Bergkamen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bergkamen
Bergkamen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bergkamen hervorgehoben
51.6166666666677.633333333333365Koordinaten: 51° 37′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Unna
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 44,84 km²
Einwohner: 48.534 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1082 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59192
Vorwahlen: 02307, 02306, 02389
Kfz-Kennzeichen: UN, LÜN
Gemeindeschlüssel: 05 9 78 004
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
59192 Bergkamen
Webpräsenz: www.bergkamen.de
Bürgermeister: Roland Schäfer (SPD)
Lage der Stadt Bergkamen im Kreis Unna
Dortmund Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Hamm Kreis Coesfeld Kreis Soest Kreis Warendorf Märkischer Kreis Bergkamen Bönen Fröndenberg/Ruhr Holzwickede Kamen Lünen Schwerte Selm Unna WerneKarte
Über dieses Bild
Rünthe Heil Oberaden Weddinghofen Mitte OverbergeLage der Stadtteile
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Logo der Stadt Bergkamen

Bergkamen ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt im Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Verwaltungsmäßig gehört die Stadt zum Kreis Unna im Regierungsbezirk Arnsberg sowie zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe und zum Regionalverband Ruhr. Landesplanerisch ist Bergkamen ein Mittelzentrum in der Ballungsrandzone des Oberzentrums Dortmund. Die am 1. Januar 1966 durch den Zusammenschluss von fünf kleineren Gemeinden entstandene neue Gemeinde Bergkamen (Gesetz über den Zusammenschluss der Gemeinden Bergkamen, Heil, Oberaden, Rünthe und Weddinghofen, Landkreis Unna)– Overberge kam erst zwei Jahre später hinzu – war früher als größte Bergbaustadt Europas ein Begriff. Heute befindet sich Bergkamen mitten im wirtschaftlichen Strukturwandel und ist bekannt für seine Vielfalt an Sport- und Freizeitangeboten und sein besonderes kulturelles Angebot.

Geographie[Bearbeiten]

Bergkamen liegt im mittleren Westen der Bundesrepublik Deutschland in Westfalen am Ostrand des industriell geprägten Ruhrgebiets in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Großstädten Hamm und Dortmund. Südlich der Stadt verläuft der Hellweg mit dem sich anschließenden Mittelgebirge des Sauerlandes, nördlich grenzt das Münsterland an Bergkamen. Im Osten liegt die fruchtbare Soester Börde.

Die Nordgrenze der Stadt wird von der Lippe, die Ostgrenze von der Bundesautobahn 1 gebildet. Die Südgrenze verläuft ungefähr im Bereich der A 2. Entlang der Westgrenze fließt die Seseke, ein Zufluss zur Lippe. Der Datteln-Hamm-Kanal bindet Bergkamen an das europäische Wasserstraßennetz an.

Höchste Erhebung im Stadtgebiet ist mit 148,5 m ü. NN die „Adener Höhe“ auf der künstlich aufgeschütteten Bergehalde Großes Holz, einer Landmarke im Ruhrgebiet.

Nachbarstädte[Bearbeiten]

In direkter Nachbarschaft befinden sich Kamen, Lünen und Werne (alle im Kreis Unna) und die kreisfreie Großstadt Hamm.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bergkamen (seit 14. Juni 1966 Stadt Bergkamen) besteht seit dem 1. Januar 1966 (Overberge seit dem 1. Januar 1968) aus folgenden Ortsteilen (mit Angabe der Einwohnerzahl zum 31. Dezember 2012 in Klammern):

Geschichte[Bearbeiten]

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des Raumes der Stadt Bergkamen reicht zurück bis zu den Römern. Im Spätsommer des Jahres 11 v. Chr. wurde im Zuge der geplanten Expansion des Römischen Reiches vom Rhein bis zur Elbe von römischen Legionen unter dem Oberbefehl des Feldherrn Drusus, einem Stiefsohn des Kaisers Augustus, bei ihrem Vorstoß entlang der Lippe auf einem Hügel im heutigen Stadtteil Bergkamen-Oberaden das Römerlager Oberaden, ein Legionslager für zwei Legionen und Hilfstruppen errichtet. Im Jahre 8 v. Chr. wurde das Lager nach Unterwerfung der germanischen Stämme der Sugambrer und der Brukterer planmäßig wieder aufgegeben.

Seit der Entdeckung des Römerlagers im Jahre 1905 durch den Pfarrer Otto Prein wurden in mehreren Grabungskampagnen Teile der Anlage erforscht. Das 56 ha große Lager gehört zu den wichtigsten frühgeschichtlichen Bodendenkmälern Westfalens. Es ist das größte römische Militärlager nördlich der Alpen und das älteste bekannte Lager in Westfalen. Einige Funde und Rekonstruktionen finden sich im Stadtmuseum Bergkamen.

Aus sächsisch-fränkischer Zeit stammt eine noch gut erkennbare Doppelwall-Ringanlage im Nordosten des Stadtgebietes, die sogenannte Bumannsburg, die als Bodendenkmal unter Schutz steht.

Mittelalter und frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Unmittelbar östlich der Stadtgrenze Bergkamens, auf dem Gebiet der Stadt Hamm, liegt das Haus Reck, ein Adelssitz aus dem 15. Jahrhundert.

Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestanden im Raum der heutigen Stadt Bergkamen nur kleinere Dörfer und Einzelgehöfte. Zu nennen ist das Gut Haus Velmede, das seit dem Jahre 1636 Sitz eines Teils der Familie von Bodelschwingh ist, der im 19. Jahrhundert zwei preußische Minister und auch Pfarrer Friedrich von Bodelschwingh der Ältere, der Gründer der Krankeneinrichtungen in Bethel bei Bielefeld, entstammten.

Ende des 19. Jahrhunderts erreichte der Ruhrbergbau den hiesigen Raum. 1890 wurde der erste Schacht für das spätere Bergwerk Zeche Monopol Schacht Grimberg 1/2 abgeteuft. Damit begann durch den Arbeitskräftebedarf des Bergbaus der starke Bevölkerungsanstieg in den Gemeinden des heutigen Stadtgebietes. So verneunfachte sich die Bevölkerung der Altgemeinde Bergkamen zwischen 1890 und 1912.

Als 1920 die Reichsregierung durch einen Putsch gestürzt wurde, traten die Arbeiter des Ruhrgebietes in den Generalstreik und kämpften bewaffnet gegen die Putschisten (Ruhraufstand). Unter anderem in der Schlacht bei Pelkum kam es zu hohen Verlusten der Roten Ruhrarmee. Die Bergkamener Opfer der Kämpfe bei Pelkum sowie später von den Freicorps standrechtlich erschossene Angehörige der Roten Ruhrarmee - insgesamt sechs Kämpfer - wurden auf dem heutigen Zentralfriedhof beigesetzt. Die Skulptur einer Frauengestalt über ihren Gräbern symbolisiert die Freiheit, für deren Verteidigung die sechs Bergkamener Arbeiter starben.[3]

1946 ereignete sich Deutschlands schwerstes Grubenunglück auf der Zeche Monopol Schacht Grimberg 3/4 in 939 Metern Tiefe. 405 Bergleute kamen ums Leben.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1966 schlossen sich die Gemeinden Bergkamen, Rünthe, Weddinghofen, Oberaden und Heil zur Großgemeinde Bergkamen zusammen[4], der am 14. Juni 1966 von der Landesregierung NRW die Stadtrechte verliehen wurden. Die Gemeinde Niederaden, die sich ursprünglich ebenfalls Bergkamen anschließen wollte, entschied sich jedoch für die Eingemeindung in die Stadt Lünen. Durch das sogenannte Unna-Gesetz kam schließlich zum 1. Januar 1968 als sechster Ortsteil die Gemeinde Overberge hinzu.[5]

Religionen[Bearbeiten]

Im Ort gibt es Kirchen verschiedener Konfessionen; sehenswert ist unter anderen die katholische Pfarrkirche St. Elisabeth.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
in Prozent
 %
60
50
40
30
20
10
0
59,4
24,2
9,5
4,2
2,6
0,1
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+3,0
-1,3
± 0,0
+0,7
-2,3
-0,1

Wahl zum Rat der Stadt[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl in NRW vom 25. Mai 2014 brachte für die 44 Sitze des Rates der Stadt Bergkamen folgendes Ergebnis:

  • SPD: 59,4  % = 26 Sitze
  • CDU: 24,2  % = 11 Sitze
  • Grüne/GAL: 9,5  % = 4 Sitze
  • BergAUF Bergkamen: 4,2  % = 2 Sitze
  • FDP: 2,6  % = 1 Sitz

Das Personenwahlbündnis BergAUF Bergkamen wird vom Verfassungsschutz als der MLPD nahestehend zugeordnet.

In Bergkamen hat die SPD das landesweit beste Wahlresultat 2009 erreicht. Dies war ihr bereits 1994 gelungen. Bei den Kommunalwahlen 1975 und 1979 lag sie hinter Oer-Erkenschwick auf dem zweiten Platz. Landesweit Dritte wurde sie bei den Kommunalwahlen 1989 und 2004.

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975[Bearbeiten]

In der Liste[6][7][8][9][10] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben. Die Wahlergebnisse der Parteien und Wählergemeinschaften werden in der Tabelle in Prozent angegeben.

Jahr SPD CDU Grüne1 FDP Berg AUF
1975 64,5 28,1 5,7
1979 64,5 29,3 4,9
1984 57,8 29,1 10,7 2,4
1989 62,4 24,6 9,4 3,6
1994 63,6 24,9 9,7 1,8
1999 48,5 39,4 7,9 4,2
2004 51,7 32,0 8,4 3,7 4,3
2009 56,4 25,5 9,5 4,9 3,5
2014 59,4 24,2 9,5 2,6 4,2

Fußnote

1 Grüne: 1984: Grüne: 7,1 %, GAL: 3,6 %, ab 1989: Grüne/GAL

Bürgermeisterwahl[Bearbeiten]

Die Bürgermeisterwahl vom 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:

  • Roland Schäfer (SPD) 69,08 %
  • Martina Plath (CDU) 21,09 %
  • Thomas Grziwotz (Grüne/GAL) 5,88 %
  • Werner Engelhardt (BergAUF) 3,95%

Damit ist Roland Schäfer ab 1999 zum vierten Mal direkt zum hauptamtlichen Bürgermeister Bergkamens gewählt worden.

Stadtdirektoren[Bearbeiten]

  • 1966–1973: Alfred Gleisner (SPD), * 19. Juni 1908, † 15. Februar 1991
  • 1973–1988: Heinrich Brüggemann (SPD), * 12. April 1930
  • 1989–1998: Roland Schäfer (SPD), * 29. Juli 1949

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1966–1975: Edgar Pech (SPD), * 12. Januar 1920, † 20. Mai 1975
  • 1975–1989: Heinrich Kook (SPD), * 8. Oktober 1924, † 11. Januar 2004
  • 1989–1998: Wolfgang Kerak (SPD), * 22. Juni 1942
  • 1998–2014: Roland Schäfer (SPD), * 29. Juli 1949

Direkt gewählte Abgeordnete Landtag und Bundestag[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bergkamen unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

Bergkamen
Platz der Partnerstädte am Rathaus

Durch das Städtische Gymnasium Bergkamen und sein Jugendsinfonieorchester „Bachkreis Bergkamen“ entstand eine Partnerschaft mit

  • China VolksrepublikChina Xi'an in China

Der Kreis Unna unterhält eine langjährige Partnerschaft mit

In diesem Rahmen führt die Bergkamener Volkshochschule seit vielen Jahren entsprechende Sprachreisen durch.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Bergkamen zeigt sechs im Wechsel von Rot und Silber kranzförmig angeordnete Sechsecke auf goldenem Grund. Die Zahl 6 weist darauf hin, dass die Stadt Bergkamen durch den Zusammenschluss von sechs Gemeinden (den heutigen Stadtteilen) entstanden ist. Die Anordnungsform der Sechsecke soll die chemische Strukturformel für Benzol (C6H6)= Benzene circle.svg versinnbildlichen und damit auf die damalige industrielle Grundlage der Stadt (Steinkohle, Kokerei, Kohlechemie) hinweisen.

Die verwendeten Farben gold, rot und silber erinnern an die ehemalige Territorialzugehörigkeit des heutigen Bergkamener Stadtgebietes zur Grafschaft Mark.

Die Wappen der vormals selbständigen Gemeinden Weddinghofen, Rünthe und Oberaden sind auf einer Gedenktafel am Rathauseingang abgebildet. Auf der Außenseite eines sechseckigen Brunnens in der Fußgängerzone in Stadtzentrum Ost sind zusätzlich die Wappen der Gemeinden Overberge und Heil abgebildet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bergkamens Wirtschaft wurde bis vor wenigen Jahrzehnten vom Bergbau (Steinkohle) geprägt. Die Zechenschließungen haben jedoch die Arbeitslosigkeit in die Höhe schnellen lassen. Zurzeit stehen im Stadtgebiet mehr als 110.000 m² Gewerbe- beziehungsweise Mischgebietsflächen für die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe zur Verfügung. Mittel- bis langfristig werden über 340.000 m² verfügbar sein.

Gewerbebetriebe[Bearbeiten]

(Stand 10/2007)

  • 34 Industrieunternehmen
  • 29 Großhandelsbetriebe
  • 162 Einzelhandelsbetriebe
  • 52 Gastronomiebetriebe
  • 56 Landwirtschaftsbetriebe
  • 220 Meister-Handwerksbetriebe
  • 91 Betriebe handwerksähnlichen Gewerbes
  • 108 sonstige Betriebe und Dienstleistungsunternehmen

Ansässige Großunternehmen[Bearbeiten]

  • Bayer HealthCare Pharmaceuticals
    die frühere Schering AG, ein ehemaliger großer Pharmakonzern, dessen Hauptsitz in Berlin, dessen Hauptproduktionsstandort der Wirkstoffe aber in Bergkamen war, wurde 2006 von der Bayer AG mit Hauptsitz in Leverkusen übernommen.
  • Chemtura
    Ehem. Crompton Corp., durch Zusammenschluss der beiden US-amerikanischen Chemieunternehmen Crompton Corp. und Great Lakes Manufacturing entstanden
  • Huntsman GmbH & Co.KG
    Herstellung von Basismaterial für Lack, Bautenschutzmittel, Klebstoffe und Druckfarben für die weiterverarbeitende Industrie
  • Kraftwerk Bergkamen
    ein Steinkohlekraftwerk mit 747 MW Leistung Strom sowie 20 MW ausgekoppelter Fernwärme.
  • Poco Möbelhäuser
    1989 von Peter Pohlmann gegründet, betreibt dieses in Bergkamen ansässige Unternehmen eine Vielzahl von Filialen in ganz Deutschland
  • Steilmann-Gruppe
    ein großes Textil- und Mode-Unternehmen, das ursprünglich in BochumWattenscheid beheimatet war. 2006 wurde Steilmann von dem Bergkamener Unternehmen Miro Radici übernommen, das den Hauptsitz der Steilmann-Gruppe 2010 nach Bergkamen verlegte.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung

Die Stadt Bergkamen liegt am Kamener Kreuz und ist über zwei Autobahnen sowie zwei Bundesstraßen an das deutsche Fernstraßennetz angebunden:

PuttgardenHamburgBremenDortmundWuppertalKölnSaarbrücken (Hansalinie)
OberhausenDortmundBielefeldHannoverMagdeburgBerlin

Der Verlauf der Bundes- (B) und Landesstraßen (L) durch das Bergkamener Stadtgebiet:

  • B 61
    Diese Bundesstraße verläuft von Westen aus Lünen kommend durch den Stadtteil Oberaden und führt in Richtung Kamen durch den ländlichen Süden des Stadtteils Weddinghofen. Nahe der Stadtgrenze zu Kamen ist die B 61 über die Anschlussstelle Kamen/Bergkamen mit der Autobahn A 2 verbunden. Die Straße führt durch Kamen, erreicht noch einmal im Süden des Stadtteils Overberge das Bergkamener Stadtgebiet und verlässt es Richtung Hamm.
  • B 233
    Diese Bundesstraße bildet von Süden kommend aus Richtung Kamen zum großen Teil die Grenze zwischen den Stadtteilen Bergkamen-Mitte und Overberge. Weiter nördlich führt sie durch den Stadtteil Rünthe und verlässt das Stadtgebiet in Richtung Werne.
  • L 664
    Diese Landesstraße beginnt östlich des Ortskerns von Bergkamen-Oberaden an der B 61. Sie führt durch Weddinghofen, Bergkamen-Mitte und Overberge und verlässt Bergkamen in Richtung Hamm-Lerche.
  • L 736
    Diese Landesstraße führt aus Lünen kommend durch die Stadtteile Heil und Rünthe und verlässt Bergkamen in Richtung Hamm. Direkt an der Grenze des Stadtteils Rünthe zu Hamm-Sandbochum ist die L 736 über die Anschlussstelle Hamm/Bergkamen mit der Autobahn A 1 verbunden.
  • L 821
    Diese Landesstraße beginnt im Stadtteil Heil. Sie verläuft hauptsächlich in Nord-Süd-Richtung durch Oberaden und verlässt Bergkamen in Richtung des Kamener Stadtteils Methler
    Eine neue Streckenführung innerhalb der Stadt Bergkamen ist schon seit über zwanzig Jahren im Gespräch, aber höchst umstritten.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Die DB-Güterzugstrecke Hamm – Oberhausen-Osterfeld Süd (Hamm-Osterfelder Bahn) durchquert das Stadtgebiet von Westen nach Osten. Bis 1983 wurde die zweigleisig ausgebaute Strecke auch für den Personennahverkehr genutzt. Der Bergkamener Bahnhof befand sich zwischen den Stadtteilen Mitte und Rünthe im dünn besiedelten Gebiet nahe dem heutigen Naturschutzgebiet „Beversee“. Ein zweiter Bahnhof befand sich im Stadtteil Oberaden an der Lünener Straße (B 61).

Die nächsten Bahnhöfe für Schienen-Personenverkehr liegen in den Nachbarstädten Kamen, Lünen und Werne. Die nächstgelegenen Bahnknotenpunkte sind Hamm und Dortmund.

Busverbindungen[Bearbeiten]

Bergkamen
Busbahnhof
Das Westfälische Sportbootzentrum – Marina Rünthe

Der öffentliche Personennahverkehr in Bergkamen wird von der VKU durchgeführt. Ein zentraler Omnibusbahnhof befindet sich direkt am Bergkamener Rathaus.

Folgende Schnellbuslinen der VKU verbinden Bergkamen mit größeren Nachbarstädten:

  • S20 Lünen – Bergkamen – Hamm-Herringen
  • S30 Bergkamen – Dortmund
  • S80 Werne – Bergkamen – Kamen – Unna

Seit 2005 verfügt Bergkamen mit der Schnellbuslinie S30 über eine attraktive Verbindung nach Dortmund. Die Streckenführung (Bergkamen Busbahnhof – Bergkamen-Weddinghofen – Dortmund-Eving – Dortmund Reinoldikirche – Dortmund ZOB am Hauptbahnhof) und kurze Fahrzeiten sorgen für eine hohe Akzeptanz für die in der Regel mit einem Doppeldeckerbus bediente Schnellbuslinie.

In und durch Bergkamen verkehren drei Regiobus-Linien der VKU:

  • R11 Lünen – Lünen-Süd – Bergkamen-Oberaden – Bergkamen-Weddinghofen – Bergkamen
  • R12 Lünen – Bergkamen-Oberaden – Bergkamen-Weddinghofen – Bergkamen – Bergkamen-Overberge – Kamen
  • R81 Werne – Bergkamen-Rünthe – Bergkamen – Bergkamen-Weddinghofen – KamenUnna

Stadtbahn[Bearbeiten]

Eine Stadtbahnlinie, die Bergkamen mit Dortmund verbinden soll, ist in Planung (Regionalstadtbahn). Sie könnte später weiter bis Hamm führen.

Wasserstraßennetz[Bearbeiten]

Der Datteln-Hamm-Kanal bindet Bergkamen an das europäische Wasserstraßennetz an. Bergkamen besitzt zwei industriegewerbliche Häfen am Datteln-Hamm-Kanal. Außerdem befindet sich an diesem Kanal in Bergkamen ein Sportboothafen, die Marina Rünthe. Sie zählt zu den größten Freizeithäfen in Nordrhein-Westfalen.

Flughäfen[Bearbeiten]

Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen Dortmund, der Flughafen Düsseldorf International und der Flughafen Münster/Osnabrück.

Bildung[Bearbeiten]

In Bergkamen sind fast alle Schulformen vertreten. Weiterhin verfügt Bergkamen über eine Jugendkunstschule, eine Musikschule und eine Volkshochschule. Die Stadtbücherei ist erst vor wenigen Jahren in das Gebäude am Stadtmarkt eingezogen.

Förderschulen[Bearbeiten]

Bergkamen-Heil

  • Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule, Förderschwerpunkt: Geistige Entwicklung

Bergkamen-Oberaden

  • Albert-Schweitzer-Schule, Kompetenzzentrum
  • Nebenstelle der Schule im Heithof, Westfälische Schule für Kranke beim Westfälischen Institut Hamm

Bergkamen-Oberaden

  • Nebenstelle der Regenbogenschule, Förderschwerpunkt: Emotionale und soziale Entwicklung

Grundschulen[Bearbeiten]

Bergkamen-Mitte

  • Gerhart-Hauptmann-Schule
  • Pestalozzischule (auslaufend)
  • Schillerschule

Bergkamen-Oberaden

  • Alisoschule (auslaufend, jetzt im Gebäude der Preinschule)
  • Jahnschule
  • Preinschule

Bergkamen-Overberge

  • Overberger Grundschule

Bergkamen-Rünthe

  • Freiherr-von-Ketteler-Schule

Bergkamen-Weddinghofen

  • Pfalzschule

Weiterführende Schulen[Bearbeiten]

  • Städtisches Gymnasium Bergkamen (im Stadtteil Weddinghofen)
  • Willy-Brandt-Gesamtschule Bergkamen
  • Freiherr-vom-Stein-Realschule
  • Realschule Oberaden
  • Hellweghauptschule (im Stadtteil Rünthe, auslaufend)
  • TÜV NORD College, Bildungszentrum Bergkamen (im Stadtteil Weddinghofen)

Kultur und Freizeit[Bearbeiten]

Historische Stätten[Bearbeiten]

Bergkamen
Erdwall der Bumannsburg
  • Römerlager Oberaden
    Das Römerlager Oberaden im Ortsteil Oberaden ist als Zwei-Legionen-Lager mit 54 ha Grundfläche das größte römische Militärlager nördlich der Alpen und zugleich das älteste Legionslager in Westfalen. Am 30. April 2006 wurde der Archäologische Lehrpfad Römerlager Oberaden des Vereins der Freunde und Förderer des Stadtmuseums Bergkamen der interessierten Öffentlichkeit übergeben.
  • Bodendenkmal Bumannsburg
    Die Bumannsburg befindet sich in einem Wald nahe der Autobahn A1 im Stadtteil Rünthe. Trotz des starken Baumbewuchses sind die Wälle der sächsisch-fränkischen Doppelwall-Ringanlage noch gut zu erkennen. Die Anlage diente den Bauern aus der Umgebung als Fluchtburg. Heute ist innerhalb der Anlage ein Waldlehrpfad angelegt.

Denkmalgeschützte Gebäude[Bearbeiten]

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Bergkamen

Die nachfolgend aufgeführten Bergkamener Gebäude stehen unter Denkmalschutz:

Bergkamen
Gedenkstätte „NS-Sammellager Schönhausen“
Bergkamen
„Schacht 3“ in Rünthe
  • Gedenkstätte NS-Sammellager im Ortsteil Mitte
    Von April 1933 bis Oktober 1933 wurde das Sozialgebäude der in den 1920er Jahren entstandenen Bergarbeitersiedlung „Kolonie Schönhausen“ als Sammellager für Regimegegner genutzt. Etwa 900 Menschen wurden während dieser Zeit von hier aus in größere Lager (z.B. Brauweiler) oder Vernichtungslager weitergeleitet.
  • Kulturzentrum „Schacht 3“ im Ortsteil Rünthe
    Im Schacht 3 der Zeche Werne in Rünthe begann im Winter 1915 die Kohleförderung. Wegen der durch die Weltwirtschaftskrise bedingten Absatzflaute wurde der Schacht 3 wie viele andere Schachtanlagen im Jahr 1930 stillgelegt. Da nach Kriegsende die Verkehrswege stark beschädigt waren, nutzte man den Schacht ab 1946, um die Rünther Bergleute schnell vor Ort zu bringen. Erst 1960 wurde der Schacht endgültig stillgelegt. Die ehemalige Waschkaue der Zeche wird als Kulturzentrum genutzt und steht unter Denkmalschutz.
Bergkamen
Ökologiestation
  • Gutshof „Schulze-Heil“ – Ökologiestation
    Im Gutshof „Schulze-Heil“ von 1864 ist die Ökologiestation des Kreises Unna untergebracht. In der Ökologiestation befinden sich mehrere regionale Institutionen und Verbände des Umwelt- und Naturschutzes. Folgende Anlagen sind während der Öffnungszeiten zu besichtigen:
    • Wildbienenlehrpfad
    • Bauerngarten
    • Umweltpädagogikteich
    • Pflanzenkläranlage
    Führungen durch den Musterschweinestall und den Fleischzerlegebetrieb sind nach Voranmeldung möglich. In der Verkaufsstelle der Ökologiestation können regionale Produkte wie Apfelsaft, Gelees, Honig, etc. erworben werden. In der Ökologiestation können zudem regelmäßig wechselnde Kunstausstellungen besichtigt werden.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Eingangsbereich zum Naturfreibad in Heil
Hallenbad
Liegewiesen am Wellenbad
  • Westfälisches Sportbootzentrum
    Am Datteln-Hamm-Kanal liegt das Westfälische Sportbootzentrum mit der Marina Rünthe, einem der modernsten und größten Freizeithäfen Nordrhein-Westfalens mit etwa 250 Liegeplätzen und kompletter Bootsinfrastruktur. Im Hafen gibt es ein Hotel sowie mehrere Restaurants, Bistros, Biergärten und Fitnessangebote. Mit dem Fahrgastschiff „Santa Monika“ ist die Fahrt nach Hamm und zum Schiffshebewerk Henrichenburg möglich.
  • Wellenbad
    Im Ortsteil Weddinghofen befindet sich das Wellenbad Bergkamen. Mit über 2.000 m² Wasserfläche, einer 50-m-Rutsche und 24.000 m² Liegefläche ist dieses Anlage auch für Besucher aus den Nachbarstädten ein attraktives Freizeitangebot.
  • Naturfreibad Heil
    Ein „Geheimtipp“ ist das im Stadtteil Heil gelegene Naturfreibad. Eingebettet zwischen Wiesen und Feldern mit teilweise durch alten Baumbestand abgeschatteten gepflegten Liegewiesen bietet dieses in einem Seitenarm der Lippe angelegte Freibad Entspannung pur.
  • Hallenbad Bergkamen
    Das Hallenbad im Stadtteil Mitte verfügt über ein 312 m² großes Mehrzweckbecken mit Hubboden (Wassertiefe: 0,90 – 3,80 m). Zusätzlich ist ein 100 m² großes Nichtschwimmerbecken vorhanden. Die Sprunganlage verfügt über ein 1-m- und ein 3-m-Brett.
  • Eissporthalle
    Die Eissporthalle im Stadtteil Weddinghofen mit einer 1.800 m² großen Eisfläche lockt pro Saison über 50.000 Besucher aus Bergkamen und den Nachbarstädten an.
  • Radwanderwege
    • Durch Bergkamen führt der Fernradweg Römerroute.
    • Bergkamener Rad-KulTour
      Der ADFC und die Stadt Bergkamen haben eine 25-km-Radtour zu den wichtigsten Kunstobjekten im Stadtgebiet ausgearbeitet.
    • Route Industriekultur per Rad
      Die Bergehalde „Großes Holz“ in Bergkamen liegt als Aussichtspunkt auf dieser Route.
    • Zechenbahntrasse von Kamen nach Werne
      Die als Radweg ausgebaute stillgelegte Bahntrasse ermöglicht es, ungestört vom Autoverkehr durch die Stadtteile Overberge und Rünthe von Kamen nach Werne zu fahren.
  • Sonstiges

Auch im deutschen Hallenhandball hat sich die Stadt einen Namen gemacht. Das Herrenteam des HC TuRa Bergkamen spielte von 1983 bis 1985 in der höchsten bundesdeutschen Spielklasse.

Parkanlagen und Naherholungsgebiete[Bearbeiten]

Wasserpark im Stadtzentrum West
Hauptfriedhof
Naturschutzgebiet Beversee
  • Wasserpark
    Im Jahr 2001 wurde im Stadtzentrum West der „Wasserpark“ fertiggestellt. Die Fläche des Parks beträgt ca. 22.000 m². Das Regenwasser aus der nördlich des Parks gelegenen „City“ dient zur Versorgung des künstlich angelegten 4.500 m² großen Wasserbereiches. Am Nordufer des Wasserbereichs verläuft eine Promenade, am Südufer eine Schilfzone.
  • Zechenpark
    Zwischen Nordberg und Gewerbegebiet Grimberg 1/2 liegt im Stadtteil Mitte der Zechenpark. In den letzten Jahren wurde der vormals verwilderte Park gründlich saniert.
  • Römerbergwald
    Dieser im Stadtteil Oberaden gelegene Wald verfügt über viele Spazierwege.
  • Bergehalde „Großes Holz“
    Seit den 1970er Jahren wurde die Halde Großes Holz als künstlicher Hügel aus Bergbau-Abraum angelegt. Durch die besondere Systematik der angelegte Wege besteht hier die Möglichkeit, die körperliche Belastung bei der Wanderung auf den Gipfel selbst zu wählen. Entweder man wählt die als Serpentinen angelegten langen Wege, oder die zwischen den Serpentinen angelegten direkten steilen Wege.
  • Parkfriedhof
    Der als Waldfriedhof angelegte 22 Hektar große Hauptfriedhof der Stadt Bergkamen liegt im Ortsteil Weddinghofen. Das großzügig angelegte Gelände wurde am 2. Februar 1980 nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt.
  • Naturschutzgebiet „Beversee“
    Der Beversee bildete sich durch die bergbaubedingte Absenkung der Geländeoberfläche. Das Gebiet gehört mit einer Gesamtfläche von circa 100 ha zu den größten Naturschutzgebieten in Nordrhein-Westfalen und bietet auch selten gewordenen Pflanzen und Tieren eine Heimat. Von einer Aussichtsplattform am Seeufer kann man die vielfältige Vogelwelt beobachten. Innerhalb des Gebietes befinden sich viele Einschlagstellen von Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese Bombentrichter sind überwiegend mit Wasser gefüllt und haben sich als kleine Tümpel in die Landschaft integriert.
  • Naturschutzgebiet „Mühlenbruch“
    Südwestlich der Bundesstraße 61 an der Stadtgrenze zu Kamen befindet sich das Naturschutzgebiet Mühlenbruch. Ein Parkplatz ermöglicht Spaziergängern bis an das Gebiet heranzufahren.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Bergkamen
während des Lichtermarktes 2004
  • Wochenmarkt
    Jeweils donnerstags findet in Bergkamen-Mitte der größte Wochenmarkt der Region mit vielen Besuchern auch aus den angrenzenden Gemeinden statt.
  • Gesundheitstag
    An jedem ersten Septemberwochenende findet der Bergkamener Gesundheitstag auf dem Zentrumplatz im Stadtteil Mitte statt. Mit über 3000 Besuchern ist er eine der größten Veranstaltungen dieser Art im östlichen Ruhrgebiet.
  • Lichtermarkt
    An Halloween lockt der Lichtermarkt im Stadtteil Mitte viele Besucher in die Stadt. In buntes Licht getaucht bilden Akteure und Besucher ein einzigartiges Lichtkunstwerk.
  • Hafenfest
    Am ersten Wochenende im Juni lädt die Marina Rünthe zum Hafenfest ein.
  • Trödelmärkte
    Regelmäßig finden im Gewerbegebiet Rünthe und im Gewerbegebiet Werner Straße/Landwehrstraße kommerzielle Trödelmärkte statt.

Moderne Stadtkunst[Bearbeiten]

Betonfigur von Lothar Kampmann
„Das Glück“ von HA Schult
„Das blaue Band“ im Stadtzentrum Ost
  • Betonfiguren von Lothar Kampmann
    Im Bergkamener Stadtgebiet befinden finden sich viele Betonfiguren von Lothar Kampmann: im Stadtteil Oberaden am Museumsplatz sechs Figuren, im Bereich des Hallenbades im Ortsteil Mitte acht Figuren und eine Figur (Pferd) am Hauptfriedhof in Bergkamen-Weddinghofen.
  • Objektkunstwerk „Das Glück“ von HA Schult
    Im Juli 2005 begann der Kölner Aktionskünstler HA Schult, die triste Fassade des ungenutzten „City-Turms“ mit bunten auf Holzplatten gemalten Gartenhäuschen zu gestalten. Geplant war, die derzeit zehn an der Ostseite befestigten Häuschen auf später 70 Häuschen an der gesamten Fassade zu erhöhen. Im März 2011 mussten die Holzplatten wegen witterungsbedingter Abnutzung wieder abgenommen werden.
  • Das Blaue Band
    Das „Blaue Band“ verbindet das Stadtzentrum Ost (Präsidentenstraße/Nordberg) und das Stadtzentrum West (Rathausviertel) als zum Teil wasserführender Bachlauf und zum Teil als blauer Mosaikstreifen. Die Plastiken an den Endpunkten des blauen Bandes sind von Bolette Holm und Ole Hempel.
  • Windplastik
    Auf dem Platz von Wieliczka an der Ecke Präsidentenstr./Pestalozzistr. befindet sich eine Edelstahlplastik von Günter Tollmann.
  • Plastik von Andrzej Irzykowski
    An Ende der Fußgängerzone (Ecke Präsidentenstr./Fritz-Husemann-Str.) befindet sich eine Plastik des polnischen Künstlers Andrzej Irzykowski
  • Erdpyramide
    Vor dem Rathaus am Busbahnhof befindet sich die „Erdpyramide“ von Timm Ulrichs. Die Spitze der umgedrehten Pyramide zeigt exakt zum Erdmittelpunkt. Von dem Kunstwerk ist nur die Metallabdeckung der „Unterseite“ sichtbar. Die Inschrift der Abdeckung enthält neben der Bezeichnung des Kunstwerks den Namen des Künstlers die Maße der (imaginären) Pyramide (1 m × 1 m × 6.364.416 m) und Koordinaten des Standortes.
Kunstobjekt „Integrationsplatz“ (Ausschnitt) von Lothar Kampmann
  • Integrationsplatz
    Das Kunstobjekt „Internationaler-Integrations-Skulpturenplatz“ von Lothar Kampmann befindet sich im Stadtteil Rünthe an der Ecke Rünther Str./Schlägelstr. Es besteht aus drei Mauern mit einer Reliefgestaltung, Figuren und einem Tisch mit Sonnenuhr. Lothar Kampmann hat das Projekt 1968 gemeinsam mit Mehmet Uyanik und Andrzej Pollo realisiert.
  • Lichtkunst und Illumination
„Maßstab“ von Maik und Dirk Löbbert
„no agreement today, no agreement tomorrow“ von Andreas M. Kaufmann
„Das blaue Licht“ von Horst Rellecke
Bergkamen besitzt eine Vielzahl von Werken der Lichtkunst, Lichtplastiken und Illuminationen.
Mit den folgenden Werken ist es im Kulturprojekt Hellweg – ein Lichtweg vertreten.
  • Die Medienskulptur mit dem Titel „no agreement today, no agreement tomorrow“ von Andreas M. Kaufmann zeigt zur Nachtzeit 24 Schwarz-Weiß-Fotos bekannter und unbekannter Personen im Kreisverkehr vor dem Rathaus.
  • Der „subport bergkamen“ von Rochus Aust erstreckt sich als weltweit erster und einziger unterirdischer Flughafen mit insgesamt 14 Licht- und Klanginstallationen in den Kanalschächten über den Nordberg.
  • Die Brunnenanlage „Inszenierbare Wasserwand“ der Künstlerin Birgit Hölmer vor dem Rathaus zeigt auf ihren stehenden Wasserfontänen am Wochenende Ansichten von Brunnenanlagen in Europa (Projektion).
  • Vier in Kreisverkehren um das Bergkamener Stadtzentrum herum installierte Lichtstelen der Gebrüder Maik und Dirk Löbbert bilden – als „Bergkamener Maßstäbe“ – ein imaginäres Dach über der Stadt Bergkamen und stellen zugleich illusorische Stadttore dar.
  • Acht Meter hohe „Lampen“ bilden die Grundelemente der künstlerischen Intervention mit dem Titel Pulslicht von Mischa Kuball im Hafen Marina Rünthe.

Natur[Bearbeiten]

Bergehalde Großes Holz
Lippeauen in Rünthe
Lippe bei Bergkamen
  • Die begrünte Bergehalde „Großes Holz“ ist mit 148,5 m ü. NN der höchste Geländepunkt im Nordkreis Unna und zugleich eine Landmarke auf der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet.
  • Auf Bergkamener Stadtgebiet gibt es drei Naturschutzgebiete, darunter die europäisch bedeutsamen Naturschutzgebiete Beversee und Flussauen der Lippe. In den Lippeauen liegt auch die Ökologie-Station, die vom Kreis Unna und dem Regionalverband Ruhr betrieben wird.

Museen und Galerien[Bearbeiten]

  • Stadtmuseum Bergkamen
    Schwerpunkte des Stadtmuseums im Stadtteil Oberaden sind neben der Ausstellung von Funden, Modellen und Nachbildungen aus der Römerzeit die Bergbau-, Industrie-, Siedlungs- und Stadtgeschichte, sowie folgende Themenbereiche:
    • Kleinbäuerliches Wohnen
    • Bergmännisches Wohnen
    • Wohnkultur der 1950er Jahre
    • Friseurgeschäft
    • Bergkamen unterm Hakenkreuz
    • Tante-Emma-Laden
    • Historisches Klassenzimmer
    • "Barbara-Stollen" zur Arbeitswelt der Bergleute unter Tage
  • Kunstgalerie „sohle 1“
    Die städtische Kunstgalerie „sohle 1“ ist die älteste kommunale Kunstgalerie der Bundesrepublik. In der Kunstszene genießt diese Galerie seit Ihrem Bestehen eine große Anerkennung. Zusätzlich zu den Ausstellungen informiert eine Druckwerkstatt über verschiedene Drucktechniken.

Theater[Bearbeiten]

  • Das Bergkamener Studiotheater ist eine Mittelbühne mit 420 Sitzplätzen. Schwerpunkt des Gastspielangebotes ist die Reihe „Cabaret/Kabarett“.
  • Die Kleinkunstbühne in der Galerie „sohle 1“ bietet regelmäßig Aufführungen bekannter und noch unbekannter Kabarettistinnen und Künstlerinnen. Ebenfalls ein kulturelles Highlight: die „Kaffeehausnachmittage“.
  • Die Gaststätte Schmülling ist der Ort für die regelmäßigen Jazz-Frühschoppen mit bekannten Jazz- und Bluesbands.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Zechensiedlungen
Förderturm „Neu Monopol“
Cityturm
Busbahnhof und Rathaus
  • Lichterkunst am Kreisel im Stadtzentrum
  • IBA-Projekte:
    • Marktbebauung mit Marktdach
    • Wohnprojekte
      • „Frauen planen Wohnungen“
      • „Einfach und selber Bauen“
  • Busbahnhof
    Platz der Partnerstädte
  • Cityturm
    Ein nicht genutztes Hochhaus mit 15 Stockwerken. Seit April 2014 erfolgt der Abriss, der ca. ein halbes Jahr dauern soll.
  • Förderturm der früheren Zechenanlage Grimberg 1/2

Panoramabild[Bearbeiten]

Bergkamen 2001 Blick von Süden (Autobahn A2) auf die Stadtteile Weddinghofen und Mitte (City, Kolonie Schönhausen und Nordberg). Im Hintergrund das Bergwerk „Haus Aden“ in Oberaden, die Bergehalde „Großes Holz“, das Kohlekraftwerk in Heil und der Förderturm der Schachtanlage „Neu Monopol“

Persönlichkeiten der Stadt[Bearbeiten]

In Bergkamen geboren und aufgewachsen:
Eugen Drewermann

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Litzinger: Region im Wandel – Geschichte des Raumes Bergkamen 1890–1991. Stadt Bergkamen, 1991.
  • Günter Stahlhut: Wenn ein Bergwerk erzählen könnte … Regio, Werne 1997, ISBN 3-929158-07-8.
  • Johann-Sebastian Kühlborn: Das Römerlager in Oberaden III. Aschendorff, Münster 1992, ISBN 3-402-05140-0 (Bodenaltertümer Westfalens, 27).
  • Rudolf Asskamp, Stephan Berke (Redaktion): Die römische Okkupation nördlich der Alpen zur Zeit des Augustus. Kolloquium Bergkamen 1989. Vorträge. Aschendorff, Münster 1991, ISBN 3-402-05139-7 (Bodenaltertümer Westfalens, 26).
  • Friedhelm Schwemin: Die Römer in Oberaden. Regio, Werne 1998, ISBN 3-929158-09-4.
  • Monika Lichtenhof: Bergkamen. Stadt-Bild, Leipzig 2003, ISBN 3-934572-57-X (Bildband).
  • Martin Litzinger: Bergkamen – Vom Bauerndorf zum Industrieort. Stadt Bergkamen, 2003, ISBN 3-929675-05-6.
  • Martin Litzinger: Bergkamen. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Frühe Lager, Dachau, Emslandlager. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52962-3 (Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 2).
  • Martin Litzinger: Bergkamen. In: Manfred Groten, Peter Johanek, Wilfried Reininghaus, Magret Wensky (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. 3. Auflage. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-27303-9.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Stadt Bergkamen, Einwohnerzahlen. Abgerufen am 9. Juni 2013.
  3. Heino Baues: Schlacht bei Pelkum jährt sich, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 26. März 2010
  4.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 214.
  5.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 63.
  6. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2009
  7. Wahlprofil des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NW
  8. Wahlergebnisse 1999 (PDF; 5,9 MB)
  9. Wahlergebnisse 2004 (PDF; 7,0 MB)
  10. Wahlergebnisse 2009 (PDF; 3,5 MB)
  11. Kurzbiografie Ostendorffs auf der Homepage des Deutschen Bundestages (17. Wahlperiode)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergkamen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien