Berlin-Friedrichsfelde

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Friedrichsfelde
Ortsteil von Berlin
Berlin Brandenburg Wartenberg Falkenberg Malchow Neu-Hohenschönhausen Alt-Hohenschönhausen Fennpfuhl Lichtenberg Rummelsburg Friedrichsfelde KarlshorstFriedrichsfelde auf der Karte von Lichtenberg
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 30′ 21″ N, 13° 31′ 9″ O52.50583333333313.519166666667Koordinaten: 52° 30′ 21″ N, 13° 31′ 9″ O
Fläche 5,55 km²
Einwohner 50.695 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 9134 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahlen 10315, 10319
Ortsteilnummer 1101
Gliederung
Verwaltungsbezirk Lichtenberg
Ortslagen
Wappen des Bezirks Friedrichsfelde

Friedrichsfelde ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Lichtenberg. Bei der Verwaltungsreform im Jahr 2001 wurde er neu zugeschnitten, der bis dahin nördlich der S-Bahnlinie S5 und S7 in der Rhinstraße befindliche Abschnitt gehört seitdem zum Ortsteil (Alt-)Lichtenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf wurde von niederdeutschen Siedlern um 1230 gegründet. Die urkundliche Erwähnung des Pfarrers Ludwig zu Rosenfelde ist 1265 der erste Nachweis des Dorfes Rosenfelde. Die heute nicht mehr vorhandene erste Steinkirche entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. 1375 wies das Landbuch für Rosenfelde 104 Hufen aus, davon sechs Pfarrhufen. Diese ganz ungewöhnliche Größe umfasst etwa die doppelte Zahl von Hufen, wie sie auf dem Barnim für planmäßig angelegte deutsche Dörfer durchschnittlich üblich sind. Die Gemarkung von Rosenfelde reichte damals bis zum Spreeufer. Die Dorfkirche liegt in der oberen Hälfte. Der Schluss liegt nahe, dass das ursprüngliche Dorf Rosenfelde mit einer zweiten, südlicher liegenden Siedlung vereinigt wurde, die wüstgefallen war.

Rosenfelde wurde 1699 nach dem Kurfürsten Friedrich III. in Friedrichsfelde umbenannt.

Alt-Friedrichsfelde bildet mit dem Bereich um den ehemaligen Anger den historischer Dorfkern.

Die Colonie Friedrichsfelde an der Frankfurter Chaussee (heute: die Straße Alt-Friedrichsfelde) wurde bevorzugter Wohnort für Handwerker.

Im Schloss Friedrichsfelde, an der Straße nach Köpenick errichtet, wohnte zunächst Benjamin Raule. Im Jahr 1717 wurde der Besitz an den Markgrafen Albrecht Friedrich von Brandenburg-Schwedt, einen Onkel des „Soldatenkönigs“ übereignet, der das ursprüngliche Schloss erweitern ließ. Nach seinem Tod 1731 erbte sein Sohn Carl das Schloss. Schließlich ging das Anwesen auf seinen Vetter Prinz Ferdinand von Preußen, den jüngsten Bruder des „Alten Fritz“ über. Vier seiner Kinder, unter anderem sein Sohn Louis Ferdinand Prinz von Preußen im Jahr 1772, wurden dort geboren. 1896 vereinigte sich der Gemeindebezirk mit dem Gutsbezirk des Sigismund von Treskow und entwickelte sich danach zu einer Landhauskolonie. Im Jahr 1920 wurde die Gemeinde Friedrichsfelde (aus dem Kreis Niederbarnim) in Groß-Berlin eingegliedert. Im Jahr 2001 wurde der 1881 eingerichtete Zentralfriedhof Friedrichsfelde dem Ortsteil Lichtenberg zugeordnet. Auf ihm befindet sich die Gedenkstätte der Sozialisten.

Bebauung[Bearbeiten]

Plattenbauten in Friedrichsfelde

Der Ortsteil ist geprägt von vielgeschossigen Neubauten. Die nördliche Begrenzung wird von einem breiten Bahndamm mit dem S-Bahnhof Berlin-Friedrichsfelde Ost gebildet, im Osten (in Richtung Biesdorf) und Süden (in Richtung Karlshorst) begrenzen ebenfalls Bahndämme den Stadtteil. Im Westen schließt sich der Ortsteil Rummelsburg an.

Historische Bauten[Bearbeiten]

Entlang der Straße Alt-Friedrichsfelde, aber vor allem im historischen Dorfkern Alt-Friedrichsfelde sind einige historische Wohngebäude aus dem 19. Jahrhundert erhalten, die inzwischen alle unter Denkmalschutz stehen. Hierzu zählt auch die Dorfkirche Friedrichsfelde. Im südöstlichen Teil liegt der aus dem früheren Schlosspark in den 1950er Jahren eingerichtete Tierpark Berlin mit dem Schloss Friedrichsfelde.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Friedrichsfelde

Wohnhochhäuser und Geschäftsbauten[Bearbeiten]

Die überwiegende Anzahl der Wohngebäude bilden die sechs- bis etwa zwanziggeschossigen Plattenbauten, für die zwischen den 1960er und den 1990er Jahren neue Flächen erschlossen und gänzlich neue Straßennetze angelegt wurden. Unmittelbar nördlich des Tierparks befindet sich das Gelände des Bildungs- und Verwaltungszentrums, ein großer Verwaltungskomplex, auf dem neben dem Statistischen Landesamt weitere Ämter wie das Finanzamt und die Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin untergebracht sind. Es entstand aus einem in der DDR-Zeit errichteten und abgeschotteten Stasi-Gelände.

Splanemann-Siedlung, Deutschlands erste Siedlung in Plattenbauweise

Splanemann-Siedlung[Bearbeiten]

Am südöstlichen Ende der Sewanstraße, fast schon am Tierpark, befindet sich die Splanemann-Siedlung. Sie wurde zwischen 1926 und 1930 als erste deutsche Plattenbausiedlung nach Plänen des damaligen Berliner Stadtbaurats Martin Wagner nach einer Idee von Wilhelm Primke errichtet. In den zwei- und dreigeschossigen Häusern entstanden ursprünglich 138 Wohnungen, von denen im Zweiten Weltkrieg ein Teil zerstört wurde.

Ihren heutigen Namen trägt die Siedlung erst seit 1951, nachdem die frühere Kriegerheimstraße in Splanemannstraße umbenannt wurde. Namensgeber ist der Widerstandskämpfer Herbert Splanemann (1912–1945).

Verkehr[Bearbeiten]

Individualverkehr[Bearbeiten]

Friedrichsfelde befindet sich an einer der meistbefahrenen Kreuzungen Berlins. Zum einen führt im nördlichen Teil die Straße Alt-Friedrichsfelde (ehemals: Straße der Befreiung) als Teil der Bundesstraßen 1 und 5 direkt ins Stadtzentrum. In Nord-Süd-Richtung verläuft die breite Trasse der Rhinstraße und als Fortsetzung die Straße Am Tierpark. Dieser Straßenzug ist ein Teilabschnitt der Tangentialverbindung, die die östlichen Berliner Ortsteile untereinander verbindet. Daneben existieren mehrere mittelgroße und kleine Verkehrswege, die zum Teil noch auf den ehemaligen Verbindungen der damals selbstständigen Landgemeinden beruhen. Die Hauptverkehrsachse des Neubaugebietes in Friedrichsfelde ist die Sewanstraße (ehemals: Hans-Loch-Straße). Sie ist gleichzeitig die Verbindung zum benachbarten Ortsteil Rummelsburg.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Eingangsportal des U-Bahnhofs Friedrichsfelde

Der Ortsteil ist über zwei Bahnhöfe der S-Bahn (Friedrichsfelde Ost, Betriebsbahnhof Rummelsburg) sowie zwei Bahnhöfe der U-Bahn (Friedrichsfelde, Tierpark) an das Berliner Schnellbahnnetz angeschlossen. Die Bahnhöfe dienen gleichzeitig als Knotenpunkte mehrerer Buslinien, die den Ortsteil erschließen. Entlang der Rhinstraße und der Straße Am Tierpark führt außerdem eine Straßenbahnstrecke zwischen Neu-Hohenschönhausen und Niederschöneweide.

Siehe auch: Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Friedrichsfelde

Mit Friedrichsfelde verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Gedenkstein am Agnes-Kraus-Weg

Siehe auch: Liste der Stolpersteine in Berlin-Friedrichsfelde

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Friedrichsfelde – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien