Berlin-Pankow
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Pankow |
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| Koordinaten | 52° 34′ 9″ N, 13° 24′ 12″ O52.56916666666713.403333333333Koordinaten: 52° 34′ 9″ N, 13° 24′ 12″ O | |
| Einwohner | 55.854 (30. Juni 2008) | |
| Postleitzahlen | 13187, 13189 | |
| Ortsteilnummer | 0307 | |
| Verwaltungsbezirk | Pankow | |
| Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | ||
Der Ortsteil Pankow [ˈpaŋkoː] ist der namensgebende Ortsteil des Berliner Bezirks Pankow.
Im Sprachgebrauch können Örtlichkeiten von Pankow auch in den nördlich angrenzenden Bebauungen von Heinersdorf (Pankow-Heinersdorf) und Niederschönhausen (Pankow-Schönhausen) liegen. Pankow liegt im Urstromtal der Panke und ist nach diesem Nebenfluss der Spree benannt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Pankow ist eine slawische Gründung, ein Wendendorf, das auf dem „Pankower Piesel“, einer erhobenen Gegend, entstand. Die Ortsgründung von Pankow fand vermutlich um 1230 statt, wobei die erste urkundliche Erwähnung des Ortes im Jahr 1311 nachzuweisen ist. Eine ausführliche Beschreibung Pankows über die Siedler und Besitzverhältnisse ist 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. festgehalten. Im 17. Jahrhundert wurde das Schloss Schönhausen errichtet. Damit erhielt Pankow eine verstärkte Bedeutung als Residenz des Hauses Hohenzollern. 1920 fand die Eingemeindung Pankows als Ortsteil zum Bezirk Pankow durch das Groß-Berlin-Gesetz statt. Das Rathaus Pankow ist bis heute Sitz des Bezirksbürgermeisters. Zwischen 1945 und 1949 war Pankow ein Ortsteil im Sowjetischen Sektor von Berlin und zwischen 1949 und 1990 Ortsteil im Ost-Berliner Stadtbezirk Pankow. Nach der Wende war Pankow dann zwischen 1990 und 2001 Ortsteil im Bezirk Pankow und seit 2001 weiterhin ein Ortsteil im nunmehr vergrößerten Bezirk Pankow.
[Bearbeiten] Das Ende des Zweiten Weltkriegs
Zum Ende des Zweiten Weltkriegs stieß die Rote Armee nach Berlin-Pankow zuerst über Heinersdorf vor. Im Bereich der Prenzlauer Promenade/Binzstraße fanden erbitterte Gefechte mit letzten Gruppen des Volkssturms statt, die sich in der Neumannstraße verschanzt hatten. Am 22. April 1945 schlugen die Truppen ihr Quartier in der Binzstraße auf. In Höhe der Trelleborger Straße wurde eine Begräbnisstätte für die gefallenen Sowjetsoldaten errichtet. Die Umbettung der Toten erfolgte mit der Errichtung des Ehrenmals in der Schönholzer Heide.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Nachdem sich die Bevölkerungszahl seit der Gründung nicht wesentlich erhöhte, stieg die Zahl ab Mitte des 19. Jahrhunderts auf das Hundertfache an.[1]
- 1801: 286 Einwohner
- 1850: 1.037 Einwohner
- 1860: 1.611 Einwohner
- 1870: 2.105 Einwohner
- 1880: 4.109 Einwohner
- 1890: 7.480 Einwohner
- 1900: 21.534 Einwohner
- 1910: 29.346 Einwohner
- 1920: 61.070 Einwohner
- 1930: 72.064 Einwohner
[Bearbeiten] Bahnhöfe
Neben dem S-Bahnhof Pankow gibt es zwei U-Bahnhöfe, beide an der U-Bahnlinie 2 gelegen. Bis 1993 hieß der heutige U-Bahnhof Vinetastraße, der am 1. Juli 1930 eröffnet wurde, noch „Pankow (Vinetastraße)“. Ursprünglich war er als „Vinetastraße“ eröffnet worden. Damals war eine Verlängerung über den heutigen Bahnhof Berlin-Pankow bis Pankow-Kirche geplant. Die Weltwirtschaftskrise verhinderte jedoch den Weiterbau. Der Bahnhof befindet sich unterirdisch, sodass die vom Hochbahnhof Schönhauser Allee kommenden Züge eine Rampe herunterfahren müssen.
Der heutige U-Bahnhof Pankow ist der Endbahnhof der U2. Er wurde am 16. September 2000 eröffnet. Bereits 1988 wurde die Strecke nördlich des Bahnhofs Vinetastraße verlängert, um eine geplante Betriebswerkstatt anzuschließen. Diese wurde jedoch aufgrund des Falls der Mauer nie verwirklicht. 1994 wurden die Gleisanlagen dann zu einer Kehrgleisanlage erweitert und 1997 begann der Weiterbau bis zum Umsteigebahnhof mit der S-Bahn. Hinter dem Bahnhof befindet sich eine Kehrgleisanlage, die auch bei einem immer noch geplanten Ausbau bis Pankow-Kirche in die Strecke miteinbezogen werden kann.
[Bearbeiten] Bürgermeister
- 1906 bis 1914: Wilhelm Kuhr
- 1914 bis 1929: Gustav Stawitz
Im Jahr 1920 wurde Pankow nach Berlin eingemeindet. Die Bürgermeister des Bezirks Pankow sind dort beschrieben.
[Bearbeiten] Bedeutende Baudenkmale in Pankow
- Das Rathaus Pankow,
- die alte Pfarrkirche Zu den vier Evangelisten aus dem 15. Jahrhundert, erweitert durch Friedrich August Stüler in den Jahren 1858/1859,
- das barocke Kavaliershaus in der Breiten Straße aus dem Jahr 1770,
- die Alte Bäckerei in der Wollankstraße als letztes Zeugnis der dörflichen Bebauung,
- die Wohnanlage Amalienpark erbaut 1896/1897 im Landhausstil,
- die 1912/1913 mit Anklängen an den Jugendstil erbaute Hoffnungskirche,
- das Amtsgericht in der Kissingenstraße, 1902–1906 im Stil des fränkischen Barock erbaut, heute ein Dienstgebäude des Amtsgerichts Pankow-Weißensee,
- das Kissingenviertel mit seinen Wohnensemblen aus den 1920er- und 1930er-Jahren. Das in den 1920er-Jahren geschaffene Wohngebiet Prenzlauer Promenade, Binzstraße, Retzbacher Weg und Kissingenstraße gehört zu den architektonischen Besonderheiten aus dieser Zeit, da die Wohnblocks mit sogenannten „Zeppelindächern“ versehen wurden und in dieser Art einmalig sind,
- ehemaliges Jüdisches Waisenhaus (heute Bibliothek),
- mehrere Schulgebäude aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts, darunter das ehemalige Realgymnasium (für Jungen) und das ehemalige Lyzeum (für Mädchen); heute Rosa-Luxemburg-Oberschule und Carl-von-Ossietzky-Gymnasium.
[Bearbeiten] Sonstiges
Die im Norden Berlins gelegene Ortschaft Pankow mit ihren umliegenden Gebieten galt bereits Ende des 19. Jahrhunderts als beliebtes Ausflugsziel. In diversen Liedern kommt Pankow vor, so zum Beispiel in:
„Komm Karlineken komm […] wir woll'n nach Pankow geh'n […] Pankow, kille, kille, Pankow […]“
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- oder in
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„Bolle reiste jüngst zu Pfingsten, nach Pankow war sein Ziel […] Auf der Schönholzer Heide da gab's 'ne Keilerei […]“
Im Jahre 1983 veröffentlichte Udo Lindenberg sein Lied Sonderzug nach Pankow, nachdem die DDR-Behörden seinen Wunsch abgelehnt hatten, in der DDR ein Konzert geben zu können.
[Bearbeiten] Literatur
- Ralph Hoppe: Bolle reiste jüngst … – Pankow im Wandel der Geschichte, be.bra Verlag GmbH Berlin-Brandenburg 1998, ISBN 3-930863-45-6
- Rudolph Dörrier: Pankow (Nachdruck der Kleinen Chronik eine Berliner Bezirks 1949), Panko-Press 2000
- Dirk Finkemeier, Elke Rölling und Projektgruppe: Vom petit palais zum Gästehaus – Die Geschichte von Schloß und Park Schönhausen in Pankow/Niederschönhausen, Kulturamt Pankow 1998, ohne ISBN-Angabe
- Heinz Knobloch: Berliner Fenster, S. 26–73 („Bei uns in Pankow“), Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig 1981, ISBN 3-354-00140-2
[Bearbeiten] Weblinks
Pankow, vom Dorf zum Großbezirk
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Kleine Pankower Chronik, Rudolf Dörrier, Nachdruck von 1949
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