Bergisches Straßenbahnmuseum

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Bergische Museumsbahnen e. V. (BMB)
Das Depot an der Endhaltestelle Kohlfurter Brücke
Das Depot an der Endhaltestelle Kohlfurter Brücke
Streckenlänge: 3,2 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem: 650 V =
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ehem. Strecke von Solingen
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Solingen-Kohlfurth
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Kohlfurther Brücke (Wupper)
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heutiges Streckenende
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Depot/Kohlfurther Brücke
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Unterkohlfurth (Schulkohlfurth)
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Petrikshammer
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Friedrichshammer
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Kaltenbach
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Greuel derzeitige Endhaltestelle
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Möschenborn Reaktivierung in Vorbereitung
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ehem. Strecke von Wuppertal

Das Bergische Straßenbahnmuseum (BSM) ist ein Museum in Wuppertal-Kohlfurth, das sich dem Ziel verschrieben hat, an die zahlreichen und abwechslungsreichen Straßenbahnbetriebe im Bergischen Land zu erinnern. Betreiber ist der ehrenamtliche Verein „Bergische Museumsbahnen e. V.“, welcher aktuell einen der kleinsten Straßenbahnbetriebe der Welt unterhält.

Geschichte[Bearbeiten]

Schleiflok 610, Baujahr 1950, ehemals Bogestra-Bahn, beim Bergischen Straßenbahnmuseum in Wuppertal vor der zu diesem Zeitpunkt noch nicht renovierten Kohlfurther Brücke
Fahrzeuge in der Kohlfurth, hinten rechts das Depot

Anlass zur Einrichtung des Straßenbahnmuseums waren die immer weiter fortschreitenden Stilllegungen der Straßenbahnbetriebe im Bergischen Land. Die Straßenbahnen in und um Wuppertal ergaben mit zusammen über 300 km einst das viertlängste Straßenbahnnetz Deutschlands.

Die Linien wurden nach und nach auf den Betrieb mit Omnibussen umgestellt. Zunächst wurden die ausgedehnten Überlandstrecken zurückgebaut, schließlich wurden auch die Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal straßenbahnfrei. In Wuppertal fuhr die letzte Straßenbahn im Jahre 1987. Deshalb regte sich der Wunsch, an die Zeit der Straßenbahn im Bergischen zu erinnern. Schon 1969 gründete sich der Verein „Bergische Museumsbahnen e. V.“, welcher 1973 ein 3,2 km langes meterspuriges Streckenstück zwischen Wuppertal-Kohlfurth und Wuppertal-Cronenberg erwarb, das bis 1969 ein Teil der Überlandlinie 5 (Wuppertal–Solingen) gewesen war.

In den folgenden Jahren wurde die Strecke saniert. Neben mehreren hundert Metern neuer Schienen und einiger Kilometer neuen Kupferfahrdrahts wurde auch eine eigene Stromversorgung aufgebaut. Die Gleichrichterstation „Am Schütt“ wurde 1989 in Betrieb genommen, damit war wieder elektrischer Fahrbetrieb auf der Strecke möglich.

Das Betriebshofgelände entstand in der Kohlfurth, auf einem Gelände nahe der ehemaligen Haltestelle und in direkter Nähe zur 1893 erbauten Wupperbrücke. Zunächst wurden einige Abstellgleise erbaut, und noch in den 1970er Jahren begann man in Eigenarbeit mit dem Bau einer Werkstatt-, Abstell- und Ausstellungshalle, die 1989 im Rohbau fertiggestellt werden konnte. Somit war es erstmals möglich, den Großteil der Fahrzeugsammlung wettergeschützt unterzustellen.

Nachdem 1991 die Konzession erteilt wurde, auf dem sanierten Streckenstück bis zur Haltestelle Friedrichshammer einen Museumsbahnbetrieb einzurichten, wurde das Museum 1992 durch den damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau eröffnet. Für den Fahrbetrieb standen anfangs zwei Triebwagen zur Verfügung. Ein Jahr später konnte der Verein auch den weiteren Abschnitt bis zur Haltestelle Kaltenbach in Betrieb nehmen, seit 1997 fahren die Straßenbahnen bis zur derzeitigen Endhaltestelle Greuel. Zusätzlich konnte ein weiterer Triebwagen wieder in Betrieb genommen werden, auf den im Jahre 1999 zwei weitere betriebsfähige Triebwagen folgten.

Im Jahr 2006 konnte der Bau der Fahrzeughalle nach dem Einsetzen der letzten Bauelemente beendet werden, ein Werkstattanbau folgte 2008. In den Jahren 2005 und 2008 waren mehrere Fahrzeuge aus verschiedenen Anlässen außerhalb der Kohlfurth eingesetzt, zum 40-jährigen Vereinsjubiläum 2009 konnte schließlich die Aufarbeitung eines sechsten Triebwagens abgeschlossen werden.

Auf dem derzeit befahrbaren Streckenteil zwischen Kohlfurth und Greuel finden regelmäßige Straßenbahnfahrten an ausgewählten Sonn- und Feiertagen statt. Das Straßenbahnmuseum selbst kann auch außerhalb der Betriebstage am Wochenende besichtigt werden. Jährlich nutzen etwa 30.000 Besucher dieses Angebot, womit das Bergische Straßenbahnmuseum das am zweihäufigsten Besuchte Museum Wuppertals ist.

Museumstrecke[Bearbeiten]

Die Haltestelle Kaltenbach
Gtw an der Endhaltestelle Greuel

Die Museumsstrecke beginnt etwa 50 m östlich der Kohlfurther Brücke. Dort befindet sich das Depot mit den Ausstellungsfahrzeugen und einem Buchladen, der in einem Straßenbahnwagen untergebracht ist. Ein Ausziehgleis liegt bis zur Kohlfurther Brücke, dort endet heute die Strecke. Östlich des Depots windet sich die Strecke nach Süden, um dann nach einer 180°-Kurve dem Kaltenbachtal nach Norden zu folgen. Die derzeitige Endhaltestelle ist Greuel, eine Wiederinbetriebnahme des folgenden Stücks bis Möschenborn ist aber schon länger geplant. In Möschenborn ist als Streckenende eine doppelgleisige Endhaltestelle vorhanden.

Die Strecke überwindet einen Höhenunterschied von ca. 150 Metern, was bedeutet, dass eine durchschnittliche Steigung von 5 % zu bewältigen ist. Der größte Teil der Trasse durchquert ein Waldgebiet, ist also typisch für das ehemalige Überlandstraßenbahnnetz. Rein städtische Streckenabschnitte hat die Trasse dagegen überhaupt nicht aufzuweisen. Angefahren werden derzeit sechs der sieben Haltestellen.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Der ehemals Hagener Triebwagen 337 vor dem Depot in der Kohlfurth
Ein "echter" Wuppertaler ist der Triebwagen 105
Der ehemals Freiburger Triebwagen 406 kommt bei Baumaßnahmen zum Einsatz

Insgesamt besitzt der Verein 30 Straßenbahntrieb- (Tw) und Beiwagen (Bw) und einige Güter- (Gw) und Arbeitsloren. Fünf dieser Fahrzeuge kommen derzeit (Stand 2012) im laufenden Fahrgastbetrieb auf der Museumsstrecke zum Einsatz, ein Triebwagen ist langfristig verliehen und weitere zwei Trieb- und ein Beiwagen befinden sich in Aufarbeitung und sollen in den nächsten Jahren in den Fahrgastbetrieb zurückkehren. Für Wartungsarbeiten an der Strecke stehen drei Arbeitswagen (ATw) und zwei Loren betriebsfähig zur Verfügung, die übrigen Fahrzeuge sind zwar großteils fahrbereit, jedoch ohne Zulassung und im unrestaurierten Zustand abgestellt.

Wagennr. Hersteller mechanisch / elektrisch Baujahr Ursprungsbetrieb letzter Eigentümer bei BMB seit Zustand 2012
Tw 23 Uerdingen / AEG 1912 Städtische Straßenbahnen Hamborn DVG 2006 abgestellt
Tw 49 Weyer / AEG 1921 Stadtwerke Remscheid Stadtwerke Remscheid 1969 abgestellt
ATw 93 MAN/SSW 1920 Bergische Kleinbahnen WSW 1970 abgestellt
Tw 94 Gebr. Schöndorff / SSW 1928 Barmer Bergbahn privat, Hückeswagen 1996 im Einsatz
Tw 96 Waggonfabrik Fuchs 1948 BOGESTRA BOGESTRA 1976 im Einsatz, verliehen an BOGESTRA
Tw 105 Talbot 1927 Bergische Kleinbahnen WSW 1970 im Einsatz
Tw 106 Westwaggon / Siemens 1960 Stadtwerke Remscheid HEAG 1992 abgestellt
Tw 107 DÜWAG 1936 Rheinbahn ASEAG 1976 im Einsatz
Tw 113 Talbot / SSW 1927 Bergische Kleinbahnen WSW 1970 abgestellt
Tw 115 Uerdingen / SSW 1931 Bergische Kleinbahnen WSW 1970 abgestellt
Tw 120 Westwaggon / Kiepe 1949 Stadtwerke Remscheid privat, Hückeswagen 2014 abgestellt
Tw 128 MAN / SSW 1919 Bergische Kleinbahnen WSW 1970 abgestellt
Tw 141 Uerdingen / SSW 1928 Straßenbahn Ennepe WSW 1970 abgestellt
Tw 159 MAN 1925 Bergische Kleinbahnen WSW 1970 in Aufarbeitung
Tw 239 Van der Zypen & Charlier / SSW 1925 Barmer Straßenbahn WSW 1987 abgestellt
Tw 275 DÜWAG 1957 BOGESTRA BOGESTRA 1995 im Einsatz
Tw 323 DÜWAG 1956 Hagener Straßenbahn Hagener Straßenbahn 1975 Aufarbeitung über eine unbestimmte Zeit gestoppt
Tw 337 DÜWAG 1957 Hagener Straßenbahn Hagener Straßenbahn 1976 im Einsatz
Tw 342 DÜWAG 1952 Vestische Straßenbahnen Vestische Straßenbahnen 1979 abgestellt
ATw 402
(Schleifwagen)
Schörling / SSW 1952 Städtische Straßenbahnen Solingen Mülheimer VerkehrsGesellschaft 2009 in Aufarbeitung
ATw 406 Rastatt/SSW 1953 Freiburger Verkehrs AG Freiburger Verkehrs AG 2003 im Einsatz
Lok 601 WSW-Werkstatt / Siemens 1927/1932 Barmer Bergbahn Rheinbahn 1999 Denkmal
ATw 610
(Schleifwagen)
Seidlitz & Kuschmierz / Kiepe 1900/1950 BOGESTRA BOGESTRA 1990 abgestellt
ATw 628
(Turmwagen)
WSW-Werkstatt / Siemens-Schuckert 1912/1950 WSW WSW 1970 im Einsatz
ATw 683 Credé/AEG 1951 BOGESTRA BOGESTRA 1981 im Einsatz
Bw 131 DÜWAG 1956 Hagener Straßenbahn Hagener Straßenbahn 1976 in Aufarbeitung
Bw 195 DÜWAG 1955 Vestische Straßenbahnen Vestische Straßenbahnen 1979 abgestellt
Bw 399 MAN 1925 Bergische Kleinbahnen privat, Hückeswagen 2014 abgestellt
Lore 560 Rastatt 1944 Vestische Straßenbahnen Vestische Straßenbahnen 1991 im Einsatz
Gw 685 Bothmann 1928 Thüringerwaldbahn Thüringerwaldbahn 1999 Denkmal
Lore 729 Van der Zypen & Charlier 1894 Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn WSW 1970 im Einsatz
Bw 911 Uerdingen 1949 WSW WSW 1970 abgestellt
Bw 1656 Düwag 1960 Rheinbahn Rheinbahn 2006 Verkaufsraum

Fahrbetrieb[Bearbeiten]

Fahrbetrieb findet von April bis Oktober immer am zweiten und vierten Sonntag im Monat sowie am Pfingstsonntag und -montag statt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergisches Straßenbahnmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.1913888888897.1122222222222Koordinaten: 51° 11′ 29″ N, 7° 6′ 44″ O