Berlin-Neu-Hohenschönhausen

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Neu-Hohenschönhausen
Ortsteil von Berlin
Berlin Brandenburg Wartenberg Falkenberg Malchow Neu-Hohenschönhausen Alt-Hohenschönhausen Fennpfuhl Lichtenberg Rummelsburg Friedrichsfelde KarlshorstNeu-Hohenschönhausen auf der Karte von Lichtenberg
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Koordinaten 52° 33′ 48″ N, 13° 30′ 18″ O52.56333333333313.505Koordinaten: 52° 33′ 48″ N, 13° 30′ 18″ O
Fläche 5,16 km²
Einwohner 53.927 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte 10.451 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahlen 13051, 13053, 13057, 13059
Ortsteilnummer 1109
Verwaltungsbezirk Lichtenberg

Neu-Hohenschönhausen ist ein Ortsteil von Berlin im Bezirk Lichtenberg. Er umschließt das Neubaugebiet Hohenschönhausen-Nord und war namensgebend für den ehemaligen Bezirk Hohenschönhausen. Der Ortsteil entstand 2002 aus Gebieten der Ortsteile Malchow, Wartenberg und Falkenberg. Mitte 2008 lebten über 53.000 Menschen in Neu-Hohenschönhausen, damit ist der Ortsteil der bevölkerungsreichste im Bezirk.

Lage[Bearbeiten]

Neu-Hohenschönhausen befindet sich im Nordosten Berlins auf der Barnim-Hochfläche. Der Ortsteil ist weitestgehend identisch mit dem Neubaugebiet Hohenschönhausen-Nord. Er grenzt im Norden an die Ortsteile Malchow, Wartenberg und Falkenberg, im Osten an Marzahn (Bezirk Marzahn-Hellersdorf), im Süden an Alt-Hohenschönhausen und im Westen an die Ortsteile Weißensee und Stadtrandsiedlung Malchow (beide Bezirk Pankow).

Bereits im 19. Jahrhundert existierte westlich des alten Dorfes Hohenschönhausen auf dem Gebiet des heutigen Sportforums ebenfalls eine Siedlung mit dem Namen Neu Hohenschönhausen.[1] Die Bezeichnung wurde bis mindestens in die 1960er Jahre hinein für diesen Ortsteil verwendet.[2] Heutzutage wird dieses Gebiet nicht mehr mit diesem Begriff bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Gedenktafel zur Grundsteinlegung von Hohenschönhausen-Nord an der Barther Straße 3

Erschließung und Gründung[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren entstanden rund um den alten Dorfkern von Hohenschönhausen sowie nördlich der Leninallee (seit 1992: Landsberger Allee) Neubaugebiete Hohenschönhausen I und Hohenschönhausen II für insgesamt 25.000 Einwohner. Weil die Bevölkerungszahlen aber rasch anstiegen, begann 1981 die Erschließung des künftigen Neubaugebietes Hohenschönhausen-Nord. Im Jahr 1982 wurde zunächst die Infrastruktur mit den nötigen Straßen festgelegt und mit Namen versehen, ab 1984 erschlossen vor allem öffentliche Verkehrsmittel das Gebiet, in der Regel durch Straßenbahnen und durch die S-Bahn. Im gleichen Jahr erfolgte die symbolische Grundsteinlegung durch den DDR-Staatsratsorsitzenden Erich Honecker.

Das Neubaugebiet ist durch die Falkenberger Chaussee und den Berliner Außenring in vier Viertel geteilt. Diese Viertel gehörten dabei anfangs zu den Ortsteilen Malchow, Wartenberg und Falkenberg, wobei die Straßen und Wohnblöcke nicht an den Verlauf dieser Grenzen gebunden waren. Die Bebauung führten neben Berliner Betrieben auch solche aus den Bezirken Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und Frankfurt (Oder) mit den von dort angelieferten Fertigteilen aus. Deutlich erkennbar ist dies durch die unterschiedliche Bauweise der Plattenbauten sowie die Benennungen der Straßen. Drei der vier Viertel erhielten Namen nach Ortschaften aus den Herkunftsbezirken der Baufirmen.

Eigenständiger Bezirk[Bearbeiten]

Im Januar 1985 beschloss das Politbüro des Zentralkomitees der SED zum 1. September desselben Jahres die Bildung des eigenständigen Stadtbezirks Hohenschönhausen. Dazu gehörten der namensgebende Ortsteil sowie Falkenberg, Wartenberg und etwa die Hälfte von Malchow. Die westliche Hälfte verblieb beim Stadtbezirk Weißensee, der nach der Bildung des damals neuen Stadtbezirks am 1. Januar 1986 die Pankower Ortsteile Karow, Heinersdorf und Blankenburg erhielt. Der neue Stadtbezirk umfasste am ersten Tag rund 67.000 Bewohner, bis 1989 stieg die Einwohnerzahl bis auf 118.000, das entsprach rund 9,2 Prozent der Gesamtbevölkerung Ost-Berlins. Vor allem junge Familien erhielten die begehrten Neubauwohnungen. Die ersten Jahre waren geprägt von zahlreichen Baustellen, der Bezirk befand sich erst im Prozess der Entstehung. Um nicht nur in „blankem Beton“ zu wohnen, gab es etliche Initiativen der Bürger zur Verschönerung ihres Stadtbezirks, Aktionen wie die Goldene Hausnummer für die Verschönerung der Hauseingänge und Vorgärten ist nur eine von ihnen. Der Bau der Siedlung wurde am 5. Oktober 1989 offiziell beendet.

In den neuen Wohngebieten entstanden auch Produktionsbetriebe innerhalb des neuen Bezirks. Neben dem neu errichteten Omnibusbetriebshof in der Indira-Gandhi-Straße siedelten sich unter anderem der VEB Chemiehandel Berlin oder der VEB Signal- und Sicherungstechnik an. Bereits auf Marzahner Gebiet gelegen, aber oft verwechselt, entstand zudem in den Jahren 1963 bis 1968 das Klärwerk Falkenberg.

Wende und politischer Neuanfang[Bearbeiten]

In Hohenschönhausen wie auch andernorts wurden die Wahlergebnisse für die Kommunalwahlen 1990 vermutlich manipuliert, dennoch wählte die Mehrheit die Kandidaten der Nationalen Front. Die wachsende Unzufriedenheit der Bürger führte auch in diesem Bezirk zu wachsender Kritik am politischen System und an der SED auf. Kurz nach dem Rücktritt Erich Honeckers von seinen Ämtern im Oktober 1989 kam es zu ersten Rathausgesprächen mit den örtlichen Politspitzen, um die unzufriedenen Bürger zu beruhigen. Nach dem Mauerfall lösten sich diese Strukturen jedoch wie auch anderswo auf. Eine Ausnahme bildete die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), hier dominiert weiterhin Die Linke.

Die Wende führte zu einem schrittweisen Rückgang der Einwohnerzahlen: Mitte der 1990er Jahre waren es noch knapp 115.000, um die Jahrtausendwende um 110.000. Der Großteil der Bevölkerung wohnte dabei im Gebiet des späteren Ortsteils Neu-Hohenschönhausen. Dieser wurde nach der Zusammenlegung des Bezirks mit dem Bezirk Lichtenberg aus den Ortsteilen Malchow, Wartenberg und Falkenberg gebildet und umfasst lediglich das Neubaugebiet.

Unterteilung der Ortsgebiete[Bearbeiten]

Neu-Hohenschönhausen umschließt komplett das als Hohenschönhausen bezeichnete Neubaugebiet. Dieses wird durch die Falkenberger Chaussee und den Berliner Außenring in vier Viertel unterteilt, den Mühlengrund, das Viertel an der Zingster und Vincent-van-Gogh-Straße sowie den Krummen Pfuhl. Da die einzelnen Neubaugebiete zunächst zu den früher eigenständigen Dörfern und heutigen Ortsteilen Malchow, Wartenberg und Falkenberg gehörten, werden diese Viertel wie das Neubauwohngebiet um den Krummen Pfuhl als Neu-Wartenberg, das Wohngebiet an der Grenze zum Dorf Falkenberg als „Neu-Falkenberg“ bezeichnet; das „Ostseeviertel“ um die Zingster Straße erhielt seinen Namen auf Grund der Straßenbenennungen nach Ostseestädten (z. B. Zingst und Prerow). Die Wohnhäuser entstanden zwischen 1984 und 1989 und sind meist sechs- oder elfgeschossig.

Neubaugebiet Mühlengrund – Flurnamen-Viertel[Bearbeiten]

Der Mühlengrund mit dem Mühlenradbrunnen

Das Neubaugebiet Mühlengrund ist das erste der vier Neubaugebiete des späteren Neu-Hohenschönhausen, das verwirklicht worden ist. Es befindet sich im Südosten von Neu-Hohenschönhausen. Der Name Mühlengrund bezieht sich auf eine Kleingartenanlage südwestlich des Neubaugebietes. Diese wiederum hat ihren von einem ehemaligen, in der Nähe ehemals existenten Erdholländer.

Die Straßennamen um den Mühlengrund mit Bezeichnungen wie „Maten“, „Röttken“ oder „Rotkamp“ gehen auf alte Gemarkungen auf der Wartenberger oder Malchower Flur zurück.

Das Viertel entstand von 1982 bis 1987, zunächst begann die Festlegung der Straßenzüge, 1984 folgte die Verlängerung der Straßenbahn von der Gehrenseestraße nach Zingster Straße und kurz darauf der eigentliche Bau der Wohnungen. Es handelt sich hierbei um sechs- beziehungsweise elfgeschossige Gebäude, letztere mit Fahrstuhl. Die Wohnungen konnten teilweise erst zwei bis drei Jahre nach ihrer Fertigstellung bezogen werden, da sich zwischendurch der Grundwasserspiegel erhöhte und die Keller überflutete.

Der zentrale Ort des Viertels ist ein unbenannter Platz, der jedoch die inoffizielle Bezeichnung „Am Mühlengrund“ trägt, um die agrarische Tradition und die historische Nähe dieses Wohngebiets zu einer ehemaligen Holländermühle zu betonen. Das Ensemble des Platzes umfassen eine ehemalige HO-Kaufhalle und Gewerbeneubauten, die 1997 als Mühlengrundcenter den ehemaligen Dienstleistungskomplex mit Jugendklub Rotkamp, Reinigung, Postannahmestelle, Blumengeschäft sowie die Klubgaststätte Mühlengrund ersetzten. Der Platz selbst wird vom Mühlenradbrunnen geschmückt, der nach jahrelanger Stilllegung nun durch grundhaften Neubau der Betonanlage und Restaurierung der Brunnenkunst Ende des Jahres 2014 wieder in Betrieb genommen werden soll. Im Zuge dieser Platzsanierungsmaßnahme ist durch den Eigentümer des Mühlengrundcenters der Abriss aller dort befindlichen Gewerbebauten und die Schaffung von 372 Wohneinheiten vorgesehen, in denen auch Arztpraxen und Gastronomie sowie minimierter Einzelhandel ihren Platz erhalten sollen. Grund des Abrisses ist die Konkurrenzsituation des Nahversorgungszentrums zu Gunsten des Linden-Centers, die zu großen Geschäftsleerständen und Bestandsvernachlässigung am Stadtplatz führte.

Mitte der 1990er Jahre begann die erste Sanierungsphase der Wohnungsbestände. Alle Wohnhäuser wurden von der Wohnungsbaugenossenschaft Neues Berlin eG bzw. der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH und der GSV-Ratsbleiche Baubetreuungs- und -verwaltungs GmbH strangsaniert; Heizungsanlagen und Fenster wurden erneuert, die Treppenhäuser modernisiert und die Fassaden mit Dämmschutz verkleidet – nicht zuletzt auch der besseren Optik wegen. 2004 erhielten zudem einige der sechsgeschossigen Häuser Außenaufzüge.

Neubaugebiet Ostseeviertel – Zingster Straße[Bearbeiten]

Hochhäuser an der Zingster Straße

Das Viertel an der Zingster Straße liegt im Nordwesten des Ortsteils. Hier begann der offizielle Auftakt zum Wohnungsbau in Hohenschönhausen. Am 9. Februar 1984 legte Erich Honecker an der Barther Straße den Grundstein für das Neubauwohngebiet. Fertiggestellt wurden die Bauten 1988. Das Viertel ist entlang der Zingster Straße ausgerichtet, hier befindet sich die Straßenbahntrasse, eine Ladenpassage sowie im nördlichen Abschnitt das Nahversorgungszentrum RIZ. Die Straßen in diesem Viertel sind nach Städten und Gemeinden nahe der Ostsee im ehemaligen Bezirk Rostock benannt, beispielsweise Ribnitz, Zingst oder Ahrenshoop. Daher lautet der inoffizielle Name dieses Wohngebietes „Ostseeviertel“.

Ebenfalls Mitte der 1990er Jahre begann die Sanierung der Häuser, die 1997 abgeschlossen wurde. Das dabei abgetragene Material, besonders das der Balkone wurde jedoch nicht nur auf Deponien gebracht, sondern zum Teil auch als Kletterfelsen wiederaufgebaut. Der „Monte Balkon“ trägt somit auch zur Naherholung in dem Gebiet bei.

Am Südende der Zingster Straße befindet sich der Prerower Platz. An diesem befindet sich das Linden-Center, ein Einkaufszentrum und gleichzeitig Ortsteilzentrum von Neu-Hohenschönhausen. Der Prerower Platz und die anliegende Falkenberger Chaussee bilden hier den Kern aller vier Neubauviertel und dienen nicht zuletzt als Treffpunkt zum Informationsaustausch.

Am nordwestlichen Rand des Neubaugebietes bis hin zum Malchower See erstreckt sich die Niles-Siedlung, die in den 1930er Jahren entstand. Das Gebiet der Niles-Siedlung gehörte damals noch zu Malchow.

Neubaugebiet Uckermärkisches Viertel – Vincent-van-Gogh-Straße[Bearbeiten]

Luftaufnahme des Neubaugebiets Pablo-Picasso-Straße und Vincent-Van-Gogh-Straße

Die Wohnhäuser entlang der Vincent-van-Gogh-Straße entstanden bis 1988 südöstlich des S-Bahnhofs Hohenschönhausen. Oft wird diese Gegend bereits zu Falkenberg gezählt, da das Viertel bis 2002 zum selben Ortsteil gehörte. Die Bezeichnung ist dennoch geblieben, sodass zwischen dem Neubaugebiet (Neu-Falkenberg) und dem Dorfkern Falkenberg unterschieden wird.

An der Vincent-van-Gogh-Straße befindet sich mit den "Welse-Galerien" der zentrale Ort des Viertels. Die Straßen, benannt nach Flüssen und Gemeinden in der Uckermark wie Welse, Randow oder Warnitz, laufen halbkreisförmig von der Falkenberger Chaussee ab.

Neubaugebiet Mecklenburger Viertel – Krummer Pfuhl[Bearbeiten]

Das Hochhaus „Zitrone“ im Neubaugebiet Krummer Pfuhl

Das Neubaugebiet Krummer Pfuhl erstreckt sich nordwestlich des S-Bahnhofs Hohenschönhausen bis zum Dorfkern von Wartenberg. Es wurde als letztes der vier Neubauviertel 1989 fertiggestellt. Namensgebend ist ein stilles Gewässer im Norden des Viertels. Ursprünglich war ein Weiterbau bis Malchow geplant, der allerdings durch die deutschen Wiedervereinigung nicht zustande kam.

Das Viertel ist zur Falkenberger Chaussee im Süden und zur S-Bahn-Trasse im Westen hin ausgerichtet, hier befinden sich vor allem die Einkaufszentren, aber auch das neue – „Wartenberger Kirche“ genannte – Gotteshaus, obwohl die Kirche seit einigen Jahren nicht mehr auf Wartenberger Gebiet liegt. Durch die Nähe dieses Wohngebietes zum Dorf Wartenberg trägt es den inoffiziellen Namen Neu-Wartenberg.

Ebenfalls an der Falkenberger Chaussee befindet sich ein Wohnungsneubau, der wegen der Form und Farbe des Baus als „Zitrone“ bezeichnet wird. Es entstand Ende der 1990er Jahre und bietet neben den Wohnungen auch Platz für ein Restaurant in den beiden unteren Etagen.

Verkehr[Bearbeiten]

Individualverkehr[Bearbeiten]

Die Hauptverkehrsstraße des Ortsteils ist die Falkenberger Chaussee. Ihre Fortsetzung in Richtung Innenstadt ist die Hansastraße, in Richtung Falkenberg die Dorfstraße. Der gesamte Straßenzug ist Teil der Chaussee von Weißensee nach Bad Freienwalde und war als solcher bis zur Wiedervereinigung Teil der Reichs- beziehungsweise Fernstraße 158. Die meisten der übrigen Hauptstraßen gehen von der Falkenberger Chaussee ab oder kreuzen diese. Da die Chaussee und der Außenring den Ortsteil in die genannten vier Quartiere zerteilen, bestehen nur wenige Straßenverbindungen zwischen diesen.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Neu-Hohenschönhausen wird von zwei Regionalbahnlinien, einer S-Bahnlinie, drei Straßenbahnlinien und mehreren Buslinien erschlossen. Ähnlich wie zuvor in Marzahn waren auch in Neu-Hohenschönhausen die meisten Verkehrsmittel während des Aufbaus bereits verfügbar.

Die erste nachweisliche öffentliche Verkehrsverbindung war die gegen Ende der 1920er Jahre eingerichtete Buslinie A40 von Malchow über Weißensee nach Falkenberg und Ahrensfelde.[3] Nach dem Zweiten Weltkrieg bestanden die Linien A46 als Nachfolger des A40 sowie die Linie A39 zwischen (Alt-)Hohenschönhausen und Wartenberg. Beide Linien trafen sich auf Höhe der heutigen Kreuzung Falkenberger Chaussee Ecke Prendener Straße.

Anfang der 1940er Jahre wurde der Güteraußenring als eingleisige Umgehungsbahn angelegt. Nach seiner Demontage um 1947 wird er ab Anfang der 1950er als Berliner Außenring mit leicht verändertem Verlauf neu aufgebaut. Ein erster Bahnhof in Hohenschönhausen wurde erst mit dem Aufbau des Neubaugebietes errichtet. Vom Bahnhof Springpfuhl wurde parallel zum Außenring eine eingleisige S-Bahn-Strecke mit zwei Bahnhöfen angelegt. Der S-Bahnhof Gehrenseestraße befindet sich am südlichen Rand des Ortsteils unweit der Gartenstadt Hohenschönhausen, der S-Bahnhof Hohenschönhausen an der Kreuzung mit der Falkenberger Chaussee im Zentrum des Neubaugebietes. Die Fernbahngleise am Bahnhof Hohenschönhausen erhielten zwei Bahnsteige. Eröffnet wurde die Strecke am 20. Dezember 1984.[4] Auf den Tag genau ein Jahr darauf gingen das zweite Streckengleis sowie die Verlängerung um eine Station nach Wartenberg in Betrieb;[5] der S-Bahnhof liegt trotz des Namens auch im Ortsteil Neu-Hohenschönhausen. Die Strecke wird aktuell von der Linie S75 in Richtung Westkreuz bedient. Die parallel verlaufenden Regionalbahnlinien RB12 und RB60 stellen darüber hinaus eine direkte Verbindung mit dem Bahnhof Lichtenberg beziehungsweise Bernau und Oranienburg und darüber hinaus her.

Straßenbahn der Linie 28 am Tag der Streckeneröffnung nach Weißensee, 10. August 1987

Gleichzeitig mit der S-Bahn nach Hohenschönhausen ging auch die erste Straßenbahn-Neubaustrecke in Betrieb.[4] Die 3,5 Kilometer lange Verbindung beginnt an der Gehrenseestraße und führt durch den Mühlengrund zum Prerower Platz und weiter entlang der Zingster Straße zum nördlichen Ende des Neubaugebietes. Als Ost-West-Verbindung kam in den Jahren 1987/88 die von der Buschallee kommende Strecke durch die Hansastraße und Falkenberger Chaussee nach Falkenberg hinzu.[6] Beide Strecken treffen sich am Prerower Platz. Die Fortführung von der Endhaltestelle Falkenberg nach Marzahn-Nord war vorgesehen, wird gegenwärtig aber nicht mehr verfolgt.[7] Im Ortsteil fuhren bis zu acht verschiedene Straßenbahnlinien, die eine direkte Verbindung in Richtung Weißensee, Friedrichshain, Niederschöneweide und Köpenick herstellten. 2013 fahren im Ortsteil drei Straßenbahnlinien. Die M4 führt von der Zingster Straße beziehungsweise Falkenberg über Weißensee zum Hackeschen Markt, die M5 fährt von der Zingster Straße über Alt-Hohenschönhausen zum gleichen Ziel. Die M17 führt als Osttangente im Straßenbahnnetz von der Endhaltestelle Falkenberg über Karlshorst zum S-Bahnhof Schöneweide. Die beiden Strecken werden durchgehend bedient.

Die im Ortsteil verkehrenden Buslinien dienen einerseits der Erschließung der einzelnen Quartiere, andererseits als Verbindung in die umliegenden Bezirke. Der Expressbus X54 stellt eine direkte Verbindung vom S- und U-Bahnhof Pankow über Neu-Hohenschönhausen zum U-Bahnhof Hellersdorf her, der 154 führt nach Französisch Buchholz beziehungsweise zum U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz und der 256 führt von der Siedlung Wartenberg durch das Neubaugebiet zum S- und U-Bahnhof Lichtenberg. Der 294 fährt als Kiezlinie vorwiegend innerhalb des Neubaugebietes, einzelne Fahrten führen darüber hinaus bis in das Gewerbegebiet von Alt-Hohenschönhausen. Der 893 wird als einzige Linie nicht von den Berliner Verkehrsbetrieben, sondern von der Barnimer Busgesellschaft betrieben. Die Linie führt vom Prerower Platz über Lindenberg und Schwanebeck nach Bernau.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anke Huschner: Geschichte der Berliner Verwaltungsbezirke. Hohenschönhausen. Band 15. Stapp Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-87776-070-8.
  • Walter Püschel: Spaziergänge in Hohenschönhausen. Haude & Spenersche Verlagsbuchhandlung GmbH, Berlin 1995, ISBN 3-7759-0398-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Neu-Hohenschönhausen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKarte des Landes zunächst um Berlin. Kartogr. Abteilung der Königl. Preuss. Landes-Aufnahme, 1871, abgerufen am 11. Februar 2009.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGrosser Berliner Stadtplan. Richard Schwarz Nachf., Landkartenverlag, 1961, abgerufen am 11. Februar 2009.
  3.  Hans-Georg Winkler: Omnibuslinien in Weißensee. In: Weißenseer Heimatfreunde (Hrsg.): Auf Schienen nach Weißensee. 125 Jahre Straßenbahnen im Nordosten Berlins. GVE, Berlin, ISBN 3-89218-075-X, S. 68–69.
  4. a b  Reinhard Demps, Bodo Nienerza: Mit der Straßenbahn zur Zingster Straße. Erweiterung des Straßenbahnnetzes in Berlin-Hohenschönhausen. In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Heft 2, 1985, S. 39–42.
  5.  Michael Günther: Vor 25 Jahren: Tatra-Bahnen nach Marzahn. Straßenbahn-Neubaustrecken im Berliner Nordosten. In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Heft 4, 2004, S. 90–101.
  6.  Bodo Nienerza: Straßenbahnstrecke nach Falkenberg eröffnet. In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Heft 6, 1988, S. 135–138.
  7.  Michael Günther: Vor 25 Jahren: Tatra-Bahnen nach Marzahn. Straßenbahn-Neubaustrecken im Berliner Nordosten. In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Heft 5, 2004, S. 130–141.