Benutzer Diskussion:Kopilot/Antisemitismus bei Wikipedia

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Ergänzungen

Ich weiß nicht, ob und welche Schwerpunkte Du bei dieser begrüßenswerten Dokumentation setzen willst, aber bei nochmaliger Lektüre dieser damaligen, mE sehr aufschlussreichen VM habe ich noch mind. fünf mE erwähnenswerte Details gefunden. Iich denke, es wird schnell offenbar, inwiefern sie den späteren Ausprägungen der Eskalation einerseits (speziell 1-2) und den Gründen für die Eskalation (speziell 3-5) vorausgreifen:

1. Ein Benutzer schreibt als erste Reaktion auf die auf VM thematisierte, folgenreiche Äußerung: Hubert sagt, wie so oft, die Dinge die sich sehr viele denken und hat den Mut das auch zu tun. Wem das Spiegelbild nicht passt der sollte was daran ändern.

2. Hubertls erster Kommentar zu seinem nun angeklagten Edit lautet: Solche Statements müssen im genannten Getümmel schon hingenommen werden [Hervorhebung durch mich]

3. Ein anderer Benutzer schrieb vorher Vielleicht sollte man das nochmals überdenken, die unsäglichen Diskussionsseiten und VMs mal administrativ abarbeiten. Vielleicht schaukelt sich das nicht mehr so hoch (darauf bezog sich wohl Hubertl)

4. Ein Admin schreibt: Ebenfalls danke für die Beurteilung [gemeint ist Phi, dessen Beitrag Du schon zitiert hast]. Ich habe daraufhin darüber nachgedacht, ob ich Hubertl für drei Tage mit der Begründung "sekundärer Antisemitismus <Diff>" sperren muss. Habe aber davon Abstand genommen, weil a) Einträge im Sperrlog nicht verjähren und b) ich finde, dass die von die von J.budissin gewählte Deeskalationsstrategie [von Dir ebenfalls schon in die Chronologie aufgenommen] unseren Projektgrundsätzen einfach besser entspricht. Mit der Löschung der beanstandeten Disk hier erledigt.

5. Ein zweiter Admin schreibt: Ich drück mich mal um eine Entscheidung, weil ich heute keinen Bock auf die unzweifelhaft antretende peer-group habe und vor allem auch, weil mit der Entfernung des Diskussionsabschnitts bereits Maßnahmen eingeleitet wurden. Ich sehe mich aber befleissigt zu erwähnen, dass ich einen weniger prominenten Account für diesen unglaublichen Bullshit von der Opferkarte und Antisemitismuskarte ohne mit der Wimper zu zucken für immer verabschiedet hätte. (diesen Beitrag finde ich in seiner erschütternden Ehrlichkeit besonders aufschlussreich, doch noch dieser kurze Kommentar)

...danach sperrt Rax Hubertl an den von Dir schon genannten Gründen.

Zum BSV gegen Michael Kühntopf damals schrieb ein Benutzer diesen Beitrag. Eine Passage lautet:

Wenn die edle Community, der gesperrte rechts- bis linksverknäuelte Dauerkasper seit Jahren zur kollaborativen Wissensbereitstellung für das Welterbe allerlei obskure Artikel unterjubeln, sich nun so selbstgerecht und personenbezogen, wie es die Vorbereitung erkennen läßt, an ein Urteil über einen ernsthaften Autor macht, stürzt sie sich in die Falle ihrer eigenen Schwarm-Dummheit [...] dass ein Urteil über einen Menschen aus einem unklaren Gewurstel entsteht [Hervorhebung durch mich], in dem jeder, der meint, eine Rechnung offen zu haben, mal eben per Ohrfeige oder Fußtritt sein Urteil abgibt und sich dann verdrückt oder sadistisch befriedigt mitfeiert.

Den Beitrag, der auch das Thema Antisemitismus aufgreift, was ich nicht weiter kommentieren will, weist an dieser Stelle auf ein mE die gesamte Auseinandersetzung mit kennzeichnendes, strukturelles WP-Problem hin, nämlich die teilweise und zuletzt immer stärker fehlende Wahrung "öffentlicher Ordnung" durch konsequentes Unterbinden von ad personam-Angriffen, die dann in immer extremere Edits münden (die Gründe für das Ausbleiben einer Moderation wird vor allem unter 5. angedeutet, in Bezug auf Antisemitismus ist es aber wohl auch große Unsicherheit - es muss erst erklärt werden, erst dann fällt einem auf, dass man das ja eventuell sanktionieren sollte, dann aber letztlich doch lieber nicht, siehe 4.) und sich dadurch zunächst nur vereinzelt enthemmende Benutzer, teilweise dann auch je nach vorhandenem, seriösen Widerstand oder eben auch dessen Abwesenheit ein sich enthemmender Mob. --bennsenson - reloaded 23:33, 15. Jun. 2012 (CEST)

Vielen Dank! Ich habe im Moment erstmal nur die wichtigsten Stationen des Verlaufs und die Ergebnisse (Adminentscheidungen) gelistet, noch keine Analyse von Ursachen und Folgen geleistet. MFG, Kopilot (Diskussion) 00:28, 16. Jun. 2012 (CEST)
Gut.--bennsenson - reloaded 00:33, 16. Jun. 2012 (CEST)
Fehlen da nicht ein paar sehr wichtige Edits von Freud, in denen er unreflektiert anderen Benutzer Antisemitismus unterstellte, sie in die Nazi-Ecke schob und die letztlich das ernsthafte Thema in einen dunklen Schatten stellten? Das gehört zur Analyse dazu. Andererseits bestätigt es die Kritik dass Du eben doch nicht der gelobte Analytiker bist, für den man Dich ausgab. --Pfiat diΛV¿? Diskussionsseite 14:04, 17. Jun. 2012 (CEST)
Hier geht es nicht um eine Analyse, sondern eine Verlaufsübersicht. Du kannst die vermissten Diffs gern hier auflisten. Kopilot (Diskussion) 17:51, 17. Jun. 2012 (CEST)

First thoughts

Eine beeindruckende Zusammenstellung, die das Problem klar aufzeigt und mich trotzdem irgendwie unschlüssig zurücklässt. Meine Fragen nach der Lektüre:

  • Wieso sollten wir Antisemitismus ächten? (m.E. die wichtigste Frage, denn sie bestimmt unser weiteres Vorgehen)
  • Wieso sollen antisemitische Edits versionsgelöscht werden?
  • Wie soll eine freiwillige Rücknahme erreicht werden? (immer unter der Prämisse tatsächlicher Freiwilligkeit)

Ohne dass diese Fragen beantwortet sind, haben m.E. auch die Admins keine ausreichende Handlungsgrundlage, die über bloße VM-Abarbeitung hinausgeht.--Toter Alter Mann 17:32, 21. Jun. 2012 (CEST)

Zur ersten Frage, die sich mir persönlich nie gestellt hätte, mit der man sich aber offenbar tatsächlich auseinandersetzen muss, habe ich mich verschiedentlich geäußert, u.a. hier im zweiten Abschnitt. Zur freiwilligen Rücknahme: Diese sollte eine Möglichkeit für einen Account sein, eine zweite Chance zu bekommen. Wenn dies oder die Ankündigung, entsprechende oder ähnliche Edits nicht zu wiederholen, ausbleibt und vielmehr darauf bestanden wird, dass es sich nicht um antisemitische Äußerungen gehandelt habe, bleibt in meinen Augen nur eine unbefristete Sperre. Ich bin mir nicht sicher, ob eine fehlende Handlungsgrundlage das entscheidende Problem ist. Abgesehen davon, dass KPA bei mind. einem der kritisierten Edits klar anwendbar war, und dass in der policy der englischsprachigen WP ein Anti-Diskriminierungs-Paragraph aufgenommen wurde, könnte man auf WQ und/oder DS entsprechendes explizit festhalten. Das Problem ist im oben behandelten speziellen Fall aber doch eher ein fest in die deutschsprachige WP verankerter Benutzer. Ein Admin hat offen ausgesprochen, dass ihn dies daran gehindert habe, eine unbefristete Sperre auszusprechen (siehe mein Diskbeitrag umseitig), einige dürften dies ebenso gesehen, es jedoch wohlweislich nicht ausgesprochen haben. So aber sind viele sich unsicher, und zum Problem bei der Gleichbehandlung gut vernetzter Benutzer und entsprechende Angst bzgl. "Shitstorm" gesellt sich hier wohl vor allem das fehlende Zutrauen und/oder die fehlende Fähigkeit, antisemitische Edits zu erkennen und einzuordnen, siehe ebenfalls umseitig. Zusammenfassend sehe ich das Hauptproblem in fehlender Sensibilität, Kenntnis und - vielleicht vor allem - in den strukturellen Problemen der Administration.--bennsenson - reloaded 18:55, 21. Jun. 2012 (CEST)
Zu deiner ersten Frage, TAM, möchte ich zurückfragen: Warum stellt sie sich dir überhaupt? Warum "wir" Antisem "ächten" sollen, ist doch evident?
Uns ist das Ziel einer der Aufklärung verpflichteten Enzyklopädie ebenso vorgegeben wie deren Richtlinien, etwa WP:KPA, WP:NPOV. Hinzu kommt, dass wir nicht in einem gesellschaftlichen Vakuum operieren, sondern auf dem Boden des Grundgesetzes, Stichwort "Menschenwürde". Wir können und sollen das Rad nicht ständig neu erfinden.
Die umseitige deskriptive Rückschau zeigt m.E. hinreichend klar, dass Antisemitismus von den meisten Admins (und wohl auch sonstigen Usern) als evidenter Widerspruch zu den Grundregeln und -zielen des Projekts angesehen wurde/wird und als Projektschädigung betrachtet und sanktioniert wird, auch wenn kein direkter PA vorliegt oder wahrnehmbar ist. Besonders deutlich wurde dies in der AN-Debatte 6/2007.
Wir können und müssen von diesem Grundkonsens einfach pragmatisch ausgehen. Eine Duldung von projektinternem Antisemitismus wäre gleichbedeutend mit einer Abkehr von den Zielen und Grundregeln des Projekts. Wenn der Eindruck entstanden ist, dass dieser Konsens erst neu definiert werden müsse und man sich darüber verständigen müsse, dann ist er wohl schon geschädigt worden, dann spiegelt das bereits eine bedenkliche Erosion dieses Konsenses, der dann offenbar nicht mehr evident ist für manche. Dann müsste man fragen: Wer meint ernsthaft, Antisemitismus sei keine Projektschädigung und bedürfe keiner "Ächtung"? Wer das vertritt, müsste die Vereinbarkeit dieser Haltung mit den Grundregeln des Projekts nachweisen und sich einem Communityvotum darüber stellen. Sonst kann man Wikipedia nämlich getrost vergessen. Soweit sind wir aber noch nicht. - MFG, Kopilot (Diskussion) 23:06, 21. Jun. 2012 (CEST)
Ich seh das hier nur ganz zufällig, und keine Angst, ich werde mich an dieser mir ohnehin unverständlichen Diskussion nicht beteiligen, aber gerade vollständig ist eure Liste nicht. ajnem (Diskussion) 14:46, 22. Jun. 2012 (CEST)
Warum stellt sie sich dir überhaupt? Warum "wir" Antisem "ächten" sollen, ist doch evident? – Natürlich weiß ich sehr gut, warum ich persönlich antisemitismus ablehne. Aber wenn das tatsächlich self-evident wäre, dann müssten wir hier nicht streiten und EFisch müsste sich nicht mit verquasten Behauptungen über Schuldkomplexe und dergleichen beschäftigen. Wie will ich jemandem klar machen, warum Antisemitismus schlecht ist, wenn er es selbst nicht weiß? Die Aussage, er werde mehrheitlich abgelehnt, ist für mich unbefriedigend und auch nicht zwingend. Antisemitismus wäre auch dann verwerflich, wenn ihn die Mehrheit der hiesigen Admins begrüßen würden (so wie Pluspedia-Antisemitismus immer noch eine Schande ist, obwohl dort offenbar niemand etwas gegen ihn hat). bennsensons antwort, geht in eine andere Richtung: „Wer Antisemitismus zulässt, lässt Irrationalität, Gedankenflucht und Gegenaufklärung zu.“ Ist Antisemitismus falsch (wrong), weil er falsch (false) ist? Weil er irrational ist? Weil er sich wissenschaftlich nicht halten lässt? Dann wäre er etwa so gefährlich wie Gesundbeten und Hohlwelttheorien. Auch damit kann ich niemandem klar machen, warum Antisemitismus schlecht ist. Bennsenson führt weiterhin aus, dass Antisemitismus ein „nicht nur schwerer Schlag gegen jüdische Mitarbeiter des Projekts“ sei – er ist vor allem das! Und zwar nicht nur gegen jüdische Mitarbeiter des Projekts, sondern gegen alle Mitarbeiter des Projekts, die als Juden angesprochen werden! Jeder, der antisemitisch spricht und handelt, verletzt die Rechte des anderen (und dazu muss ich nicht die Menschenrechte als Autorität mobilisieren), indem er eine unüberwindliche Trennung zwischen sich, dem Nur-Menschen, und seinem Gegenüber, dem Juden errichtet und dann diese Trennung als Rechtfertigungsgrund nimmt, seinem gegenüber weitere Ungerechtigkeiten angedeihen zu lassen: Ihn abzuwerten, ihm das Rederecht abzusprechen ("Ist F. überhaupt ein richtiger Jude? Der kann doch gar nicht für die Juden reden! Aber ich, der kluge Nur-Mensch kann das sehr wohl!") und vor allem klar zu machen, dass sich an diesen Ungerechtigkeiten nie etwas ändern wird, weil sie für immer festgeschrieben sind. Er verletzt sein Gegenüber, weil er ihm das Recht zur Teilnahme aufgrund dessen Person abspricht. Antisemitismus versucht, Menschen als solche zu disqualifizieren, und das durchaus auch aus politischen Gründen. Das ist nicht zuerst deswegen verachtenswert, weil es politisch oder wissenschaftlich falsch ist. Es ist in allererster Linie deswegen abzulehnen, weil es Menschen emotional verletzt. Und das können wir hier genauso wenig dulden wie jede andere Verletzung. Mehr braucht es m.E. nicht an Begründung; und soweit sollte die Geschichte auch jedem vermittelbar sein, der Antisemitismus weit von sich weist aber dann doch gerne seine sehr speziellen Theorien zu Juden verbreitet. Wenn wir allerdings lieber Menschenrechte und Rationalität an erster Stelle ins Feld führen, dann laufen wir (fürchte ich) Gefahr, uns in Grundsatzdebatten zu verzetteln. Viel wichtiger ist es, bei jedem Vorfall von Antisemitismus aufzuzeigen, wie schädlich er im Bezug auf die Betroffenen ist, statt einfach nur laut "Antisemitismus!" zu rufen. Denn die Ächtung von Antisemitismus ist keine Selbstverständlichkeit, sie muss Tag für Tag aufs Neue hergestellt werden.--Toter Alter Mann 14:52, 22. Jun. 2012 (CEST)
Streiten? Ich streite nicht, ich fasse zusammen und beschreibe einen beobachtbaren Konsens. Dem, was du an Gründen ausführst, stimme ich vorbehaltlos zu. - Elektrofisch? Deine Fragen gingen an mich, nicht ihn. - "Wie will ich jemandem klar machen, warum Antisemitismus schlecht ist...?" Das war doch gar nicht gefragt, und du musst niemand von etwas überzeugen als Admin außer von den Projektzielen und -regeln: Antisemitismus ist als herabsetzender Angriff auf eine Gruppe schädlich für alle und daher regelwidrig. "...wenn er es selbst nicht weiß?" Dann muss man ihn einfach auf die zugänglichen Informationen über Antisemitismus und den geltenden Konsens, dass antisemitische Ausfälle als projektschädlich sanktioniert werden, hinweisen. Über den Einzelfall muss jeweils im Kontext entschieden werden. Die meisten User, die Juden und Judentum herabsetzen oder andere User angreifen, die diesem Herabsetzen widersprechen, wissen nach meinem Eindruck ziemlich genau, dass sie Konflikte schüren. Dass die Lage für Admins nicht immer leicht ist, weiß jeder. Aber ich habe diese Seite nicht eröffnet, um den geltenden Grundkonsens in Frage zu stellen, sondern um Wege zur konsistenten Regelanwendung erkennbar werden zu lassen. Kopilot (Diskussion) 15:02, 22. Jun. 2012 (CEST)
Es geht hier nicht um Vorwürfe. Ich wollte lediglich Fragen stellen, die wir uns alle stellen sollten, wie ich finde. Und zwar jenseits irgendwelcher Admin/Fußgänger-Dichotomien, denn Antisemitismus geht uns nicht in unserer Funktion etwas an, sondern als Mitmenschen. Es wird nicht reichen, Admins einfach die Handlungsanweisung zu erteilen, Benutzer für Antisemitismus zu sanktionieren. Mein Ziel ist hier nicht, "Antisemitismus ist nicht erlaubt und wird bestraft" in die Regeln zu schreiben. Ich will vielmehr, dass die Ablehnung von Antisemitismus (egal in welcher seiner vielen Formen) von der Gemeinschaft aller Wikipedia-Mitarbeiter geächtet wird. Wenn ich als Admin (der ich heute nur noch pro Forma bin) Regeln anwenden will, dann sperre ich solche Leute für einen PA. Nur muss ich den leuten dann auch klar machen, warum es ein PA ist, und da sind viele benutzer ja schon bei gewöhnlichen Beleidigungen herrlich merkbefreit. Für die Behandlung von Antisemitismus braucht es keine neuen regeln à la 3RR, SLA erst nach einer Stunde etc., sondern einen von allen getragenen Grundsatz im Projekt. Die Ahndung ist doch hier nicht das Problem (faule Admins kann ich abwählen und beherzten meine Stimme geben), sondern die Grundstimmung. Um das zu verdeutlichen: Mein problem in der Freud-Hubertl-Causa war weniger, dass keine saftigen Strafen ausgesprochen wurden – sondern dass so viele Leute Probleme hatten, den Antisemitismus zu erkennen, die ich sonst als halbwegs vernünftig kenne. Und die umgekehrt auch keine Probleme dabei hatten, diesen Antisemitismus wiederum für ihre eigenen Ziele zu instrumentalisieren.--Toter Alter Mann 15:19, 22. Jun. 2012 (CEST)
Bei dem konkreten Konflikt gab es m.E. auf allen Seiten, auch bei Admins, krasse Fehleinschätzungen und eskalierende Reaktionsmuster. Das will ich gern bei Gelegenheit noch versuchen, genauer zu analysieren.
Natürlich sind die Verletzungen für andere - bei Antisemitismus: für alle, Juden wie Nichtjuden! - der Hauptschaden und daher Hauptgrund der Ächtung.
Da WP ein kooperatives Enzyklopädieprojekt ist, sind hier aber die spezifischen Projektrichtlinien der Hauptbezugspunkt, denke ich. Ihnen ist die Idee der Aufklärung inhärent. Sie genügen daher m.E. ganz ohne Grundsatzdebatte für Ausschlussbegründungen, da man konkrete Verletzheit anderer im virtuellen Raum nur schwer nachweisen kann.
Die "Grundstimmung" könnte man vielleicht so umschreiben: Zoff as Zoff can. Totale Enthemmung und Verselbständigung von Schlamm, besonders wenn man es so laufen lässt wie es in dem Fall gelaufen ist.
Klar: Dagegen müssten alle, denen WP am Herzen liegt, vorgehen. Aber das geht am besten wieder nur kooperativ und konsentiert. Ich habe auch kein Patentrezept. Ich denke wie du, dass die Regeln eigentlich ausreichen. Sie müssen aber konsistent und konsequent angewandt werden, und daran hat es m.E. gehapert.
Müssen wir dazu wirklich erst alle User von der Schlechtigkeit von Antisemitismus überzeugen? Das würde WP überfordern. Wir sind keine Erziehungsanstalt. Die Regeln muss jeder kennen, davon ist auszugehen. Es genügt also eigentlich der Hinweis: "Antisemitische Ausfälle werten wir als projektschädlich und sanktionieren sie, und deiner ist einer aus den und den Gründen."
Über den Einzelfall muss jeweils im Kontext entschieden werden; auch dafür bieten die bisherigen Regelanwendungen wie auch die Antisemitismusartikel gute Kriterien. - MFG, Kopilot (Diskussion) 15:47, 22. Jun. 2012 (CEST)

Unbefangener Umgang?

Ein unbefangener Umgang bzw. sachlicher Diskurs um einen Begriff (Novemberpogrome 1938 – Reichspogromnacht – Reichskristallnacht wie umfassender mit anderen Benutzern hier) wurde schwierig, als sich der IP-Gegenpart als „in Süddeutschland lebender jüdischer Zeitzeuge, der 1938 miterlebt hat“ outete (IP-Disku inzwischen nicht mehr sichtbar).

Es ging um einen Diskurs, ob der Begriff „Reichskristallnacht“ (auch mit distanzierenden Anführungszeichen oder als Klammerzusatz) als Nazi-Sprech in jedem Lemma unbedingt getilgt und ausnahmslos ersetzt werden müsse. Dazu kamen Bemerkungen wie:

  • Hauptsache ihr könnt Nazibezeichnungen verlinken, wurde am Abend nicht auch noch Die Fahne hoch gesungen? Wenn ja, sollte man dies auch noch verlinken. --80.145.58.154 23:30, 28. Dez. 2011 (CET) [1]
  • Ich berede sowas nicht mit Deutschen; dass besprecht ihr besser untereinander. In der Hoffnung das es die nächste Generation versteht. --80.145.32.216 23:51, 4. Jan. 2012 (CET)[2]
  • Ach Hxxxxx, Leute wie Du werden es nicht begreifen. --80.145.32.216 23:54, 4. Jan. 2012 (CET)[3]
  • (Ironisch)Reichskristallnacht ist kein Nazi-Ausdruck viel Spaß in deiner Paralelwelt. --80.145.26.60 23:51, 26. Dez. 2011 (CET) [4]
  •  :"Die Fahne hoch" das kriegt ihr Wikipediaexperten schon geregelt. Glückwunsch dazu --80.145.26.60 23:37, 26. Dez. 2011 (CET) [5]
  • Mit Leuten wie dir zu reden bringt nichts. Vom lebenden Judentum keine Ahnung, aber von der Sprache der Täter und darauf auch noch stolz. Glückwunsch zum revertieren gesichteter Änderungen. --80.145.37.26 02:48, 26. Dez. 2011 (CET)[6]

Solche Sprachverweigerung und Unterstellungen, die einen in die Nähe nationalistischen Gedankenguts rücken, zeigen: Die tiefen Verwundungen durch unsere NS-Vergangenheit sind nicht geheilt. --Holgerjan (Diskussion) 14:14, 23. Jun. 2012 (CEST)

Das stimmt. Vielen Dank, Holgerjan, für diesen passenden Beitrag.
Ich glaube aber, dass man mit solchen IP-Beiträgen eher fertig wird als mit den vorn dokumentierten Verletzungen.
Ich habe mich dort auf Beispiele konzentriert, die von dauerhaft angemeldeten Accounts und auf Projektseiten kamen und erkennbar große, längerfristige Folgeschäden für das Projekt bewirkt haben. - MFG, Kopilot (Diskussion) 14:26, 23. Jun. 2012 (CEST)
Zu Recht weist du darauf hin, dass derartige ärgerliche Bemerkungen leichter zu schlucken sind und nicht so schwer wiegen wie antisemitische Äußerungen. Für eine Be-/Verurteilung wäre aber heranzuziehen, was sich der Gesprächspartner vorher geleistet hat. MfG --Holgerjan (Diskussion) 14:33, 23. Jun. 2012 (CEST)

fehlende Differenzierung IP-/Account-Sperren

Wenn hier Sperrdauern von dynamischen IPs mit denenn von Accounts zusammengeworfen werden, ist das unseriös. Ich bitte, das zu unterscheidden. Gruß, Seewolf (Diskussion) 11:04, 24. Jun. 2012 (CEST)

Stimmt, ich hatte erstmal nur nach VM-Jahrgängen (2006, 2012) gelistet. Die IP-Beispiele kann man eventuell ganz rausnehmen, außer wenn daran was klar wird. Kopilot (Diskussion) 16:11, 24. Jun. 2012 (CEST)

aus Disku

Michael Friedman --Holgerjan (Diskussion) 19:19, 24. Jun. 2012 (CEST)
Meine Unterseite kennst du wohl? --Holgerjan (Diskussion) 19:25, 24. Jun. 2012 (CEST)

Ja, ich wusste, dass du Beispiele für diesen Dauerbrenner sammelst, habe deine Seite aber nicht beobachtet.
Man könnte deine Sammlung ebenfalls mal daraufhin abklopfen, wie von Adminseite damit über die Jahre so umgegangen wurde.
Ich vermute mal, dass bei erkennbarer Holocaustleugnung meist umstandslos gesperrt und revertiert wird, sobald es auffällt und/oder gemeldet wird, da es hier in D um Straftaten geht und der Projektschaden evident ist.
Das vorn dargestellte Problemfeld fokussiert eher auf Antisemitismus in Konflikten zwischen angemeldeten Benutzern als in Artikeln oder auf Artikeldiskus. Da herrscht offenkundig einige Unsicherheit, was geht und was nicht und wie man damit umgehen soll. Darum ja auch dieses Ausufern des Konflikts auf zig Projektseiten.
Es gab große Unterschiede und Widersprüche bei den Adminentscheidungen, sowohl verschiedene Sanktionen als auch verschiedene Begründungen zwischen den und bei jedem der Beteiligten. Nicht sperren, Sperren, Entsperren, Sperrverkürzungen, alles war dabei. Diese Ungereimtheiten wären noch zu analysieren. Kopilot (Diskussion) 21:06, 24. Jun. 2012 (CEST)

aus VM

--Holgerjan (Diskussion) 14:29, 3. Jul. 2012 (CEST)

IP-Beitrag zu "Innocence of Muslims"

[7].--bennsenson - reloaded 18:50, 27. Sep. 2012 (CEST)

Mediale Resonanz

--Atomiccocktail (Diskussion) 08:22, 21. Okt. 2012 (CEST)

Ergänzungen Hubertl, Januar 2014

"*:ich habe den Vorschlag nie zurückgezogen, ich habe nur eine Skype-Konferenz für sinnlos gehalten (mit Freud, der im letzten Moment für Berlin absagte). Ich war in der Geschäftsstelle (den ganzen Nachmittag, wer nicht kam, war AC). Nur zur Klarstellung" --Hubertl (Diskussion) 20:00, 20. Jan. 2014 (CET)

"Es sollte jedoch dringend geklärt werden, was antisemitisch ist oder nicht. Nicht alles, was mit den Mitteln des Antisemitismusvorwurfs begegnet wird, ist deswegen auch gleich antisemitisch. Umso wichtiger ist es aber, im eindeutigen Falle auch entsprechend deutlich einzuschreiten."

Hallo Hubertl, ich habe nichts gegen späte Korrekturen an der Zusammmenfassung. Jedoch machen deine m.E. wenig Sinn:
  • Von einem bestimmten Gesprächstermin stand da nichts.
  • Ob und ggf. warum jemand nicht zu diesem Termin kam, ist also kein relevantes und auch kein von Drittlesern überprüfbares Detail.
  • AC hat ja danach berichtet, ihr hättet euch auf einen Lösungsweg geeinigt. Das scheint mir maßgebend und das hast du ja auch nicht bestritten.
  • "Was mit den Mitteln des Antisemitismusvorwurfs begegnet wird" ist falsches Deutsch. Ob der Antisemitismusvorwurf ein "Mittel" war für irgendwas, ist eine subjektive Deutung. Die Zusammenfassung soll den Vorgang in Grundzügen wiedergeben, nicht Deutungen einzelner.
  • Dass "dringend geklärt" werden sollte, was antisemitisch sei, ist im Januar 2014 längst nicht mehr plausibel. Die Dringlichkeit liegt nicht vor, da die Klärungsversuche ja damals eingeleitet worden waren, aber die Klärung aus den genannten Gründen nicht vollzogen wurde.
  • Auch wenn du deinen Edit nicht antisemitisch beurteilst, ist damit das von AC genannte Problem ja nicht aus der Welt.
  • Wenn du immer noch gern klären lassen möchtest, ob DEIN damaliger Edit antisemitisch war, dann würde ich dir vorschlagen, dich selber direkt an die Wissenschaftlerin zu wenden, die damals zu dieser Prüfung bereit war. Dann kannst du das Ergebnis gern hier und/oder woanders bei Wikipedia veröffentlichen lassen.
MfG, Kopilot (Diskussion) 20:41, 20. Jan. 2014 (CET)