Berlin Alexanderplatz (Fernsehverfilmung)

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Filmdaten
Deutscher Titel: Berlin Alexanderplatz
Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland, Italien
Erscheinungsjahr: 1980
Länge: 13 Folgen + Epilog: 894 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Rainer Werner Fassbinder
Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder
Produktion: Peter Märthesheimer, Günter Rohrbach, Gunther Witte
Musik: Peer Raben
Kamera: Xaver Schwarzenberger
Schnitt: Juliane Lorenz
Besetzung

Berlin Alexanderplatz ist eine 14teilige deutsche Fernsehverfilmung der Bavaria/RAI im Auftrag des WDRs von 1980.

Es handelt sich um eine Literaturverfilmung des Romans Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin durch Rainer Werner Fassbinder in 13 Teilen und einem Epilog.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Nach vier Jahren Gefängnis wegen Totschlags an seiner ehemaligen Freundin wird Franz Biberkopf entlassen. Seine anfänglichen Potenzprobleme bekommt er nach einer versuchten Vergewaltigung in den Griff. So geht er darauf mit der Polin Lina eine Beziehung ein.

Bestrebt, ein ehrliches Leben zu beginnen, versucht sich Franz in verschiedenen Tätigkeiten. Schließlich wird er von Linas Onkel, mit dem er inzwischen zusammen arbeitet, erpresst. Beleidigt zieht er sich zurück und beginnt dem Alkoholkonsum zu frönen.

Zurück im Leben macht Franz Bekanntschaft mit dem Kleinganoven Reinhold. Da dieser nicht lange mit ein und derselben Frau verweilen kann, nimmt sich Franz diesem Problem an. Zuerst durch Beziehungen zu den Damen - dann, bei der Dritten, durch den Versuch Reinhold von seiner Methode abzubringen.

Unabsichtlich wird Franz in einen Diebstahl verwickelt und sitzt nach der Tat mit Reinhold in einem Auto. Dieser schmeißt Franz aus dem Fahrzeug, sodass dieser überfahren wird und seinen rechten Arm verliert. Seine ehemalige Freundin sowie deren Zuhälter pflegen ihn anschließend gesund.

Kaum zurück in der Stadt lernt Franz schon wieder einen Kriminellen kennen. Für diesen arbeitet Franz nun und erwirbt damit ein kleines Vermögen.

Ein Mädchen, von Franz „Mieze“ genannt, geht für ihn auf den Strich und erfüllt gleichzeitig seine Liebe.

Reinhold tötet das Mädchen und Franz wird wegen Mordes in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

[Bearbeiten] Episoden

Nr. Titel Premiere (DE) Länge in min
1 »Die Strafe beginnt« 12.10.1980 82
2 »Wie soll man leben, wenn man nicht sterben will« 03.10.1980 59
3 »Ein Hammer auf den Kopf kann die Seele verletzen« 20.10.1980 59
4 »Eine Handvoll Menschen in der Tiefe der Stille« 27.10.1980 59
5 »Ein Schnitter mit der Gewalt vom lieben Gott« 03.11.1980 59
6 »Eine Liebe, das kostet immer viel« 10.11.1980 58
7 »Merke: Einen Schwur kann man amputieren« 17.11.1980 58
8 »Die Sonne wärmt die Haut, die sie manchmal verbrennt« 24.11.1980 58
9 »Von den Ewigkeiten zwischen den Vielen und den Wenigen« 01.12.1980 59
10 »Einsamkeit reißt auch in Mauern Risse des Irrsinns« 08.12.1980 59
11 »Wissen ist Macht und Morgenstund hat Gold im Mund« 15.12.1980 59
12 »Die Schlange in der Seele der Schlange« 22.12.1980 59
13 »Das Äußere und das Innere und das Geheimnis der Angst vor dem Geheimnis« 29.12.1980 58
14 »Mein Traum vom Traum des Franz Biberkopf von Alfred Döblin - Ein Epilog« 29.12.1980 112

[Bearbeiten] Handlung nach Episoden - Überblick

1. Die Strafe beginnt

  • Entlassung (1928) aus der Strafanstalt Berlin Tegel
  • Schwierigkeiten im normalen Leben
  • Schwur auf ein ehrliches Leben

2. Wie soll man leben, wenn man nicht sterben will

  • wirtschaftliche Lage zwingt ihn zum Verkauf des "Völkischen Beobachter" entgegen seiner Gesinnung

3. Ein Hammer auf den Kopf kann die Seele verletzen

  • Hausierer-Geschäft mit Linas Onkel
  • Erpressung

4. Eine Handvoll Menschen in der Tiefe der Stille

  • Beginn der Alkoholkrankheit

5. Ein Schnitter mit der Gewalt vom lieben Gott

  • Kennenlernen von Reinhold

6. Eine Liebe, das kostet immer viel

  • Verwicklung in Diebstahl

7. Merke: Einen Schwur kann man amputieren

  • Verlust des rechten Arms
  • Engagement für die politische Zukunft

8. Die Sonne wärmt die Haut, die sie manchmal verbrennt

  • Kennenlernen von Mieze
  • Liebe zu Mieze

9. Von den Ewigkeiten zwischen den Vielen und den Wenigen

  • Auseinandersetzung mit Reinhold und der Polizei

10. Einsamkeit reißt auch in Mauern Risse des Irrsinns

  • Beziehungsprobleme

11. Wissen ist Macht und Morgenstund hat Gold im Mund

  • Rückkehr zur Kriminalität
  • Mieze liebt einen Anderen - Eifersucht

12. Die Schlange in der Seele der Schlange

  • Mieze verzeiht Franz für beinahe Mord
  • Plan Reinholds: Mord an Mieze

13. Das Äußere und das Innere und das Geheimnis der Angst vor dem Geheimnis

  • Aufgabe Biberkopfs

14. Mein Traum vom Traum des Franz Biberkopf von Alfred Döblin - Ein Epilog

[Bearbeiten] Aktuelles

Das Filmmaterial wurde von der Rainer-Werner-Fassbinder-Foundation für eine DVD-Veröffentlichung restauriert und auf der Berlinale 2007 in einer 15-stündigen Fassung gezeigt. Sie erschien am 10. Februar 2007 als DVD-Sammlung.[1]

[Bearbeiten] Kritiken

„In seiner umfangreichen Fernsehverfilmung des sprachgewaltigen Romans von Alfred Döblin (1878-1957) collagiert Fassbinder eine faszinierende, äußerst bildstarke Vision von Stadt und Menschen, eine düstere Reise durch die „dunkle Nacht der Seele“, die sich nah an die Vorlage hält, ohne ihr dabei sklavisch zu folgen. Durch eine äußerst differenzierte, vom Roman losgelöste und trotzdem seine Struktur und Atmosphäre bewahrende Dramaturgie wird er dem Werk und seinen vielfältigen Sprachebenen gerecht. Stil und Ton der Inszenierung wechseln häufig, zahlreiche Bildsymbole verweisen auf die unterschwellig vorhandene Passionsgeschichte.“

Lexikon des internationalen Films: (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997.

[Bearbeiten] Quellen

  1. http://www.fassbinderfoundation.de/node.php/de/news_detail/101; http://www.fassbinderfoundation.de/node.php/de/news_detail/100; http://www.fassbinderfoundation.de/de/PDFs/PR_Fassbinder_sales_de.pdf

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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