Berlin-Rosenthal

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Rosenthal
Ortsteil von Berlin
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowRosenthal auf der Karte von Pankow
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 35′ 57″ N, 13° 22′ 38″ O52.59916666666713.377222222222Koordinaten: 52° 35′ 57″ N, 13° 22′ 38″ O
Fläche 4,9 km²
Einwohner 9219 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte 1881 Einwohner/km²
Postleitzahl 13158
Ortsteilnummer 0312
Verwaltungsbezirk Pankow

Rosenthal war bis zur Bildung Groß-Berlins im Jahr 1920 ein selbstständiger Gutsbezirk und eine Landgemeinde im Norden Berlins. Das Dorf wurde 1356 erstmals als Rosendalle urkundlich erwähnt.

Mit der Eingemeindung wurde der größere Teil (Rosenthal-Landgemeinde, Ortsteil westlich der Liebenwalder Bahn und Ortsteil Rosenthal I – Wilhelmsruh – mit 4332 Einwohnern) dem neuen Bezirk Reinickendorf zugeordnet. Der kleinere Teil (Rosenthal-Landgemeinde mit etwa 1864 Einwohnern, Ortsteil östlich der Liebenwalder Bahn mit ungefähr 1725 Einwohnern und Rosenthal-Gutsbezirk mit 129 Einwohnern) kam als Ortsteil Berlin-Rosenthal zum neuen Bezirk Pankow.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Rosenthal wurde um 1230 als Angerdorf angelegt. Urkundlich wird es erstmals 1356 als Pfarrdorf Rosendalle erwähnt. Im Landbuch Karls IV. (1375) werden für Rosental 72 Hufen ausgewiesen, davon vier Pfarrhufen. Es gibt auch einen Krug. Das Ensemble des Rosenthaler Angers ist als Denkmal ausgewiesen.[1] Zum Ensemble des Dorfangers gehören unter anderem die um 1250 erbaute Rosenthaler Dorfkirche, das zur Dorfkirche gehörende Gemeindehaus von 1898 in der Hauptstraße 138,[2] das um 1820 errichtete Gutshaus mit Stall und Landarbeiterkaserne von 1840/1850;[3] der Stall wird von den Rosenthaler Werkstätten genutzt, einem Verbund von Spezialisten aus Kunst und Handwerk[4] und das von Maurermeister Schreiber 1901–1903 erbaute Amtshaus in der Hauptstraße 94;[5] ursprünglich als Schule errichtet, seit 1990 genutzt als Kinder- und Jugendeinrichtung „Landhaus Berlin-Rosenthal“.[6]

Die Evangelische Kirche Nordend wurde 1909/1910 durch den Architekten Fritz Gottlob im Jugendstil errichtet.[7][8] Im Predigtsaal steht eine Orgel der Orgelbauer Gebrüder Dinse.[9]


Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vom 17. bis 19. September 2010 fand der 37. Rosenthaler Herbst Erntedankfest unter dem Motto „780 Jahre Rosenthal“ statt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Rosenthal befanden sich von 1906 bis 1932 die Fabriken für Turbinen, Turbogeneratoren, elektrische Automobile (Typ „Protos“) und Lokomotiven der Bergmann Electricitäts Werke Aktien Gesellschaft. Zwischen Rosenthal und Blankenfelde befanden sich seit der Gründerzeit bis zum Jahr 1985 Rieselfelder, auf denen die Abwässer Berlins verrieselt wurden. Diese Flächen wurden zwischenzeitlich renaturiert, mit Wanderwegen aufgewertet und als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Berlin-Rosenthal der Heidekrautbahn befand sich nach dem Mauerbau im Grenzgebiet nördlich der Quickborner Straße und wurde abgerissen. Für den heute auf diesem Teilstück der Heidekrautbahn betriebenen Museumsverkehr wurde stattdessen ein provisorischer Haltepunkt am Bahnübergang Wilhelmsruher Damm angelegt.

Heute ist Rosenthal durch die Linie M1 der MetroTram mit dem Berliner Zentrum verbunden (Endstation Am Kupfergraben an der Museumsinsel). Die Metrobuslinie M21 verbindet Rosenthal mit dem Einkaufszentrum Märkisches Zentrum und den U-Bahnlinien U6, U7 und U8 sowie den S-Bahnlinien S1, S25, S41/42 (Berliner Ringbahn) und S85. Auch die Buslinie 124 verbindet Rosenthal mit dem Märkischen Zentrum, mit der Station S+U Wittenau und verläuft weiter bis nach Tegel. Die ebenfalls durch Rosenthal verlaufende Linie 122 verbindet den S-Bahnhof Wilhelmsruh mit dem U-Bahnhof Residenzstraße.

Rosenthaler Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Rosenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denkmale in Berlin. Dorfanger Rosenthal. In: Denkmaldatenbank. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, 25. März 2008, abgerufen am 20. September 2010.
  2. Denkmale in Berlin. Gemeindehaus. In: Denkmaldatenbank. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, 25. März 2008, abgerufen am 20. September 2010.
  3. Denkmale in Berlin. Gutshaus, Stall und Landarbeiterkaserne in Rosenthal. In: Denkmaldatenbank. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, 25. März 2008, abgerufen am 20. September 2010.
  4. Website der Rosenthaler Werkstätten. Abgerufen am 20. September 2010.
  5. Denkmale in Berlin. Amtshaus Rosenthal. In: Denkmaldatenbank. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, 25. März 2008, abgerufen am 20. September 2010.
  6. Landhausgeschichte. In: Website des Landhaus Berlin-Rosenthal. Abgerufen am 20. September 2010.
  7. Projektbeschreibung Sanierung Jugendstil-Kirchsaal. Förderverein Jugendstil-Kirchsaal Nordend e.V., abgerufen am 21. September 2010.
  8.  Günther Kühne, Elisabeth Stephani: Evangelische Kirchen in Berlin. 2. Auflage. CZV-Verlag, Berlin 1986, ISBN 3-7674-0158-4, S. 450.
  9. Jugendstil-Kirchsaal Dinse-Orgel Info-Flyer. Förderverein Jugendstil-Kirchsaal Nordend e.V., abgerufen am 21. September 2010 (PDF, 1 MB).