Berenberg (Hanseatengeschlecht)

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Wappen der Berenberg

Die Berenberg waren ein Hanseatengeschlecht niederländischer Herkunft in der Freien Reichs- und Hansestadt Hamburg. Die Brüder Hans und Paul Berenberg gründeten dort im Jahre 1590 die heute noch bestehende Berenberg Bank. Die Berenberg gehörten in Hamburg zur niederländischen Kaufmannskolonie. 1684 wurden sie erbliche Großbürger Hamburgs und stellten im 18. Jahrhundert mehrere Senatoren und Präsides der Commerz-Deputation. Das Hanseatengeschlecht erlosch im Mannesstamm mit dem Kaufmann zu Livorno Cornelius Berenberg (1714–1773). Seine Nichte Elisabeth Berenberg (gestorben 1822) heiratete Johann Hinrich Gossler, der das Bankhaus fortführte. Zu den Nachkommen der Berenberg gehört das Hanseatengeschlecht Goßler, später geadelt als von Berenberg-Gossler.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kaufmann und Bankier Cornelius Berenberg (1634–1711)
Johann Berenberg (1718–1772)

Das Handels- und Bankhaus Berenberg, die älteste noch existierende Bank in Deutschland, wurde 1590 von Hans (1561–1626) und Paul Berenberg (1566–1645) in Hamburg gegründet. Die niederländischen Berenbergs waren als Protestanten Religionsflüchtlinge aus Antwerpen im heutigen Belgien, das sie 1585 verlassen mussten. In Hamburg wurden sie 1605 als Großbürger anerkannt und vermischten sich mit anderen führenden hanseatischen Familien, z.B. Amsinck. Mitglieder der Familie waren ab 1735 Mitglieder des Hamburger Rates (bzw. des Senats).

Elisabeth Berenberg (1749–1822)

Die Familie Berenberg erlosch mit Cornelius Berenberg (1714–1773, Kaufmann in Livorno) in der männlichen Linie. Sein Bruder war Johann Berenberg (1718–1772), Inhaber des Handels- und Bankhauses. Seine einzige Tochter und Erbin Elisabeth Berenberg (1749–1822) war mit Johann Hinrich Gossler verheiratet. 1769 wurde Gossler Mitinhaber des Handels- und Bankhauses Berenberg, und nach dem Tod seines Schwiegervaters übernahm er die Leitung des Hauses. Einige der Nachkommen in der männlichen Linie wurden in Preußen als von Berenberg-Gossler 1888 geadelt und 1910 in den Freiherrenstand erhoben (siehe dazu Goßler bzw. Berenberg-Gossler). 1788 nahm Gossler seinen Schwiegersohn Ludwig Erdwin Seyler als neuen Partner auf und er wurde bereits 1790 Senior des Hauses.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen, Detail aus Gemälde (1710)

Das Wappen der Familie Berenberg zeigt im goldenen Felde auf einem grünen Schildfuß ein nach rechts aufgerichteter schwarzer Bär mit goldenem Halsband, in den Vorderpranken einen grünen Zweig (oder entwurzelten Tannenbaum) haltend. Auf dem Helm wiederholt sich dieselbe Figur, die Decken sind schwarz-golden. Eine Variante des Wappens zeigt hinter dem Bären einen grünen Baum.[1]

Die Berenberg'sche Wappen war noch Anno 1699 zu Lier in den Kirchenfenstern zu sehen.[1]

Nachkommen[Bearbeiten]

Nachkommen der Elisabeth Berenberg und des Johann Hinrich Gosslers finden sich in verschiedenen Familien in u.a. Deutschland und Norwegen, u.a. mit den Namen Goßler bzw. von Berenberg-Gossler, Seyler, Schramm, von Hosstrup, Pinckernelle, Burchard, Wegner, Amsinck, Paus, Kaemmerer und von Bernstorff.

Mitglieder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b "Die Berenberg-Gossler," in: Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, Vol. 9 s. 1, 1881

Literatur[Bearbeiten]

  • Berenberg/Gossler, Neue Deutsche Biographie
  • Percy Ernst Schramm, Neun Generationen: Dreihundert Jahre deutscher "Kulturgeschichte" im Lichte der Schicksale einer Hamburger Bürgerfamilie (1648–1948). Vol. I and II, Göttingen 1963/64.
  • Percy Ernst Schramm, Kaufleute zu Haus und über See. Hamburgische Zeugnisse des 17., 18. und 19. Jahrhunderts, Hamburg, Hoffmann und Campe, 1949
  • Percy Ernst Schramm, Die Vorfahren der Anna Maria Berenberg, geb. Lastrop (1723–61), 1957
  • Hamburgische Biografie-Personenlexikon, Vol. 2, ed. by Franklin Kopitzsch, Dirk Brietzke
  • Joh. Berenberg, Gossler & Co.: Die Geschichte eines deutschen Privatbankhauses, Berenberg Bank, Hamburg 1990
  • Manfred Pohl, Handbook on the History of European Banks, European Association for Banking History, p. 362
  • Renate Hauschild-Thiessen, "Johann Berenberg (1674–1749) und seine Genealogien," Hamburgische Geschichts- und Heimatblätter 10.8 (Dec 1981): 183–186