Bergheim

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Dieser Artikel behandelt die Kreisstadt Bergheim in Nordrhein-Westfalen, zu weiteren Orten namens Bergheim siehe Bergheim (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bergheim
Bergheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bergheim hervorgehoben
50.9666666666676.6572Koordinaten: 50° 58′ N, 6° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Erft-Kreis
Höhe: 72 m ü. NHN
Fläche: 96,34 km²
Einwohner: 59.297 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 615 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 50126, 50127, 50129
Vorwahlen: 02271, 02272, 02238
Kfz-Kennzeichen: BM
Gemeindeschlüssel: 05 3 62 008
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bethlehemer Str. 9–11
50126 Bergheim
Webpräsenz: www.bergheim.de
Bürgermeisterin: Maria Pfordt (CDU)
Lage der Stadt Bergheim im Rhein-Erft-Kreis
Köln Kreis Düren Kreis Euskirchen Kreis Heinsberg Kreis Mettmann Leverkusen Rhein-Kreis Neuss Rhein-Sieg-Kreis Bedburg Bergheim Brühl (Rheinland) Elsdorf (Rheinland) Erftstadt Frechen Hürth Kerpen Pulheim WesselingKarte
Über dieses Bild
Bergheims Wahrzeichen: Das Aachener Tor
Die Bergheimer Innenstadt

Bergheim ist die Kreisstadt des Rhein-Erft-Kreises in Nordrhein-Westfalen. Sie entstand 1975 als Folge des Köln-Gesetzes aus der bestehenden Stadt Bergheim, den Gemeinden Niederaußem, Oberaußem-Fortuna, Hüchelhoven, Quadrath-Ichendorf, Paffendorf und Teilen der heutigen Stadt Elsdorf und der Stadt Bedburg.

Geografie[Bearbeiten]

Die Erft

Geografische Lage[Bearbeiten]

Bergheim liegt circa 20 km Luftlinie westlich von Köln in etwa 72 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Die höchste Bergheimer Erhebung ist die mit Abraum des Braunkohleabbaus aufgeschüttete Glessener Höhe mit 205,8 m ü. NN. Zwischen dem Stadtzentrum und den nördlichen Stadtteilen erstrecken sich die Ausläufer des Villerückens. Durch Bergheim fließt die Erft. Die Stadt liegt in der Zülpicher Börde, die ihrerseits zur Kölner Bucht gehört. Wirtschaftsgeographisch liegt Bergheim im Rheinischen Braunkohlerevier.

Nachbarstädte[Bearbeiten]

Grevenbroich Rommerskirchen Pulheim
Bedburg Windrose Frechen / Köln
Bedburg / Elsdorf Elsdorf Kerpen

Gewässer[Bearbeiten]

Fließgewässer[Bearbeiten]

Bergheim liegt an der Erft, die sich auf dem Stadtgebiet in mehrere Seitenarme teilt: Große Erft, Kleine Erft und Erftkanal. Diese Arme wurden angelegt, um das ursprünglich sumpfige Land zu entwässern. Die Erft ist ab Bergheim für Kanus befahrbar. Der Gillbach ist neben der Erft das bedeutendste Bergheimer Fließgewässer. Er entspringt im Stadtteil Auenheim und mündet bei Neuss in die Erft. Des Weiteren fließen der Wiebach, das Elsdorfer Fließ und der Glessener Bach durch Bergheim.

Seen[Bearbeiten]

Zwischen Bergheim und Bedburg liegt das Peringsmaar. Es ist Teil der rekultivierten Gebiete des Tagebau Fortuna-Garsdorf.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet hat eine Ausdehnung von 96,33 Quadratkilometern.

Stadtteile und Einwohner[Bearbeiten]

Bergheim besteht aus 15 Stadtteilen: Ahe, Auenheim, Bergheim-Mitte, Büsdorf (Ersterwähnung 893), Fliesteden (2004 schönstes Dorf im Rhein-Erft Kreis, Ersterwähnung 1134), Glesch, Glessen, Kenten, Niederaußem (Ersterwähnung 969), Oberaußem (Ersterwähnung 969), Quadrath-Ichendorf (bevölkerungsreichster Stadtteil), Paffendorf (Ersterwähnung 882), Rheidt-Hüchelhoven, Thorr und Zieverich (Ersterwähnung 898).

Bergheim auf der Tranchotkarte von 1807
Ortsteil Einwohner
Ahe 3.060
Auenheim 681
Bergheim-Mitte 6.252
Büsdorf 1.367
Fliesteden 1.695
Glesch 1.952
Glessen 5.336
Kenten 7.263
Niederaußem 5.549
Oberaußem 5.404
Paffendorf 1.214
Quadrath-Ichendorf 14.219
Rheidt-Hüchelhoven 1.825
Thorr 2.167
Zieverich 4.160
Bergheim gesamt 62.144

Stand 31. Dezember 2010, Einwohner mit Hauptwohnsitz

Geschichte[Bearbeiten]

Vor und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Die Karte zeigt die Gaue im Rheinland. Die Grenzen zwischen Gillgau und Kölngau (linker Kartenrand) sind unklar.

Verschiedene Funde belegen frühe Siedlungen auf Bergheimer Gebiet bereits um 4000 vor Chr., vor allem in den nördlichen Stadtteilen. Bei Niederaußem gab es ein Grabhügelfeld, das dem Tagebau zum Opfer fiel. Um 50 vor Chr. siedelten die Römer im Gebiet um Bergheim. Die römische Fernstraße von Köln nach Boulogne-sur-Mer/Bonen (Gesoriacum), heute benannt als Via Belgica, verlief über das Gebiet des heutigen Bergheim. Nach den Römern übernahmen die Franken das Erftland. Bergheim lag damals im Grenzgebiet zwischen Gillgau, Kölngau und Jülichgau.

Mittelalter[Bearbeiten]

Das Aachener Tor bei Nacht
Die mittelalterliche Stadtbefestigung Bergheims
Die Bergheimer Altstadt
Preußischer Meilenstein am Ortseingang von Niederaußem
Ältestes Wohnhaus in Bergheim

Erwähnt wird Bergheim erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1028 (einige Stadtteile auch wesentlich früher), in welcher Hezelin, der Bruder des Pfalzgrafen Ezzo, die ihm gehörende Grundherrschaft Bergheim, die ehemals Königsgut war, an die Reichsabtei Kornelimünster verschenkte. Die Abtei an der Inde verblieb bis zum Ende des Alten Reiches im Besitz der Grundherrschaft von Bergheimerdorf, zu der die meisten Orte der heutigen Stadt gehörten.

Die Vogtei über die Bergheimer Grundherrschaft übten seit dem 13. Jahrhundert die Grafen von Jülich aus. Sie bauten hier eine Burg. Aus der Burgsiedlung entwickelte sich Bergheim. Bergheim erhielt um 1300 Stadtrechte. Die Fernstraße Köln–Aachen wurde direkt durch die Innenstadt verlegt. Im Mittelalter war Bergheim Zoll- und Münzstätte der Herzöge von Jülich sowie Marktort.

Die Stadt Bergheim war im Mittelalter von zwei Stadttoren und einer Mauer gesichert. Von den Anlagen sind noch heute das Aachener Tor sowie Teile der Mauer mit Türmen erhalten.

Eine Quittung von Herzog Gerhard von Jülich-Berg für seinen Landrentmeister zu Jülich aus dem Jahr 1440 belegt, dass es in jenem Jahr in Bergheim zu ein Treffen des Herzogs mit dem Erzbischof von Köln, Dietrich II. von Moers, und dem Grafen Friedrich IV. von Moers kam.[2] Auch Gerhards Sohn Herzog Wilhelm von Jülich-Berg besuchte Bergheim. Am 27. Juni 1492 stellte er hier eine Urkunde aus, in der er sich bei Graf Vincenz von Moers darüber beschwerte, dass einer von Wilhelms Dienern beim Zoll bekümmert worden sei.[3] Mit Vincenz Nachfolger, dem Grafen Wilhelm II. von Wied-Runkel-Moers, wiederum verabredete Herzog Wilhelm von Jülich-Berg für den 17. August 1494 eine Tagfahrt zu Bergheim zur Erledigung von Mißhelligkeiten.[4] Bergheim scheint zu jener Zeit ein bevorzugter Ort für Konsultationen der Herzöge von Jülich-Berg gewesen zu sein.

Nördlich neben der befestigten Stadt lag entlang eines der Erftgräben der Kirchort Bergheimerdorf, der eine eigene Grundherrschaft bildete. Das Besetzungsrecht der Kirche hatte der Abt von Kornelimünster.

Neuzeit[Bearbeiten]

1542 wurde die Stadt infolge der kriegerischen Wirren zwischen dem Landesherrn sowie Kaiser Karl V. weitgehend zerstört. Die alte Bedeutung konnte Bergheim seither bis zum 19. Jahrhundert nicht wieder erlangen. Nach dem Ende des alten Reiches und dem Übergang an Frankreich wurde Bergheim Hauptort des gleichnamigen Kantons im Département de la Roer, nach dem Einmarsch der Preußen 1816 Kreisstadt. Bergheim blieb damit übergeordnetes Verwaltungszentrum. Ein neuer Aufschwung der Stadt begann mit der Industrialisierung in den 1890er Jahren. Besonders die Braunkohlengruben in der Nähe der Stadt sowie der Anschluss an das rheinische Eisenbahnnetz trugen in erheblichem Maße zur städtischen Entwicklung bei. Bereits 1935 arbeiteten mehr Menschen in den großen Industriebetrieben – wie Braunkohle- und Chemiewerken – als in der Landwirtschaft und in den sonstigen Gewerben.

Im Zweiten Weltkrieg hatte Bergheim durch Bombardierungen der Alliierten und durch die Kampfhandlungen bei der Besetzung im März 1945 stark zu leiden. Insgesamt wurden 4,2 Prozent der Wohnhäuser total zerstört, 11,8 Prozent schwer und 37,6 Prozent leicht beschädigt. Nach Ende des Krieges nahm Bergheim über 5.000 Flüchtlinge vor allem aus den Ostgebieten auf, die die konfessionelle sowie soziale Zusammensetzung der Bevölkerung in starkem Ausmaße veränderten.

Durch die Bildung des Amtes Bergheim aus dem Zusammenschluss der Ämter Bergheim und Paffendorf sowie der Gemeinde Hüchelhoven noch im Jahr 1937 wurde die verwaltungsmäßige Voraussetzung für das in den Nachkriegsjahrzehnten starke Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum geschaffen. Von 1945 bis 2005 stieg die Einwohnerzahl um mehr als das Dreifache. 1958 kam die Gemeinde Wiedenfeld zu Bergheim, die wegen des Braunkohlentagebaus Fortuna/Garsdorf umgesiedelt werden musste. In den 1980er Jahren verschwand ein weiterer Ort von der Bergheimer Landkarte. Der in der Nähe von Oberaußem gelegene Stadtteil Fortuna (bestehend aus Wohnungen von Bergarbeitern) wurde aufgelöst und die Bewohner auf Werkswohnungen im ganzen Rhein-Erft-Kreis verteilt.

Seit der kommunalen Neugliederung 1975 besteht Bergheim aus 15 Stadtteilen, ist Sitz des Rhein-Erft-Kreises und zahlreicher Verwaltungen. Es ist neben Kerpen die bevölkerungsreichste Kommune im Rhein-Erft-Kreis.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1975 wurde auch der ehemals zu Bedburg gehörende Ort Auenheim Bergheimer Stadtteil

Im Jahr 1938 wurden die Gemeinden Kenten und Zieverich eingemeindet. Am 1. April 1958 kam Wiedenfeld hinzu.[5] Am 1. Januar 1975 wurden die Gemeinden Glesch, Niederaußem, Oberaußem-Fortuna, Quadrath-Ichendorf, Paffendorf und Rheidt-Hüchelhoven sowie ein Teil der Stadt Bedburg (Auenheim), Teile der Gemeinde Elsdorf (Ahe und Thorr) sowie der Gemeinde Hüchelhoven (Büsdorf, Fliesteden und Glessen) eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war Bergheim nur eine kleine Stadt mit wenigen hundert Einwohnern. Die Bevölkerungszahl wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Durch die Industrialisierung im 20. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1900 erst 1.400 Menschen in der Stadt, so waren es 1950 bereits 6.900. Auch danach stieg die Bevölkerungszahl weiter. 1970 hatte Bergheim 10.225 Einwohner.

Die Eingemeindung zahlreicher Orte brachte am 1. Januar 1975 einen Zuwachs von 36.325 Personen auf 49.457 Einwohner. 2002 erreichte die Bevölkerungszahl mit 63.728 ihren bisherigen Höchststand. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Bergheim nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 63.639 (nur Hauptwohnsitze nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“.

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 1.100
1. Dezember 1885 ¹ 1.255
1. Dezember 1900 ¹ 1.400
1. Dezember 1905 ¹ 1.500
1. Dezember 1910 ¹ 1.803
16. Juni 1925 ¹ 2.500
13. September 1950 ¹ 6.900
6. Juni 1961 ¹ 8.631
27. Mai 1970 ¹ 10.225
Jahr Einwohner
30. Juni 1974 12.754
31. Dezember 1975 50.272
31. Dezember 1980 54.064
31. Dezember 1985 54.061
25. Mai 1987 ¹ 54.545
31. Dezember 1990 58.146
31. Dezember 1995 60.610
31. Dezember 2000 63.526
30. Juni 2005 63.639
Jahr Einwohner
31. Dezember 2010 62.129
31. Dezember 2012 59.297

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 30. August 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 54,41 % (± 0) zu folgendem Ergebnis:[7]

Partei / Liste CDU SPD Grüne FDP Linke Pro NRW bma*
Stimmenanteil 44,28 % 30,38 % 6,31 % 6,81 % 2,64 % 5,96 % 3,63 %
Gewinn/Verlust − 2,43 + 0,30 − 0,04 + 1,54 + 2,64 + 5,96 − 4,82
Sitze 20 14 3 3 1 3 2

* Bergheim alternativ

Bürgermeister[Bearbeiten]

Altes Rathaus in Bergheim

Bürgermeisterin der Stadt ist Maria Pfordt (CDU).

In jedem Stadtteil gibt es einen Ortsbürgermeister, der die Belange der Bürger gegenüber dem Stadtrat, der Stadtverwaltung und anderen Behörden vertritt. Das Vorschlagsrecht für das Amt des Ortsbürgermeisters hat die Partei, die im Ort bei der jüngsten Kommunalwahl die meisten Stimmen bekommen hat. Der Ortsbürgermeister wird vom Stadtrat gewählt. Ortsbürgermeister von Bergheim-Mitte ist seit 2009 Friedhelm Henze.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Der Place de Briey in Niederaußem erinnert an die Partnerstadt Briey

Bergheim unterhält Städtepartnerschaften mit Chauny in Frankreich und Andenne in Belgien. Regelmäßig besuchen Bergheimer Schüler die beiden Partnerstädte und umgekehrt. Zu einer Tradition hat sich die Austragung des ABC-Sportfestes entwickelt, das im jährlichen Wechsel in einer der drei Partnerstädte stattfindet. (ABC steht hier für Andenne-Bergheim-Chauny.)

Der Stadtteil Niederaußem unterhält seit 1958 partnerschaftliche Beziehungen zu Briey in Lothringen (Frankreich).

Flugzeugpatenschaft[Bearbeiten]

Am 16. September 2008 wurde ein Airbus 321-200 der Lufthansa auf den Namen „Bergheim“ getauft. Die Kreisstadt Bergheim ist die 54. Stadt aus Nordrhein-Westfalen, die eine Flugzeugpatenschaft übernommen hat. Taufpatin war die Bürgermeisterin Maria Pfordt. Außerdem hat Bürgermeisterin Maria Pfordt 2006 die neugekaufte ASK 21 des Luftsportclub Erftland auf den Namen „Stadt Bergheim“ getauft.[8]

Wappen, Banner und Flagge[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau eine silberne (weiße) ringförmige Stadtbefestigung, begrenzt von je einem dreizinnigen Turm mit zwei schwarzen Fensteröffnungen, unten und oben je eine dreizinnig überbrückte Toröffnung mit schwarzem Fallgatter, jeweils mit zinnenbesetzter Mauer mit den Seitentürmen verbunden, die untere Stadtmauer vorn und hinten je zwei Fensteröffnungen; in der Mitte belegt mit einem kleinen goldenen (gelben) Schild, darin ein schwarzer, steigender rotbewehrter und -bezungter Löwe.“

Die Stadt Bergheim führt ein Wappen, ein Siegel und eine Flagge (Banner und Hissflagge). Die Abdrucke und die Beschreibungen sind als Anlage 2 - 5 der Hauptsatzung beigefügt. Das Stadtwappen hat seinen Ursprung in einem Schöffensiegel aus dem 14. Jahrhundert. Es zeigt die Stadtmauer mit Türmen und Toren der alten Stadt, die seit 1317 Stadtrechte besitzt. Der schwarze Löwe steht für die frühere Zugehörigkeit zum Herzogtum Jülich.

Flagge[Bearbeiten]

Als Banner: „Die Stadt Bergheim führt ein Banner mit den Farben "Gelb-Schwarz" mit dem Stadtwappen im Mittelfeld.“ Als Hissflagge: „Die Stadt Bergheim führt eine Stadtflagge mit den Farben "Gelb-Schwarz" mit dem Stadtwappen im Mittelfeld.“[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Schloss Paffendorf

Bauwerke[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler[Bearbeiten]

Die Liste der Baudenkmäler in Bergheim enthält die denkmalgeschützten Baudenkmäler auf dem Gebiet der Stadt Bergheim in Nordrhein-Westfalen (Stand: April 2010). Grundlage für die Aufnahme ist das Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalens (DSchG NRW).

Schlösser und Burgen[Bearbeiten]

Höfe und Anwesen[Bearbeiten]

  • Gut Meulshof (Niederaußem)
  • Gut Groß-Mönchshof (Rheidt)
  • Gut Klein-Mönchhof (Niederaußem)
  • Haus Wiedenau, (Ahe)
  • Millianshof (Rheidt)
  • Gut Asperschlag (Niederaußem)
  • Ordenshof in Auenheim
  • Windmühle Büsdorf
  • Gut Neuhof (Glessen)
  • Broichshof (Glessen)
  • Gestüte Schlenderhan und Pliesmühle (Quadrath-Ichendorf)

Sakralbauten[Bearbeiten]

Übrige Denkmäler und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Jüdische Friedhöfe[Bearbeiten]

  • Alter Friedhof am Knüchelsdamm: 18 Jahrhundert (1804 erweitert) bis 1862. 1818 von der jüdischen Gemeinde erworben, kam der alte Bergheimer Friedhof in zwei Schritten 1938 und 1942 in Besitz der Stadt Bergheim. Vor dem Zweiten Weltkrieg sollen sich auf der Begräbnisstätte noch 15 Grabsteine befundenen haben, drei davon sind auf den neuen Friedhof an der Bethlehemer Straße gebracht worden, der Verbleib der übrigen Steine ist ungeklärt. Bei Bauarbeiten am Knüchelsdamm wurden 1980 sieben Grabstätten gefunden. Ungefähr 8o Grabstätten sollen sich noch auf dem alten Friedhof befinden.
  • Neuer Friedhof Bethlehemer Straße: 1862–1933, 52 Grabsteine
  • Friedhöfe in Glesch, Glessen, Paffendorf sind unter den jeweiligen Ortsteilen beschrieben.[14]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Mit dem Kultur- und Medienzentrum Medio.Rhein.Erft besitzt Bergheim ein modernes Veranstaltungszentrum.

In Bergheim und seinen Stadtteilen hat sich ein reges Brauchtum, vor allem durch Karnevals- und Schützenvereine repräsentiert, erhalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Geschichte der Braunkohleindustrie[Bearbeiten]

Die Stadt Bergheim blickt auf eine langjährige Tradition im Braunkohlenbergbau zurück.

Vor allem in den heutigen Stadtteilen Niederaußem und Oberaußem spielte der Bergbau eine wichtige Rolle. Das Kraftwerk Niederaußem sowie der Kohleveredlungsbetrieb Fortuna-Nord zeugen davon.[15]

Entstehung[Bearbeiten]

Die Braunkohle entstand innerhalb des Tertiärs in einem Zeitraum von vor 25 bis vor etwa 5 Millionen Jahren. In dieser Zeit der Erdgeschichte befand sich am Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges ein Sedimentationsraum, der sich in den letzten 30 Millionen Jahren fast kontinuierlich absenkte. Daher ist die Geologie der Niederrheinischen Bucht heute gekennzeichnet durch Ablagerungen der Nordsee als auch Sand und Kies aus Flüssen, welche diese Senke durchflossen. In weiten Zeitabschnitten konnte sich eine subtropische Wald- und Moorvegetation ausbreiten, auch begünstigt durch umfangreiche Grundwasservorkommen. Organisches Material, das im Wasser unter Luftabschluss geriet, vermoderte nicht mehr. Es wurde durch das Wasser luftdicht abgeschlossen, so dass sich Torf bilden konnte. Dank anhaltender Absenkung des Rheinlandes entstanden mächtige Torfschichten. Im Raum Bergheim erreichte der Torf Mächtigkeiten bis zu 270 Metern (die sogenannte Hauptflöz-Gruppe).

Im Laufe der Jahrmillionen wurde das Klima kälter. Viel Wasser wurde in den Kaltzeiten in Gletschern gebunden, so dass der Meeresspiegel weltweit sank. Die Nordsee zog sich aus dem Rheinland gen Norden in die Niederlande zurück. Über den Torfschichten lagerten Flüsse wie der Rhein, die Rur und die Maas vor allem Sande und Kiese ab. Dadurch verdichtete sich der Torf und gab Wasser ab. Unter dem Druck der Ablagerungen entstand durch Inkohlungsprozesse die heutige Braunkohle. Durch vier Eiszeiten erhielt das Rheinland sein heutiges Aussehen. Die typischen Pflanzen aus der Braunkohlezeit wurden – soweit sie das heutige gemäßigte Klima tolerieren – in einem Lehrpfad im Park des Schlosses Paffendorf, dem Informationszentrum Braunkohle des Unternehmens RWE Power, angepflanzt.

Erste Braunkohlenfunde[Bearbeiten]

Die „fertige Braunkohle“ und ihre Brennbarkeit erkannten wohl die Römer zuerst. Bei dem Bau einer Wasserleitung bei Frechen müssen sie in geringer Tiefe auf die Kohle gestoßen sein. Dabei kam es wohl auch zum ersten dokumentierten Flözbrand in der Geschichte des Rheinischen Reviers. Gefördert wurde die Kohle von den Römern nicht.

Auch im Mittelalter wurde Braunkohle abgebaut. Man benutzte sie aber meist nur als Kölnische Umbra, als Farbe.

Erst zum Ende des 17. Jahrhunderts bemerkten Arbeiter aus der Keramik-Industrie zwischen Bonn und Frechen, dass die „schwarze Erde“, die sie in den Tongruben über den Tonschichten fanden, brennen konnte. Die ersten kleinen Gruben entstanden im Südrevier bei Brühl und Hürth.

Braunkohleabbau in Bergheim[Bearbeiten]

Im Bereich der Ortschaft Niederaußem entstanden erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ersten Gruben. Der Niederaußemer Landwirt Meul stieß bei Arbeiten auf einem Feld bei Oberaußem auf Kohle und eröffnete daraufhin die erste Grube. Kurze Zeit später waren auch die ersten Bergschäden zu beklagen, das alte Schloss Schlenderhan bei Quadrath-Ichendorf stürzte zusammen.

1870 muss Meul die Grube verkaufen, neuer Besitzer wurde Simon von Oppenheim, dem auch die Nachbargrube Schlenderhan bei Quadrath gehörte.

Ein Jahr nach dem Grubenkauf hielt eine große Neuerung Einzug in die Grube. Der Abraum und die Kohle wurden auf Wagen geladen und diese über eine Seilwinde aus dem Tagebau gezogen. 1882 ging die erste Brikettfabrik mit sieben Pressen in Betrieb. Oppenheims Sohn Eduard übernahm nach dem Tod des Vaters die Geschäftsführung und legte die Gruben Schlenderhan, Urwelt und Fortuna zusammen. Kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Gewerkschaft Fortuna gegründet, ein Zusammenschluss mehrerer Grubenbesitzer. Zur gleichen Zeit ging bei Oberaußem die Brikettfabrik Fortuna I in Betrieb. Nur ein Jahr später, im Jahr 1900, begannen schon die Arbeiten für eine zweite Fabrik, die schon ein Jahr später produzierte. Jährlich konnten hier 210.000 Tonnen Briketts hergestellt werden.

Auf dem Weg zur Großindustrie[Bearbeiten]

Die Brikettfabrikation rückte in den folgenden Jahren in den Hintergrund. Braunkohle wurde jetzt zur Elektrizitätserzeugung genutzt.

Die Stadt Köln wuchs um die Jahrhundertwende stetig und brauchte Strom. Daher wurde zwischen 1910 und 1912 das erste Kraftwerk Fortuna errichtet.

Nach Ende der Bauarbeiten lieferte Fortuna I 32 Megawatt Strom. Gute zehn Jahre später nahm auch Kraftwerk Fortuna II den Betrieb auf. Im Jahre 1941 erhielt die Großindustrie auch Einzug in Niederaußem und Auenheim. Die Brikettfabrik Fortuna-Nord, heute Kohleveredlungsbetrieb Fortuna-Nord, auf der Ortsgrenze zwischen Niederaußem und Auenheim begann mit der Produktion.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Ehemaliger Tagebau Fortuna Garsdorf

Im Zweiten Weltkrieg waren die Industrieanlagen mehrfach Ziel alliierter Luftangriffe. Trotz Schäden konnte ab Dezember 1945 auf Fortuna wieder Strom produziert werden.

In den nachfolgenden Jahren ging es wieder aufwärts. 1955 entstand der erste Großtagebau im Rheinischen Braunkohlerevier, der Tagebau Fortuna-Garsdorf. Über Jahre hinweg war Garsdorf der größte Tagebau der Welt. Hier setzte die RAG und später die Rheinbraun modernste Fördergeräte ein.

Dies bedeutete aber auch die Umsiedlung der Orte Garsdorf, Frauweiler und Wiedenfeld. Die Wiedenfelder fanden in Bergheim-Mitte ihre neue Heimat. Frauweiler und Garsdorf wurden in (Bedburg-)Rath neu aufgebaut.

Am Standort Fortuna kam in den fünfziger Jahren noch ein weiterer Kraftwerkteil hinzu. Die Brikettfabriken wurden stillgelegt und abgerissen.

Durch den steigenden Strombedarf begannen 1961 die Arbeiten für das Kraftwerk Fortuna IV, allerdings nicht am Standort Fortuna, was man aus dem Namen schließen könnte, sondern in Niederaußem. In den siebziger Jahren wurde der Aufschluss des Tagebaus Bergheim angekündigt, damit verbunden war die Stilllegung der drei Fortuna-Kraftwerke und die Umsiedlung des Ortes Fortuna.

In den achtziger Jahren kam das Ende der Braunkohleindustrie in Bergheim. Die Ortschaft Fortuna verschwand und am 22. Dezember 1988 ging das Kraftwerk Fortuna endgültig vom Netz. 1989 begannen die Abbrucharbeiten.

Die letzten Jahre[Bearbeiten]

1993 wurde die letzte Kohle im Tagebau Fortuna-Garsdorf gefördert. Am 4. Juli 2002 war auch der Tagebau Bergheim ausgekohlt. Aus den ehemaligen Tagebauflächen entstanden und entstehen Naherholungsgebiete für die Anwohner der umliegenden Orte.

1997 begannen am Kraftwerk Niederaußem die Arbeiten für den neuen BoA-Block mit einer Leistung von 950 Megawatt. Im Sommer 2002 nahm der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder bei einer Feierstunde das Braunkohlekraftwerk mit optimierter Anlagentechnik in Betrieb.

Die Kohle wird durch RWE-eigene Bahnlinien, der Hambachbahn, aus dem Tagebau Hambach und der Nord-Süd-Bahn (Garzweiler) aus dem Tagebau Garzweiler herangeschafft.

Derzeit plant RWE und die Rheinbraun-Nachfolgegesellschaft RWE Power weitere Kraftwerksblöcke in Niederaußem und Neurath. Allerdings kritisieren die Bewohner der anliegenden Dörfer die starke Verschattung und die Emissionen durch die Erweiterung. Mit Hilfe der Bürgerinitiative BigBEN will man statt Konzentration der BoA-Blöcke Verteilung auf mehr Standorte erreichen.

Information: Am Informationszentrum Schloss Paffendorf beginnt auch die Themenstraße Straße der Energie, die die wichtigsten und modernsten Bereiche der Braunkohlenindustrie und der Rekultivierung des Reviers zusammen mit Windenergie und Photovoltaik in Stationen vorführt.

Wirtschaft (aktuell)[Bearbeiten]

Kraftwerk Niederaußem

Bergheim hat eine überdurchschnittliche Kaufkraft und bietet über 22.000 Arbeitsplätze. Größter Arbeitgeber im Gebiet ist die RWE Power AG. Sie betreibt den Braunkohleabbau in der Umgebung und ist der größte Energieversorger in NRW.

Das Martinswerk in Quadrath-Ichendorf wurde 1913 als Tochtergesellschaft der Aluminium Industrie-AG (der späteren Alusuisse) gegründet. Im Martinswerk wurde für die Aluminiumhütten der AI AG das nötige Aluminiumoxid, auch Hüttentonerde genannt, hergestellt. Da für die Produktion große Mengen Dampfkraft nötig waren, fiel die Standortwahl auf Bergheim, da es im Herzen des rheinischen Braunkohlereviers liegt. Das Martinswerk zählt heute zu den weltweit bedeutenden Anbietern von chemischen Spezialprodukten auf der Basis von Aluminiumhydroxid und Aluminiumoxid.

Zwischen 1997 und 2002 wurde im Ortsteil Niederaußem am bestehenden Kraftwerk Niederaußem ein weiterer Kraftwerksblock gebaut. Dabei waren bis zu 2000 Arbeiter in Bergheim beschäftigt. Die Bausumme von 1 Mrd. Euro war seinerzeit die größte Einzelinvestition in Nordrhein-Westfalen.

Verkehr[Bearbeiten]

Ein Zug der Erft-Bahn im Bahnhof Bergheim
B 477, Niederaußem

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Durch Bergheim verläuft eine Eisenbahnstrecke (KBS 481) von Neuss nach Horrem (an der Hauptstrecke Köln-Aachen). Die Strecke wird durch die RB38 Erft-Bahn (Köln/Horrem–Bergheim–Bedburg–Grevenbroich–Neuss–Düsseldorf) bedient. Der Betrieb erfolgt durch die DB Regio NRW GmbH.

Busverkehr[Bearbeiten]

  • Am Bergheimer Busbahnhof laufen Buslinien der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft aus Bedburg und Erftstadt-Liblar (Linie 975), Rommerskirchen (Linie 971), Köln-Weiden (Linien 961 und 963), Hürth (Linie 960), Horrem (Linien 960 und 975), Buir (Linie 939), Elsdorf (Linien 940 und 963) und Titz-Rödingen (Linie 963) zusammen
  • Der Busbahnhof ist außerdem Endhaltestelle derLinie 922 Bergheim–Kerpen der Firma Tirtey.
  • Die Nachbarstadt Pulheim wird nur aus den nördlichen Stadtteilen (z. B. Niederaußem) umsteigefrei mit der Buslinie 970 erreicht.
  • Den Ortsverkehr in Bergheim-Mitte, Kenten und Quadrath-Ichendorf übernimmt zudem die Stadtverkehrslinie 969 (nur Montag bis Freitag von 9 bis 11:30 Uhr und 14 bis 17 Uhr)
  • Im Schülerverkehr finden zudem viele zusätzliche Fahrten unter Liniennummer 923, zu den in der Nähe der weiterführenden Schulen liegenden Haltstellen statt
  • Ein Anrufsammeltaxisystem ergänzt dieses Angebot.

Straßenanbindung[Bearbeiten]

  • Bergheim ist direkt mit der Bundesautobahn 61 verbunden, die vom Hockenheimring bei Speyer über Koblenz nach Venlo führt. Die A 61 ist über das Autobahnkreuz Kerpen mit der A 4 verbunden.
  • Auch die Bundesstraßen 55 und 477 laufen durch Bergheimer Stadtgebiet. Ergänzt wird das Straßennetz durch zahlreiche Land- und Kreisstraßen.

Radwege[Bearbeiten]

Die Stadt ist an mehrere Radwanderwege angeschlossen:

Medien[Bearbeiten]

Fernmeldeturm in Kenten

Der Kölner Stadt-Anzeiger und die Rhein-Erft-Rundschau (Kölnische Rundschau) sind mit jeweils einer Lokalredaktion in Bergheim vertreten, die werktags über das Geschehen in der Kreisstadt berichten. Mittwochs erscheint die Werbepost und samstags erscheint die Sonntagspost. Beide Blätter sind kostenlos und werden durch Werbung finanziert.

Einmal im Monat erscheint kostenlos das Anzeigenblatt „Shopping News“ in Bergheim, Bedburg, Elsdorf sowie in Kerpen.

Der lokale Radiosender Radio Erft mit Standort Wesseling und Sendeanlagen auf dem Colonius in Köln informiert über Bergheim und die Städte des Rhein-Erft-Kreises.

Über wichtige Ereignisse wird in der „Kölner Lokalzeit“ des WDR-Fernsehens und in den Regionalnachrichten von WDR 2 berichtet.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Bibliotheken[Bearbeiten]

Bergheim, Medio.Rhein.Erft

Die Stadt Bergheim verfügt über mehrere Bibliotheken und Büchereien. Die größte und modernste ist die Stadtbibliothek im Zentrum von Bergheim. Sie wurde nach dem Umzug in das Medio.Rhein.Erft im Juni 2004 neu eröffnet.

Weitere ehemals städtische Büchereien sind mittlerweile in die Trägerschaft von Schulen und andere Institutionen übergegangen. Die ehemalige Stadtbücherei Niederaußem/Oberaußem wird von der Albert-Einstein-Realschule und dem Stadtteilforum Oberaußem betrieben. In Quadrath-Ichendorf führt die Gesamtschule Regie und in Ahe betreuen Bürger aus dem Ort die Einrichtung ehrenamtlich.

Neben der städtischen Bibliothek und den teilöffentlichen Büchereien in den Stadtteilen betreiben die katholischen Kirchengemeinden in den meisten Ortsteilen ebenfalls öffentliche Büchereien.

Schulen[Bearbeiten]

Bergheim verfügt über 12 Grundschulen, zwei Gymnasien (Erftgymnasium und Gutenberg-Gymnasium Bergheim) in der Stadtmitte, zwei Realschulen in Oberaußem und Bergheim sowie eine Gesamtschule in Quadrath-Ichendorf und zwei Hauptschulen.

Im Stadtteil Niederaußem befindet sich noch eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen für Kinder mit Lernbehinderung.

Die örtliche Volkshochschule (VHS) bietet zahlreiche Lernangebote für Erwachsene und an der Abendschule Bergheim können die verschiedenen Schulabschlüsse nachgeholt werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Bergheim hat folgende Ehrenbürger, die sich in den nebenstehenden Funktionen um die Stadt verdient gemacht haben:

  • Willi Abts, Mitglied des Rates der Stadt Bergheim und stellv. Bürgermeister
  • Rudi Bittner, Mitglied des Rates der Stadt Bergheim, Mitglied des Kreistages des Erftkreises und 1. Ortsvorsteher von Quadrath-Ichendorf
  • Peter Giesen, Mitglied des Rates der Stadt Bergheim und Ortsvorsteher von Ahe
  • Klaus Gülden, Mitglied des Rates der Stadt Bergheim und Ortsvorsteher von Auenheim
  • Richard Kasper, Landtagsabgeordneter, Bürgermeister der Gemeinde Quadrath-Ichendorf und Landrat des Kreises Bergheim
  • Rolf Kremer, Mitglied des Rates der Stadt Bergheim und Ortsvorsteher von Niederaußem
  • Hubert Orth, Mitglied im Rat der Stadt Bergheim
  • Willi Schmitt, Mitglied des Rates der Stadt Bergheim und ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Bergheim
  • Alfred Timm, Verdienste um die Städtepartnerschaft Bergheim-Chauny
  • Willi Weck, Mitglied des Rates der Stadt Bergheim und Ortsvorsteher von Oberaußem
  • Peter Weitz, Mitglied des Rates der Stadt Bergheim und Ortsvorsteher von Glesch
  • Hans Wolle, Mitglied im Rat der Stadt Bergheim, Bürgermeister der früheren Gemeinde Niederaußem

Traditionell werden Mitglieder des Stadtrates, die seit 30 Jahren in diesem Gremium tätig sind, mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet.

Persönlichkeiten, die hier gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Peter Bongartz, Schauspieler, lebt schon viele Jahre in Bergheim.
  • Günter Grass: Der Schriftsteller lebte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges einige Jahre in Bergheim-Oberaußem. In seinem Roman Die Blechtrommel (1959) lässt er seinen Helden Oskar Matzerath vom Oberaußemer Friedhof aus die Erftlandschaft betrachten, vor allem das „zischende, immer explodieren wollende Kraftwerk Fortuna Nord“.
  • Wilhelm Hoffsümmer: Der Paffendorfer Pfarrer Wilhelm „Willi“ Hoffsümmer veröffentlichte zahlreiche Bücher, darunter Nikos Traum (1983) und Gott ist mit David (1986).
  • Der Bildhauer Heinz Klein-Arendt, der 1916 in Köln geboren wurde, lebte und arbeitete von 1971 bis zu seinem Tod am 15. Juli 2005 im Bergheimer Stadtteil Oberaußem. Er gestaltete unter anderem 1980 die Bleiglasfenster der Erlöserkirche in Niederaußem und schuf verschiedene Skulpturen und Plastiken für den öffentlichen Raum, wie 1981 eine Figurengruppe für den Hubert-Rheinfeld-Platz in der Bergheimer Innenstadt.
  • Der Maler und Kunstprofessor Dieter Krieg, der 1937 in Lindau am Bodensee geboren wurde, lebte in den letzten Jahren bis zu seinem Tod am 26. November 2005 im Bergheimer Stadtteil Quadrath-Ichendorf. Er war ein Hauptvertreter des figurativen Expressionismus. 1978 vertrat er Deutschland bei der Biennale in Venedig.
  • Axel Kutsch veröffentlichte Lyrik-Anthologien, in denen neben weniger bekannten Poeten auch Büchner-Preisträger wie Durs Grünbein, Ernst Jandl und Hans Magnus Enzensberger zu Wort kommen. Sowohl seine Anthologien als auch seine Gedichtbände (u. a. Einsturzgefahr, 1997, Wortbruch, 1999, Ikarus fährt Omnibus, 2005) fanden positive Resonanz. Außerdem hat Axel Kutsch, der in Bergheim-Ahe lebt, mehrere regionale Lesebücher ediert.
  • Kay Löffler, norddeutscher Schriftsteller, lebte zwischen 1987 und 1992 in Bergheim-Niederaußem. Das dortige Kohlekraftwerk und die Umweltproblematik der Region inspirierten ihn zu seinem Roman Dorf der Wolkenmacher.
  • Rupert Mayer hat bisher mehrere Bücher publiziert (u. a. die Lyrikbände Gewisse Menschen, 1984, und Entlaubte Zeit, 1986).
  • Gynter Mödder: Bergheim-Glessen ist der Heimatort des Nuklearmediziners Gynter Mödder, von dem neben Sach- und Fachbüchern die Romane Tiefgang, der Mäusephilosoph (1986), Laßt mich leben! (1996) und Gullivers fünfte Reise (2005) erschienen sind.
  • Karl Rovers: Der ehemalige Schulleiter aus Quadrath-Ichendorf veröffentlichte den Gedichtband Chile im Netzwerk (1988), ein Kinderbuch und mehrere Sachbücher.
  • Der Fußballspieler Lukas Podolski wuchs in Bergheim auf, spielte ab 1991 in der Jugendmannschaft des FC Jugend 07 Bergheim. 1995 wechselte er zur D-Jugend des 1. FC Köln; dort wurde er später auch Profi-Spieler. Im Jahr 2006 wurde er zum besten Nachwuchsspieler der Fußball-Weltmeisterschaft gewählt. Seit der Saison 2006/07 spielte er beim FC Bayern München. 2009 kehrte er wieder zum 1. FC Köln zurück und verbesserte sich 2012 zum FC Arsenal.
  • Der Tänzer, Ballettmeister und Tanzpädagoge Peter Roleff wurde 1906 in Quadrath-Ichendorf geboren. Er starb 1994 in Neubeuern/Oberbayern. Roleff hatte unter anderem Engagements an der Städtischen Oper Berlin, in Augsburg, Duisburg, Bonn und Wiesbaden. Außerdem wirkte er in den Filmen Der Kongreß tanzt, Kleider machen Leute und Die Post geht ab mit. 1960 wurde im Deutschen Fernsehen sein Ballett Diana Sorpresa (Musik Harald Banter) gesendet.
  • Michael Schumacher, Formel-1-Rennfahrer und siebenfacher Weltmeister, besuchte die Geschwister-Scholl-Realschule in Bergheim und lebte in seiner Kindheit einige Jahre in Niederaußem und in Quadrath-Ichendorf, wo er auch Kindergarten und Grundschule besuchte.
  • Manfred Stock, Fliesteden (1970–95) war 22 Jahre lang Vorsitzender des NABU Rhein-Erft-Kreis. Er erhielt 1986 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
  • Henner Voss schrieb in Bergheim sein Buch Vor der Reise – Erinnerungen an Bernward Vesper (2005). Darin schildert er seine Freundschaft mit dem Lebensgefährten von Gudrun Ensslin in den Jahren 1961 bis 1965. Voss hat außer seinem Erinnerungsbuch Reportagen, Autorenporträts und Geschichten veröffentlicht. Seine Erzählung Lukas wurde 1985 verfilmt.
  • Lukas Sinkiewicz, (* 1985), deutscher Fußballprofi bei VfL Bochum zuvor beim 1.FC Köln und Bayer 04 Leverkusen
  • Christian Müller, (*1938), deutscher Fußballprofi bis 1966, beim 1. FC Köln und Karlsruher SC, wohnte in Rheidt
  • Christian Breuer, (*1939), deutscher Fußballprofi bis 1962, beim 1. FC Köln und Alemannia Aachen, wohnte in Fliesteden
  • Silvia Sommerlath, heutige Königin von Schweden, wohnte kurzzeitig bei Ihrer Oma in Niederaußem

Literatur[Bearbeiten]

  • zu den Baudenkmälern in den Ortsteilen Bergheims:
    • Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz (Hrsg.): Das Rheinische Braunkohlengebiet. Eine Landschaft in Not, Neuss 1953.
    • Annaliese Ohm, Albert Verbeek: Die Denkmäler des Rheinlandes. Kreis Bergheim. Düsseldorf 1971, ISBN 3-508-00186-5.
    • Hans Erich Kubach, Albert Verbeek: Romanische Kirchen an Rhein und Maas. Rheinischer Verein für Denkmalpflege, Neuß 1971, S. 336 und Abb. 139.
    • Hermann Hinz: Archäologische Funde und Denkmäler des Rheinlandes. Band 2: Kreis Bergheim. Düsseldorf 1969.
    • Pfarrgemeinderat von St.Remigius (Hrsg.): St. Remigius Bergheim/Erft 1175–1975. Bergheim 1976.
    • 175 Jahre Gnadenbild in St.Remigius, Bergheim. Bergheim 1978 (darin Literaturangaben).
    • Richard Klapheck: Die Baukunst am Nieder-Rhein. Band 2. Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, A. Bagel, Düsseldorf 1915/16, S. 83 und Abb. 8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. LAV NRW, Abteilung Rheinland, Jülich-Berg I, 1286.
  3. LAV NRW, Abteilung Rheinland, Jülich-Berg I, 327.
  4. LAV NRW, Abt. Rheinland, Jülich-Berg, Lit. n. 607.
  5.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  6.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 185.
  7. Kommunalwahlen 2009: Stadt Bergheim
  8. Foto. segelflug.de. Abgerufen am 3. Juni 2012.
  9. Hauptsatzung der Stadt Bergheim, § 4. Abgerufen am 27. Dezember 2012.
  10. Rhein-Erft-Kreis (Hrsg.):Museen und Privatsammlungen an Rhein und Erft, 2.Aufl. 2009, Seite 14f
  11. Bernd Imgrund, Nina Osmers: 111 Orte im Kölner Umland, die man gesehen haben muss, Verlag Emons, Köln, 2010, ISBN 978-3-89705-777-7, (Ort 6)
  12. Das Bergbaumuseum - Kreisstadt Bergheim
  13. Offizielle Seite des Museumsvereins (Träger)
  14. Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland – Sammlungen: Friedhofsdokumentation. uni-heidelberg.de. Abgerufen am 3. Juni 2012.
  15. vergleiche zum Folgenden: Ulrich Reimann: Oberaußem – Fortuna und die Braunkohle. stadtteilforum-oberaussem.de. Dezember 2006. Abgerufen am 3. Juni 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien