Beratzhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Beratzhausen
Beratzhausen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Beratzhausen hervorgehoben
49.09527777777811.810277777778467Koordinaten: 49° 6′ N, 11° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Höhe: 467 m ü. NHN
Fläche: 72,54 km²
Einwohner: 5366 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93176
Vorwahl: 09493
Kfz-Kennzeichen: R
Gemeindeschlüssel: 09 3 75 118
Marktgliederung: 56 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktstraße 33
93176 Beratzhausen
Webpräsenz: www.beratzhausen.de
Bürgermeister: Konrad Meier (CSU)
Lage des Marktes Beratzhausen im Landkreis Regensburg
Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Cham Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Eichstätt Landkreis Kelheim Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Schwandorf Straubing Landkreis Straubing-Bogen Regensburg Forstmühler Forst Kreuther Forst Brunn (Oberpfalz) Alteglofsheim Altenthann Aufhausen Bach an der Donau Barbing Beratzhausen Bernhardswald Bernhardswald Brennberg Brunn (Oberpfalz) Deuerling Donaustauf Duggendorf Hagelstadt Hemau Holzheim am Forst Kallmünz Köfering Laaber Lappersdorf Mintraching Mötzing Neutraubling Nittendorf Obertraubling Pentling Pettendorf Pfakofen Pfatter Pielenhofen Riekofen Regenstauf Schierling (Oberpfalz) Sinzing Sünching Tegernheim Thalmassing Wenzenbach Wiesent (Gemeinde) Wörth an der Donau Wolfsegg (Oberpfalz) ZeitlarnKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Beratzhausen ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Regensburg und liegt 30 Kilometer nordwestlich von Regensburg sowie 60 Kilometer südöstlich von Nürnberg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Beratzhausen liegt im Labertal im Oberpfälzer Jura, ein großer Teil des Marktes liegt im Tal, welches der Fluss tief in die Ebene geschnitten hat, einige neuere Siedlungen liegen auf der Juraebene.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Beratzhausen hat 56 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Paracelsus-Denkmal: Paracelsus lebte einige Zeit in Beratzhausen und verfasste hier im Jahr 1530 auch zwei seiner Hauptwerke.

Funde aus der Bronzezeit belegen eine frühe Besiedelung der Gegend um Beratzhausen, Mausheim und Rechberg. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 866 in einer Tauschurkunde zwischen dem „nobilis fidelis regis“ Adalpertus und dem Bischof von Regensburg. Im 10. Jahrhundert besaßen die Bischöfe von Regensburg einen Hof in Beratzhausen, welches an der Fernhandelsstraße Frankfurt–Würzburg–Fürth–Regensburg lag. 1024 und 1025 beurkundete König Konrad II. in Beratzhausen; man nimmt an, dass es einen Königshof gab. Vom 13. Jahrhundert bis ins beginnende 16. Jahrhundert wechselte die Herrschaft regelmäßig mal durch Krieg, mal durch Verkauf. 1530 ließ sich der Arzt Paracelsus in Beratzhausen nieder und schreibt zwei Bücher. In den folgenden Jahren wurde das Marktrecht erneut bestätigt und 1574 das Rathaus errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Beratzhausen niedergebrannt und geplündert. 1777 wurde Beratzhausen bayerisch. 1845 brannte die 1735 errichtete Wallfahrtskirche Maria-Hilf ab und wurde anschließend wiedererrichtet. 1870 wurde die Eisenbahnlinie zwischen Nürnberg und Regensburg gebaut und 1874 eröffnet. Seit 1901 ist Beratzhausen elektrifiziert.
Siehe auch: Burgstall Hohe Felsen, Burgstall Schrotzhofen

Religionen[Bearbeiten]

Deckenfresko in der äußerlich unscheinbaren, innen aber überwältigend ausgestatteten katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul

Beratzhausen ist als ländliche Gemeinde im Herzen Bayerns sehr christlich geprägt; die römisch-katholische Gemeinde besitzt elf Kirchen im Gemeindegebiet, die evangelische eine. Dazu kommt eine Vielzahl von kleinen Kapellen, bekannt ist besonders die Wallfahrtskirche Maria-Hilf, zu der eine Treppe aus dem Tal hinaufführt, an der in kleinen Darstellungen die Karfreitags- und Ostergeschichte dargestellt ist.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Mausheim und Rechberg im Zuge der Gemeindegebietsreform eingemeindet.[3] Am 1. Januar 1978 wurden Schwarzenthonhausen und Oberpfraundorf (bis 1933 Pfraundorf) eingegliedert. Kleine Teile der aufgelösten Gemeinden Haag und Laufenthal mit damals jeweils etwa 20 Einwohnern kam am 1. Mai 1978 hinzu.[4] In dieser Form entspricht das Gebiet der Gemeinde in etwa dem der Ehrenfelser Herrschaft im 14. Jahrhundert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einen signifikanten Sprung in der Einwohnerzahl gab es nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, die sich durch den Zuzug ost- und sudetendeutscher Heimatvertriebener nahezu verdoppelte. Aktuell leben von den 5621 Einwohnern 3652 im Ortskern, der Rest in den umliegenden Gemeindeteilen. Der größte Gemeindeteil ist Unterpfraundorf mit 419 Einwohnern (Stand: 2007)

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Konrad Meier, CSU (seit Mai 2008)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten; vorne die bayerischen Rauten, hinten in Gold ein roter Zinnenturm, in dessen offenem Tor ein schwarzer Bär hockt, der einen grünen Becher hält. Das Wappen ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt.

Die ältesten bekannten Darstellungen des Wappens aus dem 15. Jahrhundert zeigen den grünen Becher auf goldenem Grund.

Im 16. Jahrhundert wurde der Bär für Bäratzhausen in das Wappen eingefügt, im Jahr 1578 fügte man den Turm als Symbol für den Ort hinzu, er trug die alten Symbole in sich.

Zum Ende des 16. Jahrhunderts wurde die gerautete Flagge der Wittelsbacher, der Bayerischen Herrscher, in das Wappen aufgenommen. Die Farben sind seit 1812 unverändert.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1975 besteht eine Partnerschaft zwischen Beratzhausen und Ceyrat in Frankreich.

1992 wurde eine Städtepartnerschaft mit Deutschneudorf im Erzgebirge gegründet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Peter und Paul in Beratzhausen: Die spätbarocke Kirche besitzt im Inneren eine prachtvolle Rokokoausstattung und farbenfrohe Deckenfresken von Otto Gebhard vom Kloster Prüfening (1764). Hochaltar von Georg Leonhard Däntl aus Velburg von 1763. Altarbild von Johannes Anwander aus Lauingen (1764).
  • Wallfahrtskirche Maria-Hilf in Beratzhausen: Eine erste Wallfahrtskirche von 1710 wurde aufgrund von Platzproblemen 1734–1742 durch eine größere Kirche ersetzt. Wiederaufbau nach Brand 1845. Inneres im Rokokostil.
  • Friedhofskapelle St. Michael (auch Karnerkapelle) in Beratzhausen: Ende des 14. Jahrhunderts von den Stauffern von Ehrenfels errichtete gotische Kapelle.
  • Rathaus Beratzhausen: heute barocker Bau vom 1573. Beim Umbau 1791 erhielt es das heutige Walmdach mit Glockentürmchen.
  • Zehentstadel in Beratzhausen: Der dreigeschossige Bau mit Satteldach wurde 1599 zur Lagerung des Zehent errichtet. Heute beherbergt der Bau den Bürgersaal, das Verkehrsamt, die Marktbücherei, das Heimatmuseum und den Sitzungssaal des Marktrates. Eine Gedenktafel am Brunnen in der Eingangshalle erinnert an den Aufenthalt von Paracelsus 1530.
  • Friedhofskapelle St. Sebastian in Beratzhausen: 1496 erstmals urkundlich erwähnt. Sie wurde dem Pest-Heiligen St. Sebastian geweiht. Der Ort wurde mehrmals von der Pest heimgesucht.
  • Liste der Baudenkmäler in Beratzhausen
  • Schloss Beratzhausen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Eine vom Bürgermeister beauftragte Bürgerinitiative mit dem Namen „Lachoffensive Beratzhausen“ veranstaltet seit 2003 regelmäßig Kabarettveranstaltungen in der kleinen Gemeinde. Größen wie Martin Schneider, Willy Astor, Monika Gruber, Rainhard Fendrich, Erkan und Stefan und Fredl Fesl waren schon in Beratzhausen.
  • Bis 2008 veranstaltete die „ccumpaxe“ jedes Jahr Anfang August ein Open Air in der alten Brauerei Wiendl. Seit 1997 wurden elf Konzerte ausgetragen, wobei auch berühmte Bands wie Reamonn, Soulfly, oder Vanilla Ninja auftraten. Für das bisher letzte Open Air am 1. August 2008 konnten unter anderem Revolverheld und Jennifer Rostock gewonnen werden. Von dem Projekt werden außerdem Veranstaltungen wie Public Viewing bei Fußball-Welt- und Europameisterschaften oder Feste veranstaltet.

Windpark Brenntenberg[Bearbeiten]

Derzeit wird in der Nähe von Rechberg an der A 3 der Windpark „Brenntenberg“ mit drei Windrädern des Typs Enercon E101 errichtet. Diese werden jeweils 170 Meter hoch sein; die Rotoren haben einen Durchmesser von 101 Metern. Der Windpark ist der erste in der Region. Er wird von der Regensburger Ostwindgruppe gebaut und anschließend an die technischen Werke Schussental, einen Energieversorger in Baden-Württemberg, übergeben. Die Werke investieren 15 Millionen Euro in das Projekt. Jedes der Windräder erbringt nach Fertigstellung eine Leistung von drei Megawatt.[5] Ein 140,5 Meter hoher Windmessmast sammelte an der Stelle Daten, ob und in welchem Ausmaß der Wind ausreichend ist für einen solchen Park. Laut Angaben der Ostwindgruppe könne der Windpark 6.000 Haushalte versorgen und jährlich ca. 16.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.[6]

Ein zweiter Windpark „Brenntenberg II“ ist bereits in Planung. Dieser soll nördlich von Pfraundorf entstehen und vier Windräder beinhalten. Im Gegensatz zu „Brenntenberg I“, der noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll, soll der zweite Park voraussichtlich erst gegen Mitte 2013 ans Netz gehen.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Beratzhausen hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg, an dem Regional-Express- und Regionalbahn-Züge der Relation Nürnberg–Regensburg–München/Plattling–Passau halten. Außerdem verfügt Mausheim über einen Haltepunkt eine Station weiter in Richtung Nürnberg; dort halten nur Regionalbahn-Züge.

Die Autobahnausfahrt Beratzhausen an der A 3 ist etwa 9 Kilometer vom Markt entfernt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Beratzhausen finden sich hauptsächlich kleinere Handwerksbetriebe, die die lokale Nachfrage nach den entsprechenden Dienstleistungen befriedigen. Einige Banken (Sparkasse, Raiffeisenbank) haben Filialen in Beratzhausen. Zwei Supermarktketten (Edeka, Netto) unterhalten ebenfalls Filialen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Gottfried-Kölwel-Grundschule Beratzhausen ist eine Grundschule mit vier Jahrgangsstufen.

Der Markt betreibt drei Kindergärten.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Es gibt die Sportanlagen des TSV Beratzhausen auf dem Maria-Hilf-Berg, eine kleine Sportanlage an der Schule, mehrere Tennisplätze, eine Skateranlage mit Halfpipe sowie ein solarbeheiztes Freibad, das in den Sommermonaten geöffnet ist. Im Winter steht bei entsprechenden Witterungsbedingungen ein Skilift, mehrere gespurte Langlaufloipen und ein Weiher für Eislauf, Eishockey und natürlich auch Eisstockscheiben zur Verfügung.

Besondere Erwähnung sollten noch die wunderschönen Lauf- und Fahrradstrecken im Tal der schwarzen Laber finden. Wechselnde Beläge, zu großen Teilen durch Bäume sonnengeschützte Wege, die zu ausgiebigen Lauf- und Radltouren einladen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Gottfried Kölwel (1889-1958), Lyriker, Dramatiker und Erzähler
  • Georg Weig (1883-1941), katholischer Bischof in der chinesischen Stadt Qingdao

In Beratzhausen wirkende Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Paracelsus (um 1493-1541), Arzt, Alchemist, Astrologe und Mystiker


Literatur[Bearbeiten]

  • Markus Bauer: Fasching in Beratzhausen: schon 1499 urkundlich genannt … bis heute über die Landesgrenzen bekannt. Beratzhausen 1997, ISBN 3-7847-1162-6.
  • Franz X. Bogner: Im Tal der Schwarzen Laber. Pustet, Regensburg, ISBN 3-7917-1673-5.
  • Robert Dollinger: Elfhundert Jahre Beratzhausen in der ehemaligen reichsfreien Herrschaft Ernfels. Habbel, Regensburg 1966.
  • Manuela Seidl: Die Zeit des Nationalsozialismus in Beratzhausen 1933–1945. Ein Beitrag zur Geschichte des Marktes Beratzhausen. 2. Auflage, Studio-Druck, Regensburg 1995, ISBN 3-9804185-0-2.
  • Franz-Xaver Staudigl: Heimatgeschichtslexikon des Marktes Beratzhausen. Markt Beratzhausen, Beratzhausen 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beratzhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111215/201002&attr=OBJ&val=1006
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 546.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 657.
  5. Drei Windriesen für den Landkreis Erschienen im Juli 2011 in der Mittelbayerischen Zeitung, abgerufen am 19. September 2011
  6. Energiewende - mit Rückenwind aus Regensburg Erschienen im Juli 2011, abgerufen am 13. Oktober 2011
  7. Neuer Windpark an der A3 bei Pfraundorf Erschienen im Oktober 2011 in der Mittelbayerischen Zeitung, abgerufen am 13. Oktober 2011