Benzimidazol

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Strukturformel
Strukturformel von Benzimidazol
Allgemeines
Name Benzimidazol
Andere Namen

1,3-Benzodiazol

Summenformel C7H6N2
CAS-Nummer 51-17-2
PubChem 5798
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 118,14 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

171–174 °C[2][3]

Siedepunkt

>360 °C[2]

Löslichkeit
  • wenig löslich in Wasser (2 g·l−1 bei 20 °C)[3]
  • löslich in Ethanol[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [2]
Toxikologische Daten

2910 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Benzimidazol ist eine heterocyclische organische chemische Verbindung die aus der Verschmelzung von Benzol und Imidazol entsteht. Verbindungen mit dieser Grundstruktur werden als Benzimidazole bezeichnet, deren bedeutendster Vertreter in der Natur die Verbindung N-Ribosyl-dimethylbenzimidazol ist, welche als Ligand für Cobalt im Vitamin B12 vorkommt. Sie steht aber auch in Verbindung mit Purin und Adenin, bei denen Benzol durch Pyrimidin ersetzt ist.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Benzimidazol kann durch Kondensation von o-Phenylendiamin mit Ameisensäure oder dem equivalenten Orthoameisensäuretrimethylester dargestellt werden.[4]

\mathrm{C_6H_4(NH_2)_2 + HC(OCH_3)_3 \longrightarrow C_5H_4N(NH)CH + 3\ CH_3OH}

Verwendung[Bearbeiten]

Benzimidazol dient als Ausgangsstoff zur Herstellung von davon abgeleiteten Derivaten. Diese werden als Arzneistoffe (z. B. Omeprazol, Flubendazol, Domperidon), Anthelminthikum (ATC P02CA z.B. Albendazol), Kunststoffe (z. B. Polybenzimidazol) und Farbstoffe (z. B. Benzimidazolon) eingesetzt.

Weiterhin dienen sie als Fungizide (MBC-Fungizide) wobei der Wirkungsmechanismus auf der Hemmung der Zellteilung (Mitose) durch Zerstörung der Bausteine des Spindelapparates beruht. Da dies nur ein Angriffspunkt im Stoffwechsel des Pilzes ist, besteht deshalb eine hohe Resistenzgefahr. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Wirkstoffe mit Wirkung gegen Halmbruch und Schneeschimmel. Sie besitzen eine heilende (kurative) aber keine vorbeugende (protektive) Wirkung. Einige dieser Derivate sind:

Wobei Carbendazim der eigentliche Wirkstoff ist und Thiophanat-methyl und Benomyl in der Pflanze zu Carbendazim umgebaut werden. Dabei werden Verbindungen wie Netobimin und Febantel die als solche keine Benzimidazolstruktur enthalten, diese sich aber aus den Substanzen im Organismus bilden, als Probenzimidazole bezeichnet.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Benzimidazol. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 13. Juni 2014.
  2. a b c d e f g Datenblatt Benzimidazol (PDF) bei Merck, abgerufen am 23. Februar 2010..
  3. a b Eintrag zu Benzimidazol in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM).
  4. E. C. Wagner and W. H. Millett: Benzimidazole. In: Organic Syntheses, 1939, 19, S. 12, doi:10.15227/orgsyn.019.0012; Coll. Vol. 2 (1943), S. 65 (PDF).
  5. Antiparasitika (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)