Berijew WWA 14

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Berijew WWA−14
Der Rumpf der WWA 14 in Monino
Typ: Experimentalflugzeug
Entwurfsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller: Berijew
Erstflug: 1972
Produktionszeit: 1972–1975
Stückzahl: 2

Die Berijew WWA–14 (russisch Бериев ВВА-14) oder Bartini WWA−14 ist ein sowjetisches Experimentalflugzeug, das von Berijew gefertigt wurde.

Entwicklung[Bearbeiten]

Dieses Luftfahrzeug stellt ein strahlgetriebes Amphibien-VTOL-Flugzeug dar, welches auch Bodeneffekt-Eigenschaften besitzt. Die russische Typenbezeichnung WWA leitet sich ab von вертикально-взлётная амфибия (Aussprache: wertikalno-wsljotnaja amfibija), deutsch „vertikal startendes Amphibienflugzeug“. Die 14 steht für die ursprünglich vorgesehene Triebwerksanzahl. Das Flugzeug sollte als Prototyp für senkrecht startende Anti-U-Boot-Flugzeuge dienen. Es wurde von Robert Bartini (Roberto Oros di Bartini) konstruiert. Berijew erhielt den Auftrag, drei verschiedene Konfigurationen als Prototypen zu fertigen.

Die Schwimmer sollten möglichst wenig Luftwiderstand bieten. In diesem Zusammenhang wurde auch darüber nachgedacht, auf- und ausblasbare Schwimmer (Ballons) zu verwenden, um den Luftwiderstand im Flug zu minimieren. Der erste Prototyp sollte nur der aerodynamischen Untersuchung dienen. Der zweite Prototyp sollte zusätzliche Triebwerke bekommen, die unter den Rumpf bliesen, um den Wasserstart zu erleichtern. Für diesen zweiten Prototyp war eine Fly-by-wire-Steuerung vorgesehen. Der dritte Prototyp sollte mit allen Arten von Anti-U-Boot-Waffen und den entsprechenden Sensoren ausgerüstet werden können.

Der Jungfernflug des ersten Prototyps fand am 4. September 1972 in Taganrog statt, zunächst noch ohne Schwimmer, aber mit einem provisorischen Fahrwerk. Auf- und ausblasbare Ballon-Schwimmer wurden 1974 eingebaut, und die Gleitversuche auf dem Wasser verliefen erfolgreich, allerdings konnten die pneumatisch aufgeblasenen Schwimmer auf dem Wasser nur bis zu einer Gleitgeschwindigkeit von 36 km/h verwendet werden. Der erste Flugstart mit diesen Ballon-Schwimmern am Rumpf erfolgte am 11. Juni 1975. Im Flug hielten die aufgeblasenen Schwimmer den aerodynamischen Belastungen problemlos stand. Trotzdem wurden sie gegen feste Schwimmer aus Metall ausgetauscht. In diesem Zuge wurde das Rumpfvorderteil verlängert und dort die Triebwerke zum Unterblasen des Rumpfes montiert. Die zwölf ursprünglich vorgesehenen Rybinsk RD-36 Hubtriebwerke, die im Rumpf im Bereich des Schwerpunkts vorgesehen waren, wurden nie eingebaut.

Der gesamte Rumpf war überwiegend aus Aluminium gefertigt, die Außenhaut bestand zum großen Teil aus Sandwichstrukturen. Auf dem hinteren Rumpf waren die Marschtriebwerke angebracht. Das Tragwerk bestand aus einem Tragflügel relativ geringer Spannweite ohne Pfeilung. An der gesamten Vorderkante waren Vorflügel angebracht, an der Rückseite befanden sich die Querruder und die Landeklappen. Zum autarken Betrieb war eine Hilfsturbine an Bord.

Die Besatzung bestand aus 3 Personen, Pilot, Navigator und Waffenbediener, für die jeweils ein K-36L Schleudersitz als Rettungsmittel zur Verfügung stand.

Der zweite Prototyp wurde bei einem Brand zerstört, der Bau des dritten wurde in einem frühen Stadium der Fertigstellung eingestellt. Alle weiteren Versuche wurden nun mit dem ersten Prototyp durchgeführt, der sich heute in schlechtem Zustand im Zentralen Museum der Luftstreitkräfte der Russischen Föderation in Monino bei Moskau befindet.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten
Flügelspannweite 28,5 m
Länge 25,97 m
Höhe 6,79 m
Flügelfläche 217,79 m²
Leergewicht 35,4 t
Startgewicht max. 52,0 t
Triebwerk zwei Solowjow D-30(M)-Turbofans mit je 64,7 kN Schubkraft
Höchstgeschwindigkeit 760 km/h
Reichweite 2.450 km
Gipfelhöhe 10.000 m
Zuladung von Waffen 16 Fliegerbomben PLAB-250-120, 2 Torpedos, 8 Minen IGDM-500
Besatzung 3

Weblinks[Bearbeiten]