Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

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Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung ist ein privatfinanziertes Institut, das seine Hauptaufgabe darin sieht, wissenschaftliche Erkenntnisse für die Öffentlichkeit und für den politischen Entscheidungsprozess aufzubereiten sowie Konzepte zur Lösung demographischer und entwicklungspolitischer Probleme zu erarbeiten.

Organisation[Bearbeiten]

Das Institut wurde im August 2000 mit von der Falk- und Marlene-Reichenbach-Stiftung bereitgestelltem Startkapital gegründet und als gemeinnützige, wissenschaftlichen Zwecken dienende Stiftung anerkannt. Das Institut gibt an, parteipolitisch unabhängig und konfessionell nicht gebunden zu sein, wie die Satzung festlegt. Es finanziert sich über Projektzuwendungen, Spenden und Forschungsaufträge. Die Förderer sind u.a. die Robert Bosch Stiftung, die Erste Stiftung und die Software AG Stiftung.

Leiter des Instituts ist der Chemiker Reiner Klingholz, der früher auch Zeit- und Geo-Wissen-Redakteur war.

Publikationen[Bearbeiten]

Das Institut erstellt Studien, Diskussionspapiere, betreibt ein Online-Handbuch zum Thema Demographie und Entwicklung und publiziert unregelmäßig einen Demographie-Newsletter.

Folgende Studien wurden bisher veröffentlicht:

  • Umweltmotivation durch TV-Serien und Seifenopern. Ein Handlungskonzept (2002)
  • Mit Fernsehserien nachhaltig wirken. Ein praktisches Handbuch für Drehbuchautoren (2002)
  • Replicating Success. A Model for Conservation and Development Projects (2002)
  • Dynamik der Weltbevölkerung 2002 (2002)
  • Jugend und Kriegsgefahr (2004) untersucht den Zusammenhang von demographischen Faktoren, insbesondere mit hohem Jugendanteil, und dem Ausbruch gewaltsamer Konflikte. Das Bevölkerungswachstum in vielen Entwicklungsländern führt häufig zu einem Überhang an jungen Menschen, die keinen geeigneten Platz in der Gesellschaft und im Wirtschaftsgefüge finden. Diese Länder weisen eine überproportional hohe Wahrscheinlichkeit für die Verwicklung in bewaffnete Konflikte auf.
  • Deutschland 2020: Die demografische Zukunft der Nation (2004)
  • Das Ende der Aufklärung: Der internationale Widerstand gegen das Recht auf Familienplanung (2004)
  • Emanzipation oder Kindergeld? Wie sich die unterschiedlichen Kinderzahlen in den Ländern Europas erklären (2004) analysiert den Zusammenhang zwischen den unterschiedlich hohen Kinderzahlen in westeuropäischen Ländern und der sozioökonomischen Rolle der Frauen.
  • Die demografische Lage der Nation - Wie zukunftsfähig sind Deutschlands Regionen? (2006)
  • Unterm Strich - Erbschaften und Erblasten für das Deutschland von morgen (2006)
  • Warum entstehen Kriege? Welchen Einfluss haben demografische Veränderungen auf die Entstehung von Konflikten? (2006)
  • Talente, Technologie und Toleranz – wo Deutschland Zukunft hat (2007) untersucht die Chancen von Deutschlands Regionen in der künftigen Wissensgesellschaft anhand der Theorie der „Kreativwirtschaft“ des Wirtschaftswissenschaftlers Richard Florida (Kreative Klasse).
  • Not am Mann. Von Helden der Arbeit zur neuen Unterschicht? Lebenslagen junger Erwachsener in wirtschaftlichen Abstiegsregionen der neuen Bundesländer (2007) analysiert Ursachen und Folgen der Abwanderung vor allem junger und qualifizierter Frauen aus den neuen Bundesländern: Insbesondere die entlegenen wirtschafts- und strukturschwachen Regionen verarmen durch die Migration – sozial, wirtschaftlich und demographisch. Ein Teil der zurückbleibenden Männer bildet eine neue Unterschicht. Den Hauptgrund für die überproportionale Abwanderung von jungen Frauen bildet deren Bildungsvorsprung. Das Berlin-Institut empfiehlt in der Studie Not am Mann dringend ein Motivations- und Bildungsprogramm, das sich speziell den abgehängten, männlichen Jugendlichen widmet.
  • Gutachten zum demografischen Wandel im Land Brandenburg. Expertise im Auftrag des Brandenburgischen Landtages (2007) Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat im Auftrag des Brandenburgischen Landtages ein Gutachten zum Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels erstellt. Es gibt Handlungsempfehlungen, die für alle betroffenen Gebiete im Osten Deutschlands hilfreich sein können.
  • Ungewollt kinderlos. Was kann die moderne Medizin gegen den Kindermangel in Deutschland tun? (2007) Neben einer modernen Familienpolitik und neben vermehrter Prävention zur Vermeidung medizinisch bedingter Unfruchtbarkeit könnte die Reproduktionsmedizin Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch helfen und so in gewissem Umfang die Geburtenstatistik erhöhen.
  • Die demografische Zukunft von Europa. Wie sich die Regionen verändern (2008, Titel der englischen Ausgabe: Europe´s demographic future) vergleicht und bewertet die Regionen der EU-27-Länder, von Norwegen, der Schweiz und Island, sowie ausgewählter osteuropäischer Länder mit Hilfe von 24 Indikatoren aus den Bereichen Demografie, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bildung, Wissenschaft und Technologie, Klima und Gesundheit. Die Studie zeigt, wie die einzelnen Regionen und Länder mit den Herausforderungen umgehen und was sie voneinander lernen können.
  • Emanzipation oder Kindergeld? Was die neue Familienpolitik Deutschlands von anderen europäischen Ländern gelernt hat (2008)
  • Land mit Aussicht. Was sich von dem wirtschaftlichen und demografischen Erfolg des Oldenburger Münsterlandes lernen lässt (2009)
  • Ungenutzte Potenziale. Zur Lage der Integration in Deutschland (2009) Gemischte Integrationserfolge in Europas Zuwanderungsland Nummer 1.
  • Demografischer Wandel. Ein Politikvorschlag unter besonderer Berücksichtigung der Neuen Länder. Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (2009)
  • Die ersten 10 Jahre. Festschrift zum zehnjährigen Bestehen des Berlin-Instituts (2011)
  • Die schrumpfende Weltmacht. Die demografische Zukunft Russlands und der anderen post-sowjetischen Staaten (2011) Welchen demografischen Veränderungen sind die Regionen Russlands und der anderen ehemaligen Sowjetrepubliken heute und in Zukunft ausgesetzt?
  • Lebenswelten 2025. Wie sich die Struktur der Konsumenten in den Regionen verändert (2011)
  • Demenz-Report. Wie sich die Regionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die Alterung der Gesellschaft vorbereiten können (2011)
  • Die demografische Lage der Nation. Was freiwilliges Engagement für die Regionen leistet (2011) untersucht, welche Folgen Bevölkerungsschwund und Alterung für die Entwicklung der Regionen haben.
  • Afrikas demografische Herausforderung. Wie eine junge Bevölkerung Entwicklung ermöglichen kann (2011) untersucht, wie sich das Bevölkerungswachstum auf die Entwicklung Afrikas auswirkt und wo die demografischen Chancen liegen.
  • Die Zukunft der Dörfer. Zwischen Stabilität und demografischem Niedergang (2011)
  • Fünf Löwen auf dem Sprung? Wirtschaftliche und demografische Potenziale der aufstrebenden Länder Afrikas (2012) widmet sich dem Entwicklungspotenzial des afrikanischen Kontinents.
  • Lebenswelten in Europa. Wie sich die Struktur der Konsumentenschaft zwischen Madrid und Moskau verändert (2012)
  • Nach Punkten vorn. Was Deutschland von der Zuwanderungs- und Integrationspolitik Kanadas lernen kann (2012)
  • Neue Potenziale. Zur Lage der Integration in Deutschland (2014)

Folgende Diskussionspapiere wurden bisher veröffentlicht:

  • 1: Kleine Erfolge. Auch wenn es in Deutschland 2008 weniger Nachwuchs gab: Die Menschen bekommen wieder mehr Kinder – vor allem im Osten der Republik (2009)
  • 2: Ungleiche Nachbarn. Die demografische Entwicklung in Deutschland und Frankreich verläuft gegensätzlich - mit enormen Langzeitfolgen (2009)
  • 3: Glaube, Macht und Kinder. Erobern religiöse Menschen mit vielen Nachkommen die Welt? (2010)
  • 4: Schwieriges Wachstum. Bevölkerungsdynamik - das vergessene Thema der Entwicklungspolitik (2010)
  • 5: Mehr Chancen für Schüler. Wie sich mit Stipendienprogrammen Begabte finden und fördern lassen (2011)
  • 6: Dem Nachwuchs eine Sprache geben. Was frühkindliche Sprachförderung leisten kann (2012)
  • 7: Alt aber glücklich. Führt eine schrumpfende und alternde Bevölkerung zu weniger Wohlstand? (2012) zeigt, dass der demografische Wandel auch positive Auswirkungen auf unser Wohlergehen haben kann.
  • 8: Das Trilemma des Wachstums. Bevölkerungswachstum, Energieverbrauch und Klimawandel - drei Probleme, keine Lösung? (2012)
  • 9: Bildung wirkt. Lebenslanges Lernen für Wachstum und Wohlstand (2012) untersucht die Notwendigkeit von Lernen und Bildung angesichts des demografischen Wandels.
  • 10: Wohnen im demografischen Wandel. Der Einfluss demografischer Faktoren auf die Preisentwicklung von Wohnimmobilien (2012)
  • 11: Demografisches Neuland. Schneller noch als Deutschland muss Japan Antworten auf eine schrumpfende und alternde Gesellschaft finden (2013)
  • 12: Anleitung zum Wenigersein. Vorschlag für eine Demografiestrategie (2013)
  • 13: Bildung von klein auf sichert Zukunft. Warum frühkindliche Förderung entscheidend ist (2013)
  • 14: Die Zukunft des Generationenvertrags. Wie sich die Lasten des demografischen Wandels gerechter verteilen lassen (2014)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]