Berge (Niedersachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Berge
Berge (Niedersachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Berge hervorgehoben
52.6208333333337.747544Koordinaten: 52° 37′ N, 7° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Samtgemeinde: Fürstenau
Höhe: 44 m ü. NHN
Fläche: 66,78 km²
Einwohner: 3527 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49626
Vorwahl: 05435
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 009
Gemeindegliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Tempelstr. 8
49626 Berge
Webpräsenz: www.fuerstenau.de/berge
Bürgermeister: Volker Brandt (SPD)
Lage der Gemeinde Berge im Landkreis Osnabrück
Nordrhein-Westfalen Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Vechta Osnabrück Alfhausen Ankum Bad Essen Bad Iburg Bad Laer Bad Rothenfelde Badbergen Belm Berge (Niedersachsen) Bersenbrück Bippen Bissendorf Bohmte Bramsche Dissen am Teutoburger Wald Eggermühlen Fürstenau Gehrde Georgsmarienhütte Glandorf Hagen am Teutoburger Wald Hasbergen Hilter am Teutoburger Wald Melle Kettenkamp Menslage Merzen Neuenkirchen (Landkreis Osnabrück) Nortrup Ostercappeln Quakenbrück Rieste Voltlage WallenhorstKarte
Über dieses Bild

Berge ist eine Gemeinde innerhalb der Samtgemeinde Fürstenau an der nordwestlichen Grenze des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Berge liegt innerhalb Norddeutschlands im nordwestlichen Landkreis Osnabrück in den nördlichen Ausläufern der Geestlandschaft der Ankumer Höhe und gehört zum Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge. Unmittelbar nördlich und östlich schließt sich die naturräumliche Einheit Artland als flache Geestlandschaft an, welche überwiegend von Niedermooren und Bruchwäldern geprägt ist. Daneben spielt der Anbau von Maiskulturen eine weitere Rolle im Bild der Landschaft. Westlich der Ortschaft durchquert man den Börsteler Wald als Teil der Ankumer Höhe, wiederum westlich des Waldgebietes schließt sich der Ortsteil Grafeld und das Emsland an.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Berge grenzt im Norden an Menslage, im Osten an Kettenkamp und Eggermühlen, im Süden an Bippen sowie im Westen an den Landkreis Emsland mit den Gemeinden Wettrup, Dohren und Herzlake.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Gemeindeteile:

Klima[Bearbeiten]

Die Gemeinde Berge liegt in der gemäßigten Klimazone, darüber hinaus im Bereich des direkten Einflusses der Nordsee. Insgesamt fallen im Jahresmittel 700 mm Niederschlag, woran sich der maritime Einfluss erkennen lässt. Darüber hinaus werden im Sommerhalbjahr eher seltener Sommertage erreicht (damit definiert man ein Temperaturmaximum von > 25 °C). Im Winter hingegen sind die Temperaturen oftmals höher als weiter im Landesinneren, sodass stattliche Schneedecken eher eine Rarität sind. Herbststürme bspw. sind hingegen keine Seltenheit. Die nächstgelegenen Wetterstationen befinden sich in Meppen, Lingen, Löningen sowie Diepholz.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gebiet der Gemeinde liegen die relativ gut erhaltenen Megalithanlagen von Hekese, etwa einen Kilometer südlich des Dorfes. Die Anlagen (Nr. 883 und 884 nach Sprockhoff) des Ganggrabtyps sind ungewöhnlich groß (19 bzw. 20 Meter lang) und in für Deutschland einzigartiger Weise mit einer 53 Meter langen, jedoch nicht mehr vollständigen Steinreihe verbunden. Jene Anlagen passiert auch die Straße der Megalithkultur, welche zahlreiche Großsteingräber Norddeutschlands miteinander verbindet. Berge ist eine Etappe der Straße der Megalithkultur.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Berge wurde anlässlich der Gebietsreform am 1. Juli 1972 aus den Gemeinden Anten, Berge, Dalvers, Grafeld und Hekese gebildet.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Berge seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Berge im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[4] auf der Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Juli 1972 eingegliedert wurden.[3]

Jahr Einwohner
1961 3055
1970 3248
1987 3280
1990 3305
1995 3599
2000 3681
2005 3756
2010 3694
2011 3690

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat gegenwärtig 15 Mitglieder aus vier Parteien oder Gruppen. Bürgermeister ist Volker Brandt (SPD).

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Gemeinde Berge: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
CDU SPD Grüne FDP UWG1 Einzel-
bewerber
Sonstige Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1996 – 2001 60,2 10 34,6 5 5,2 0 - - - - - - - - 100 15 68,9
2001 – 2006 62,4 10 34,6 5 3,0 0 - - - - - - - - 100 15 63,0
2006 – 2011 44,6 7 41,8 6 1,9 0 - - 11,7 2 - - - - 100 15 69,5
2011 – 2016 36,57 5 51,15 8 3,71 1 - - 8,57 1 - - - - 100 15 65,37
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen,[5] Landkreis Osnabrück.[6][7]
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.
1Unabhängige Wählergemeinschaft

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 16. Mai 1978 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Gold ein rot-silbern zweireihig geschachteter Balken, darübergelegt ein oben verkürzter und zugespitzter roter Pfahl.“

Der geschachtete Balken soll an den Zisterzienser-Orden erinnern, der solchen im Wappen führte; ihm gehörte das im Gemeindegebiet liegende ehemalige Kloster, jetziges Stift Börstel. Der Pfahl stellt in Farbe und Form die "rote Säule" dar, einen Grenzpfahl im Gemeindegebiet, an den sich allerlei Geschichten knüpfen. Beide Figuren zusammen ergeben das christliche Kreuz.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Denkmal für die Kleinbahn am ehemaligen Bahnhof Berge

Von 1904 bis 1952 besaß Berge durch die Kleinbahn Lingen–Berge–Quakenbrück einen Eisenbahnanschluss, Stationen befanden sich in Berge selbst sowie im heutigen Ortsteil Dalvers. Der Berger Bahnhof war bis 2008 Sitz der Gemeindeverwaltung, auf der ehemaligen Gleisfläche erinnern zwei Güterwagen als Denkmal an die Kleinbahn.

Der nächste Anschluss an das Netz der Reichs- bzw. Bundesbahn war ab 1879 der Bahnhof der früheren RhE in Bippen in etwa 5 km Entfernung. Hier wurde der Personenverkehr 1969 und der Güterverkehr 1978 eingestellt.

Heute wird der ÖPNV in Berge und Umgebung durch die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück mit Bussen erbracht, Berge wird dabei von vier Linien erreicht, unter denen die Linie 640 (Fürstenau–Berge–Quakenbrück) die wichtigste Verbindung ausmacht.

Berge liegt an der Ferienstraße Artland-Route.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Berge fertigt die Firma Segler-Förderanlagen Maschinenfabrik GmbH mit 77 Mitarbeitern Förderanlagen für verschiedene Industriezweige.[8]

Die Firma August Bruns GmbH & Co. KG baut Passivhäuser unter dem Markennamen EVO|Passivhaus.[9]

Bildung[Bearbeiten]

In Berge findet sich neben der Grundschule die Haupt- und Realschule Berge mit etwa 340 Schülern.[10] Das nächste Gymnasium findet sich im Emsland in Handrup, sowie das Artland Gymnasium in Quakenbrück.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Willi Stöve (* 4. Februar 1860 in Berge), Politiker, Mitglied des Reichstages

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Paul Freytag, Maler und Zeichner, lebte seit 1926 auf dem Gut Hengholt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berge (Niedersachsen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. http://www.strassedermegalithkultur.de/
  3. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 254.
  4. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
  5. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  6. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (PDF; 528 kB)
  7. Landkreis Osnabrück, Die Kommunalwahl Osnabrücker Land vom 10. September 2006; Amtliche Endergebnisse (PDF; 3,4 MB)
  8. Segler Förderanlagen – Übersicht. Segler Förderanlagen GmbH, abgerufen am 2. Mai 2010 (html, deutsch).
  9. EVO|Passivhaus. August Bruns GmbH & Co. KG, abgerufen am 2. Mai 2010 (html, deutsch).
  10. Unsere Schule – HRS-Berge. Haupt- und Realschule Berge, abgerufen am 2. Mai 2010 (html, deutsch).

Literatur[Bearbeiten]