Bergminzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bergminzen
Großblütige Bergminze (Calamintha grandiflora)

Großblütige Bergminze (Calamintha grandiflora)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung: Bergminzen
Wissenschaftlicher Name
Calamintha
Mill.

Die Bergminzen (Calamintha) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Gattung kommt in Afrika, Asien und Südwesteuropa vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Bergminzen-Arten sind einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen mit kriechenden Rhizomen. Der Stängel besitzt einen rechteckigen Querschnitt. Ihre gegenständig angeordneten Laubblätter sind gestielt und einfach. Der Blattrand ist gezähnt.

Die Blütenstände sind Zymen mit lanzettlichen bis ahlenförmigen Tragblätter und zwei bis zwölf kurz gestielten Blüten. Der zweilippige Kelch ist schlauch- bis glockenförmig, dreizehnnervig und im Innern schwach behaart. Der Ansatz des Kelches ist während der Fruchtzeit entweder nicht oder nur schwach sackförmig. An der zurückgebogenen Oberlippe trägt der Kelch drei Zähne, an der Unterlippe zwei, die letzteren sind länger als die der Oberlippe und lanzettlich. Die weiße, rosa- oder purpurfarbene Krone ist fast so lang wie der Kelch und ebenfalls zweilippig, der Schlauch ist schwach verbreitert. Die obere Lippe ist gekerbt, die untere Lippe dreilappig und zurückgebogen, der mittlere Lappen ist länger als die Seitenlappen. Es sind vier Staubblätter vorhanden. Der Fruchtknoten ist unbehaart. Der Griffel ist kürzer als die Krone.

Die Klausenfrüchte bestehen aus vier eiförmigen und gerundeten Teilfrüchten.

Systematik[Bearbeiten]

Alle Calamintha-Arten werden heute von manchen Autoren zur Gattung Clinopodium L. gestellt.[1]

Je nach Gattungsabgrenzung werden unterschiedlich viele Arten zur Gattung gerechnet. Die Flora of China nennt für ihr Bearbeitungsgebiet sechs bis sieben Arten. In Deutschland kommen drei Arten vor[2], in Österreich vier[3], in der Schweiz vier[4].

Weitere Arten sind:

  • Calamintha cretica (L.) Lam. (Syn.: Clinopodium creticum (L.) Kuntze): Die Heimat ist Kreta.[1]
  • Calamintha debilis (Bunge) Benth. (Syn.: Clinopodium debile (Bunge) Kuntze): Das Verbreitungsgebiet reicht von Afghanistan bis Sibirien.[1]
  • Calamintha megalantha (Diels) Hand.-Mazz. (Syn.: Clinopodium megalanthum (Diels) C.Y.Wu & S.J.Hsuan ex H.W.Li): Die Heimat ist China<.ref name="WCSP" />

Verwendung[Bearbeiten]

Die Calamintha-Arten sind ebenso aromatisch wie ihre Verwandten der Gattung Mentha und dienen daher gelegentlich ebenfalls zum Aufbrühen von Tee. Darüber hinaus werden einige Arten auch als Zierpflanzen verwendet, besonders Calamintha grandiflora.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Rafael Govaerts (Hrsg.): World Checklist of Selected Plant Families: Calamintha. Royal Botanic Gardens Kew, Zugriff am 31. März 2014.
  2. FloraWeb
  3.  Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  4. Zentrale Datenbank der Schweizer Flora

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergminzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien