Berlin-Lübars

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Lübars
Ortsteil von Berlin
Berlin Heiligensee Konradshöhe Frohnau Tegel Hermsdorf Waidmannslust Lübars Märkisches Viertel Borsigwalde Wittenau Reinickendorf BrandenburgLübars auf der Karte von Reinickendorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 37′ 0″ N, 13° 22′ 0″ O52.61666666666713.366666666667Koordinaten: 52° 37′ 0″ N, 13° 22′ 0″ O
Fläche 5,0 km²
Einwohner 4868 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte 974 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 13469
Ortsteilnummer 1208
Verwaltungsbezirk Reinickendorf

Lübars ist ein Ortsteil des Berliner Bezirks Reinickendorf. In ihm findet man neben viel Natur noch eine erhaltene Dorfstruktur mit einer barocken Dorfkirche vom Ende des 18. Jahrhunderts. Lübars liegt am Tegeler Fließ, das eine eiszeitliche Abflussrinne darstellt und in den Tegeler See mündet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Dorfkirche in Lübars

Lübars wurde im Rahmen der deutschen Ostsiedlung als Angerdorf um 1230 gegründet. Es gehörte ab antiquo (seit alters) dem Benediktinerinnenkloster Spandau, das im Jahre 1239 gegründet wurde. Die erste urkundliche Erwähnung von Lübars (als Lubars = Ort, der einem Mann namens Lubas gehört) stammt aus dem Jahr 1247. Die Dorfaue war der Mittelpunkt des dörflichen Geschehens. Deshalb gab es gleich neben der Dorfkirche einen Dorfteich. Nach dem Mittelalter kamen noch ein Feuerwehrhaus und ein Schulhaus hinzu.

Im Landbuch Karls IV. (1375) wird Lubas/Lubaz/Lubasz mit 28 Hufen erwähnt, davon vier Pfarrhufen. Im Dorf gibt es sechs Kossäten, einen Schulze sowie einen Krug (taberna). Die Hufenangabe ist mit Sicherheit falsch, denn schon 1270 werden 46 Hufen genannt, 1450 und 1480: 44 Hufen und 1527: 48 Hufen.

Ein altes strohgedecktes Hirtenhaus in Lübars aus der Mitte des 19. Jahrhunderts kündet von den Bewohnern früherer Jahrhunderte. In jener Zeit, als sich die Stadt Berlin ins Umland ausdehnte, siedelten sich in den Dörfern ebenfalls mehr Menschen an, sie errichteten niedrige Wohngebäude, die teilweise mit Stuck geschmückt wurden. Das unter Denkmalschutz stehende historische Gasthaus Alter Dorfkrug Lübars mitsamt dem – nach historischem Vorbild restaurierten – Festsaal ist erhalten geblieben und dient noch heute der Gästebewirtung.

Im Jahr 1920 wurde Lübars nach Berlin eingemeindet.

Telefonzelle in Alt Lübars

Bekannt ist Lübars durch den am Dorfrand liegenden Freizeitpark Lübars, der auf einer alten Müllhalde, die es hier bis 1975 gab, im Verlaufe mehrerer Jahre angelegt wurde. Eine Jugendfarm lädt vor allem die Stadtkinder zum Kennenlernen der Großtierhaltung ein.

In West-Berlin galt Lübars bis zum Mauerfall 1989 als Kuriosum und Sehenswürdigkeit, denn es wurde als einzige Siedlung mit weitgehend dörflichem Charakter innerhalb der damals ummauerten und dicht bevölkerten Millionenstadt dargestellt. Schulklassen, Großstadtbevölkerung und Touristen konnten in Lübars den wenigen Berliner Bauern bei der Bewirtschaftung ihrer Felder zusehen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Ribbe, J. Schmädeke: Kleine Berlin-Geschichte. Stapp Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-877762-22-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Lübars – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien