Berlin-Kaulsdorf

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Kaulsdorf
Ortsteil von Berlin
Berlin Marzahn Hellersdorf Kaulsdorf Mahlsdorf Biesdorf BrandenburgKaulsdorf auf der Karte von Marzahn-Hellersdorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 30′ 29″ N, 13° 34′ 51″ O52.50805555555613.580833333333Koordinaten: 52° 30′ 29″ N, 13° 34′ 51″ O
Fläche 8,81 km²
Einwohner 18.595 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 2111 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahlen 12621, 12619
Ortsteilnummer 1003
Gliederung
Verwaltungsbezirk Marzahn-Hellersdorf
Ortslagen
  • Alt Kaulsdorf
  • Kaulsdorf-Nord
  • Kaulsdorf-Süd

Kaulsdorf ist ein Berliner Ortsteil im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Gemeinsam mit Biesdorf und Mahlsdorf befindet sich hier Deutschlands größtes zusammenhängendes Gebiet mit Ein- und Zweifamilienhäusern.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort entstand vor 1200 im Zuge der deutschen Ostsiedlung, allerdings nicht als Neugründung („aus wilder Wurzel“), sondern in Umstrukturierung einer slawischen Siedlung, wie der archäologische Befund von vergesellschafteten spätslawischen und frühdeutschen Scherben zeigt. Um 1250 folgte die Errichtung der Dorfkirche Kaulsdorf. Im Jahr 1347 wurde Kaulsdorf als Caulstorp in einer Schenkungsurkunde des Markgrafen Ludwig des Älteren an die Kalandsbrüder in Bernau erwähnt. Erstmals erschien der Name jedoch bereits 1285 im Zusammenhang mit einem Bewohner: Nicolao de Caulestorp.[2] 1412 wurde der Ort ein Altargut der Petrikirche zu Cölln an der Spree, bis 1536 die Rechte der Petrikirche an die Domkirche in Berlin abgetreten wurden. 1539 wurde Kaulsdorf mit der Reformation Tochterkirche von Biesdorf.

Kaulsdorfer Dorfkirche

Die ersten Wohnhäuser entstanden um die Kirche herum als ein typisches Angerdorf; ungewöhnlich ist allerdings seine Dreiecksform. Infolge des Dreißigjährigen Kriegs wurden 1638 alle Höfe im Dorf verwüstet und waren ohne Bewohner, bis 1652 in Kaulsdorf fast alle Bauern- und Kossätenhöfe wieder besetzt wurden. Franz Carl Achard, Berliner Akademiemitglied, erwarb 1782 das von Abgaben befreite Gut für Versuche des Rübenanbaus und der Zuckergewinnung. Der Haltepunkt Kaulsdorf an der Preußischen Ostbahn wurde 1869 eröffnet.

1874 fand erstmals in Kaulsdorf, das zum damals neu gebildeten Amtsbezirk Biesdorf gehörte, eine Gemeindevertreterwahl statt. Die Eröffnung des Wasserwerks Kaulsdorf zur Trinkwasserversorgung der Einwohner erfolgte im Jahr 1914. Bis 1920 gehörte der Ort zum Landkreis Niederbarnim, dann wurde Kaulsdorf nach Groß-Berlin eingemeindet und Teil des Bezirks Lichtenberg. Im März 1920 bekam Kaulsdorf Elektroenergie. Zwischen 1942 und 1945 entstand ein Hilfslazarett (später Krankenhaus Kaulsdorf, seit 1997 Vivantes Klinikum Hellersdorf, Standort Myslowitzer Straße).

Aus dem Bezirk Lichtenberg wurde Kaulsdorf 1979 zum damals neuen Ost-Berliner Stadtbezirks Marzahn ausgegliedert. Als dieser 1986 geteilt wurde, kam Kaulsdorf zum neu geschaffenen Stadtbezirk Hellersdorf (bestehend aus den Ortsteilen Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf). Der Ortsteil wurde 2001 durch die Fusion der Bezirke Marzahn und Hellersdorf Teil des neu gebildeten Bezirks Marzahn-Hellersdorf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1895 wohnten in Kaulsdorf 750 Personen, deren Zahl sich durch die Ansiedlung weiterer Familien vor allem entlang der Bahnlinie bis 1920 auf rund 4000 erhöht hatte.[2] Im Jahr 1995 hatte Kaulsdorf 13.089 Einwohner, Ende 2011 waren es 18.675. Der enorme Zuwachs resultiert aus der Neuerrichtung von Eigenheimen, der Sanierung von alten Bauerngehöften und auch aus den neuen Siedlungsgebieten um die Hugo-Distler-Straße südlich von Alt-Kaulsdorf, die Steffenshagener Straße oder die Kaulsdorfer Gärten im Nordbereich.

Bauten, Parks und Gewässer[Bearbeiten]

Wirtschaft und Bildung[Bearbeiten]

Im Ortsteil Kaulsdorf hat sich im 20. Jahrhundert die Firma Schilkin KG angesiedelt und produziert weiterhin Spirituosen für den deutschen Markt und für den Export. Bis 1990 gab es im Süden, zwischen Alt-Kaulsdorf und Am Niederfeld, eine größere Gewerbeansiedlung einschließlich einer traditionsreichen Gärtnerei.

In Kaulsdorf gibt es die im Jahr 1911 eingeweihte Dorfschule in der Adolfstraße (heute Franz-Carl-Achard-Grundschule)[3], die Ulmen-Grundschule in der Ulmenstraße und das Best-Sabel-Bildungszentrum (Ganztags-Grundschule) in der Wernerstraße[4]. Von der früheren Volkspolizei-Hochschule an der Hönower Straße (heute: Heinrich-Grüber-Straße) /Ecke Hellersdorfer Straße existiert nur nach das Gebäudeensemble und wird von der Berliner Polizei anderweitig genutzt.

Kultur und Sport[Bearbeiten]

Kinos oder Theatereinrichtungen gibt es im Ortsteil nicht. Größere Veranstaltungen können dagegen im Parkhotel Schloss Kaulsdorf (Brodauer Straße) und im Tagungs- und Kongresszentrum Am Niederfeld stattfinden.

In Kaulsdorf Süd entstand 1926 die Freisportanlage der SG Stern Kaulsdorf, die auch im 21. Jahrhundert weiter intensiv genutzt wird.

1903 wurde in der Wernerstraße das Wernerbad als Freibadeanstalt eröffnet. In den späten 1950er Jahren wurde es im Rahmen des NAW wieder benutzbar gemacht, musste jedoch 2002 wegen gravierender baulicher Mängel geschlossen werden. Seitdem bemühen sich Bürger und die Bezirksverwaltung um eine Reaktivierung, was bisher jedoch noch nicht gelang.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Kaulsdorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 10 Vorurteile über Marzahn. Abgerufen am 2. September 2010.
  2. a b Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin II, S. 251
  3. Website der Franz-Carl-Achard-Grundschule
  4. Website des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf mit einer Übersicht der Schulen in Kaulsdorf, abgerufen am 1. März 2012
  5. Eine Perspektive für das Wernerbad-Grundstück auf der Website der CDU Wuhletal; abgerufen am 1. März 2012
  6. Erinnerungen an Willy Moese (PDF; 6,9 MB) In: Berliner Woche, Ausgabe Hellersdorf, 26. Juni 2013, S. 2, abgerufen am 26. Juni 2013
  7. Ausschnitte auf Google books