Berlin-Halensee

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Halensee
Ortsteil von Berlin
Berlin Halensee Westend Grunewald Schmargendorf Wilmersdorf Charlottenburg Charlottenburg-NordHalensee auf der Karte von Charlottenburg-Wilmersdorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 29′ 41″ N, 13° 17′ 8″ O52.49472222222213.285555555556Koordinaten: 52° 29′ 41″ N, 13° 17′ 8″ O
Fläche 1,27 km²
Einwohner 12.925 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte 10.177 Einwohner/km²
Postleitzahlen 10709, 10711
Ortsteilnummer 0407
Verwaltungsbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf

Berlin-Halensee ist der kleinste Ortsteil im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin (und der zweitkleinste in Berlin, nach dem Hansaviertel), gelegen am westlichen Ende des Kurfürstendamms. Er entstand als Villen- und Mietshaussiedlung am Ende des 19. Jahrhunderts im damals noch selbstständigen Berliner Vorort Deutsch-Wilmersdorf, wobei die Entwicklung und Bebauung um 1914 im Wesentlichen abgeschlossen war.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Halensee liegt auf der Hochfläche des Teltow im Südwesten des heutigen Berlins. Der namensgebende Halensee, der ein Teil der Grunewaldseenkette ist, liegt am Außenrand des Ortsgebietes im Ortsteil Berlin-Grunewald.

Ausdehnung[Bearbeiten]

Der Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung vom 30. September 2004 zur Einrichtung des Ortsteiles definiert die Grenzen wie folgt:

„Der Ortsteil wird in etwa von der Stadtbahn und Ringbahn begrenzt. Östliche Grenzachse: Cicerostraße–Hochmeisterplatz–Lehniner Platz–Damaschkestraße. […] Dem Ortsteil Halensee ist aus Gründen der baunutzungs- und siedlungsstrukturellen Sinnhaftigkeit auch der Bereich zwischen Bahngraben und Stadtring A 100 neu zugeordnet worden.“

Drucksache 02/02551 der BVV[1]

Mit diesem Beschluss der BVV wurde Halensee aus dem Ortsteil Wilmersdorf herausgelöst und zu einem eigenen Ortsteil erhoben.

Nachbarortsteile[Bearbeiten]

Halensee grenzt an Charlottenburg im Westen und Norden, im Südosten an Wilmersdorf, im Süden an Schmargendorf und im Westen an Grunewald und Westend.

Geschichte[Bearbeiten]

Gedenktafel für Rudi Dutschke
Bürohaus Zitrone am Halensee
Rathenauplatz mit der Skulptur 2 Beton Cadillacs in Form der nackten Maja von Wolf Vostell
Bürohaus Kurfürstendamm 119/120 von Helmut Jahn

Benannt 1880 nach dem gleichnamigen See, zur damaligen Kolonie Grunewald gehörig, und angetrieben durch die Eröffnung des Ringbahn-Bahnhofes Halensee, der damals noch den Namen Berlin-Grunewald trug, entstand der Ortsteil als Villen- und Mietshaussiedlung Ende des 19. Jahrhunderts. Der Bereich Halensee entwickelte sich rasch zu einem bevorzugten Wohnort von pensionierten Militärs, Beamten, Literaten und Rentiers. Bis zum Jahr 1914 war die Bebauung praktisch abgeschlossen.

In den 1920er Jahren siedelten sich hier, ebenso wie im benachbarten Charlottenburg, viele russische Emigranten an. So wohnte beispielsweise Vladimir Nabokov lange Jahre in der Nestorstraße 22, wo heute eine Gedenktafel angebracht ist.

In der Markgraf-Albrecht-Straße Nummer 11/12 befand sich seit 1923 die Synagoge „Friedenstempel“ Halensee. In der Reichspogromnacht wurden auch hier durch die Nationalsozialisten Brände gelegt. 1959 wurde der Bau abgerissen und durch Wohnbebauung ersetzt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Ortsteil stark beschädigt und mit vielen Bauten des Sozialen Wohnungsbaus wieder neu aufgebaut, wodurch sich allerdings der Charakter stark veränderte.

Bis 1970 befand sich an der Joachim-Friedrich- Ecke Johann-Georg-Straße das Haus des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes. Keine 30 Meter davon entfernt fand am 11. April 1968 vor dem Grundstück Kurfürstendamm 141 das Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke statt. Eine in den Gehweg eingelassene Gedenktafel erinnert heute daran.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Das von den Berlinern „Zitrone“ getaufte Bürogebäude am Halensee wurde von 1994 bis 1996 nach Plänen von Hilde Léon und Konrad Wohlhage auf einem Grundstück direkt am meistbefahrenen Autobahnabschnitt Deutschlands errichtet. Das Gebäude ist nach ökologischen Grundsätzen gebaut und hat eine zweischalige Außenhaut, die für ein natürliches Raumklima sorgt und das Haus vor dem Lärm der Autobahn und den Abgasen schützt. Hier residierte bis zum Jahre 2000 die in den Berliner Bankenskandal verwickelte AUBIS.
  • Das Bürogebäude Kurfürstendamm 119/120 wurde 1994 nach Plänen von Helmut Jahn errichtet.
  • Die Hochmeisterkirche in der Westfälischen Straße wurde 1908–1910 nach Plänen von Otto Schnock im romanischen Stil errichtet. Nach schweren Kriegsschäden wurde sie zwischen 1953 und 1958 wiederhergestellt und am 31. Oktober 1958 von Otto Dibelius, dem damaligen Bischof von Berlin und Brandenburg, erneut geweiht.
  • Die Architekten Johannes Krüger und Walter Krüger errichteten 1928/1929 an der Straßenecke Holtzendorff- und Heilbronner Straße die Holtzendorff-Garage, eines der wenigen Zeugnisse für diese Bauten in Berlin.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bauhausmarkt am Kurfürstendamm

Von 1904 bis 1934 lag am Ostufer des Halensees das Vergnügungsgelände Lunapark, ein beliebtes Berliner Ausflugsziel.

In Halensee befanden sich in der Vor- und Nachkriegszeit zahlreiche Automobilbetriebe wie die Firmen Rometsch und Erdmann & Rossi, die seit über 80 Jahren Karosserien auf Basis verschiedener Autofahrgestelle baute. Noch heute gibt es hier zahlreiche Autohändler mit den dazugehörenden Werkstätten.

Der S-Bahnhof Halensee (bis 1884: Bahnhof Grunewald) erhielt nach der Zerstörung des ursprünglichen Empfangsgebäudes im Zweiten Weltkrieg 1960 ein Bahnhofsgebäude im Pavillonstil. Der Bahnhof wurde aber bald nach dem Mauerbau stillgelegt und eine Weile als Autosalon benutzt. Im Zuge der Wiedereröffnung der Ringbahn wurde das Bahnhofsgebäude 1993 abgerissen. Der danebenliegende ehemalige Güterbahnhof Halensee wurde in den 1990er Jahren geschlossen.

Im Jahr 2006 hat die Baumarktkette Bauhaus das Grundstück erworben um hier ein neues Fachzentrum zu eröffnen. Nach Auflagen des Bezirks wurde ein architektonisches Wettbewerbsverfahren ausgerufen, bei dem sich die Entwürfe des Architekturbüros Müller & Reimann, Berlin durchgesetzt haben. Die Entwürfe sehen eine dem Kurfürstendamm zugewandte Stadtgarten-Glasfassade vor, hinter der der eigentliche Eingang ist. Für die rund 20 auf dem Grundstück ansässigen mittelständischen Betriebe mit bis zu 250 Arbeitnehmern wurden Neubauten errichtet. Am 20. Dezember 2013 wurde das neue Zentrum eröffnet.[2]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Kirchen und religiöse Versammlungsstätten[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten]

  • Halensee Grundschule, Joachim-Friedrich-Straße 35/36

Fachhochschulen[Bearbeiten]

  • Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Sozialversicherung, Nestorstraße 23–25

Sonstiges[Bearbeiten]

Prominente Anwohner[Bearbeiten]

Darüber hinaus wohnen unter anderem folgende Persönlichkeiten in Halensee: Die Schauspieler Andreas Mannkopff, Peter Lustig und Katja Riemann, der Verleger Florian Langenscheidt, der Herausgeber Özgür Özata und der Musikprofessor Dieter Schnebel.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Halensee – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Drucksache 02/02551 der BVV
  2. Bauhaus, ehem. Güterbahnhof Halensee. Lexikon: Charlottenburg-Wilmersdorf von A bis Z. Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, abgerufen am 4. August 2014.