Bergmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bergmann (Begriffsklärung) aufgeführt.
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Bergleute in anderen Regionen der Welt und gerade in Mitteleuropa / Geschichte / Arbeitsbedingungen / Ausbildungswege / Berufsbilder; kulturhistorische Aspekte; Zwangsarbeit; Mortalität/Berufskrankheiten; typische Werkzeuge usw. usf.

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Bergmann, der auf dem so genannten „Arschleder“ einfährt (nach Georgius Agricola)

Bergmann (auch Bergarbeiter, Knappe, Minenarbeiter und Kumpel) ist die Berufsbezeichnung für einen Menschen, der in einem Bergwerk Rohstoffe fördert. Es gibt sowohl unter- als auch übertägigen Bergbau, die Bezeichnungen dafür sind Tiefbau und Tagebau.

Die Schutzheilige der Bergleute ist die heilige Barbara. Als Berghabit wird die traditionelle Kleidung der Bergleute bezeichnet, die jedoch nicht überall einheitlich ist.

Berufsbild[Bearbeiten]

Mansfelder Bergmann, 1952

In den Industrieländern Europas und Nordamerikas ist der Beruf des Bergmanns seltener geworden, weil die Fundstätten für Rohstoffe weitgehend ausgebeutet sind und die aufwendig zu erschließende Lagerstätten die Ausbeutung derzeit unwirtschaftlich machen. Das hauptsächliche Bergbauprodukt des 19. und 20. Jahrhunderts, die Kohle, ist für die Energieerzeugung in Schiffen, Eisenbahnen, Elektrizitätswerken und Heizungen nachhaltig durch Erdöl und Erdgas verdrängt worden. Auch Salz wird heute aus Kostengründen seltener in Kalibergwerken abgebaut und überwiegend aus Meerwasser oder Sole gewonnen. In den Anfängen der Erdölproduktion wurde von Ölmuckeln noch Ölsand im Bergbau gewonnen. Dessen Abbau wurde in Deutschland 1963 eingestellt.

Geschlecht[Bearbeiten]

Aufgrund der schweren körperlichen Arbeit, die diese Tätigkeit erfordert, waren und sind die Mehrheit der Bergarbeiter unter globaler und historischer Betrachtung Männer. Jedoch wurden auch schon immer Kinder und zum Teil Frauen für diese Tätigkeiten eingesetzt, weil sie einerseits billigere Arbeitskräfte waren bzw. sind und andererseits aufgrund ihrer geringeren Körpergröße besser in enge und kleine Stollen einfahren konnten. Heute gibt es unter anderem in Lateinamerika Frauen und Kinder, die unter Tage arbeiten. In Europa gab es bis Mitte des 19. Jahrhunderts Bergarbeiterinnen. Später wurde die Arbeit der Frauen im Bergbau verboten. In Artikel 2 einer Vereinbarung der Internationalen Arbeitsorganisation von 1935 wurde festgelegt:[1]

Originaleng: No female, whatever her age, shall be employed on underground work in any mine. (Deutsch: Keine Frau, welchen Alters auch immer, soll unter Tage in einem Bergwerk arbeiten)

Deutschland hat dieses Abkommen am 15. November 1954 ratifiziert. Am 25. April 2008 hat Deutschland, wie viele andere Staaten auch, dieses Abkommen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs[2] gekündigt, da es gegen die Richtlinie 76/207/EWG zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen hinsichtlich des Zugangs zur Beschäftigung verstoße.[3][4][5] Am 20. Januar 2009 wurde im Bundestag dem dritten Mittelstandentlastungsgesetz zugestimmt, wodurch am 25. März 2009 die Änderungen im Bundesberggesetz in Kraft traten, so wurde das als Schutzklausel gedachte Arbeitsverbot für Frauen unter Tage gestrichen.[4]

Bergarbeiter in Lateinamerika[Bearbeiten]

In Lateinamerika ist der minero (spanisch, portugiesisch mineiro, Pl. mineros bzw. mineiros) ein meist indigener Bergarbeiter in Kupfer-, Silber- oder Goldbergwerken.

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Die Arbeitsbedingungen der lateinamerikanischen Bergarbeiter sind sehr schlecht. Arbeitsschutzvorschriften, wie sie in Europa üblich sind, finden in dortigen Bergwerken so gut wie nirgends Anwendung. Als besonders schlechtes Beispiele gelten die bolivianischen Bergwerke in Potosí. Dort arbeiten auch heute (Stand 2005) noch etwa 6500 Kinder und Jugendliche für den Silberbergbau, davon etwa 800 unter Tage. Der Tageslohn liegt bei 4 US-Dollar und die durchschnittliche Lebenserwartung des Mineros liegt dort bei 38 Jahren. Die Unfallrate ist dementsprechend hoch. Hunger, Angst, Müdigkeit und ggf. Schmerz reduzieren die Mineros durch regelmäßiges Kauen von Cocablättern. Durch die giftigen Sprengschwaden ist die Sterblichkeit unter den Bergarbeitern noch größer. Das soziale Elend der Bergarbeiterfamilien gesellt sich zu den schlechten Arbeitsbedingungen der Mineros, von deren Einkommen ihre Familien leben. Als weitere Folge gibt es einen großen Analphabetismus und eine schlechte durchschnittliche Allgemeinbildung, da die Kinder dieser Familien, wenn überhaupt, nur eine geringe Schulbildung erlangen können, da sie ebenfalls mit für den Erhalt der Familie durch Nebenbeschäftigungen sorgen müssen.

Semantik des Wortes „Kumpel“[Bearbeiten]

In der Bergmannssprache wird regional der Begriff Kumpel als Synonym für „Bergmann“ gebraucht.[6] Außerhalb dieser spezifischen Bedeutung wird das Wort im allgemeinen Sprachgebrauch als freundschaftliche Kennzeichnung im Sinne von Kamerad, „netter Kerl“ oder „Freund“ genutzt. Er leitet sich von Kumpan bzw. Kompagnon ab. Dieses Wort bezeichnet ursprünglich jemanden, mit dem man sein Brot teilt (lateinisch: *companio).

Unglücke[Bearbeiten]

Die Internationale Föderation der Chemie-, Energie-, Bergbau- und Fabrikarbeitergewerkschaften schätzt, dass weltweit jährlich etwa 12.000 Bergleute bei ihrer Arbeit ums Leben kommen.[7] Laut Angaben der südafrikanischen Bergarbeitergewerkschaft National Union of Mineworkers starben zwischen 1984 und 2005 über 11.100 Bergleute in den Bergwerken Südafrikas.[8]

Bergarbeiterdenkmal[Bearbeiten]

Adolf Graef, Haarmannsbrunnen, 1909
Bergmannsdenkmal mit Grubenhunt der stillgelegten Grube Haverlahwiese

In Osnabrück (Niedersachsen) setzte der Stahlwerksdirektor und Senator August Haarmann im Jahr 1909 dem Beruf des Bergmanns mit dem Haarmannsbrunnen ein Denkmal. Geschaffen wurde die Anlage im Jahre 1909 von dem Bildhauer und Dichter Adolf Graef. Die Brunnenanlage ist eines der ältesten Arbeiterdenkmale Deutschlands. Die Bronze-Skulptur stellt einen leicht überlebensgroßen Bergarbeiter dar, der auf eine Wasserader trifft. Haarmann, der aus einfachen Verhältnissen stammte, hatte sich sein Studium als Bergmann verdient.

Ehrentage[Bearbeiten]

In der DDR gab es jährlich am 1. Sonntag im Juli den Tag des Bergmanns und Energiearbeiters. Aus diesem Anlass wurden jeweils die besten und verdienstvollsten Bergarbeiter ausgezeichnet. Dieser Feiertag wird in einigen Regionen (auf privater Basis) noch heute begangen.

Bergarbeiter in der Kunst[Bearbeiten]

Literatur
  • Die Sterne blicken herab von A. J. Cronin
  • Irrlicht und Feuer von Max von der Grün
  • Germinal von Émile Zola
  • Rocket Boys von Homer H. Hickam
  • Frauen und Bergbau, Zeugnisse aus fünf Jahrhunderten. Ausstellung des Deutschen Bergbaumuseums Bochum, vom 29. August bis 10. Dezember 1989, Bochum 1989
  • Klaus Tenfelde: Sozialgeschichte der Bergarbeiterschaft an der Ruhr im 19. Jahrhundert, Bonn: 1981, 738 S.
  • Heinrich Imbusch: Arbeitsverhältnis und Arbeiter-Organisation im deutschen Bergbau (Nachdruck der Ausg. Essen: 1908) Berlin/Bonn: 1980, 720 S.
  • Otto Hue: Die Bergarbeiter - Historische Darstellung der Bergarbeiter-Verhältnisse von der ältesten bis in die neueste Zeit (Nachdruck der Ausg. Stuttgart: 1910) Berlin/Bonn: 1981, 2 Bände
Film
Briefmarken

Weblinks[Bearbeiten]

 Portal: Bergbau – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bergbau
 Wiktionary: Kumpel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Bergmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen/Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Underground Work (Women) Convention 1935 Internationale Arbeitsorganisation abgerufen am 27. Januar 2010
  2. EuGH, Urteil vom 1. Februar 2005 - C-203/ 03
  3. Bundestags-Drucksache 16/11622 (PDF-Datei; 139 kB)
  4. a b Hans-Jürgen Leersch: Frauen dürfen unter Tage arbeiten, abgerufen am 13. Oktober 2010
  5. Underground Work (Women) Convention, 1935 Convention denounced Kündigung des Abkommens, abgerufen am 24. Januar 2010
  6. Duden, Deutsches Universalwörterbuch : das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache mit mehr als 500000 Anwendungsbeispielen sowie Angaben zu Rechtschreibung, Aussprache, Herkunft, Grammatik und Stil ; rund 150000 Stichwörtern und Redewendungen ; übersichtlichen Kastenartikeln mit praktischen Hinweisen zum angemessenen Wortgebrauch / hrsg. von der Dudenred.; 6., überarb. und erw. Aufl.; Mannheim ; Leipzig ; Wien ; Zürich : Dudenverl 2007; S. 376, ISBN 978-3-411-05506-7, ISBN 3-411-05506-5, ISBN 978-3-411-71423-0, ISBN 3-411-71423-9
  7. Internationale Föderation der Chemie-, Energie-, Bergbau- und Fabrikarbeitergewerkschaften, As World Watches and Waits for Rescue of Trapped Chilean Miners, What Can Prevent Future Disasters?, 11. Oktober 2010
  8. Frans Baleni: A silent crime in the mines. National Union of Mineworkers, 26. März 2012, abgerufen am 12. September 2012 (englisch).