Bergbahn Rheineck–Walzenhausen

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Bergbahn Rheineck–Walzenhausen
Strecke der Bergbahn Rheineck–Walzenhausen
RhW-Triebwagen in Rheineck
Fahrplanfeld: 858
Streckenlänge: 1.96 km
Spurweite: 1200 mm
Stromsystem: 600 V =
Maximale Neigung: 250 
Zahnstangensystem: Riggenbach
Halt… – Streckenanfang
-0.06 Rheineck 405 m ü.M.
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
zum Depot (einzige Weiche)
   
Beginn Zahnradstrecke
Haltepunkt, Haltestelle
0.60 Ruderbach (ehem. Talstation) 406 m ü.M.
Tunnel
Schutz-Tunnel (315 m)
Brücke (mittel)
Griffelbach-Brücke (78 m)
Brücke (mittel)
Hexenkirchlitobel-Brücke (153 m)[1]
Haltepunkt, Haltestelle
1.65 Hof (Bedarfshalt für Gruppen) 540 m ü.M.
Brücke (mittel)
Brücke (ca. 6 m, Wegüberführung)
Brücke (mittel)
Grund-Brücke (ca. 6 m, Wegüberführung)
Tunnel – Anfang
Walzenhausen-Tunnel (70 m)
   
1.90 Walzenhausen 672 m ü.M.

47.459389.59651Koordinaten: 47° 27′ 33,8″ N, 9° 35′ 47,4″ O; CH1903: 762695 / 258748

Die Bergbahn Rheineck–Walzenhausen ist eine schmalspurige Eisenbahnstrecke in der Ostschweiz. Die 1.96 Kilometer lange Adhäsions- und Zahnradbahn nach dem System Riggenbach verbindet Rheineck im Kanton St. Gallen zweimal stündlich mit Walzenhausen im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Im Volksmund wird sie Walzehuusebähnli genannt. Seit Dezember 2013 ist sie ausserdem als Linie S 26 in das Netz der S-Bahn St. Gallen integriert.[2]

Sie geht zurück auf die 1895 in Rheineck als Aktiengesellschaft unter dem Namen Drahtseilbahn-Gesellschaft Rheineck–Walzenhausen gegründete Privatbahngesellschaft.[3] Das Unternehmen nannte sich später Bergbahn Rheineck–Walzenhausen AG (amtliche Initialen RhW) und fusionierte 2006 mit den Appenzeller Bahnen.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprüngliche Planungen aus den 1870er Jahren sahen eine Anbindung Walzenhausens an die Rorschach-Heiden-Bergbahn vor. Da dieses Projekt nicht realisiert wurde, entschied man sich für eine Standseilbahn mit Wassergewichts-Antrieb nach Rheineck. Am 17. Dezember 1894 wurde die Bergbahngesellschaft gegründet, am 16. April 1895 begannen die Bauarbeiten. Die am 27. Juni 1896 eröffnete[4] Strecke endete ursprünglich in der Talstation Ruderbach (Gemeinde St.  Margrethen). 1909 wurde die Distanz zwischen Ruderbach und dem Bahnhof Rheineck durch die als normalspuriges Zubringer-Tram gebaute Rheinecker Verbindungsbahn überbrückt.

1958 entstand durch einen Umbau der Standseilbahn und Integration der Verbindungsbahn die heutige Adhäsions- und Zahnradbahn mit einer Gleichstromversorgung von 600 Volt über eine Oberleitung. Die bei Seilbahnen häufig anzutreffende, ansonsten aber ungewöhnliche Spurweite von 1200 Millimetern wurde beibehalten[5] und die Adhäsionsstrecke umgespurt.

Beim Umbau des Bahnhofs Rheineck im Jahre 1999 konnte die Strecke um einige Meter vor das Perrondach verlängert werden. Dabei wurde auch eine 400 Meter lange Strecke zwischen der Strassenbrücke nach Gaißau und dem Bahnhof leicht korrigiert. Dies wurde möglich, da die SBB ihre Anlagen auf zwei Hauptgleise reduzierte und somit der Platz für das ehemalige Gleis 1 der SBB nun für die RhW zur Verfügung stand.[6]

Zurzeit werden am Triebwagen Revisionsarbeiten ausgeführt die noch bis Mai 2014 andauern[veraltet]. Der Wagenkasten wird erneuert, das Zahnrad-Bremssystem den aktuellen Vorschriften angepasst und das Innenleben des Wagens aufgefrischt (bisher befand sich im Triebwagen immer noch die Holzbankbestuhlung von 1958). Zudem bekommt das Walzehuuser Bähnli einen neuen Anstrich. Es soll anschliessend seinen Dienst für mindestens weitere 20 Jahre verrichten können. (Stand: November 2013) Die Kosten werden mit 900'000 Franken beziffert. Bis die Bergbahn ab dem 18. April wieder zwischen Rheineck und Walzenhausen verkehrt, fahren Ersatzbusse.[7]

Streckenverlauf[Bearbeiten]

RhW-Triebwagen am Perron in Rheineck
Vom Triebwagen aus gesehen die Gleise mit Rheineck und dem Bodensee im Hintergrund
Triebwagen der RhW beim Brüggli Grund unterhalb von Walzenhausen
Bahnübergang, Wagenhalle und Beginn des Zahnstangenabschnitts
Triebwagen der RhW wird gewartet

Die RhW beginnt an einem Kopfgleis neben dem SBBBahnhof Rheineck und erreicht nach 643 Metern Adhäsionsstrecke und der Querung der Strasse von Rheineck nach St. Margrethen den Beginn der Zahnstange bei der ehemaligen Talstation Ruderbach der früheren Standseilbahn (Halt auf Verlangen). Bei konstanter Steigung von 25 Prozent passiert der Triebwagen den 315 Meter langen Schutztunnel. Auf zwei Brücken von 78 und 153 Metern Länge (Eisenkonstruktion, die obere 1958 durch eine Betonkonstruktion ersetzt) wird das Hexenkirchlitobel[1] überbrückt. Danach folgt folgt der Bedarfshalt Hof, bevor nach kurzer Fahrt von fünf bis neun Minuten (abhängig von der Anzahl der Halte) die Bergstation in einem weiteren 70 Meter langen Tunnel unter dem Kurhaus von Walzenhausen erreicht wird.

Betrieb[Bearbeiten]

Bis heute existiert nur ein einziger Triebwagen, der BDeh 1/2, gebaut 1958 von den Unternehmen SLM, FFA und BBC; verschiedentlich revidiert und repariert in der RhB-Werkstätte in Landquart. An Werktagen verkehren (2014) Montags bis Freitags 24 Zugpaare, an Sonntagen 21. Diese haben in Rheineck Anschluss an die Züge von St. Gallen nach Chur und umgekehrt. Das Angebot wird abends ergänzt durch fünf (Montags bis Donnerstags vier) Kurspaare mit Kleinbus.

Während den notwendigen Revisions- und Reparaturarbeiten am Triebwagen wird ein Schienenersatzverkehr angeboten.

Im Jahr 1896 wurden 46'606 Personen befördert. Die Höchstanzahl an beförderten Personen wurde im Jahr 1963 mit 205'083 erreicht, 1995 waren es noch 104'053. Im Jubiläumsjahr 1996 legten 17'430 Züge eine Strecke von 32'445 Kilometer zurück und beförderten dabei 109'326 Passagiere. [8]

Touristik[Bearbeiten]

  • Die RhW ist fester Bestandteil der Erlebnisrundfahrt RorschachHeiden AR–Walzenhausen–Rheineck–Rorschach. Diese beinhaltet eine Fahrt mit zwei Bergbahnen (Rorschach-Heiden-Bergbahn neben der RhW) und einem Bodenseeschiff (Rheineck SGRorschach[9]. Für die Strecke Heiden–Walzenhausen stehen zwei Alternativen zur Verfügung: Entweder mit dem Postauto,[10] oder zu Fuss auf dem Witzwanderweg (ca.8,5 km) [11]. Die Rundfahrt kann auch in umgekehrter Richtung absolviert werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Konrad Sonderegger, Peter Eggenberger: Rorschach-Heiden-Bahn, Bergbahn Rheineck-Walzenhausen, Zwei Bergbahnen in Wort und Bild. Verlag: R. Weber, Heiden 1992
  • Eisenbahn-Kurier Special Nummer 64: Die Eisenbahn am Bodensee, Freiburg 2002, Seiten 54–55.
  • Bergbahn Rheineck-Walzenhausen RhW, Broschüre der Bergbahn ohne Herausgeber und Jahresangabe.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergbahn Rheineck–Walzenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wildromantische Hexenkirchlischlucht Der Rheintaler vom 30. Mai 2000, abgerufen am 19. November 2013
  2. erstmals mit dieser Bezeichnung im Kursbuch 15. Dezember 2013–13. Dezember 2014: Fahrplanfeld 858 als PDF
  3. Auszug aus dem Bundesarchiv 1895.01.01-1895.03.31 E53#1000/893#15828* Vorlage der Statuten der Drahtseilbahn-Gesellschaft Rheineck–Walzenhausen und Genehmigung derselbigen, abgerufen am 22. November 2013
  4. Online Archiv: Der Rheintaler, 15. Juni 2006Auch Walzenhausen wollte eine Bahn, abgerufen am 22. November 2013
  5. Walter Hefti: Zahnradbahnen der Welt. Birkhäuser Verlag Basel und Stuttgart 1971, ISBN 3-7643-0550-9, Seite 126
  6. Bahnverlängerung und neue Station der RhW in Rheineck St.Galler Tagblatt Online, Artikel vom 1. Juni 1999
  7. Bähnli wird zur Revision gefahren Der Rheintaler vom 11. November 2013, abgerufen am 26.November 2013
  8. 109'326 Personen fuhren mit der Bergbahn Rheineck-Walzenhausen Der Rheintaler vom 9. Mai 1997, abgerufen am 26.November 2013
  9. Heiden – Erlebnisrundfahrt PDF Datei: SCHWEIZERISCHE BODENSEE SCHIFFFAHRT abgerufen am 10. November 2013
  10. Witzweg und Erlebnisrundfahrt – herrliche Aussichten geniessen Internetseite: PostAuto Schweiz AG abgerufen am 10. November 2013
  11. Erlebnisrundfahrt mit 2 Bergbahnen, Postauto und Schiff Internetseite: Appenzellerland abgerufen am 10. November 2013