Bergheim (Oberbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bergheim
Bergheim (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bergheim hervorgehoben
48.76666666666711.266666666667389Koordinaten: 48° 46′ N, 11° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Neuburg-Schrobenhausen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Neuburg an der Donau
Höhe: 389 m ü. NHN
Fläche: 28,95 km²
Einwohner: 1864 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86673
Vorwahl: 08431
Kfz-Kennzeichen: ND, SOB
Gemeindeschlüssel: 09 1 85 118
Gemeindegliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 9
86673 Bergheim
Webpräsenz: www.gemeinde-bergheim.de
Bürgermeister: Tobias Gensberger (Dorfgemeinschaft Bergheim)
Lage der Gemeinde Bergheim im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
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Bergheim ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Neuburg an der Donau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Bergheim (mit der Einöde Hennenweidach), Unterstall und Attenfeld (mit dem Igstetter Hof).

Geschichte[Bearbeiten]

Vor- und Frühentwicklung[Bearbeiten]

Die ersten Ansiedlungen stammen aus der Mittel- und Jungsteinzeit (8000 bis 1800 v. Chr.). Dies belegen Funde bei Attenfeld wo Siedlungsgruben, Keramik, ein Steinbeil und Scherben freigelegt wurden. Ausgrabungen von 1949 zeigen, dass auch in Bergheim zur Jungsteinzeit (4000 bis 2000 v. Chr.) eine Siedlung vorhanden war. Ein Hockergrab und Siedlungsgruben aus der Frühbronzezeit (1800 bis 1600 v. Chr.) wurde am „Geißbuck“ (Steinbruch) freigelegt.

Die Gemeinde Bergheim[Bearbeiten]

Die jetzige Gemeinde Bergheim liegt sieben Kilometer nordöstlich von der Kreisstadt Neuburg an der Donau, an der Straße die von Neuburg nach Ingolstadt führt. Sie wurde durch den Zusammenschluss der drei ehemals selbstständigen Gemeinden Attenfeld (mit Igstetter Hof), Bergheim (mit Hennenweidach) und Unterstall (mit Straßwirt) am 1. Mai 1978 neu gebildet.[2]

Verwaltungsgemeinschaft Neuburg an der Donau[Bearbeiten]

Die Verwaltungsgemeinschaft mit Sitz in Neuburg an der Donau besteht aus den Gemeinden Bergheim und Rohrenfels. Mit Einrichtung dieser Verwaltungsgemeinschaft zum 1. Mai 1978 konnte die politische Selbstständigkeit beibehalten werden, da beide Gemeinden die geforderte Mindestgröße von 1.800 Einwohnern pro Gemeinde nicht erreichten. Anfangs gehörten zur Verwaltungsgemeinschaft auch die Gemeinden Oberhausen und Weichering, die auf ihren Antrag entlassen wurden und eigene Verwaltungen einrichteten.

Bergheim[Bearbeiten]

Der Ort Bergheim, als größter der Gemeinde, wurde bereits um 1182/1195 erstmals urkundlich erwähnt, aufgrund der Einweihung der Kirche durch den Bischof Otto von Eichstätt.

Der Ortsname kommt von der Bezeichnung „Perkhaimb“, was in etwas „Heim am Berge“ bedeuten sollte. Allerdings liegt die Ortschaft zum einen wirklich auf einigen kleinen Hügeln - die damit schon den leichten Anstieg des Juragebietes in den Norden hinauf andeuten, zum anderen liegt sie direkt an der Donau, und grenzt damit direkt an große Ebene des Donaumooses.

Seit jeher gehörte Bergheim zur nahe liegenden Stadt Neuburg an der Donau und teilte damit über Jahrhunderte hinweg das Schicksal des pfalz-neuburgischen Landvogtamtes.

Aus der neuzeitlichen Geschichte des Ortes ist zu bemerken, dass bereits im Jahre 1899 eine ständige Postomnibusverbindung der Ortschaften Ingolstadt-Gerolfing-Dünzlau-Irgertsheim-Bergheim eingerichtet wurde, die ihre Zulaufstelle in der Postagentur der Brauerei Speth hatte.

Im Jahre 1922 und über die folgenden Jahre hinweg erfolgte in Bergheim die Erschließung der Bauernhöfe an die Elektrizität. Der Anschluss an die Kanalisation wurde in den Jahren 1971 bis 1974 durchgeführt, wobei in diesem Zuge auch der vollständige Ausbau der Straßen erfolgte.

Unterstall[Bearbeiten]

Der Ort liegt in einer Senke, ist an drei Seiten von den Juraausläufern umgeben und ist im Südosten von der Donau begrenzt. Zur Entstehung des Ortsnamens gibt es zwei Versionen, die eine leitet Unterstall von „Unterer Burgstall“ ab, die andere Version besagt, dass der Name von dem germanischen Wort „stal“ abgeleitet wird, was so viel wie „untere Wohnstätte“ bedeutet und als Erklärung auch wahrscheinlicher ist. Urkundlich ist Unterstall erstmals 1179 als Besitz des Eichstätter Domkapitels erwähnt.

Attenfeld[Bearbeiten]

Attenfeld ist der kleinste Gemeindeteil, auf drei Seiten von Wäldern umgeben, idyllisch in den sanften Hügeln und Ausläufern des Fränkischen Jura gelegen. Zur Entstehung des Namens Attenfeld gibt es zwei Versionen, die eine leitet den Namen von „Odinsfeld“, also das Feld des Odin, die andere Version von „Attafeld“, der Väter Feld ab. Welche letztendlich richtig ist, dürfte kaum noch zu beweisen sein. Urkundlich wurde Attenfeld erstmals im Urbar des Marschalls von Pappenheim 1214 unter dem Namen Attenvelt genannt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl 2014 Tobias Gensberger (Dorfgemeinschaft Bergheim); er setzte sich gegen Michael Hartmann (CSU) durch. Dieser stand seit 2008 an der Spitze der Gemeinde.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder. Bei der Kommunalwahl 2014 erreichte die Dorfgemeinschaft Bergheim 6 Sitze, die CSU und die Wählergruppe BGU erhielten jeweils 3 Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Seit 1982 wurde der Gemeinde Bergheim ein Wappen genehmigt.

Blasonierung: „Über einen mit einem blauen Wellenbalken belegten silbernen Dreiberg durch eine silberne Turnierlanze gespalten von Rot und Schwarz, vorne ein goldener Bischofsstab, unten beseitet von zwei abgewandten goldenen Pflugscharen, hinten ein doppelschwänziger, rotgekrönter, rotbewehrter und rotgezungter goldener Löwe.“

Kirche St. Mauritius mit der südöstlich im ummauerten Friedhof stehenden Marienkapelle
Altöttinger Madonna in der Bergheimer Marienkapelle

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bergheim:

Hennenweidach:

  • St. Anna-Kapelle, 1910/12 anstelle einer Kapelle des 16. Jahrhunderts erbaut.

Unterstall:

  • Kirche St. Magnus, 1520 als Chorturmkirche errichtet, im 17. Jahrhundert zur Saalkirche umgebaut, aus dieser Zeit der barocke Deckenstuck; spätgotische Sakramentsnische; Altäre aus den späten 18. Jahrhundert, Kanzel aus dem 17. Jahrhundert, Holzfiguren aus dem 16. bis 18. Jahrhundert
  • Kapellen und Feldkreuze, Conler-Säule

Attenfeld:

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludwig Hartmann: Kleine Chronik von Unterstall
  • Rudolf Niessner: Chronik der Gemeinde Bergheim. Geschichte der Ortschaften Bergheim, Unterstall und Attenfeld. Bergheim 1989

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 602.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien