Berg (Starnberger See)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | |
| Landkreis: | Starnberg | |
| Höhe: | 639 m ü. NN | |
| Fläche: | 36,63 km² | |
| Einwohner: |
8235 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 225 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 82335 | |
| Vorwahl: | 08151 | |
| Kfz-Kennzeichen: | STA | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 88 113 | |
| Gemeindegliederung: | 14 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Ratsgasse 1 82335 Berg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Rupert Monn (EUW) | |
| Lage der Gemeinde Berg im Landkreis Starnberg | ||
Berg ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Starnberg und liegt am Ostufer des Starnberger Sees.
Inhaltsverzeichnis |
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Die Gemeinde Berg hat 14 Ortsteile. Dies sind Aufhausen, Aufkirchen, Allmannshausen, Assenhausen, Bachhausen, Berg, Farchach, Harkirchen, Höhenrain, Kempfenhausen, Leoni, Martinsholzen, Mörlbach und Sibichhausen.
Geschichte [Bearbeiten]
Der Ort wurde 822 erstmals urkundlich als perge cum basilica (Althochdeutsch/Vulgärlatein Berg mit Kirche) erwähnt. Prähistorische Funde legen nahe, dass es bereits germanische Siedlungen gab.
Mit der Gemeinde Aufkirchen kam es zur Bildung der Berger Hofmark im 15. Jahrhundert, deren Besitzer die reichen Patrizierfamilien Ligsalz und Hörwarth aus München waren.
Im 17. Jahrhundert begann der Einfluss der Wittelsbacher auf das Fischer- und Bauerndorf. Der Kurfürst Ferdinand Maria erwarb ein Grundstück am See, auf dem Schloss Berg errichtet wurde, das bis heute im Familienbesitz der Wittelsbacher ist. Ludwig II. nutzte das Schloss als Sommerresidenz. Dort waren beispielsweise die Kaiserinnen von Russland und Österreich zu Besuch.
Auf Vorschlag von Hanns Johst, dem Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, wurde Galeazzo Ciano, italienischer Außenminister unter Mussolini, von den Nazis im Spätsommer 1943 mit seiner Familie in Allmannshausen untergebracht. Der Große Faschistische Rat hatte zuvor kurzfristig Mussolini entmachtet, und man befürchtete die Verfolgung all derer, die gegen ihn gestimmt hatten. Die Villa gehörte zum Besitz des Freiherrn von Wittgenstein und stand damals unter staatlicher Verwaltung.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges, am 26. April 1945, trieben SS-Männer 6887 Häftlinge des KZ Dachau auf einem Todesmarsch in Richtung Süden, bei dem jeder zweite Häftling durch Entkräftung oder Mord ums Leben kam. Weil sich der Marsch durch die Gemeinde Berg bewegt hatte, wurde im Ortsteil Aufkirchen an der Straße nach Wolfratshausen eine Bronzeskulptur zum Gedenken an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft errichtet.[2]
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Aufkirchen und Leoni wurden schon 1808 Teil der Gemeinde Berg. Am 1. Oktober 1937 wurde Kempfenhausen eingemeindet.[3] Im Zuge der Gebietsreform kamen am 1. Januar 1975 Bachhausen und Höhenrain zur Gemeinde Berg.[4]
Politik [Bearbeiten]
| Jahr | CSU | SPD | Grüne | FDP/Pf | EUW | BG | ÜP | QUH | gesamt | Wahlbeteiligung in % |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2008 | 4 | 3 | 1 | 1 | 4 | 2 | 1 | 4 | 20 | 57,7 |
| 2002 | 5 | 3 | 1 | 1 | 5 | 4 | 1 | 0 | 20 | 61,3 |
EUW = Einigkeit Unabhängige Wählergruppe für die Gemeinde Berg
BG = Bürgergemeinschaft
ÜP = Überparteiliche Wähler
QUH = quer-unabhängig-heimatverbunden
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
siehe auch Liste der Baudenkmäler in Berg (Starnberger See)
Votivkapelle [Bearbeiten]
Die zu Ehren von Ludwig II. errichtete Votivkapelle liegt im Wald oberhalb der Stelle, wo die Leiche des Königs am Pfingstsonntag, 13. Juni 1886, im See gefunden worden ist. 1887 stiftete seine Mutter Königin Marie eine Totenleuchte, die später in die Treppenanlage integriert wurde. Den Grundstein der Kapelle legte der Prinzregent Luitpold am 10. Todestag des Königs im Juni 1896. Vier Jahre später konnte die im neuromanischen Stil gebaute Kirche eingeweiht werden. Entworfen hatte sie der ehemalige Architekt des Königs Hofoberbaurat Julius Hofmann.
Noch heute treffen sich „Königstreue“ und „Monarchiefreunde“ jährlich am Todestag des Königs zu einem Gedenkgottesdienst in der Votivkapelle.
Schloss Berg [Bearbeiten]
Bismarckturm [Bearbeiten]
Im Ortsteil Assenhausen befindet sich ein von 1896 bis 1899 von Theodor Fischer erbauter Bismarckturm.[5]
St. Stephan (Mörlbach) [Bearbeiten]
Kultur [Bearbeiten]
- Aufkirchner Dorfbühne
- Christian-Jutz-Volkssternwarte Berg e.V.
- Haus Buchenried, Bildungs- und Seminarzentrum der Münchner Volkshochschule, Assenbucher Straße 45, Berg-Leoni
- Kulturverein Berg e.V.
- Schulmuseum im Alten Schulhaus in Aufkirchen
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Tourismus [Bearbeiten]
Sowohl Berg (Ortsteil am See) als auch Leoni sind Anlegepunkte der Fahrgastschiffe der Bayerischen Seenschiffart am Starnberger See. Durch beide Ortsteile führen Fahrrad- und Wanderwege.
Bekannte Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Verstorbene
- König Ludwig II. starb am 13. Juni 1886 unter ungeklärten Umständen im Starnberger See unweit des Schlosses Berg, wohin er nach seiner Festsetzung auf Schloss Neuschwanstein gebracht worden war. (Nach offizieller Version ertrank er im See, woran bis heute eine Kapelle und ein Holzkreuz im flachen Uferwasser bei Berg erinnern.)
- Hanns Johst, deutscher Schriftsteller und zwischen 1935 und 1945 „Reichsschrifttumsführer“, besaß einen Landsitz in Allmannshausen
- Oskar Maria Graf, Schriftsteller, am 22. Juli 1894 in Berg geboren
- Walter Habdank, Maler, lebte und wirkte ab 1979 in Berg
- Hans Albers, verstarb 1960 in einem Sanatorium in Berg-Kempfenhausen
- Friedrich Wilhelm Hackländer, Schriftsteller, starb am 6. Juli 1877 in seiner Villa in Leoni am Starnberger See
- Reinhard Gehlen, erster Präsident des deutschen Bundesnachrichtendienstes, starb am 8. Juni 1979 in Berg
- Heinz Rühmann, Schauspieler, starb am 3. Oktober 1994 in Aufkirchen, wo sich heute auch sein Grab befindet
- Dietrich Fischer-Dieskau, „Jahrhundertsänger“, starb am 18. Mai 2012 in Berg
- Harry Valérien, deutscher Sportjournalist und Autor, lebte in Berg; starb dort am 12. Oktober 2012
- Lebende
- Andreas Ammer, Autor, Regisseur und Journalist, lebt in Berg
- Michael Ballack, deutscher Fußballspieler, lebte in Sibichhausen
- Luitpold Prinz von Bayern, Urenkel des letzten Königs von Bayern, Ludwig III., lebt in Berg
- Fred Bertelmann, deutscher Schlagersänger (Der lachende Vagabund, Aber Du heißt Pia), lebt in Berg
- Oliver Bierhoff, deutscher Fußballspieler, lebt seit 2003 in Berg
- Peter Gauweiler, deutscher Politiker, lebt in Berg
- Walburga Habsburg Douglas, geb. Habsburg-Lothringen, Mitglied des schwedischen Reichstags, am 5. Oktober 1958 in Berg geboren
- Sebastian Hess, deutscher Cellist, lebt in Berg-Kempfenhausen
- Klaas Huizing, evangelischer Theologe und deutscher Schriftsteller, besitzt ein Haus in Berg
- Katerina Jacob, deutsche Schauspielerin und Kabarettistin, lebt in Berg
- Jens Lehmann, deutscher Fußballtorwart, besitzt ein Haus in Berg
- Walter H. Leykauf, deutscher Sänger, Komponist, Moderator und Musikverleger, lebt in Berg
- Gerhard A. Ritter, deutscher Historiker, lebt in Berg
- Lothar Matthäus, deutscher Fußballspieler und Trainer, lebte in Berg
- Fritz Scherer, Vizepräsident beim FC Bayern München, lebt in Berg
- Ellen Schwiers, deutsche Schauspielerin, lebt in Berg
- Jürgen Tonkel, deutscher Schauspieler, 23. August 1962 in Höhenrain, Gemeinde Berg, geboren
- Pete York, englische Schlagzeuger, lebt in Berg-Farchach
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Webseite der Gemeinde
- Berg (Starnberger See): Wappengeschichte vom HdBG
- Links zum Thema Berg im Open Directory Project
- Berg (Starnberger See): Amtliche Statistik des LStDV
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 120
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 576.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 591.
- ↑ Der Bismarck-Thurm am Starnberger See.. In: Neue Freie Presse, 2. Juli 1899, S. 6 (Online bei ANNO)
