Berechenbare Zahl

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Als berechenbare Zahl wird eine reelle Zahl bezeichnet, wenn es eine Berechnungsvorschrift gibt, die jede ihrer Dezimalstellen erzeugen kann. Insbesondere gibt es nicht-berechenbare Zahlen.

Definition[Bearbeiten]

Eine reelle Zahl r heißt berechenbar, wenn die Funktion, die jeder ganzen Zahl i die i-te Stelle der Binärdarstellung von r zuordnet, berechenbar ist.

Dabei wird ein Berechnungsmodell vorausgesetzt, zum Beispiel die Turingmaschinen.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Alle natürlichen, rationalen und algebraischen Zahlen sind berechenbar, aber auch viele transzendente Zahlen, z. B. die Kreiszahl π oder die Eulersche Zahl e. Die Haltezahl sei definiert als diejenige Binärzahl zwischen 0 und 1, deren i-te Stelle nach dem Komma angibt, ob die i-te Turingmaschine für die Eingabe i terminiert (1) oder nicht (0). Die Haltezahl ist nicht berechenbar, denn das Halteproblem ist unentscheidbar.

Sind die Phasen einer Turingmaschine so eingerichtet, dass sie jeweils die nächste Dezimalstelle ausgeben, so stimmt dies mit einem elementaren Interpolationsverfahren überein. Die jeweilige (auch irrationale) berechenbare Zahl ist insofern gleichbedeutend mit dem Grenzwert ihrer Cauchy-Folge, man kann also die berechenbaren Zahlen durch die entsprechenden berechenbaren Cauchy-Folgen definieren.

Da jedes Programm einer Turingmaschine endlich ist und nur aus endlich vielen Zeichen besteht, gibt es nur abzählbar vieler solcher Programme und also auch nur abzählbar viele berechenbare Zahlen. Da, wie man sich leicht überlegt, die Summe und das Produkt zweier berechenbarer Zahlen wieder berechenbar ist, und zudem das Inverse jeder berechenbaren Zahl wieder berechenbar ist, bilden die berechenbaren Zahlen einen Teilkörper der reellen Zahlen.

Literatur[Bearbeiten]

 Roger Penrose: Computerdenken. Spektrum Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3893307087.