Berkeley Earth Surface Temperature

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Das Berkeley Earth Surface Temperature-Projekt („BEST“) ist ein Projekt zur Quantifizierung der globalen Erwärmung, welches von Richard A. Muller (University of California, Berkeley) und dessen Frau Elizabeth zu Beginn des Jahres 2010 ins Leben gerufen wurde. Nach öffentlicher Kritik an bestehenden Projekten sollte es eine wissenschaftlich einwandfreie Darstellung der Situation liefern.

Vorgangsweise[Bearbeiten]

Dazu wurde eine von Grund auf neue, wesentlich vergrößerte Datenbasis (5x größer als zuvor) bestehend aus Temperaturdaten von weltweit verteilten Bodenstationen mit eigens dazu entwickelten mathematischen Methoden analysiert. Bekannte Einwände (wie etwa, dass so genannte »Wärmeinseleffekte« oder fehlerhaft angewandte statistische Verfahren eine Erwärmung vortäuschen würden) wurden bei der Entwicklung der Verfahren gezielt berücksichtigt, um zu belastbaren Aussagen in diesen Bereichen zu gelangen.

Bemerkenswerter Weise werden auf der offiziellen Webseite des Projekts sämtliche Komponenten öffentlich zur Diskussion gestellt und zum Download angeboten: Von den Rohdaten über die Beschreibungen der eigens entwickelten mathematischen bzw. statistischen Verfahren bis zu den Quellcodes der eingesetzten Software ist alles offengelegt und vollkommen transparent, wodurch jeglicher Kritik in diese Richtung von Haus aus der Boden entzogen ist.[1][2][3]

Im März 2014 gab BEST bekannt, dass der Datensatz um ozeanische Daten erweitert wurde.[4]

Team[Bearbeiten]

Das Team, bestehend aus einer Rumpfmannschaft von elf Leuten, umfasst neben zwei Statistikern – eigenen Angaben zufolge Spezialisten für die Normalisierung großer, inkonsistenter Datenmengen – auch sechs Physiker, darunter Physik-Nobelpreisträger Saul Perlmutter. Zum Forscherteam gehört weiters die Klimatologin Judith A. Curry.[5]

Erwähnenswert ist, dass R.Muller sich in der Vergangenheit skeptisch zu Ergebnissen der Klimaforschung geäußert hatte[6].

Ergebnis[Bearbeiten]

Die Untersuchung bestätigte vorhergehende Ergebnisse weitestgehend, sodass die Kritik an letzteren indirekt entkräftet wurde. Am 20. Oktober 2011 wurde das Resultat als ›vorläufiges Ergebnis‹ zur Diskussion veröffentlicht, und es wurden 5 Artikel beim Journal JGR Atmosphere eingereicht. Alle 5 Artikel durchliefen in der folgenden Zeit die Peer-Review und wurden angenommen.[7].

Kritik[Bearbeiten]

Kritik an der Studie wurde von Ross McKitrick vorgebracht, der aufgrund methodischer Fehler Ergebnisse betreffend den urbanen Wärmeinseleffekt bezweifelt[8][9] (der von BEST in einem Paper[10] gesondert thematisiert wird).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Methoden & Ergebnisse abgerufen am 5. März 2014
  2. Datendateien abgerufen am 5. März 2014
  3. Linkseite zu den Quellcodes abgerufen am 5. März 2014
  4. Announcement Ocean Data abgerufen am 5. März
  5. Team des BEST-Projekts aufgerufen am 4. März 2014
  6. A Berkeley physicist takes the temperature of climate change Hot topic, Herbst 2011; abgerufen am 5. März 2014
  7. Papers der BEST-Studie aufgerufen am 4. März 2014
  8. Referee report (PDF-Datei; 57 kB)
  9. Referee report, 2nd review (PDF-Datei; 66 kB)
  10. Urban Heat Island paper (March 14, 2013), abgerufen am 4. März 2014