Berijew Be-12
| Berijew Be-12 | ||
|---|---|---|
Wasserbomber Be-12P-200 (2001) |
||
| Typ: | Amphibienflugboot | |
| Entwurfsland: | ||
| Hersteller: | Berijew | |
| Erstflug: | 1960 | |
| Stückzahl: | ~150 | |
Die Berijew Be-12 Tschaika (Seemöwe) (NATO-Codename: Mail (dt.: Post)) ist ein großes, militärisches Amphibienflugboot, das heißt, es kann auf dem Wasser niedergehen und besitzt gleichzeitig auch ein ausfahrbares Fahrwerk für Landungen auf festem Untergrund. Entwickelt wurde es als Seeaufklärer zur See- und Küstenüberwachung, zur Suche nach Bodenschätzen, zur U-Boot-Jagd und zur Seenotrettung.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Die Be-12 flog erstmals um 1960 und wurde ein Jahr später auf der Luftparade in Moskau-Tuschino der Öffentlichkeit vorgeführt. Ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wurde sie bei den sowjetischen Seefliegerkräften eingegliedert und ersetzte dabei die Be-6, der sie aufgrund ihrer verbesserten Reichweite sowie der Turboprop-Antriebe überlegen war. Ein visuelles Merkmal war der lange MAD-Heckstachel, der zur Ortung getaucht fahrender U-Boote diente. Insgesamt sind etwa 150 Maschinen gebaut worden. Im Zentralen Museum der Luftstreitkräfte der Russischen Föderation in Monino kann eine Be-12 besichtigt werden.
Nach der Auflösung der Sowjetunion wurden einige Flugzeuge zu Wasserbombern Be-12P umgerüstet. Pläne dazu existierten unter der Bezeichnung Be-18 schon seit den 1960er Jahren, wurden aber nicht umgesetzt. Vier ehemalige Marineflugzeuge wurden in der ersten Hälfte der 1990er Jahre solchermaßen umgebaut. Die militärische Ausrüstung wurde bis auf das Radar entfernt und durch Wasserbehälter im Rumpf mit einem Fassungsvermögen von sechs Kubikmetern ersetzt. Die Wasseraufnahme erfolgt auf dem Wasser gleitend in 25 bis 30 Sekunden, kann aber auch an Land durchgeführt werden. Die erste dieser Maschinen („gelbe 40“) absolvierte am 27. April 1992 in Taganrog ihren Erstflug. Allein bis zum Jahr 2000 warfen diese Be-12 bei Waldbränden im gesamten russischen Gebiet 17188 Tonnen Wasser ab. Am 14. Juli 1993 ging die gelbe 40 mit der Werksnummer 9601504 bei einem Einsatz verloren. Eine weitere umgerüstete Maschine mit der Werknummer 8601301 (Kennung RA-00046) flog am 9. August 1996 unter der Bezeichnung Be-12P-200 erstmals (siehe Foto Infobox). Durch ein modernisiertes System ist sie in der Lage, die Wasseraufnahme in nur noch 20 Sekunden durchzuführen.[1]
[Bearbeiten] Nutzer
Russland- Russische Marine 9 Stück bei der Schwarzmeerflotte im Einsatz.[2]
Syrien- Syrische Luftwaffe
Ukraine- Ukrainische Marine
Sowjetunion- vor der Teilung
Vietnam- 4 Flugzeuge wurden an die Vietnamesische Luftwaffe 1981 geliefert
[Bearbeiten] Technische Daten
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Flügelspannweite | 29,71 m |
| Länge | 30,17 m |
| Höhe | 7,0 m |
| Flügelfläche | 105 m² |
| Leergewicht | 19,5 t |
| Startgewicht | max. 29,5 t |
| Triebwerk | zwei Iwtschenko Ai-20D - Propellerturbinen |
| Leistung | je 3125 kW / 4190 WPS |
| Höchstgeschwindigkeit | 608 km/h |
| Marschgeschwindigkeit | 320 km/h |
| Reichweite | 4000 km |
| Bewaffnung | bis zu 5000 kg im Rumpfschacht und an den Flügeln (Sonarbojen sind im Heck gelagert) |
[Bearbeiten] Weblinks
- Aeroflight: Beriev Be-12 ‘Mail’
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Erich Strobl, Francois Nôtre, Ulrich Unger: Europas fliegende Feuerwehren - Der Wasserbomber Be-12P in Flieger Revue Extra Nr.9, Möller, 2005, ISSN 0941/889X; S.99
- ↑ RIA Novosti news agency - Russian Navy to receive 4 new amphibious planes by 2013