Berlin-Hermsdorf
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Hermsdorf |
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| Koordinaten | 52° 37′ 0″ N, 13° 19′ 0″ O52.61666666666713.316666666667Koordinaten: 52° 37′ 0″ N, 13° 19′ 0″ O |
| Fläche | 6,1 km² |
| Einwohner | 16.113 (31. Dez. 2011) |
| Bevölkerungsdichte | 2641 Einwohner/km² |
| Eingemeindung | 1. Okt. 1920 |
| Postleitzahl | 13467 |
| Ortsteilnummer | 1206 |
| Verwaltungsbezirk | Reinickendorf |
Hermsdorf ist ein Ortsteil des Berliner Bezirks Reinickendorf.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Lage und Ausdehnung
Der Ortsteil Hermsdorf liegt im zentralen Norden Reinickendorfs und ist mit rund 6,1 km² Fläche der sechstgrößte der zehn Ortsteile des Bezirks.
Seine nördliche Begrenzung bildet die Stadtgrenze Berlins und ihre gedachte Verlängerung in westlicher Richtung bis zum Forst Tegel entlang der Burgfrauenstraße und dem Falkentaler Steig. Im Nordosten schließt sich die brandenburgische Gemeinde Glienicke/Nordbahn mit dem sogenannten Entenschnabel an. Im Nordwesten befindet sich der Ortsteil Frohnau.
Die Abgrenzung zu Tegel im Westen folgt dem Waldrand bis dieser auf das Tegeler Fließ, eine eiszeitliche Abflussrinne, trifft. Der übrige Grenzverlauf ist bis zur Stadtgrenze im Nordosten mit dem Fließtal identisch. Jenseits des Bachs liegen östlich beziehungsweise südöstlich die Ortsteile Lübars und Waidmannslust.
[Bearbeiten] Gliederung
Der historische Ortskern, das Rundlingsdorf Hermsdorf, befindet sich im Südosten des heutigen Gebiets, etwa einen Kilometer westlich des Hermsdorfer Sees, dem größten Gewässer des Ortsteils. Dazwischen liegt das sogenannte Seebadviertel, nördlich davon ehemalige Tongruben und Torfstiche sowie der Waldsee mit dem umliegenden Waldseeviertel.
Als Ortsteilzentrum hat sich die Heinsestraße am S-Bahnhof Berlin-Hermsdorf etabliert. Nordwestlich davon liegt das Kurviertel mit dem Dominikus-Krankenhaus. Der städtische Friedhof Hermsdorf an der Frohnauer Straße gehört geographisch bereits größtenteils zum Ortsteil Frohnau.
[Bearbeiten] Geschichte
Vermutlich um 1200 als deutsches Dorf mit größtenteils slawischer Bevölkerung gegründet, wurde Hermsdorf erstmals 1349 (als Hermanstorp mit zwei Bauernhöfen) urkundlich erwähnt.
Um 1585 errichtete die Familie von Goetze einen Rittersitz, der um 1640 im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde.
Im Jahr 1865 wurde eine Postagentur eingerichtet. 1898 wurde eine Solequelle entdeckt, die allerdings zehn Jahre später bereits wieder versiegte.[1] Der Ort hieß damals Hermsdorf in der Mark.[2]
Eine ebenerdige Haltestelle der Preußischen Nordbahn wurde 1877 eröffnet, deren Gleise zwischen 1909 und 1910 auf den heutigen Bahndamm hochgelegt werden. Am heutigen Bahnhof Hermsdorf, der 1913 eingeweiht wurde, halten die Züge der elektrischen S-Bahn seit 1925.
1907 wurden ein Gas- und ein Wasserwerk errichtet und 1914 wurde die Feuerwache eingeweiht.
Im Jahr 1920 wurde Hermsdorf nach Groß-Berlin eingemeindet und das Dominikus-Krankenhaus eingeweiht.
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen des Ortsteils zeigt eine silberne Kirche mit dem Turm auf der rechten Seite vor blauem Himmel auf grünem Boden.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Die Strecke der Preußischen Nordbahn durchzieht den Ortsteil mittig von Nordnordwest nach Südsüdost. Die Trasse liegt heute auf einem erhöhten Bahndamm. Am Bahnhof Hermsdorf halten die Züge der S-Bahnlinie S1.
Hauptverkehrsstraßen sind die östlich des Bahndamms in Nord-Süd-Richtung verlaufene Berliner Straße (Bundesstraße 96) und der Hermsdorfer Damm, der – die B 96 und die Gleisstrecke kreuzend – das Waldseeviertel mit Tegel verbindet und an der A 111-Anschlussstelle Waidmannsluster Damm auf selbigen trifft.
Die Buslinie 125 der BVG verbindet den Ortsteil über den Hermsdorfer Damm mit dem Verkehrsknotenpunkt am U-Bahnhof Alt-Tegel (Linie U6, weitere Buslinien, S-Bahnhof Tegel der Linie S25 in Fußnähe) und über die Frohnauer Straße mit dem Ortsteil Frohnau sowie die BVG-Buslinie 120 entlang der B 96 direkt mit dem Berliner Hauptbahnhof. Für das von beiden Buslinien nicht unmittelbar erreichte Wohngebiet östlich des Waldsees verkehrt der „Kiezbus“ 326 vom S-Bahnhof Hermsdorf. Nachtbusverbindungen bestehen mit den Linien N20 (von Hauptbahnhof) und N25 (von Tegel).
[Bearbeiten] Tourismus
Im Südwesten von Hermsdorf gibt es die Jugendherberge Ernst Reuter des Deutschen Jugendherbergswerks.
→ Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Hermsdorf
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
Persönlichkeiten mit biografischen Bezügen zu Hermsdorf:
- Max Beckmann, Maler, Grafiker, Bildhauer und Autor, zog 1907 in das Hermsdorfer Atelier seiner Frau, lebte und wirkte dort bis 1914. Nach ihm ist der Platz am Bahnhof benannt.
- Minna Beckmann-Tube, Malerin und Opernsängerin, erste Frau von Max Beckmann.
- Hans Blüher, Schriftsteller, Philosoph und Psychologe, lebte seit 1924 in Hermsdorf.
- Karl Cornelius, Architekt des S-Bahnhofs Hermsdorf (1912).
- Gerhard Graf, Fußballspieler, ehemaliger Trainer des VfB Hermsdorf.
- Ina von Grumbkow, Autorin, wohnte 1936 im Friedrichstaler Weg 19.[3]
- Christian Hanke, seit 2006 Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Mitte (SPD), ist in Hermsdorf geboren.
- Uschi Janke, Tischtennisspielerin, zog in den 1950er Jahren nach Hermsdorf.
- Erich Kästner, Schriftsteller, Drehbuchautor und Kabarettist, wohnte 1966–1969 in der Parkstraße 3a am Waldsee.[4] Nach ihm wurde die noch zu seinen Lebzeiten eröffnete und 2006 geschlossene Stadtteilbibliothek der Stadtbibliothek Reinickendorf im Falkentaler Steig 10 benannt.
- Friedrich Karl Kleine, Mikrobiologe und Pharmakologe, lebte seit dem Zweiten Weltkrieg bis 1948 in Hermsdorf.
- Gustav Landauer, Theoretiker und Aktivist des Anarchismus in Deutschland, Mitglied der Münchener Räteregierung 1919, lebte von 1902 bis 1908 in der Schloßstraße 17 (Berliner Gedenktafel).[5]
- Robert Mielke, Volkskundler und Siedlungsforscher, lebte zuletzt in der Bismarckstraße.[6]
- Eugen Neutert, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, bis 1933 Funktionär des Kampfbundes gegen den Faschismus in Hermsdorf.
- Benedikt Momme Nissen, Maler und Schriftsteller, wirkte in Hermsdorf.
- Karl Raddatz, Antifaschist und Generalsekretär der VVN, erster Leiter der KPD in Hermsdorf nach dem Zweiten Weltkrieg.
- Desirée Schumann, Fußballspielerin (Torfrau), spielte von 1997 bis 2006 beim VfB Hermsdorf.
- Nico (bürgerlich: Nicolas Seyfried), Mitglied der Berliner Hip-Hop-Formation „K.I.Z.“, aufgewachsen in Hermsdorf.
- Michael Sommer, seit 2002 Bundesvorsitzender des DGB, Abitur an der Georg-Herwegh-Oberschule.
- Frank Steffel, Politiker (CDU) und Unternehmer, Abitur an der Georg-Herwegh-Oberschule.
- Wolfgang Stichel, Zoologe und Entomologe.
- Farin Urlaub, Sänger und Gitarrist, Gründungsmitglied der Rockband „Die Ärzte“, Abitur an der Georg-Herwegh-Oberschule.
- Annemarie Wolff-Richter, Heilpädagogin und Individualpsychologin und 1926–1937 Leiterin des Berliner individualpsychologischen Kinderheims, eröffnete 1926 ihr erstes Heim in der Schulzendorfer Straße.
- Edmund Wronski, Politiker (CDU) und ehemaliger Senator von Berlin, lebt in Hermsdorf.
[Bearbeiten] Literatur
- Hans J Arnold: Als in Hermsdorf noch die Semnonen wohnten. ISBN 3-927611-18-2.
- Gerd Koischwitz: Hermsdorf. Vom Rittergut zur Gartenstadt.
- Oliver Ohmann: Berlin-Hermsdorf. ISBN 978-3-86680-709-9.
- Klaus Schlickeiser: Entdecken Sie Reinickendorf. Spaziergänge in Hermsdorf.
- Klaus Schlickeiser: Berlin-Hermsdorf auf historischen Ansichtskarten. Ein historischer Stadtrundgang.
- Festschrift 650 Jahre Hermsdorf. 1349–1999. ISBN 3-927611-12-3 .
- Inger König: Jrosse Klappe – nischt dahinta. Eine Nachkriegskindheit in Berlin-Hermsdorf.
- Bettina Goldberg: Schulgeschichte als Gesellschaftsgeschichte. Die höheren Schulen im Berliner Vorort Hermsdorf (1893–1945).
- Avigdor Ben-Trojan, Tilly Zacharow: Ich denke oft an Onkel Franz. Jüdische Spurensuche in Berlin-Reinickendorf. Band 2. Hermsdorf und Umgebung. ISBN 3-923809-82-4.
[Bearbeiten] Weblinks
- Porträt Hermsdorf beim Bezirksamt Reinickendorf. Archiviert vom Original am 19. Juli 2011, abgerufen am 16. Dezember 2011.
- Auszug aus Jüdische Spurensuche in Berlin-Reinickendorf. Band 2: Hermsdorf und Umgebung
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Irene Mössinger: Am Wasser durch Berlins grünen Norden.In: Berliner Morgenpost, 5. Juni 2008, Zugriff am 16. Dezember 2011
- ↑ Gerd Appenzeller: Hans, Willy, Maria, Gertrud und Annchen † In: Der Tagesspiegel, 24. November 2001, Zugriff am 16. Dezember 2011
- ↑ Ina von Reck, geb. von Grumbkow. In: Literaturport.de. Abgerufen am 22. April 2010.
- ↑ Tipps und Adresen, Berlin-Hermsdorf. In: Berliner Morgenpost. 9. Mai 2009, abgerufen am 22. April 2010.
- ↑ Fotografie der Gedenktafel an der Schloßstraße 17. In: Wikimedia Commons. Abgerufen am 22. April 2010.
- ↑ Robert Mielke. In: Literaturport.de. Abgerufen am 22. April 2010.
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