek Stuttgart HB V 32, Bl. 107v, 108v.
  35. Heinrich Hugs Villinger Chronik von 1495 bis 1533. Hrsg. von Heinrich Roder. Tübingen 1883, S. 20–22. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=1osEAAAAQAAJ&pg=PA20 (US-Proxy).
  36. Gottfried Geiger: Die Reichsstadt Ulm vor der Reformation. Ulm 1971, S. 166: Ulmer Rat erkundigte sich beim Saulgauer Pfarrer 1503 wegen eines Müllers bei Saulgau. Ob Furtmüller gemeint ist (siehe unten)?
  37. Nikolaus Thoman: Weißenhorner Chronik. In: Quellen zur Geschichte des Bauernkriegs in Oberschwaben. Hrsg. von Franz Ludwig Baumann. Tübingen 1876, S. 40. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=NZsEAAAAQAAJ&pg=PA40 (US-Proxy) zu 1503.
  38. Christoph Schorer: Memminger Chronick [...]. Memmingen 1660, S. 58. Online: http://books.google.com/books?id=Of0-AAAAcAAJ&pg=PA58 zu 1501 und 1503.
  39. Landshuter Ratschronik. In: Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 15. Leipzig 1878, S. 348. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=mNEFAAAAQAAJ&pg=PA348 (US-Proxy) zu 1503.
  40. Chronikzitate bei Carl Theodor Gemeiner: Regensburgische Chronik. Bd. 4, Regensburg 1824, S. 71 zu 1503. Online: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:355-ubr03413-3.
  41. Siehe oben.
  42. Franz Schweyger's Chronik der Stadt Hall 1303–1572. Hrsg. von David Schönherr. Innsbruck 1867, S. 71. Online: http://books.google.com/books?id=cVZAAAAAYAAJ&pg=PA71 zu 1503.
  43. Christian Rohr: Extreme Naturereignisse im Ostalpenraum. Köln/Weimar/Wien 2007, S. 535f. nach der Chronik des Welser Pfarrers Lorenz Mittenauer zu 1503.
  44. Christian Rohr: Extreme Naturereignisse im Ostalpenraum. Köln/Weimar/Wien 2007, S. 536 Anm. 100 nach der 'Bozner Chronik' zu 1501.
  45. Regesta Imperii XIV Nr. 20592. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1503-07-30_2_0_14_4_1_1087_20592.
  46. Eintrag des Chorherrn Konrad Wirtzpurger in einer Inkunabel in: Archiv des Historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg 10 (1850), S. 161. Online: http://books.google.com/books?id=8L5AAAAAcAAJ&pg=PA161 zu 1502.
  47. Chronik von Heinrich Deichsler. In: Die Chroniken der deutschen Städte. Bd. 11, Leipzig 1874, S. 637, 662. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=2SwKAAAAIAAJ&pg=PA637 (US-Proxy) zu 1501 (am Rhein), 1503.
  48. Historische Aufzeichnungen des Abtes Sebald Bamberger in: Rudolph Stillfried-Alcántara: Kloster Heilsbronn. Berlin 1877, S. 252. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=IONDAAAAYAAJ&pg=PA252 (US-Proxy) zu 1503.
  49. Annales des Propsts Kilian Leib, Regesta Imperii XIV Nr. 20183 http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1503-01-01_1_0_14_4_1_665_20183 zu 1503 nach Beyträge zur Geschichte und Literatur. Hrsg. von Johann Christoph Freiherr von Aretin. Bd. 7, München 1806, S. 541f. Online: http://books.google.de/books?id=chobAAAAYAAJ&pg=PA541.
  50. Geschichtsquellen der Stadt Hall. Bd. 2: Widmans Chronica. Hrsg. von Christian Kolb. Stuttgart 1904, S. 27f. zu 1503. Online Internet Archive.
  51. Collectanea fratris Petri Herp Dominicani. In: Frankfurter Chroniken und annalistische Aufzeichnungen des Mittelalters. Bearb. von Richard Froning. Frankfurt a. M. 1884, S. 65 zu 1500 und 1501. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=2pkOAAAAYAAJ&pg=PA65 (US-Proxy).
  52. Die Limburger Chronik des Johannes Mechtel. Hrsg. von Carl Knetsch. Wiesbaden 1909, S. 110 zu 1501.
  53. Hermann Cardauns: Aufzeichnungen des Kölner Bürgers Hilbrant Sudermann 1489–1504. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 33 (1879), S. 41–49, hier S. 47f. Online: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Datei:Annalen_des_Historischen_Vereins_f%C3%BCr_den_Niederrhein_33_(1879).djvu&page=67 zu 1502.
  54. Chronik des Johann Wassenberch: Arend Mihm: Die Chronik des Johann Wassenberch. Duisburg 1981, S. 38 zu 1503. Ältere Ausgabe: Die Chroniken der deutschen Städte. Bd. 24, Leipzig 1895, S. 204. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=peU7AAAAMAAJ&pg=PA204 (US-Proxy).
  55. Chronik des Dietrich Westhoff. In: Die Chroniken der deutschen Städte. Bd. 20, Leipzig 1887, S. 373. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=QTsIAAAAIAAJ&pg=PA373 (US-Proxy) zu 1501 und 1503 mit Verweis auf ein Vorkommnis in Unna.
  56. Georg Spormecker Cronica civitatis Lunensis Markanae. Hrsg. von Wingolf Lehnemann. Bielefeld 2010, S. 122 zu 1503.
  57. Außer den unten noch zu nennenden Quellen: Chronik des Johann de Los in: Petrus Franciscus Xaverius de Ram: Documents relatifs aux troubles du pays de Liège [...]. Bruxelles 1844, S. 116. Online: http://books.google.de/books?id=KodBAAAAcAAJ&pg=PA116 zu 1501.
  58. L. G. Visscher: Wonderdadige kruisteekenen, ten jare 1501 uit de lucht gevallen. Onuitgegeven stukken. In: Kronijk van het historisch geselschap te Utrecht 4 (1848), S. 40–44. Online: http://books.google.de/books?id=KKDNAAAAMAAJ&pg=PA40 (teilt Prozessionsordnungen des Bischofs von Utrecht mit, 1501).
  59. Necrologie, kroniek en cartularium C. A. van het Fraterhuis te Doesburg (1432 – 1559). Hrsg. von Antonius G. Weiler. Leiden 1974, S. 75 zu 1501, mit weiteren Nachweisen in Anm. 1.
  60. Chronik eines Bürgers zu Beek in: Publications de la Société historique et archéologique dans le duchè de Limbourg Bd. 7, Ruremonde 1870, S. 98. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=mVYvAAAAYAAJ&pg=PA98 (US-Proxy) zu 1501.
  61. Paul Friedeborn: Historische Beschreibung der Stadt Alten Stettin in Pommern [...]. [Bd. 1], Stettin 1613, S. 134. Online: http://books.google.com/books?id=M-M-AAAAcAAJ&pg=PP180 zu 1502. Weitere Hinweise zu späteren Erscheinungen bei A. Haas: Aberglaube und Zeichendeuterei in Pommern während des 16. und 17. Jahrhunderts. In: Blätter für pommernsche Volkskunde 9 (1901), S. 153–156, 161–164, hier S. 155. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=oUoWAAAAYAAJ&pg=RA2-PA155 (US-Proxy).
  62. Jahrbücher der Stadt Breslau von Nicolaus Pol. Hrsg. von Johann Gustav Büsching. Bd. 2, Breslau 1815, S. 176. Online: http://books.google.com/books?id=rX-QGyK7Y2IC&pg=PA53 zu 1500, 1501, 1503.
  63. Arnold Oskar Meyer: Studien zur Vorgeschichte der Reformation. Aus schlesischen Quellen. München/Berlin 1903, S. 53. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=rX-QGyK7Y2IC&pg=PA53 (US-Proxy) nach St. Eisenmengers handschriftlicher Schweidnitzer Chronik, zu 1501.
  64. Zitiert nach der Ausgabe Heinrich Bünting: Braünschweigische und Lunebürgische Chronica [...]. Magdeburg 1596, Bl. 124r. Online: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00016914/image_277.
  65. Franciscus Lubecus: Göttinger Annalen. Von den Anfängen bis zum Jahr 1588. Bearb. von Reinhard Vogelsang. Göttingen 1994, S. 274. Auszug online: http://www.libreka.de/9783892440888/276. Andreas Angelus mit seinen Annales Marchiae Brandenburgicae, soweit zitiert von Adolf Streckfuß: 500 Jahre Berliner Geschichte. 4. Auflage Bd. 1, Berlin 1886, S. 53. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=_8gnAQAAIAAJ&pg=PA53 (US-Proxy)
  66. Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 1, 2. Auflage, Dresden 1874, S. 261f. Zitiert nach dem E-Text:http://www.zeno.org/nid/2000492861X. Nach Grässe: Alfred Meiche: Sagenbuch des Königreichs Sachsen. Leipzig 1903, S. 624. Online: http://www.archive.org/stream/SagenbuchDesKoenigreichsSachsen#page/n685/mode/2up.
  67. Andreas Möller: Theatri Freibergensis chronici pars posterior [...]. Freiberg 1653, S. 148. Online: http://diglib.hab.de/wdb.php?dir=drucke/196-24-hist-2s&image=00172.
  68. Paul Lang: Chronicon Citizense. In: Illustrium veterum scriptorum [...]. Hrsg. von Johann Pistorius. Frankfurt am Main 1613, S. 889. Online: http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/content/pageview/219058 zu 1503.
  69. Siehe oben zu Herrenberg.
  70. Gothein, S. 90.
  71. Paul Friedeborn: Historische Beschreibung der Stadt Alten Stettin in Pommern [...]. [Bd. 1], Stettin 1613, S. 134. Online: http://books.google.com/books?id=M-M-AAAAcAAJ&pg=PP180.
  72. Regesta Imperii XIV Nr. 15362. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1501-05-18_1_0_14_3_2_2634_15362.
  73. Cronica alter vnd newer geschichten. In: Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 25, Leipzig 1896, S. 275. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=RICIqSRvM78C&pg=PA275 (US-Proxy).
  74. Siehe dazu: Jean Delumeau: Angst im Abendland. Die Geschichte kollektiver Ängste im Europa des 14. bis 18. Jahrhunderts. 2 Bände. Reinbek 1985.
  75. Heinrich Hugs Villinger Chronik von 1495 bis 1533. Hrsg. von Heinrich Roder. Tübingen 1883, S. 20. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=1osEAAAAQAAJ&pg=PA20 (US-Proxy).
  76. Gothein, S. 94.
  77. Heinrich Hugs Villinger Chronik von 1495 bis 1533. Hrsg. von Heinrich Roder. Tübingen 1883, S. 20. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=1osEAAAAQAAJ&pg=PA20 (US-Proxy).
  78. Mitteilung eines Freundes von Bildhauer [Ludwig] Hörmann in: Deutsche Gaue 10 (1909), S. 211. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=MxEPAQAAIAAJ&pg=RA1-PA211 (US-Proxy).
  79. Ludwig Strackerjan: Aberglaube und Sagen aus dem Herzogthum Oldenburg. Bd. 2, Oldenburg 1867, S. 129. Online: http://books.google.com/books?id=fRxBAAAAcAAJ&pg=PA129. Zitiert im Artikel Todesvorzeichen von Geiger in: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens Bd. 8 (1937), Sp. 993–1010. Ebenda Sp. 1003: kreuzförmige Flecke auf der Wäsche als Todesvorzeichen.
  80. Isabel von Bredow-Klaus: Heilsrahmen. Spirituelle Wallfahrt und Augentrug in der flämischen Buchmalerei des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit. 3. Auflage, München 2009, S. 182.
  81. Grundlegend: Berliner (2003), S. 166f.
  82. Heinrich Hugs Villinger Chronik von 1495 bis 1533. Hrsg. von Heinrich Roder. Tübingen 1883, S. 22. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=1osEAAAAQAAJ&pg=PA22 (US-Proxy).
  83. Berliner (2003), S. 167.
  84. Jan-Dirk Müller: Gedechtnus. München 1982. Online: http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0004/bsb00046030/images/.
  85. Regesta Imperii XIV Nr. 15362. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1501-05-18_1_0_14_3_2_2634_15362. Der Bericht ist gedruckt: I diarii di Marino Sanuto. Hrsg. von Nicolò Barozzi. Bd. 4, Venedig 1880, Sp. 137–143. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=Lb0NAAAAIAAJ&pg=PA156 (US-Proxy).
  86. Jakob Wimpfeling Briefwechsel. Hrsg. von Otto Herding/Dieter Mertens. Bd. 1, München 1990, S. 427f.
  87. Zu den Handschriften siehe http://manuscripta.at/?ID=4674 und Maria Sophia Buhl/Lotte Kurras: Die Handschriften der ehemaligen königlichen Hofbibliothek. Bd. 4,2. Wiesbaden 1969, S. 4. Online: http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0072_b004_JPG.htm. Bilder aus der Wiener Handschrift sind im Internet verfügbar unter: http://www.aeiou.at/aeiou.history.id_ko.i10.i3 und http://www.imareal.oeaw.ac.at/realonline/. 2012 wurde diese Handschrift online gestellt: http://data.onb.ac.at/rec/AL00165666. Schwarzweiß-Abbildungen aus der Stuttgarter Handschrift: http://www.bildindex.de/dokumente/html/obj00042978#%7Chome.
  88. Zum Werk: Larry Silver: Nature and Nature's God: Landscape and Cosmos of Albrecht Altdorfer. In: The Art Bulletin 81 (1999), S. 194–214, hier S. 206f.; Paul Schmid: Schlußwort zum Leidringer Stigmatisationsfall. In: Heimat-Blätter vom oberen Neckar 1928, Nr. 46, S. 647–651, hier S. 648–650. Online: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schlu%C3%9Fwort_zum_Leidringer_Stigmatisationsfall.pdf.
  89. Sarah Slattery/J. Klaus Kipf: Joseph Grünpeck. In: Deutscher Humanismus 1480–1520. Verfasserlexikon Bd. 1 (2009), Sp. 971–992, hier Sp. 980.
  90. Edition: Patrik Kennel: Joseph Grünpeck „Prodigiorum interpretatio“. Diplomarbeit Innsbruck 2001 (lag nicht vor).
  91. Digitalisat: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00014723/image_1.
  92. Sarah Slattery/J. Klaus Kipf: Joseph Grünpeck. In: Deutscher Humanismus 1480–1520. Verfasserlexikon Bd. 1 (2009), Sp. 971–992, hier Sp. 980.
  93. Ebenda, Sp. 981f. Zum Werk ausführlich: Heike Talkenberger: Sintflut. Tübingen 1990, S. 110–145. Digitalisat der deutschen Ausgabe 1508: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00004805/image_5. Digitalisat der lateinischen Ausgabe 1508: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00011099/image_1.
  94. Marc Laureys: Die Bewertung der Prodigien und die Rezeption des Julius Obsequens im Humanismus des 16. Jahrhunderts. In: Mantik. Hrsg. von Wolfgang Hogrebe. Würzburg 2005, S. 201–224, hier S. 206.
  95. http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00004805/image_10
  96. Stevan Rowan/Gerhold Scholz-Williams: Jacob Spiegel on Gianfrancesco Pico and Reuchlin: Poetry, Scholarship, and Politics in Germany in 1512. In: Bibliothèque d'Humanisme et Renaissance 44 (1982), S. 291–305.
  97. Digitalisat: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00017930/image_577. Die Ausgabe von Burkhard Gotthilf Struve von Marquard Freher: Rerum Germanicarum Scriptores aliquot insignes [...]. Straßburg 1717. Online: http://www.uni-mannheim.de/mateo/camenahist/rgs/bd2/jpg/s494.html bietet S. 494–496 eine ausführliche Einleitung zu den Kreuzwundern.
  98. Digitalisat: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00004952/image_5.
  99. Klaus Arnold: Johannes Trithemius (1462–1516). 2. Aufl. Würzburg 1991, S. 162 mit weiteren Hinweisen. Die Stelle aus dem Nepiachus, in dem Trithemius dieses Werk nennt, bei Klaus Arnold: Eine Frage der Glaubwürdigkeit – Johannes Trithemius in seinen Briefen und Selbstzeugnissen (mit Abdruck von dessen ‘Nepiachus’ sowie einem Brief Sigismund Meisterlins über einen Vorläufer des historischen Faust). In: War Dr. Faustus in Kreuznach? Hrsg. von Frank Baron/Richard Auernheimer. Alzey 2003, S. 13–81, hier S. 65.
  100. Zusammenfassend: Hermann Wiesflecker: Kaiser Maximilian I.Bd. 3, München 1977, S. 39–58.
  101. Die Mirakelbücher des Klosters Eberhardsklausen. Hrsg. von Paul Hoffmann/Peter Dohms. Düsseldorf 1988, S. 112–115. Leider wurden wichtige Texte – die Abhandlung des Gerhard von Harderwijk und das Gutachten der Kölner Theologenfakultät – nicht abgedruckt.
  102. Digitalisat: http://digital.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000130100000000. Zum Druck: Ursula Rautenberg: Der päpstliche Gesandte und Ablaßkommissar Raymundus Peraudi als Auftraggeber des Druckers Hermann Bungart – ein bisher unbeleuchtetes Kapitel Kölner Legendendrucke der Frühzeit. In: Dialog. Festschrift für Siegfried Grosse. Hrsg. von Gert Rickheit/Sigurd Wichter. Tübingen 1990, S. 185–199, hier S. 189f. Zum Autor: http://thesaurus.cerl.org/record/cnp00103932.
  103. Digitalisate:
  104. Gustav Kawerau: Hieronymus Emser. Halle 1898, S. 8. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=7gIRAAAAIAAJ&pg=RA3-PA8 (US-Proxy).
  105. Berliner (2003), S. 166 Anm. 625.
  106. Digitalisate:
  107. Ursula Rautenberg: Überlieferung und Druck. Tübingen 1996, S. 226.
  108. Diözesanbibliothek Münster, Ms. OFM 10 (geschrieben von Theodericus de Zutphen 1507), Bl. 255r–264r: „Quaestio de crucibus cruentibus, Disputation in der Universität Köln 1503“ laut Handschriftencensus Westfalen. Bearb. von Ulrich Hinz. Wiesbaden 1999, S. 214 Nr. 476.
  109. Die Mirakelbücher des Klosters Eberhardsklausen. Hrsg. von Paul Hoffmann/Peter Dohms. Düsseldorf 1988, S. 113.
  110. Digitalisat: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00020132/image_1041.
  111. Marcel Angres: Triumpus Veneris. Ein allegorisches Epos von Heinrich Bebel. Münster/Hamburg/London 2003, S. 306.
  112. Er sagt das in seinem Opusculum 1506. Digitalisat: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00004359/image_30. Siehe Dieter Mertens: Michael Köchlin. In: Deutscher Humanismus 1480–1520. Verfasserlexikon Bd. 1 (2009), Sp. 1297–1309, hier Sp. 1301.
  113. Die Berner-Chronik des Valerius Anshelm. Bd. 2, Bern 1886, S. 322.
  114. Zur Wertung Peraudis: Hermann Wiesflecker: Kaiser Maximilian I.. Bd. 3, München 1977, S. 57f.
  115. Einblattdrucke der Prinzlichen Sekundogenitur-Bibliothek zu Dresden. Hrsg. von Mela Escherich. Straßburg 1916, Tafel 10 nach dem Dresdener Ms. P. 38. Im Werkverzeichnis von Ulrich Merkl: Buchmalerei in Bayern in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Regensburg 1999, S. 66 Nr. 14. Bei Gustav Hellmann: Die Meteorologie in den deutschen Flugschriften und Flugblättern des XVI. Jahrhunderts. Berlin 1923, S. 32. Online: http://www.archive.org/details/DieMeteorologieInDenDeutschenFlugschriftenUndFlugblaettern.
  116. Stadtarchiv Nürnberg Stadtarchiv Nürnberg E 49/III Nr. 1, Bl. 160r, kurz vorgestellt von Horst-Dieter Beyerstedt im Nürnberg-Archiv Lieferung 02274 vom 19. April 2006.
  117. Im heimatkundlichen Schrifttum wurde der Fall am ausführlichsten behandelt in: Heimat-Blätter vom oberen Neckar 3-5 (1926–1928), S. 587–590, 604f., 615–618, 647–651 (Schlusswort von Paul Schmid. Online: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schlu%C3%9Fwort_zum_Leidringer_Stigmatisationsfall.pdf), 737f. Mehrere Autoren diskutierten damals, inwiefern es sich um eine Stigmatisation handelte, freilich ohne den Zusammenhang mit den anderen Kreuzerscheinungen zu berücksichtigen. Siehe auch Kurt Wedler: Margarete Bruch. Die Stigmatisierte von Leidringen. In: Heimatkundliche Blätter für den Kreis Balingen 9 (1962), S. 421–422. Online: http://www.heimatkundliche-vereinigung.de/download/Heimatkundliche%20Blaetter%2009_1962%20S.389-436.pdf; Wilhelm Lechler: Das Ortsbuch von Leidringen. Schloß Dätzingen 1975, S. 118, 124.
  118. Heinrich Hugs Villinger Chronik von 1495 bis 1533. Hrsg. von Heinrich Roder. Tübingen 1883, S. 21. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=1osEAAAAQAAJ&pg=PA21 (US-Proxy). In den Regesta Imperii XIV Nr. 20504. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1503-06-08_2_0_14_4_1_998_20504
  119. Die Berner-Chronik des Valerius Anshelm. Bd. 2, Bern 1886, S. 322.
  120. Regesta Imperii XIV Nr. 20592. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1503-07-30_2_0_14_4_1_1087_20592.
  121. Viola Krauss: Am Karfreitag brachen Wundmale auf. 1503 wurde in Leidringen eine Stigmatisierte bekannt. In: Schwarzwälder Bote vom 3. April 1999.
  122. Frieder Schanze: Zu drei Nürnberger Einblattdrucken des frühen 16. Jahrhunderts. In: Gutenberg-Jahrbuch 67 (1992), S. 134–145, hier S. 134. Ob der Nürnberger Druck, den Eugen Holländer: Wunder, Wundergeburt und Wundergestalt in Einblattdrucken des fünfzehnten bis achtzehnten Jahrhunderts. Stuttgart 1921, S. 221. Online: http://www.archive.org/stream/wunderwundergebu00holluoft#page/220/mode/2up aus der Sammlung des Grafen Wilczek auf Burg Kreuzenstein abbildete, sich noch dort befindet, konnte Schanze nicht feststellen. 2011 wurde ein Digitalisat des Nürnberger Drucks durch die Universitätsbibliothek Erlangen publiziert: http://bvbm1.bib-bvb.de/webclient/DeliveryManager?pid=2499156&custom_att_2=simple_viewer.
  123. Paul Schmid: Zu den Annalen von Melk. In: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichte 44 (1930), S. 103–105. Online: Commons.
  124. Annales Mellicenses. In: Monumenta Germaniae historica. Scriptores (in folio) Bd. 9 (1851), S. 528. Online: http://www.mgh.de/dmgh/resolving/MGH_SS_9_S._528.
  125. Johann Scheible: Das Schaltjahr [...]. Bd. 3, Stuttgart 1847, S. 346–350. Online: http://books.google.com/books?id=wQc7AAAAcAAJ&pg=PA346. Bei Emil Weller: Annalen der Poetischen National-Literatur der Deutschen im XVI. und XVII. Jahrhundert. Bd. 1, Freiburg im Breisgau 1862, S. 265 Nr. 376 irrig zu 1603 gestellt (Nachweis: Ulm, in der Stadtbibliothek und im Stadtarchiv nicht nachweisbar).
  126. Franz Schweyger's Chronik der Stadt Hall 1303–1572. Hrsg. von David Schönherr. Innsbruck 1867, S. 71. Online: http://books.google.com/books?id=cVZAAAAAYAAJ&pg=PA71. Abbildung nach Ernst Verdroß-Droßberg: Florian Waldauf von Waldenstein. Innsbruck 1958, Tafel VII auf Commons.
  127. Einblattdrucke von den Anfängen der Druckkunst bis zum Tode Maximilians I., 1455 – 1519. Mit einem Vorwort von Konrad Haebler. Antiquariat Jacques Rosenthal Katalog 92. München 1931, S. 53–55. Verzeichnet bei Oliver Duntze: Ein Verleger sucht sein Publikum. München 2007, S. 470.
  128. Es endet: Die sin begeren sind es sien wib oder man // Die wil ichs gern sehen vnd lesen lan // Getruckt zu Strassburg.
  129. Heinrich Hugs Villinger Chronik von 1495 bis 1533. Hrsg. von Heinrich Roder. Tübingen 1883, S. 22. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=1osEAAAAQAAJ&pg=PA22 (US-Proxy).
  130. Digitalisate:
  131. Das Windschiff aus Schlaraffenland. Hrsg. von Erich Kleinschmidt. Bern/München 1977, S. 92–96.
  132. Der Oberrheinische Revolutionär. Hrsg. von Klaus H. Lauterbach. Hannover 2009, S. 335.
  133. Digitalisat: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00002868/image_5. Zum Werk: Oliver Duntze: Ein Verleger sucht sein Publikum. München 2007, S. 101. Ein Exemplar beschreibt Ludwig Bechstein: Mythe, Sage, Märe und Fabel im Leben und Bewußtsein des deutschen Volkes. Bd. 2, Leipzig 1855, S. 75. Online: http://books.google.com/books?id=1MEBAAAAYAAJ&pg=RA1-PA75.
  134. Karin Schneider: Die deutschen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München. Die mittelalterlichen Handschriften aus Cgm 888-4000. Wiesbaden 1991, S. 273. Online: http://www.manuscripta-mediaevalia.de/hs/katalogseiten/HSK0189_a273_JPG.htm.
  135. Sigmund von Birken: Spiegel der Ehren [...]. Nürnberg 1668, S. 1122. Online: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/drwFugger1668/1191.
  136. Publications de la Société historique et archéologique dans le duchè de Limbourg Bd. 7, Ruremonde 1870, S. 98. Online: http://books.google.com/books?id=mVYvAAAAYAAJ&pg=PA98 zu 1501.
  137. Gerold Edlibach's Chronik. Hrsg. von Johann Martin Usteri. Zürich 1847, S. 234. Online: http://books.google.com/books?id=Z1JBAAAAcAAJ&pg=PA234.
  138. Die Mirakelbücher des Klosters Eberhardsklausen. Hrsg. von Paul Hoffmann/Peter Dohms. Düsseldorf 1988, S. 112f. nach Stadtbibliothek Trier Hs. 1684/337. In der Ausgabe wird zwar auf sechs Abbildungen verwiesen, die aber nicht beigegeben sind.
  139. Carl Theodor Gemeiner: Regensburgische Chronik. Bd. 4, Regensburg 1824, S. 72. Online: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:355-ubr03413-3.
  140. Nach Marquard Freher: Rerum Germanicarum Scriptores aliquot insignes [...]. Straßburg 1717, S. 496. Online: http://www.uni-mannheim.de/mateo/camenahist/rgs/bd2/jpg/s496.html.
  141. Heinrich Hugs Villinger Chronik von 1495 bis 1533. Hrsg. von Heinrich Roder. Tübingen 1883, S. 22. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=1osEAAAAQAAJ&pg=PA22 (US-Proxy).
  142. Regesta Imperii XIV Nr. 20592. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1503-07-30_2_0_14_4_1_1087_20592
  143. Heinrich Ulmann: Kaiser Maximilian I.. Bd. 2, Stuttgart 1891, S. 68. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=DIFDAAAAYAAJ&pg=PA68 (US-Proxy).
  144. Regesta Imperii XIV Nr. 15364 http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1501-05-18_3_0_14_3_2_2636_15364 (indirekt nach Baronius).
  145. Gothein, S. 91. Weiteres zu diesen Pilgern: Klaus Schreiner: "Nudis pedibus". Barfüßigkeit als religiöses und politisches Ritual. In: Formen und Funktionen öffentlicher Kommunikation. Stuttgart 2001, S. 53–124, hier S. 89 (nach der Sponheimer Chronik des Trithemius, ohne Angabe von Sekundärliteratur); Augsburger Chronik von Clemens Sender. In: Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 23, Leipzig 1894, S. 99. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=wLayJFUkv6IC&pg=PA99 (US-Proxy) zu 1502 mit weiteren Quellennachweisen für Augsburg.
  146. Gothein, S. 91f. ungenau nach Gedenkbuch des Metzer Bürgers Philippe von Vigneulles aus den Jahren 1471 bis 1522. Hrsg. von Heinrich Michelant. Stuttgart 1852, S. 138f. Online: http://books.google.com/books?id=wq0LAAAAIAAJ&pg=PA138.
  147. Peter Baumgart: Formen der Volksfrömmigkeit – Krise der alten Kirche und reformatorische Bewegung. In: Revolte und Revolution in Europa. Hrsg. von Peter Blickle. München 1975, S. 186–204, hier S. 198.
  148. So Baumgart ebenda, S. 199: die Verschwörung stand unter dem „starken Eindruck“ der Kreuzwunder. Im nun maßgeblichen Sammelband Bundschuh. Untergrombach 1502, das unruhige Reich und die Revolutionierbarkeit Europas. Hrsg. von Peter Blickle/Thomas Adam. Stuttgart 2004 ist davon nirgends mehr die Rede.
  149. Grundlegend: Andrea Löther: Prozessionen in spätmittelalterlichen Städten. Köln/Weimar/Wien 1999, die S. 239f. auch die Kreuzwunderprozessionen von Dortmund (der Zusammenhang mit den Kreuzwundern erscheint nicht ganz sicher), Augsburg und Straßburg erwähnt.
  150. Anordnung durch Prozessionen durch den König werden erwähnt: Regesta Imperii XIV Nr. 20834. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1503-12-16_1_0_14_4_1_1329_20834; Nr. 20592. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1503-07-30_2_0_14_4_1_1087_20592. Zur Anordnung durch den Bischof von Regensburg: Carl Theodor Gemeiner: Regensburgische Chronik. Bd. 4, Regensburg 1824, S. 71. Online: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:355-ubr03413-3. Zu Utrecht siehe L. G. Visscher: Wonderdadige kruisteekenen, ten jare 1501 uit de lucht gevallen. Onuitgegeven stukken. In: Kronijk van het historisch geselschap te Utrecht 4 (1848), S. 40–44. Online: http://books.google.de/books?id=KKDNAAAAMAAJ&pg=PA40.
  151. Lucian Pfleger: Die Stadt- und Ratsgottesdienste im Strassburger Münster. In: Archiv für elsässische Kirchengeschichte 12 (1937), S. 1–55, hier S. 38f.
  152. Gedenkbuch des Metzer Bürgers Philippe von Vigneulles aus den Jahren 1471 bis 1522. Hrsg. von Heinrich Michelant. Stuttgart 1852, S. 138. Online: http://books.google.com/books?id=wq0LAAAAIAAJ&pg=PA138.
  153. Christoph Schorer: Memminger Chronick [...]. Memmingen 1660, S. 58. Online: http://books.google.com/books?id=Of0-AAAAcAAJ&pg=PA58.
  154. Die Berner-Chronik des Valerius Anshelm. Bd. 2, Bern 1886, S. 322
  155. Regesta Imperii XIV Nr. 17881. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1503-11-12_2_0_14_4_0_2154_17881. Druck: Johann Philipp Datt: [...] De Pace Imperii Publica [...]. Ulm 1698, S. 217-221. Online: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/datt1698/0231. Zur Georgen-Gesellschaft siehe immer noch: Walter Winkelbauer: Kaiser Maximilian I. und St. Georg. In: Mitteilungen des österreichischen Staatsarchivs 7 (1954), S. 523–550.
  156. Regesta Imperii XIV Nr. 17881. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1503-11-12_2_0_14_4_0_2154_17881.
  157. Siehe etwa Regesta Imperii XIV Nr. 20554 http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1503-07-02_1_0_14_4_1_1048_20554 mit einer (auch in anderen Regesten aufgeführten) Liste von Querverweisen.
  158. Regesta Imperii XIV Nr. 20834. Online: http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1503-12-16_1_0_14_4_1_1329_20834.
  159. Gothein, S. 100.
  160. The Athenaeum 1807, S. 249. Online: http://books.google.com/books?id=xd8RAAAAYAAJ&pg=PA249.
  161. Hermann Wiesflecker: Kaiser Maximilian I.. Bd. 5, München 1986, S. 334f.
  162. Digitalisat einer Ausgabe: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00009344/image_1
  163. Siehe etwa ein Beispiel um 1500 aus Erfurt bei Gerd Schwerhoff: Kriminelle als Randgruppe? Überlegungen am Beispiel eines Erfurter Kriminalprotokolls um 1500 und eines Mühlhäuser Hexenprozesses 1659/60. In: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt 55 (N. F. 2) (1994), S. 7–33, hier S. 17f.
  164. Gerold Edlibach's Chronik. Hrsg. von Johann Martin Usteri. Zürich 1847, S. 234. Online: http://books.google.com/books?id=Z1JBAAAAcAAJ&pg=PA234; Die Berner-Chronik des Valerius Anshelm. Bd. 2, Bern 1886, S. 322.
  165. Peter Johannes Schuler: Das Anniversar. In: Die Familie als sozialer und historischer Verband. Hrsg. von Demselben. Sigmaringen 1987, S. 67–117, hier S. 94, 96 nach der Handschrift Landesbibliothek Stuttgart HB V 32, Bl. 107v, 108v.
  166. Wilhelm Rem: Cronica newer geschichten. In: Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 25, Leipzig 1896, S. 11f. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=RICIqSRvM78C&pg=PA11 (US-Proxy)
  167. Grundlegend: Waltraud Pulz: Nüchternes Kalkül – Verzehrende Leidenschaft. Köln/Weimar/Wien 2007, S. 29–36. Zu den Kreuzerscheinungen in Augsburg siehe aber immer noch Friedrich Roth: Die geistliche Betrügerin Anna Laminit von Augsburg (ca. 1480–1518). In: Zeitschrift für Kirchengeschichte 43 (1924) S. 355–417, hier S. 382–385.
  168. Gerold Edlibach's Chronik. Hrsg. von Johann Martin Usteri. Zürich 1847, S. 234. Online: http://books.google.com/books?id=Z1JBAAAAcAAJ&pg=PA234.
  169. Siehe zum Beispiel Christian Gottfried Ehrenberg: Passat-Staub und Blut-Regen [...]. Berlin 1849, S. 94. Online: http://books.google.de/books?id=JxMWAAAAYAAJ&pg=PA94.
  170. Grundlegend jetzt (auch zur Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts) Petra Werner: Roter Schnee oder Die Suche nach dem färbenden Prinzip. Berlin 2007.
  171. Nach Adolf Streckfuß: 500 Jahre Berliner Geschichte. 4. Auflage Bd. 1, Berlin 1886, S. 53. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=_8gnAQAAIAAJ&pg=PA53 (US-Proxy). Er nennt als Gattungsnamen Ocneria dispar.
  172. Erwin Panofsky: Albrecht Dürer. Bd. 1, 3. Aufl., Princeton 1948, S. 90.
  173. Heinrich Theodor Musper: Albrecht Dürer. Stuttgart 1952, S. 143.
  174. Egon Schmitz-Cliever: Pest und pestilenzialische Krankheiten in der Geschichte der Reichsstadt Aachen. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 66/67 (1954/55), S. 108–168, hier S. 136.
  175. Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 20, Leipzig 1909, S. 768. Online: http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wunderregen.
  176. Christian Gottfried Ehrenberg: Passat-Staub und Blut-Regen [...]. Berlin 1849. Online: http://books.google.de/books?id=JxMWAAAAYAAJ.
  177. Justus Friedrich Karl Hecker: Der englische Schweiss. Berlin 1834, S. 38. Online: http://books.google.com/books?id=phsPAQAAIAAJ&pg=PA38.
  178. Hartmut Bock: Die Chronik Eisenberger. Frankfurt a. M. 2001, S. 61. Online: http://www.hartmut-bock.de/CE-Uebersicht/Bock.CE-Edition-0704.pdf.
  179. Jakob Gretser: De Cruce Christi tomus tertius. Ingolstadt 1605, S. 134–139. Online: http://books.google.com/books?id=uioKe5JHEekC&pg=PA134.
  180. Cornelius Curtius: De clavis dominicis liber. Antwerpen 1670, S. 148f. Online: http://books.google.com/books?id=JIlAAAAAcAAJ&pg=PA148.
  181. Aus der Sicht der Erzählforschung stellte Rudolf Schenda: Sagenerzähler und Sagensammler in der Schweiz. Bern/Stuttgart 1988, S. 114f. Anm. 31 einige Belege zusammen.
  182. Abraham a Sancta Clara: Judas der Erzschelm für ehrliche Leut. Sämmtliche Werke. Bd. 1, Passau, S. 36, zitiert nach dem E-Text http://www.zeno.org/nid/20004391721. Abraham a Sancta Clara: Etwas für Alle. Passau 1841, S. 341. Online: http://books.google.com/books?id=KjA_AAAAcAAJ&pg=PA341 gibt als Quelle Linturius an. Ebenfalls die Assoziation Ehestand - Kreuz verwendet mit Bezug auf die Kreuze nach Linturius („Lauthurius“) der katholische Prediger Serenus Schatter: Fama sancta oder Heiliger Rueff [...]. Augsburg 1723, S. 943. Online: http://books.google.com/books?id=Tm9CAAAAcAAJ&pg=PA943.
  183. Siehe Michaela Hammerl: Prodigienliteratur. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung. Online: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/5523/.
  184. Konrad Lycosthenes: Prodigiorum ac ostentorum chronicon [...]. Basel 1557, S. 510. Online: http://web2.bium.univ-paris5.fr/livanc/?p=522&cote=01429&do=page.
  185. Juanita Rose Violini: Almanac of the Infamous, the Incredible, and the Ignored. San Francisco 2009, S. 50. Vorschau: http://books.google.com/books?id=s8d0F4pCFLYC&pg=PA50.
  186. Siehe z.B. oben die Belege zu Freiberg.
  187. August Stöber: Oberrheinisches Sagenbuch. Straßburg/Heidelberg 1842, S. 31f. Online: http://books.google.de/books?id=iUIJAAAAQAAJ&pg=PA31.
  188. So die schlüssige Einordnung von Michael Maurer: Eberhard Gothein (1853–1923). Köln/Weimar/Wien 2007, S. 30. Zu Gotheins Buch: ebenda S. 30–33.
  189. Eberhard Gothein: Die Lage des Bauernstandes am Ende des Mittelalters, vornehmlich in Südwestdeutschland. In: Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst 4 (1885), S. 1–22, hier S. 20 Anm. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=G9krAQAAIAAJ&pg=PA20 (US-Proxy)
  190. Gothein, S. 2. Online: http://www.archive.org/stream/PolitreligvolksbewvorDerReformation/PolitischeUndReligioeseVolksbewegungenVorDerReformation#page/n9/mode/2up.
  191. Jenaer Literaturzeitung 6 (1879), S. 387. Online: http://zs.thulb.uni-jena.de/servlets/MCRFileNodeServlet/jportal_derivate_00167751/28.pdf, http://books.google.com/books?id=sRXjAAAAMAAJ&pg=PA387 (US-Proxy). Weitere Rezensionen:
  192. Historische Zeitschrift 42 (1879), S. 504-505. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=dAfOAAAAMAAJ&pg=PA504 (US-Proxy).
  193. Dieser sprach in seiner Kirchen-Postilla (zum 2. Adventsonntag) selbst davon, dass neulich viele Kreuze vom Himmel gefallen seien. Ausgabe von 1547 online: http://books.google.com/books?id=5uxBAAAAcAAJ&pg=RA1-PA17-IA2.
  194. Theodor Kolde: Martin Luther. Bd. 1, Gotha 1884, S. 26. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=rjssAAAAYAAJ&pg=PA26 (US-Proxy).
  195. Friedrich von Bezold: Geschichte der deutschen Reformation. Berlin 1890, S. 104. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=mhwsAAAAYAAJ&pg=PA104 (US-Proxy).
  196. Kurt Kaser: Das Zeitalter der Reformation und Gegenreformation von 1517–1660. Stuttgart/Gotha 1922, S. 10. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=rDRiAAAAMAAJ&pg=PA10 (US-Proxy).
  197. Max Lenz: Martin Luther. Festschrift der Stadt Berlin für ihre Schulen zum 10. November 1883. Berlin 1883, S. 20. Online: Internet Archive, http://books.google.com/books?id=8psHAAAAQAAJ&pg=PA20 (US-Proxy)
  198. Willy Andreas: Deutschland vor der Reformation. 6. Auflage, Stuttgart 1959, S. 179, 603f.; 4. Auflage, Stuttgart/Berlin 1943, S. 198, 660.
  199. Ebenda (1959), S. 178.
  200. Ebenda (1959), S. 179.
  201. Thomas Pekar: Experiences of Delocalization and Katabasis in the Literature of Exile and the Early Postwar Period in Germany. In: Alexander Stephan (Hrsg.): Exile and Otherness. New Approaches to the Experience of the Nazi Refugees. Bern 2005, S. 49–63, hier S. 54 Anm. 15 stellt beide Fassungen gegenüber.
  202. Anja Eisenbeiß: Unheilvolle Zeichen. Bilder geben unfassbaren Phänomenen Gestalt. In: Ruperto Carola 3/2007. Online: http://www.uni-heidelberg.de/presse/ruca/ruca07-3/kurz.html.
  203. Ebenda.
  204. http://www.ahf-muenchen.de/Tagungsberichte/Berichte/pdf/2008/174-08.pdf.