Bergen (Mittelfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bergen
Bergen (Mittelfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bergen hervorgehoben
49.07333333333311.113888888889540Koordinaten: 49° 4′ N, 11° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Nennslingen
Höhe: 540 m ü. NHN
Fläche: 19,91 km²
Einwohner: 1122 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91790
Vorwahlen: 09147 / 09148
Kfz-Kennzeichen: WUG, GUN
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 115
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schmiedgasse 1
91790 Nennslingen
Webpräsenz: www.bergen-mittelfranken.de
Bürgermeister: Werner Röttenbacher (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Bergen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
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Über dieses Bild

Bergen ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Nennslingen mit 1122 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2013).

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Westmittelfranken, rund 41 Kilometer Luftlinie südlich von Nürnberg und 12 Kilometer östlich von Weißenburg. Bergen befindet sich im Mittelgebirge der Fränkischen Alb.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Ettenstatt Thalmässing
Nachbargemeinden
Nennslingen Burgsalach

Ortsteile[Bearbeiten]

Bergen hat sechs amtliche Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Das Fürstentum Ansbach und die Schenken von Geyern teilten sich die hiesigen Herrschaftsrechte. 1796 sequestrierte Preußen die Geyerschen Rechte. Bergen fiel im Vertrag von Paris (Februar 1806) mit dem preußischen Fürstentum Ansbach durch Tausch wie andere Teile Frankens auch an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die damalige Gemeinde Bergen.

Die seit Jahrhunderten gewachsenen Bindungen führten im Rahmen der Gemeindegebietsreform, die am 1. Mai 1978 in Kraft trat, zum Zusammenschluss der Gemeinden Bergen, Geyern, Kaltenbuch und Thalmannsfeld zur neuen Gemeinde Bergen.[3]

Gemeindeteile[Bearbeiten]

Ehemaliges Gasthaus „Lamm“ in Bergen, Jurahaus mit fränkischem Fachwerk, errichtet im 17. Jahrhundert
Burg der Schenken von Geyern

Bergen[Bearbeiten]

Urkundlich 1067 erstmals erwähnt, als Bischof Gundekar II. eine Georgskirche weihte. Eine Viereckschanze aus der Zeit von etwa 500. v. Chr. zeugt von einer früheren Besiedelung. Vorhanden sind Überreste der Burg Neuhaus, die vermutlich 1390 zerstört wurde. 1543 führten die Herren von Syburg die Reformation ein, 1628 wurde das Dorf für 22 Jahre wieder zum katholischen Glauben gezwungen. 1631 Einfall der Schweden, von 1634 bis 1637 wütete die Pest in der Gegend. 1663 trafen aus Österreich vertriebene evangelische Exulanten im Dorf ein. Damit begann ein steter Wiederaufbau. 1773 entstand die Kirche in der heutigen Form, der Unterteil des Turmes stammt noch aus der mittelalterlichen Ritterzeit.

Dannhausen[Bearbeiten]

Dannhausen (Bergen) ist der nördlichste Gemeindeteil Bergens und hat etwa 50 Einwohner.

Geyern[Bearbeiten]

Am Nordwestabfall des fränkischen Jura liegt im 130 Einwohner-Ort Geyern die Stammburg des bereits 985 erwähnten Adelsgeschlechtes der Schenken von Geyern. Ursprünglich stammen die Schenken aus Hofstetten, heute im Landkreis Eichstätt gelegen. Sie nannten sich die Herren von Hofstetten und waren Ministeriale des Bischofs von Eichstätt. Die Grafen von Hirschberg übertrugen einem des Geschlechts das Schenkenamt. 1276 wurde Heinrich von Hofstetten durch den bayerischen Herzog Ludwig dem Strengen mit der Burg Geyern belehnt. Im Jahr 2008 verstarb der Nachfahre der Schenken von Geyern Wolfgang Carl. Er und seine Frau Edith hatten das Schloss in den Jahrzehnten zuvor renoviert und der Öffentlichkeit bei Führungen und Konzerten zugänglich gemacht.

Syburg[Bearbeiten]

Schloss Syburg ist ein 1470 erstmals erwähntes Wasserschloss. Bis in die 1960er Jahre Sitz eines Zweiges der Schenkenfamilie (Schenken von Geyern zu Syburg). Heute befindet sie sich in Privatbesitz.

Thalmannsfeld[Bearbeiten]

Erste Erwähnung Thalmannsfelds war 1194 als Thalmannsfelde. 2007 Einweihung des neu gestalteten ehemaligen Schulhauses, das mit enormer Eigenleistung des ganzen Dorfes als Domizil des Trachtenvereins und der Kirchengemeinde hergerichtet wurde. In den Jahren 2007 und 2009 gewann Thalmannsfeld zweimal eine Silbermedaille auf Landesebene beim Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

Kaltenbuch[Bearbeiten]

Kaltenbuch

Auf rund 600 Höhenmetern am Abbruch des Jura gelegen, bietet Kaltenbuch einen wunderbaren Blick auf den Brombachsee und bis nach Nürnberg hinein. Im Sommer 2008 wurde die Außenfassade der St. Nikolauskirche erneuert. Auch der Hesselberg im Westen ist gut wahrzunehmen. Der im Frühjahr blühende Märzenbecher ist weit verbreitet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1.056, 1987 981 und 2000 1.115 Einwohner gezählt. Davon waren 2008 ca. 950 evangelischen Glaubens. Am 30. Juni 2013 hatte die Gemeinde 1133 Einwohner.[4]

Die Einwohner verteilen sich 2008 ungefähr wie folgt: Bergen 450, Thalmannsfeld 350, Geyern 120, Kaltenbuch 120, Dannhausen 50.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Werner Röttenbacher (Wählergemeinschaft). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Willy Lehmeyer sen. Bei der Kommunalwahl 2008 verteilten sich die 12 Sitze im Gemeinderat wie folgt auf die 4 Wählergemeinschaften: Bergen 5 Sitze, Thalmannsfeld/ Dannhausen 5, Geyern 1, Kaltenbuch 1. Werner Röttenbacher wurde mit über 94 Prozent der Stimmen als 1. Bürgermeister bestätigt.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau über einem silbernen Fünfberg schwebend ein von Silber und Schwarz geteiltes Schildchen, darin der Rumpf eines rot gezungten Geiers in verwechselten Farben.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

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Von 1693 bis 1864 wurde im Tagebau Erz abgebaut, das die Bauern zur Verhüttung nach Eichstätt brachten.

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 76 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren 32 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 398. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 4 Betriebe. Zudem bestanden 1999 59 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1105 Hektar, davon waren 874 Hektar Ackerfläche und 229 Hektar Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: Zweigruppiger Kindergarten mit bis zu 55 Kindergartenplätzen. Träger ist die evangelische Kirchengemeinde.
  • Grundschule: Geschlossen am 29. Juli 2011; gehörte mit zwei ausgelagerten Klassen zur Volksschule in Nennslingen

Kultur[Bearbeiten]

Werkstatt in Thalmannsfeld
Schmiede in Thalmannsfeld

Bergen gehört zum Verbreitungsgebiet des Jurahauses. Im Gemeindegebiet sind noch verhältnismäßig viele Exemplare dieses Haustypus erhalten (vgl. Abb.), einige davon sind jedoch von abrisswilligen Eigentümern dem Verfall preisgegeben.

Im mehrfach beim Kreiswettbewerb ausgezeichneten Gemeindeteil Thalmannsfeld hat im Zuge der Dorfsanierung eine Wandlung zum Erhalt der historischen Dorfsubstanz eingesetzt. Neben den Felsenkellern werden jetzt mehrere private Einzelobjekte saniert und erhalten. Im Jahr 2007 erhielt Thalmannsfeld beim Landeswettbewerb eine Silbermedaille.

Erwähnenswert ist eine neu errichtete, historisch nachempfundene Schmiede in einem um 1820/30 neu erbauten, erstmals um 1740 erwähnten Wohnstallhaus. In diesem Museum sind unter anderem transmissionsgetriebene Bohr-, Dreh- und Fräßmaschinen sowie ein Federfallhammer aus den Jahren 1895 bis 1920 zu sehen. In alten Handwerkstechniken werden Kurse angeboten.

Religion[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet gibt es vier evangelische Kirchen, die alle auf das Mittelalter zurückgehen und von den Regionalherren, den Schenken von Geyern, im 17. und 18. Jahrhundert neu gestaltet wurden: St. Georgskirche in Bergen, St. Bartholomäus im Schloss Geyern, St. Nikolaus in Kaltenbuch und St. Ulrich in Thalmannsfeld.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 731.
  4. Tischvorlage Gemeinderatssitzung Raitenbuch 8. Mai 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien