Bergführer

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Dieser Artikel beschreibt das Berufsbild Bergführer. Für das Buch siehe Führer (Nachschlagewerk).
Anselm Klotz (links), vom Alpenverein 1885 autorisierter Lechtaler Bergführer

Bergführer sind – meist staatlich geprüfte – Alpinisten, die aufgrund ihrer Erfahrung, Ortskunde oder speziellen Ausbildung gegen Bezahlung andere Wanderer, Kletterer und Bergsteiger verantwortlich im Gebirge führen bzw. ausbilden.

Wesen[Bearbeiten]

Im Zuge der zunehmenden touristischen Erschließung und Nutzung der Bergregionen im 19. Jhdt. stieg der Bedarf an dieser Tätigkeit, so dass die Arbeit als Bergführer seit einigen Jahrzehnten einen eigenen Berufszweig mit verbindlich geregelten Ausbildungswegen und gesetzlich geschütztem Titel darstellt. Viele Bergführer und Kletterer sind aber auch in der Bergrettung oder als Freiwillige bzw. Ehrenamtliche tätig, z. B. in Vereinen und für Jugendgruppen. Üblicherweise wird von Bergführern Kompetenz sowohl für Sommertouren (Kletter- und Hochtouren) wie auch für Wintertouren (Skitouren und in jüngster Zeit Schneeschuhtouren) erwartet. Sehr häufig sind Bergführer daher zugleich Skiführer (mit Prüfung: Staatlich geprüfter Berg- und Skiführer).

Organisation und Struktur[Bearbeiten]

Logo der Internationalen Vereinigung der Bergführerverbände

Seit 1966 sind die nationalen Bergführerverbände in der Internationalen Vereinigung der Bergführerverbände (IVBV) zusammengeschlossen.[1]

Bergführerwesen in Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland sind die etwa 500 Bergführer im 1968 gegründeten Verband Deutscher Berg- und Skiführer (VDBS) organisiert. Der erste offizielle Bergführer Deutschlands war der Ramsauer Johann Grill. Im Öffentlichen Dienst in Deutschland existieren die Funktionen Grenzschutzbergführer (Bundespolizei), Heeresbergführer (Bundeswehr) und Polizeibergführer (Bayerische Polizei). Diese speziellen Bergführer sind ausschließlich im dienstlichen Bereich tätig.

Bergführerwesen in Österreich[Bearbeiten]

In Österreich sind die Berg- und Schiführer im Verband der Österreichischen Berg- und Schiführer (VÖBS) organisiert. Im Ersten Weltkrieg wurden von der österreichisch-ungarischen Armee mehrere Bergführerkompanien für den Kampf im Hochgebirge gegen Italien aufgestellt. Verwendet wurde dafür möglichst nur vorgebildetes Personal (Bewohner aus den Bergregionen), die in Lehrgängen durch die sog. Alpinreferenten noch weiter ausgebildet wurden.

Bergführerwesen in der Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz sind rund 1400 aktive Bergführer im Schweizer Bergführerverband organisiert. [2]

Bergführerwesen in Südtirol[Bearbeiten]

In Südtirol sind rund 180 aktive Bergführer im Verband der Berg- und Skiführer organisiert. Alle haben die dreijährige Berufsausbildung erfolgreich absolviert. [3] Da in Italien 1923 das deutschsprachige Vereinswesen verboten wurde, schlossen sich die Bergführer dem Club Alpino Italiano (CAI) an. Erst 1976 wurden die Südtiroler Berg- und Skiführer bei der Internationalen Vereinigung der Bergführerverbände (IVBV) als Einzelmitglieder aufgenommen. 1978 wurde ein neues Landesgesetz zur Berg- und Skiführerordnung erlassen, so dass die Landesberufskammer der Berg- und Skiführer Südtirol gegründet werden konnte. im Anschluss wurde 1980 der Verband der Südtiroler Berg- und Skiführer gegründet. Seit dieser Zeit sind die deutschsprachigen Bergführer wieder unabhängig organisiert. [4]

Bergführerwesen in weiteren Ländern[Bearbeiten]

z.T. keine Skiführer, da kein Hintergrund, z.B. Nepal und Anden

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IVBV, abgerufen am 21. September 2010
  2. http://www.4000plus.ch/index.php?id=150
  3. http://www.bergfuehrer-suedtirol.it/de/verband/
  4. http://www.bergfuehrer-suedtirol.it/de/verband/geschichte/