Berghain

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Logo des Berghain

Das Berghain ist ein Techno-Club im Berliner Ortsteil Friedrichshain. Sein Name leitet sich aus dem Bezirksnamen Friedrichshain-Kreuzberg ab: Kreuzberg und Friedrichshain. Das Berghain wird von Michael Teufele und Norbert Thormann betrieben und gilt, neben dem ebenfalls in Berlin ansässigen Club Tresor, als einer der bekanntesten Technoclubs der Welt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Berghain
Ostgut.jpg Ostgut reklame.jpg
Ostgut (links), Panorama Bar und lab.oratory

Der Club Berghain entstand aus dem früheren Berliner Technoclub Ostgut, der ein erster fester Ort schwuler Fetisch- und Sexparties, den sogenannten Snax-Veranstaltungen, war. Er befand sich in einer Lagerhalle eines ehemaligen Güterbahnhofs (Alter Ostbahnhof/Küstriner Bahnhof) und galt als eines der Zentren der Berliner Technokultur. Am 6. Januar 2003 fand dort die letzte große Klubnacht statt.[2] Aufgrund der Bauarbeiten zur Errichtung der neuen Mehrzweckarena O2 World wurde er 2004, etwa ein Jahr nach der Schließung, abgerissen. Seit Dezember 2004 betreiben dessen Veranstalter den neuen Club Berghain in einer deutlich größeren Location. Im Jahr 2010 wurde das Berghain umgebaut und renoviert, um den Raum im Gebäude besser zu nutzen und neu einzurichten.[3]

Veranstaltungsort[Bearbeiten]

Das Berghain aus der Nähe

Der Club befindet sich in einem ehemaligen Heizkraftwerk in der Nähe des Ostbahnhofs auf dem Gelände des alten Ostbahnhofs mit der Adresse Am Wriezener Bahnhof. Das Gebäude wurde zwischen 1953 und 1954 im Stil des Sozialistischen Neoklassizismus gebaut. Es steht als Bestandteil des Gebäudeensembles Karl-Marx-Allee unter Denkmalschutz.[4] Wegen der geplanten neuen Nutzung als Technoclub wurde das Haus weitgehend entkernt und bis 2004 umgebaut.

Das viergeschossige Gebäude besteht aus den folgenden Teilen:

Erdgeschoss mit Garderobe, einem Darkroom und einer kleinen Bar. Die Einrichtung enthält mit Leder und Polstern versehene Betoncouchen sowie eine riesige Wandgrafik des polnischen Künstlers Piotr Nathan namens Rituale des Verschwindens (2004). Die Grafik besteht aus 175 Aluminiumplatten auf einer Fläche von 27 Meter × 5 Meter. Sie zeigt die vier Elemente, die auf stark vergrößerten historischen Stichen basieren.

Über eine Stahltreppe gelangen die Besucher in den eigentlichen Clubraum des Berghain. Der Raum und die Tanzfläche sind für rund 500 Leute ausgelegt. Die Tanzfläche wird umgeben von vier Dance-Stack-Lautsprechern der Firma Funktion One,[5] dem DJ-Pult und fünf auch als Sitzfläche geeigneten Podesten. Der Dancefloor ist 18 Meter hoch. In dieser Etage befinden sich hinter einer großen Glaswand eine weitere Bar mit einem langen Bartresen und diversen Sitzmöglichkeiten sowie ein zweiter Darkroom. Schließlich gibt es noch eine separate Bar (die sogenannte „Klobar“), hinter der sich Unisex-Toiletten befinden.

Die obere Etage beherbergt die Panorama-Bar. Diese wird durch die große Fensterfront dominiert, die mit Rollläden abgedunkelt werden kann. Auffällig sind hier großformatige Fotografien von Wolfgang Tillmans.[6]

Der gesamte Club bietet Platz für ca. 1.500 Gäste.

DJs und Musik[Bearbeiten]

Gespielt wird hauptsächlich Techno und Minimal Techno. In der Panorama Bar legen zudem bekannte House- und Electro-DJs auf. In letzter Zeit finden im Berghain auch kulturelle Veranstaltungen jenseits der Clubkultur statt, so etwa Shut Up And Dance in Kooperation mit dem Staatsballett Berlin, dem monatlich stattfindenden Elektroakustischen Salon oder die Fotoausstellung 13 Monde, in der unter anderem Sven Marquardt, einer der Türsteher des Clubs, Fotos ausgestellt hat.

Öffnungszeiten und Besonderheiten[Bearbeiten]

Das Berghain von innen

Der Club öffnet am Freitag gegen Mitternacht und schließt Samstag gegen Mittag. Die darauffolgende sogenannte Klubnacht beginnt in der Samstagnacht und geht in der Regel bis zum Montagvormittag. In den Sommermonaten wird sonntags ab 12 Uhr zusätzlich der große Garten mit Bar und DJ-Musik geöffnet. Samstagnacht von etwa 24 bis 8 Uhr morgens bilden sich vor dem Club oft lange Besucherschlangen. Die Wartezeit kann in den Sommermonaten und bei populären DJs mehrere Stunden betragen.

Das Berghain ist vor allem für seine langen, ausschweifenden und sexuell freizügigen Partys bekannt. Berüchtigt ist die strenge Gästeauswahl durch die Türsteher, allerdings gibt es auch keine VIP-Eingänge oder -Bereiche. Fotos oder Videoaufnahmen im Inneren des Gebäudes sind verboten, um den Gästen ein Höchstmaß an Freiheit und persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten zu gewährleisten. „Der Club will kein Bild von sich in der Außenwelt wieder finden. Seine Welt existiert in einem ewigen Frühmorgen. Hier steht das ungefilterte, nicht aufgezeichnete Erlebnis im Mittelpunkt.“[7] Im gesamten Berghain gibt es daher auch keine Spiegel oder spiegelnde Flächen. Vereinzelt werden aber Drehgenehmigungen für Fernsehteams erteilt.

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 2014: 10 zum zehnjährigen Bestehen des Clubs.[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Der Club Berghain wurde vom DJ Mag im Jahre 2009 auf Platz 1 der „Top 100 clubs in the world“ gewählt. In den Folgejahren sank die Platzierung bei dieser Leserwahl bis auf Platz 13 im Jahr 2012.[9]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berghain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MIZ – Deutsches Musikinformationszentrum
  2. Morgens halb zehn im Heizkraftwerk. In: Berliner Zeitung, 11. November 2006
  3. Das Berghain baut an. In: tip
  4. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  5. Mondo Magazine Juli/August 2007 über die Musik- und Licht-Anlage im Berghain.
  6. 10 Jahre Dial. In: Spex – Magazin für Popkultur
  7. Die neuen Tempel des Techno, Interview mit Tobias Rapp, in: tagesspiegel.de, 2. März 2009.
  8. Körper im dunklen Raum, in FAZ vom 14. August 2014, Seite 12
  9. Berghain nur noch Platz 13 bei Top 100 Clubs In: Die Welt, 29. März 2012.

52.51111111111113.443055555556Koordinaten: 52° 30′ 40″ N, 13° 26′ 35″ O