Berlin-Rahnsdorf

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Rahnsdorf
Ortsteil von Berlin
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Über dieses Bild
Koordinaten 52° 26′ 0″ N, 13° 42′ 0″ O52.43333333333313.7Koordinaten: 52° 26′ 0″ N, 13° 42′ 0″ O
Höhe 34–68 m ü. NN
Fläche 21,45 km²
Einwohner 8986 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte 419 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 12589
Ortsteilnummer 0912
Gliederung
Verwaltungsbezirk Treptow-Köpenick
Ortslagen
  • Rahnsdorf (Rahnsdorfer Mühle)
  • Hessenwinkel
  • Wilhelmshagen (Neu-Rahnsdorf)
  • Rahnsdorf (Alt-Rahnsdorf)
  • Neu-Venedig

Rahnsdorf ist ein Berliner Ortsteil im Bezirk Treptow-Köpenick.

Geografie[Bearbeiten]

Rahnsdorf ist der östlichste Ortsteil Berlins; die Kernsiedlungen liegen an der Mündung der Spree in den Müggelsee.

Ortslagen und Siedlungen
  • Rahnsdorf (Rahnsdorfer Mühle)
  • Hessenwinkel
  • Wilhelmshagen (Neu-Rahnsdorf)
  • Rahnsdorf (Alt-Rahnsdorf)
  • Neu-Venedig

In Rahnsdorf gibt es mehrere kleine Villenkolonien sowie Einfamilienhaussiedlungen. Im Berliner Sozialatlas belegt der Ort Platz 13. Dies resultiert aus einer gehobenen Sozialstruktur und einem hohen Durchschnittseinkommen. Touristen besuchen Rahnsdorf vor allem wegen des Müggelsees.

Geschichte[Bearbeiten]

Rahnsdorf wurde als slawisches Fischerdorf zwischen Müggelspree und Müggelsee gegründet. Seine Ortsform Sackgassendorf ist typisch für die erste Siedlungsphase der deutschen Zuzügler wohl im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts. 1375 wurde der Ort zum ersten Mal urkundlich im Landbuch Karls IV. als Radenstorf erwähnt. Rahnsdorf gehörte zur Burg Köpenick und war nicht verhuft, weil es noch 1450 keine Äcker gab. Der Ort hatte 1487 die Fischereigerechtigkeit in den Gewässern des Schlosses Köpenick. Seine Einwohner verrichten Kossätendienste, wahrscheinlich durch Fischfang und entsprechende Lieferpflichten an das Schloss. Es gab inzwischen 16 Hufen, von denen vier dem Schulzen gehörten. Während des Mittelalters hatte Rahnsdorf nie eine Dorfkirche. Eine erste Dorfkirche wurde erst gegen 1660/1670 erwähnt. 1801 war Rahnsdorf noch immer ein Fischerdorf mit knapp 20 Dorfbewohnern, die keine Höfe mit Hufenbesitz besaßen, sondern nur Katen. 1856 gab es bereits 43 Familien.

Im Jahr 1872 brannte das Dorf vollkommen ab und wurde anschließend neu errichtet. In den 1890er Jahren entstand der Ausbau von Hessenwinkel zur Villenkolonie; es wurde 1891 zu Rahnsdorf eingemeindet. Im gleichen Zeitraum wurde die Villenkolonie Neu-Rahnsdorf, aufgrund der Initiative der Deutschen Volksbaugesellschaft für Bürger aus dem einfachen Volke, gegründet. Im Jahr 1902 wurde diese Kolonie mit dem zentralen Platz und sternförmig abgehenden Straßen Wilhelmshagen genannt. 1912/1913 entstand die Triglaw-Brücke, die die Insel südlich der seit 1879 „neuen Spree“ mit Hessenwinkel verband.

Am 11. November 1916 kam es zu einem schweren Eisenbahnunfall in der Nähe des Bahnhofs Rahnsdorf: Eine Rotte von Gleisarbeiterinnen – aufgrund des Arbeitskräftemangels im Ersten Weltkrieg wurden hier Frauen eingesetzt – winkte den Soldaten eines vorbeifahrenden Militärzuges zu. Dabei überhörten sie das – zu spät abgegebene – Warnsignal für einen Zug, der sich auf dem Gleis näherte, auf dem sie selber standen. 19 Frauen kamen ums Leben. Der Sicherungsposten wurde zu einem Jahr Gefängnisstrafe verurteilt.[1]

Luftbild der Ortslage Wilhelmshagen

Bei der Bildung von Groß-Berlin 1920 erfolgte die Eingemeindung mit 2700 Einwohnern in den Verwaltungsbezirk Cöpenick, zunächst getrennt nach Rahnsdorf und Wilhelmshagen. Die lagunenartige Wassersportkolonie Neu-Venedig an der Müggelspree wurde 1926 angelegt und hat sich bis heute zur Wohn- und Wochenendsiedlung entwickelt. 1929 entstand der Bau der Grundschule an den Püttbergen.

Zu DDR-Zeiten wurde im Ortsteil ein FDJ-Ferienlager zur Kinder-Feriengestaltung errichtet und unterhalten.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ortsteil verfügt über zwei S-Bahnhöfe an der Bahnstrecke Berlin–Frankfurt (Oder): Rahnsdorf und Wilhelmshagen, die von der Linie S3 der Berliner S-Bahn bedient werden. Vom Vorplatz des S-Bahnhofs Rahnsdorf verkehrt die Woltersdorfer Straßenbahn nach Woltersdorf.

Die Straßenbahnlinie 61 der BVG endet am westlichen Ortsrand an der Station Rahnsdorf/Waldschänke und fährt von hier aus über Friedrichshagen und Köpenick in die Wissenschaftsstadt Adlershof.

Die Buslinie 161 der BVG verbindet die beiden S-Bahnhöfe als auch die Endhaltestelle der Linie 61 mit dem Ortsteil.

Auf der Müggelspree verkehrt die Fährlinie F23 der BVG, die seit 2014 von einer, mit Solarstrom betriebenen Fähre bedient wird. Die „Ruderfähre“ F24 (seit 1911) wurde im Herbst 2013 eingestellt.[2]

Rahndorfer Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Karl Hillert, bildender Künstler und Hochschullehrer
  • Georg Klaus, Philosoph, Hochschullehrer, Schachspieler und Schachfunktionär

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Rahnsdorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Joachim Ritzau: Eisenbahn-Katastrophen in Deutschland. Splitter deutscher Geschichte. Bd.1: Landsberg-Pürgen 1979, S. 102.
  2. Aus für Ruderfähre. In: Berliner Zeitung, 15. Oktober 2013