Bergkirchweih

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eingang des Entla's-Kellers auf dem Bergkirchweihgelände

Die Bergkirchweih, auch „der Berg“ oder fränkisch „Berch“ genannt, ist ein Volksfest im mittelfränkischen Erlangen, das jährlich zu Pfingsten stattfindet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Das Volksfest

Die Bergkirchweih beginnt am Donnerstag vor Pfingsten um 17 Uhr mit dem Anstich (vollzogen durch den Oberbürgermeister auf der Tribüne eines jährlich wechselnden Bierkellers) nebst „Bierprobe“ und endet am Montagabend zwölf Tage darauf mit einem traditionellen Fassbegräbnis am Erichkeller.

Bierbänke am Burgberghang außerhalb der Bergkirchweihsaison

Das Kirchweihgelände zieht sich auf einem Kilometer Länge am Hang des Burgbergs am nördlichen Rand der Erlanger Innenstadt entlang. Rund 11.000 (das ganze Jahr über) festinstallierte Sitzplätze unter alten Linden, Kastanien und Eichen verwandeln einen Teil des Geländes in den größten Biergarten Europas.

Die Bergkirchweih gibt es seit dem Jahre 1755. Heute gilt das Volksfest in Erlangen als fünfte Jahreszeit. Nicht zuletzt die Tatsache, dass viele vormalige Bürger der Stadt die Bergkirchweih zur Wiederbegegnung mit alten Bekannten fest einplanen, beschert dem Fest jährlich regelmäßige Besuchermengen von gut einer Million Menschen in zwölf Tagen. Das ist das Zehnfache der Einwohnerzahl Erlangens. Nach dem Oktoberfest in München und dem Gäubodenfest in Straubing ist die Bergkirchweih damit nach Besucherzahlen das drittgrößte Volksfest Bayerns. Ausschankschluss ist um 23.00 Uhr. Im Anschluss ergießt sich ein Strom von Menschen in die Innenstadt, wo in und vor Kneipen sowie in Discos bis in die Morgenstunden weitergefeiert wird.

[Bearbeiten] Geschichte

Der Name „Bergkirchweih“ zeugt noch vom Ursprung des Festes, nämlich der Feier einer Kirchweih auf dem „Berg“. Gefeiert wird das Patrozinium der Altstädter Dreifaltigkeitskirche.

Helbig-Keller

Am 21. April 1755 beschloss der Stadtrat, den Erlanger Pfingstmarkt, der bisher in der Altstadt abgehalten worden war, ab Pfingstdienstag für drei Tage am Altstädter Schießhaus durchzuführen, wo die Schützen zur gleichen Zeit ihr Vogelschießen abhielten. Zu einer weiteren Attraktion des neuen Jahrmarkts wurden bald die Felsenkeller am Burgberg, an denen kühles Bier ausgeschenkt wurde. In diesen Kellergewölben wurde bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein Bier zum Reifen gelagert, da dort das ganze Jahr über konstant kühle Temperaturen herrschten. Einzelne Gewölbe erstrecken sich bis zu 500 Meter in den Berg hinein und hindurch, so dass von auf der gegenüberliegenden Seite des Berges liegenden Teichen Eis zum Kühlen des Bieres gebrochen werden konnte. Diese Stollen sind heute jedoch teilweise eingestürzt und nicht mehr durchgängig.

Im 19. Jahrhundert wurde während der Bergkirchweih die Anatomische Sammlung des Anatomischen Instituts zur Volksbelustigung geöffnet.

Im Jahre 2005 wurden 250 Jahre Bergkirchweih gefeiert. Tatsächlich gab es die Bergkirchweih zum damaligen Zeitpunkt zwar seit 250 Jahren, sie hatte aber nicht in jedem Jahr stattgefunden.

[Bearbeiten] Kurioses

Bild zum 250-jährigen Jubiläum der Bergkirchweih

Früher gab es an der Erlanger Universität zur „Berg-Zeit“ einwöchige Ferien („Bergferien“), weil mit betrunkenen Studenten ein geordneter Universitätsbetrieb nicht möglich war. Diese Ferien wurden jedoch 1999 offiziell abgeschafft – übrig blieb nur der vorlesungsfreie Dienstag in der Pfingstwoche[1], an dem viele Uni-Lehrstühle oder Institute (so wie auch die Belegschaften der allermeisten Läden und Betriebe der Stadt) ab 12 Uhr oder spätestens 14 Uhr geschlossen zum Berg marschieren.

Die wechselnden Motive der Bierkrüge des Entlas-Kellers wurden schon nach kurzer Zeit zum begehrten Sammlerobjekt.[2]

Ein Original der Bergkirchweih war der „Bergkönig“.[3] Mit bürgerlichen Namen hieß der Künstler Erhard „Pinsl“ Königsreuther (* August 1927, † 12. März 2009)

Während der Bergkirchweih werden die Linienbusse der Erlanger Stadtwerke mit einer Deutschland- sowie einer fränkischen Fahne geschmückt.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.uni-erlangen.de/studium/zulassung/formulare/semesterplan.shtml
  2. Bierkrugmotive des Entlas Kellers
  3. http://erlanger.bierologe.de/his_09_03.htm

[Bearbeiten] Weblinks

49.60755555555611.005111111111
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen