Berge (Nauen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

52.6212.79540Koordinaten: 52° 37′ 12″ N, 12° 47′ 42″ O

Berge
Stadt Nauen
Wappen von Berge
Höhe: 40 m ü. NN
Fläche: 27,25 km²
Einwohner: 555 (31. Dez. 2002)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 14641
Vorwahl: 03321

Berge, ein Ortsteil der Stadt Nauen, liegt im Landkreis Havelland des Landes Brandenburg. Der Ortsteil Berge ist räumlich von der Kernstadt Nauen getrennt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Berge liegt 5,5 km westnordwestlich der Kernstadt Nauen an der Bundesstraße 5 in Richtung Pessin auf halbem Weg zwischen den Nauener Ortsteilen Lietzow und Ribbeck. Der Ortsteil, auf einer Höhe von 40 m über Normalhöhennull gelegen, hat eine Fläche von 27,25 km², die von 555 Einwohnern bewohnt wird (Stand: 31. Dez. 2002).[1] Das ergibt für den Ortsteil eine Bevölkerungsdichte von 34 Einwohner/km².

Nachbarortsteile[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag liegt bei 503 mm und ist damit extrem niedrig, da er in das untere Zwanzigstel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 3% der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 23% der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche von Berge

Erste urkundliche Erwähnung fand Berge im Jahre 1292. 1375 wurde Berge als Besitzung derer von Bredow erwähnt, die Berge 1440 an Otto II. von Hake auf Buchow-Karpzow, Geltow und Berge († 1441) veräußerten. Mit Otto II. von Hake begann eine fast drei Jahrhunderte andauernde Besitzung Berges durch die Familie derer von Hake. König Friedrich Wilhelm I. kaufte 1720 das Gut Berge und schuf das neue Amt Nauen mit Amtssitz in Berge, daher auch Amt Nauen in/zu Berge genannt. Es war ein kleines Amt mit vier Dörfern und zwei Vorwerken, das 1872 aufgelöst wurde.

Im Juli 1760 führte ein Blitzeinschlag in ein Bauernhaus zu einer großen Brandkatastrophe, durch die Berge fast vollständig zerstört wurde. Die noch heutig stehende Kirche, 1744 als flachgedeckter Putzbau auf den Grundmauern der alten Wehrkirche erbaut sowie das Haus des Küsters und die Windmühle blieben als unzerstörte Gebäude von Berge übrig.
1776 wurde der Dorfkirche ihr eingezogener Turm mit Schweifdach und Laterne angefügt. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Kanzelaltar im Inneren der Kirche gefertigt. Die Empore und die Patronatsloge stammen ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert. An der Außenseite des Kirchturmes findet man mehrere Grabsteine der Familie derer von Hake aus der Zeit zwischen 1604 und 1631.

Relief von Agnes Sophie von Brose

1970 fand man im Kellergewölbe des Kirchturmes zwei Mumien die aus dem 17. Jahrhundert stammen sollen. Eine genaue Identifizierung der Mumien war bis heute nicht erfolgreich, eine wissenschaftlich anthropologische Untersuchung nach dem Fund der Mumien wurde nach sechs Jahren wegen Geldmangels eingestellt. Vermutungen über die Identität der Mumien gibt es viele. Bei einer Mumie soll es sich um einen Ritter von Hake aus dem 15. Jahrhundert handeln und die andere Mumie sollen die menschlichen Reste von Agnes Sophie von Brose (* ca. 1593; † ca. 1621) sein. Diese zwei Mumien sollen jedoch nicht die Einzigen sein, unter dem Altar befinden sich noch weitere »Verborgene Schätze in der Kirchengruft« [2]

Die Berger Mumien können nach vorheriger Absprache mit dem Pfarrer bzw. dem Gemeindekirchenrat besichtigt werden. Eine etwaige Mumienbesichtigung sollte man mit einer Besichtigung der Kirche mit dem in Stein geschlagenen Bildnis von Agnes Sophie von Brose an der Kirchenwand und ihrer Schätze im Inneren wie die 1685 gestiftete Orgel und ein Bronzeleuchter aus dem Jahre 1649 verbinden. Neben dem Kanzelaltar aus dem 18. Jahrhundert kann man an der inneren Nordwand der Kirche noch einen zweiten, mit einer Vielzahl von Schnitzereien versehenen Altar besichtigen. Dieser Altar stammt aus der Tietzower Kirche und wurde vor deren Abriss dort aufgestellt.

1992 schloss sich Berge mit 13 anderen Gemeinden zu einer Verwaltungsgemeinschaft, dem Amt Nauen-Land, zusammen.

Eingemeindung[Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform des Landes Brandenburg wurde Berge am 26. Oktober 2003[3] ein Ortsteil von Nauen. Das Amt Nauen-Land wurde zum selben Zeitpunkt aufgelöst.

Politik[Bearbeiten]

Ortsvorsteher[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Ortsvorsteher und Mitglied der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Nauen ist Manuel Meger von der Ländliche Wählergemeinschaft Nauen (LWN). (Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Berge ist im Rahmen des ÖPNV durch die Havelbus Linien 661 und 669 der HVG mit Nauen und Friesack, durch die Havelbus Linie 664 der HVG mit Nauen und Königshorst, durch die Havelbus Linie 670 der HVG mit Nauen und Premnitz und durch die Havelbus Linie 680 der HVG mit Nauen und der Kreisstadt Rathenow verbunden.

Kommunikation[Bearbeiten]

Die postalische Erreichbarkeit der Berger Bürger wird mittels der Postleitzahl: 14641 Nauen OT Berge und die telefonische Erreichbarkeit mittels der Vorwahl: 03321 sichergestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil III, Havelland. 452 S., Weimar 1972.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesportal Brandenburg - Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg von 1875 bis 2005 - Landkreis Havelland vom Dez. 2006 PDF
  2. Tagesspiegel, Dorothea Flechsig, 17. Juli 2000
  3. 4. Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform in Verbindung mit der Verordnung über den Wahltag und die Wahlzeit der landesweiten Kommunalwahlen 2003 sowie zur Änderung der Brandenburgischen Kommunalwahlverordnung vom 25. März 2003 (PDF; 7 kB)