Berchtesgaden Hauptbahnhof

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Berchtesgaden Hauptbahnhof
Blick vom Vorplatz auf das Empfangsgebäude
Blick vom Vorplatz auf das Empfangsgebäude
Daten
Kategorie 5
Betriebsart Kopfbahnhof,
ehemals Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung MBG
Eröffnung 25. Oktober 1888
Lage
Stadt Berchtesgaden
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 47° 37′ 36,1″ N, 12° 59′ 56,6″ O47.62668812.999058Koordinaten: 47° 37′ 36,1″ N, 12° 59′ 56,6″ O
Höhe über SO 540 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern

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Berchtesgaden Hauptbahnhof ist der Bahnhof des bayerischen Marktes Berchtesgaden – und Berchtesgaden damit die kleinste Gemeinde in Deutschland mit einem Hauptbahnhof. Der Bahnhof gehört zur Bahnhofskategorie 5 der DB Station&Service und ist Endbahnhof der Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden. Bis 1938 war er zudem Ausgangspunkt der Bahnstrecke Berchtesgaden–Hangender Stein, auch Grüne Elektrische genannt. Fußläufig vom Hauptbahnhof (gegenüber am Triftplatz) befand sich bis 1965 mit dem Königsseer Bahnhof der Ausgangspunkt für die Königsseebahn nach Königssee.

Lage[Bearbeiten]

Luftbild des Hauptbahnhofes

Der Bahnhof befindet sich südwestlich des historischen Marktzentrums von Berchtesgaden im Tal der Ramsauer Ache an der Bundesstraße 305. Er wird südlich durch die Ramsauer Straße und den Bahnhofsvorplatz begrenzt. Östlich grenzt die Bahnhofstraße an die Bahnanlagen, westlich des Bahnhofs befindet sich die Straße mit dem Namen „Am Güterbahnhof“.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 29. Mai 1886 wurde der Bau der Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden vom bayerischen Landtag genehmigt. Der Bahnhof Berchtesgaden entstand neben der Saline Frauenreuth. Am 25. Oktober 1888 wurde die Strecke offiziell eröffnet. Der Bahnhof besaß damals drei Gleise, an einem der Gleise befand sich ein Bahnsteig. Die anderen beiden Gleise waren Ladegleise. Außerdem gehörten noch ein Lokschuppen und ein dreistöckiges Empfangsgebäude dazu. Die Gemeinde Berchtesgaden war mit dem Bahnhof nicht zufrieden, da er ihr zu klein geraten schien.

1906 wurde mit dem Bau einer Bahnstrecke mit elektrischem Betrieb in Richtung Salzburg begonnen. Dazu wurde auch der Bahnhof mit einer Oberleitung ausgestattet. Außerdem entstand dort eine Triebwagenhalle. Am 16. Juli 1907 wurde die Strecke nach Schellenberg eröffnet, am 15. Januar 1908 dann bis „Hangender Stein“ erweitert und ab dem 4. Juni 1909 bis nach Salzburg verlängert.

Währenddessen wurde schon mit dem Bau einer weiteren Strecke zum Königssee begonnen. Für diese Strecke wurde ein eigener Bahnhof erbaut, es gab aber ein Verbindungsgleis zwischen beiden Bahnhöfen. Diese Strecke ging am 29. Mai 1909 in Betrieb. 1913 wurde der Bahnhof zum Hauptbahnhof, am 7. August 1916 der elektrische Betrieb zwischen Berchtesgaden und Bad Reichenhall aufgenommen. Zur Entlastung des Bahnhofs wurden in Bischofswiesen drei Gleise angelegt, für den Umbau des Berchtesgadener Hauptbahnhofs war im Ersten Weltkrieg und der Folgezeit kein Geld vorhanden. Erst 1932 wurde ein weiteres Gleis verlegt, der Bahnhof erhielt eine Bahnsteigunterführung und eine Güterhalle, die auf dem Gelände der alten Saline entstand.

Durch die Zweitresidenz, die Adolf Hitler auf dem Obersalzberg in Berchtesgaden anlegen ließ, wurde auch ein repräsentativeres Empfangsgebäude für den Hauptbahnhof in Berchtesgaden erforderlich, auch für die zahlreichen Staatsbesuche, die hier empfangen wurden. Die Deutsche Reichsbahn errichtete das neue Empfangsgebäude ab 1938. Es wurde im Stil der Zeit des Nationalsozialismus gebaut, einer Mischung aus Neoklassizismus und Heimatstil. Es wurde am 1. Februar 1940 eröffnet. Die großen Freskenmalereien an der Ost- und Westseite im Innern der Bahnhofshalle hat Maria Harrich jedoch erst Anfang der 1950er Jahre geschaffen.[1][2] Der Bahnhof erhielt auch ein neues mechanisches Stellwerk, das in einem Anbau des Bahnhofsgebäudes untergebracht wurde. Nach dem Umbau des Bahnhofes besaß der Bahnhof fünf Bahnsteiggleise, vier lagen an zwei Inselbahnsteigen und ein weiteres war der Hausbahnsteig. Die Anlagen für den Güterverkehr wurden kaum ausgebaut. Dafür sollte eine eigene Betriebsstelle Berchtesgaden Nord entstehen.

Bereits am 2. Oktober 1938 wurde die Lokalbahn nach Salzburg stillgelegt. Statt dieser Strecke sollte eine zweigleisige Hauptbahn entstehen, dieses Projekt wurde aber durch den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen obsolet. Nach einem Bombenabwurf in Bad Reichenhall zum 25. April 1945 war der Zugverkehr bis zum Sommer 1945 unterbrochen.

In den letzten Jahrzehnten wurde der früher gängige Fernverkehr in alle Teile Deutschlands – bis auf einen IC-Zug pro Tag von und nach Hamburg – eingestellt. Der Bahnhof wird so heute bis auf diese Ausnahme nur noch vom Nahverkehr bedient. Die Gleisanlagen – insbesondere für den Güterverkehr – wurden zurückgebaut, Empfangsgebäude und Bahnanlagen wirken heute überdimensioniert und unterwertig genutzt.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnsteige des Bahnhofes
Bahnhofseinfahrt des Berchtesgadener HBF, die im Vordergrund erkennbare doppelte Gleisverbindung wurde 1981 durch zwei einfache Gleisverbindungen ersetzt. Links ist der in der ersten Hälfte der 1980er Jahre abgebrochene Lokschuppen zu erkennen.
144 507-1 rangiert im Mai 1980 mit einer Schwestermaschine ein paar Reisezugwagen im Bahnhof Berchtesgaden, bevor sie den E 799 Berchtesgaden - Kassel übernehmen. Links ist der Lokschuppen und im Hintergrund sind die Ladegleise für den Güterverkehr zu erkennen.
Die nordöstliche Ausfahrt des Bahnhofes Berchtesgaden Richtung Salzburg, vom Tunnelportal aus gesehen. Das links im Bild erkennbare Stumpfgleis stellte einst die Verbindung zur Königsseebahn her.
Bahnhof Berchtesgaden im April 1986, auf der durch Abbruch des Lokschuppens freigewordenen Fläche befindet sich nun ein Baustoffhandel. Seit Ende des Winterfahrplanes 1982/1983 ist auch der langjährige Einsatz der BR 144.5 auf der Strecke Geschichte, sie wurden durch Lokomotiven der BR 140 ersetzt.


Der Bahnhof besitzt heute vier Bahnsteiggleise, die mit einer Bahnsteigunterführung mit dem Hausbahnsteig verbunden sind. Bahnsteigdaten:

  • Gleis 1: Höhe 38 cm, Länge 237 m
  • Gleis 2: Höhe 38 cm, Länge 245 m
  • Gleis 3: Höhe 38 cm, Länge 245 m
  • Gleis 4: Höhe 38 cm, Länge 245 m[3]

Der Bahnhof ist nicht behindertengerecht ausgebaut, verfügt aber über elektronische Zugzielanzeiger. Auf dem Bahnhofsplatz ist ein Busbahnhof vorhanden.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof wird täglich von ungefähr 20 Zügen bedient, stündlich von der Berchtesgadener Land Bahn mit der Linie Berchtesgaden–Freilassing, die als S-Bahn-Linie 4 der S-Bahn Salzburg verkehrt. Zusätzlich verbindet einmal täglich der Intercity Königssee der Deutschen Bahn Berchtesgaden mit Hamburg, zwischen Berchtesgaden und Freilassing als Regional-Express eingestuft.

Zuggattung Strecke Taktfrequenz
IC 26/RE Königssee:
Hamburg-AltonaHamburgHannoverGöttingenKassel-WilhelmshöheWürzburgAugsburgMünchen OstFreilassing (ab hier als RE) – Berchtesgaden
ein Zugpaar
BLB/Logo Salzburger Verkehrsverbund S4  Freilassing – Bad Reichenhall – Berchtesgaden stündlich

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Preuß, Klaus Pöhler: Deutsche Bahnhöfe - Das große Gleisplanbuch. GeraMond Verlag, München 2012, ISBN 978-3-86245-130-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berchtesgaden Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Fischer: Alles Fassade. In: Berchtesgadener Anzeiger. 10./11. November 2007 bzw. 15. November 2007.
  2. Hellmut Schöner: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, 1982, S. 64 f.
  3. Bahnsteigdaten auf deutschebahn.com